20.06.2024 - 15:49 Uhr

NofNirvana
9 Rezensionen

NofNirvana
Hilfreiche Rezension
10
Sanft verbrennen in den kalten Flammen von Lacrima
Weit abseits meiner üblichen Verdächtigen entdeckte ich beim Stöbern den wunderschönen leuchtend blauen Flakon. Ich besaß zu diesem Zeitpunkt wenig holzige oder gar krautige Düfte und soweit mir das bewusst war auch keinen Weihrauch-Duft. Umso interessierter war ich, da meine ersten und frühesten Begegnungen mit Weihrauch nicht unbedingt erfreulich waren.
Ich weiß nicht, ob es das ehrfürchtige Betreten der Kirche war, das meine Mutter damals an den Tag legte. Oder vielleicht einfach nur der strenge Ausdruck, den sie dort trug. Jedenfalls verband ich den Geruch stets mit diesen erzwungenen Eindrücken.
Das änderte sich mit dem älter werden. Ich lernte harzige, rauchige Aromen und insbesondere Weihrauch im Kontext der Mystik kennen.
Dort verweilt mein Verständnis von Düften dieser Art seitdem. Aus dem Rauch der Harze, aus der Hitze des Feuers und der Glut steigt eine enigmatische Version meiner selbst hervor. Eingehüllt in Rauch, der eine Gewissheit um mich webt. Weiche Tiefe in die man sich fallen lassen kann aber auch eine erhabene Kälte. Dualität um die eigene Existenz, wie sie tröstlicher nicht sein könnte.
Und daraus resultierend heilsame Gleichgültigkeit als Beweis für den andauernden Egoismus, der die innere Traurigkeit anfacht.
Tränen die ehrlicher nicht sein könnten, wohl temperiert, dem Anlass entsprechend vorgetragen.
Abseits meiner Fantasterei - zum Duft:
Ich finde den Duft relativ linear, was ich bei dieser Form von harzigen, holzigen Düften gegenwärtig begrüße. Der Pfeffer im Opening kitzelt minimal in der Nase und die Aldehyde frischen diesen auf, machen ihn etwas greifbarer. Sehr schnell kommen dann auch die holzigen Untertöne dazu und auch etwas harziges, krautiges tritt nach nur wenigen Minuten hervor. Nach dem Auftritt von Holz und Harz als auch dem Eichenmoos tritt warmes Benzoe hervor und wärmt den Duft wunderbar zart und fast schon pudrig auf, haucht minimal etwas Süße hinzu. Mein Eindruck des Labdanums ist, dass es den Duft ätherisch, aber auch erdig abrundet. Das in der Basis genannte Bibergeil kann ich in den krautigen, beruhigenden Nuancen nur erahnen. Der Duft scheint mir keineswegs animalisch gelagert zu sein.
Lacrima kommt ernst daher, jedoch keineswegs zu sakral. Die Tränen haben eine wunderbar dosierte Stärke von ihrem Schöpfer erhalten. Ein wirklich schöner Weihrauch Duft, der meine erste Bekanntschaft mit dem Haus Liquides Imaginaires ist, mich neugierig auf mehr macht und bestehende Vorurteile aufzulösen vermag.
Ich weiß nicht, ob es das ehrfürchtige Betreten der Kirche war, das meine Mutter damals an den Tag legte. Oder vielleicht einfach nur der strenge Ausdruck, den sie dort trug. Jedenfalls verband ich den Geruch stets mit diesen erzwungenen Eindrücken.
Das änderte sich mit dem älter werden. Ich lernte harzige, rauchige Aromen und insbesondere Weihrauch im Kontext der Mystik kennen.
Dort verweilt mein Verständnis von Düften dieser Art seitdem. Aus dem Rauch der Harze, aus der Hitze des Feuers und der Glut steigt eine enigmatische Version meiner selbst hervor. Eingehüllt in Rauch, der eine Gewissheit um mich webt. Weiche Tiefe in die man sich fallen lassen kann aber auch eine erhabene Kälte. Dualität um die eigene Existenz, wie sie tröstlicher nicht sein könnte.
Und daraus resultierend heilsame Gleichgültigkeit als Beweis für den andauernden Egoismus, der die innere Traurigkeit anfacht.
Tränen die ehrlicher nicht sein könnten, wohl temperiert, dem Anlass entsprechend vorgetragen.
Abseits meiner Fantasterei - zum Duft:
Ich finde den Duft relativ linear, was ich bei dieser Form von harzigen, holzigen Düften gegenwärtig begrüße. Der Pfeffer im Opening kitzelt minimal in der Nase und die Aldehyde frischen diesen auf, machen ihn etwas greifbarer. Sehr schnell kommen dann auch die holzigen Untertöne dazu und auch etwas harziges, krautiges tritt nach nur wenigen Minuten hervor. Nach dem Auftritt von Holz und Harz als auch dem Eichenmoos tritt warmes Benzoe hervor und wärmt den Duft wunderbar zart und fast schon pudrig auf, haucht minimal etwas Süße hinzu. Mein Eindruck des Labdanums ist, dass es den Duft ätherisch, aber auch erdig abrundet. Das in der Basis genannte Bibergeil kann ich in den krautigen, beruhigenden Nuancen nur erahnen. Der Duft scheint mir keineswegs animalisch gelagert zu sein.
Lacrima kommt ernst daher, jedoch keineswegs zu sakral. Die Tränen haben eine wunderbar dosierte Stärke von ihrem Schöpfer erhalten. Ein wirklich schöner Weihrauch Duft, der meine erste Bekanntschaft mit dem Haus Liquides Imaginaires ist, mich neugierig auf mehr macht und bestehende Vorurteile aufzulösen vermag.
6 Antworten