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Cimi

Cimi

Rezensionen
1 - 5 von 396
Oud im Massanzug: Frische Kante trifft Orient-Vibes
More of Oud klingt zunächst nach einem schweren Wüsten-Brett. Tatsächlich bekommt man hier aber kein dunkles Räucherzimmer, sondern eine ziemlich moderne, fast schon cleane Interpretation von Oud. Das ist kein Duft für die Leute, die sich hinter Rauchschwaden verstecken wollen, sondern für die, die Oud tragen wollen, ohne dass das Büro denkt, man hätte gerade ein Meditationszentrum eröffnet. Ein Duft, der Tradition und Zeitgeist sauber zusammenbringt. Bevor ich zu viel verrate, let's get into it:

- Das Opening ist überraschend hell. Die Yuzu bringt diese leicht herbe, spritzige Zitrusfrische rein, die nicht süss, sondern eher knackig wirkt; wie ein eiskaltes Getränk nach dem Feierabend. Neroli schiebt sich dazu und macht das Ganze eleganter. Die Zitrik ist kein lauter Opening-Gag, sondern ein wirklich schöner, strukturierter Auftakt, mit einer schönen sauberen Animalik. Ich weiss, das kann man fast schon nicht verstehen und man muss den Duft echt riechen, um das zu verstehen, aber ja es ist eine gewisse "Animalik" und eine Schärfe enthalten, die aber durch die Zitrik gut ausbalanciert wird.

- Relativ schnell kommt dann das Eichenmoos ins Spiel und erdet die anfängliche Frische, wie ein Filter. Die Zitrusfrüchte verlieren ihre jugendliche Spritzigkeit und bekommen Tiefe. Das Moos gibt dem Duft dann diese leicht grünen, minimal aber wirklich minimal rauchigen Unterton, nichts Düsteres, eher wie ein gepflegter Park nach einem Sommerregen. Im Drydown verschmelzen Moschus und Oud zu dieser cremig-holzigen Signatur, während die Frische nur noch als Erinnerung im Hintergrund mitschwingt. Es fühlt sich schon sehr hochwertig an.

- Haltbarkeit ist sehr gut, die Projektion zu Beginn stark, dann im oberen Drittel für eine sehr lange Zeit. Es ist eine angenehme Performance, die einfach passt.

Zusammenfassend; eine schöne Zitrik-Oud-Kombination, die nicht für Hardcore-Oud Puristen gedacht ist, sondern eher urban, modern gestaltet ist. Frische trifft auf Holz, Clean Vibes treffen auf Orient, und das Ganze erstaunlich harmonisch.
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Blue Talisman Extrait Inspiration mit Twist im Opening I tolle Umsetzung!
Das neue Release aus dem Hause Orientica wurde an einem Parfum-Event non-stop erwähnt und von nahezu allen sehr positiv bewertet; was nicht immer Positives bedeutet, aber umso gespannter war ich auf diesen Blindkauf... denn die Inspiration, Blue Talisman Extrait de Parfum , ist für mich persönlich ein genialer Duft und besser als Blue Talisman Eau de Parfum , aber wenn man ganz ehrlich ist, auch nicht sein Geld wert. Wie nahe kommt der Duft und wie gut ist dieser generell? Let's get into it:

- Im Opening ist aus meiner Sicht der deutlichste Unterschied vorhanden. Nicht, dass man nicht merkt, dass es vom Blue Talisman Extrait de Parfum inspiriert ist, aber der Monarch ist leicht süsslicher und fruchtiger, vermute durch die Mandarine. Mir persönlich gefällt es sogar besser als beim Blue Talisman Extrait de Parfum , aber das ist eher Geschmackssache dann. Also man kann generell dieses frisch-würzig-spritzige und leicht fruchtige Opening erwarten, was man auch vom Blue Talisman kennt.

