Galileo Galilei, den italienischen Universalgelehrten aus Pisa, wird wohl jedem bekannt sein und muss nicht mehr groß vorgestellt werden. Anders wahrscheinlich bei diesem Eau de Toilette aus dem Haus Mühlens mit dem Zusatz „de Viento“, also „vom Winde“. Da muss ich selber zugeben, dass er mir Mitte der 90er total entgangen ist.
Das mag eventuell daran liegen, dass ich nicht unbedingt zur Zielgruppe der eher preiswert angesiedelten Mühlens-Düfte gehöre und mir dementsprechend das Marketing komplett an mir vorbei gegangen ist oder ich mir langsam nicht mehr alles merken kann. Wer weiß, aber bei aktuell nur 5 Besitzern und 7 Bewertungen schätze ich mal den Erfolg von Galileo de Viento als recht überschaubar ein.
Dabei ist er für dieses Segment gar nicht mal so schlecht gemacht. Was ich vernehme, ist eine clevere Balance aus frischen und kuscheligen Duftnoten, die hier leider nicht angegeben sind, aber von meinem Eindruck her aus etwas Lavendel, Rose, Patchouli, Sandelholz, Amber, Tonkabohne, Vanille und Zeder bestehen könnten. Ist nur eine Vermutung, doch an sich erinnert mich Galileo auffällig an Zino von Davidoff – nur ein wenig kratziger.
Insgesamt haben wir es hier mit einem würzig-süßen Duft zu tun, der mit verführerischen Elementen und wohl für relativ kleines Geld eine Alternative zu Zino darstellen sollte, dann aber erfolgsmäßig nicht richtig durchstarten konnte. Wortspiele mit zu viel Gegenwind oder Schwerkraft verkneife ich mir mal an dieser Stelle ...
Wer in diesem Kommentar etwas über Luftkissenfahrzeuge voller Aale oder Banden von Linksabbiegeschilder lesen wollte, muss leider enttäuscht werden. Kommen wir nun zu etwas völlig anderem!
Danke für seit heute auf den Tag genau acht schöne Parfumo-Jahre!
Dass so wenige Leute ihn besitzen, dürfte wohl eher daran liegen, dass es den Duft ewig nicht mehr gibt und dass die völlig überteuerten Restexemplare aus der Bucht meist gekippt sind und nun nach Maggi-Würze müffeln.
Ha, den kenne ich noch! War so mittelprächtig (tatsächlich zog dann Zino ein, der mehr geliebt und getragen wurde). Es gab damals aber einige wirklich schöne Düfte von Mülhens für wenig Geld. Bei den Herrendüften war wohl Sumatra Rain ein Kassenschlager, und den fand ich auch richtig schön.
Die Parfumos waren wohl damals schon eher elitär, denn Galileo gehörte zu seiner Zeit durchaus zu den Düften, die bei jeder Bestellung mitgeliefert wurden.
Auch ich gestehe, daß ich diesen Duft nicht gekannt habe, wohl aber weiß, daß Muelhens gute Düfte im Portfolio hatte. Ein Jammer, daß das Unternehmen so untergegangen ist. Auch von mir alles Gute zum Achten :-)