In der Stadt meiner Jugend (mittelgroß und topographisch wie kulturell sehr westdeutsch) gab es damals nur drei Diskotheken, von denen eine aus musikalischen wie hundert anderen Gründen keine wirkliche Option war. Eine der beiden anderen – klein, siffig und wunderschön - hatte immer samstags (oder freitags? Das ist so lange her...) sogenannte 'Oldie-Night', und einer der Songs, bei dem die Tanzfläche sich damals in Sekunden füllte (der andere war Heroes del Silencios 'Entre dos tierras', aber der war ja kein Oldie) war 'Am Fenster' von City, damals schon rund zwanzig Jahre alt. 'Einmal wissen, dieses bleibt für immer…'
Dass City eine ostdeutsche Band und die hohe Popularität des Songs bei uns im rheinischen Westdeutschland ein kleines Wunder war, wussten wir damals nicht. Wir liebten 'Am Fenster', weil es beseelte und leidenschaftliche sieben Minuten waren, und der Song in seiner Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit so viel mehr 'Fleisch am Knochen' hatte als die dünnen Liedchen der (damaligen) Gegenwart mit seinem wortkargen, dafür umso poetischeren Text. Dazwischen spannten City melancholische, von südosteuropäischer Folklore inspirierte Instrumentalpassagen, repräsentiert von einer herzzerreißend schroffen Fiedel.
Beseelt und leidenschaftlich, ehrlich und wahrhaftig, mitunter schroff – und so viel mehr 'Fleisch am Knochen' als die dünnen Düftchen der Gegenwart ist (bzw. hat) auch Estée Lauders Alliage - im Grunde ein Wunder, dass es den noch gibt. Er hat eine Tiefe und einen Resonanzkörper, der ihn fast surreal erscheinen lässt neben den Düften nachfolgender Jahrzehnte – ein wie ein offenes Herz pulsierender Chypre aus den Untiefen der Erinnerung, der gleichsam feuerlodernd ist wie tränenschwer. Genau wie Citys schwermütiger Sieben-Minuten-Klassiker, der mich - kreuzt er mal meinen Weg - noch immer raunen lässt: 'Psst, seid doch mal still!'
Fazit, in Toni Krahls eindringlicher Stimme: 'Einmal wissen, dieses bleibt für immer - ist nicht Rausch, der schon die Nacht verklagt, ist nicht Farbenschmelz, nicht Kerzenschimmer – von dem Grau des Morgens längst verjagt.'
...ich als ehemaliger Ossi wundere mich immer wieder, dass "Wessis" dieses Lied kennen und schätzen... :-)))
Mich hat es Jahre begleitet und erinnert mich an meine Wurzeln bzw. Jugendzeit ( Wehmut ) :-(
Unvergesslich Georgi Gogows Geigensolo...
Und , btw, Alliage ist einer meiner TOP-Düfte. Unerreicht.
Ach Du liebe Güte! Durch Zufall habe ich dieses Lied erst vor ein paar Jahren in einer heimeligen Hippie-Disco für die Altvorderen in einem Dorf im östlichen Westen kennengelernt. Die Duft-Assoziation war allerdings Jil Sander No 5... Vielen Dank fürs Erinnern! Alliage hat mich aufgrund der warm-holzigen Tiefe für eine kurze Zeit begleitet, wurde mir dann allerdings irgendwann zu dominant-sportlich, da musste ich ihn abgeben. Trotzdem ein toller, besonderer Duft.
Einmal fassen, tief im Blute fühlen
Dies ist mein und es ist nur durch dich
Klagt ein Vogel, acht auf mein Gefieder
Nässt der Regen, flieg ich durch die Welt... Danke für die Erinnerung. Auch wenn der Duft jetzt für mich nichts wär... City-Pokal abstell!
Am Fenster legten wir auch im Südwesten in den MidEighties auf - und tanzten dazu....
Mich hat es Jahre begleitet und erinnert mich an meine Wurzeln bzw. Jugendzeit ( Wehmut ) :-(
Unvergesslich Georgi Gogows Geigensolo...
Und , btw, Alliage ist einer meiner TOP-Düfte. Unerreicht.
Dies ist mein und es ist nur durch dich
Klagt ein Vogel, acht auf mein Gefieder
Nässt der Regen, flieg ich durch die Welt... Danke für die Erinnerung. Auch wenn der Duft jetzt für mich nichts wär... City-Pokal abstell!