Bedaure, es wird schmutzig. Ich kann es nicht ändern. An alle, die sich ihr gerade erst im Aufbau befindliches Bild von mir als sensibler Duft-Poetin nicht nachhaltig beschädigen wollen: klickt das hier weg! Und an die verbliebenen Unerschrockenen: Schaut über die Schulter, wer sonst noch mitlesen könnte. Schickt Eure Kinder zum Spielen. Und nehmt meine aufrichtige Entschuldigung entgegen, denn ich kann wirklich nichts dafür.
Das hier ist allein die Schuld von Maurice Roucel, der ohne Vorwarnung und Beipackzettel einen Duft wie Musc Ravageur auf den Markt wirft. Ravageur, verheerend... ja, in der Tat.
Etwas in der Duftpyramide muss er unterschlagen haben; ich tippe auf Testosteron und auf Oxytocin, zwei Hormone, von denen ersteres dafür sorgt, dass Männer sich von Zeit zu Zeit auf eine Weise verhalten, die wir Frauen aus unserer Sicht vollkommen nachvollziehbar, aus männlicher Sicht vollkommen rätselhaft, situationsspezifisch wechselweise von ihnen fordern oder aber ihnen vorwerfen.
Zweiteres, das Oxitocin wiederum sorgt dafür, dass wir zum Beispiel jetzt und zwar jetzt gleich unsere Nasen dringend in dem kleinen Grübchen über dem Schlüsselbein unseres Gegenübers vergraben möchten und da auch nicht so schnell wieder weg wollen.
Davor wird man natürlich nicht gewarnt. Stattdessen bekommt man eine scheinheilige Duftpyramide vorgeführt: Bergamottte, ja klar. Lavendel soll da auch drinnen sein.
Tatsächlich, vor allem und in erster Linie ist da moschusbockstallgrenzwertverdächtig viel Moschus. Ihr erinnert Euch an die Passage mit dem Testosteron? Bittesehr, da habt Ihr´s. Dieser Moschus kommt vollkommen schamlos daher; allerdings begleiten ihn Vanille und Zimt, die beiden süßen Kuschelduftstoffe aus Kindertagen, und verbinden sich derart raffiniert mit dem Schafstallodeur, dass wir außerstande sind, zu widerstehen. Sandelholz sorgt für wärmendes Wohlbefinden, ganz samtweich kommt das daher.
Ist das Macho? Aber Hallo! Ist das ein Duft, den Frauen tragen sollten? Wenn sie so riechen möchten, als würden sie sich täglich ihr Brusthaar rasieren, dann vielleicht.
Aber das hier geht raus an alle Frauen, die beim Anblick ihrer glattrasierten Männer von Zeit zu Zeit heimlich seufzend von Ragnarr Lodbrók träumen mit seinen Tätowierungen auf der Glatze und dem Duft von 30 Jahren Seefahrt im (ungewaschenen) Bart. Und an alle Männer, die gern einmal wieder dem Job, dem Haushalt, den Kindern und natürlich auch der Migräne zum Trotz nichts dagegen hätten, fest und unmissverständlich von der Liebsten in den Arm genommen zu werden: Dafür braucht Ihr Euch nicht zur Paartherapie anzumelden! Das geht schneller, unkomplizierter und macht auch mehr Spaß: einfach ein paar Tropfen dieses Parfums dort auftragen, wo Ihr es gerne haben möchtet, der Sillage wegen für das notwendige exklusive Umfeld sorgen (und lasst Euch nicht beifallen, den Duft in so etwas Abwegigen wie einem Büro zu tragen) und ganz beruhigt sein: Der Duft hält die ganze (wundervolle) Nacht an.
Ich glaube, an dieser Stelle breche ich den Kommentar ab. Und gehe duschen. Kalt.
Haha ... "schamloser Moschus in Begleitung von Vanille und Zimt". Sowas von maskulin, da geh ich doch gleich mal zum Brusthaarflämmen und anschließend zum Warmduschen;) Most-sexy-comment-Award!
Ach, das mit dem kalt duschen funktioniert (mehr oder weniger) auch bei Frauen? Man lernt nie aus! Aber wieso nicht im Büro? Da gibt es doch auch Situationen... Naja, vielleicht nicht im Großraumbüro...
Huuiii, was für ein herrlicher Text über einen Duft, den ich mit 20 Jahren Verspätung wohl endlich mal zur Kenntnis nehmen könnte...
FSK-Freigabe ab 16 für deinen Text sollte wohl machbar sein - dann lernen die Teenies früher was über Duftpotentiale, das Leben & schöne Sprache.
Von mir vor langer Zeit als Parfumo Rookie getestet, hat mich der Duft damals verstört zurück gelassen. Dein Kommentar erinnert mich daran meinen Plan fortzusetzen, früher getestete Düfte erneut zu testen. Da habe ich schon Sachen erlebt ...
Immer raus damit und keine Scham! Ich kann Dich voll und ganz verstehen. Der ist schon sehr „anzüglich“. Ich habe da aber schon sehr ähnliche von in meiner Waffenkammer!...;
FSK-Freigabe ab 16 für deinen Text sollte wohl machbar sein - dann lernen die Teenies früher was über Duftpotentiale, das Leben & schöne Sprache.
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