- Im weiteren Verlauf kommen sich die Düfte immer näher. wobei auch hier die Birnenblüte leicht anders riecht als die reine Birne im Blue Talisman Extrait de Parfum; in der Herzphase ist das für ein paar Minuten leicht unterschiedlich, denn die Birnenblüte ist ein weniger herber. Da ist der Blue Talisman Extrait de Parfum ein wenig süsser unterwegs.. aber diese ganzen Unterschiede sind in den ersten 2-3 Minuten wirklich herausriechbar als "geübte" Nase, für einen Laien wirklich nicht so einfach wahrnehmbar, in der Luft dementsprechend sehr ähnlich.

- Im Drydown kommen sich die Düfte dann immer näher, ja nahezu identisch, und das schon nach 5-10 Minuten. Beide landen in einer nahezu identischen Moschus-Ambra-Basis, unterschwellig von der Fruchtigkeit der Birne bzw. der Birnenblüte. Der Blue Talisman Extrait de Parfum ist hier marginal, aber wirklich marginal holziger. In der Luft ist in der Phase selbst für eine geübte Nase nur schwer ein Unterschied zu erkennen.

- Die Performance ist auch top; Haltbarkeit besser als beim Blue Talisman Extrait de Parfum und die Sillage auch (nicht so extrem, aber ja, besser).

Insgesamt ein solider Duft, der sich absolut nicht verstecken muss, mit einer gewissen Eigenständigkeit im Opening und den ersten Minuten. Wer den Drydown vom Blue Talisman Extrait de Parfum mag, wird diesen Duft lieben, denn die Unterschiede sind für mich sogar positiv und nur in der Anfangsphase in den ersten Minuten aufzufinden....

... ob sich dafür ein Preisaufschlag von Faktor 3.5-4 lohnt, ist stets individuell zu beantworten :)... ich bins mittlerweile nicht gewillt auszugeben, zumindest nicht für diese Art DNA.
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Top "inspired by" für Imagination I Vergleich zu Imagination, Marwa, Kobra
Der Radiant war eine grosse und positive Überraschung für mich. Bin um ehrlich zu sein per Zufall auf den Duft gestossen und nach zahlreichen Inspirationen bin ich - um ehrlich zu sein - auch müde von diesen. Nichtsdestotrotz wollte ich diesen einfach mal testen, weil die initialen Bewertungen wirklich sehr gut klangen. Lange Rede kurzer Sinn, let's get into it:

- Im Opening kommt wirklich sehr schnell die Assoziation zum Imagination . Ja und endlich! Natürlich kann keine Inspiration 100% identisch sein, auch hier merkt man zu Beginn die ersten Sekunden einen leichten Unterschied, weil der Duft insgesamt minim alkoholisch-süsslicher für mich roch, aber wirklich nur ganz kurz und das kann auch bedingt sein aufgrund dessen, dass dieser dann neu aufgemacht wurde. Wir sprechen da aber aus meiner Sicht von einer marginalen Diskrepanz, die von einem "Laien" absolut nicht unterschieden werden kann. Würde sogar soweit gehen, dass ganz viele, die sich mit Düften beschäftigen, den Unterschied nicht ausmachen könnten. Kann ich, weil ich seit Jahren Imagination besitze und oft nutze. Das Zusammenspiel aus Bergamotte, Neroli und Ingwer ist hier sehr ähnlich.

- Im Drydown sind die Düfte wirklich nahezu identisch; die wunderschöne Tee-Note ist super getroffen und auch der seifige Charakter kommt sehr gut an den Imagination ran. Dies nach wirklich vielen intensiven Checks, auch bei vollem Auftragen. In der Luft ist sowieso praktisch kein Unterschied erkennbar, weder für Laien noch Experten. Insofern eine Top Alternative.

- Die Haltbarkeit und Sillage sind aus meiner Sicht definitiv leicht besser als beim Imagination ; zumindest gleich gut, hab den sogar als stärker und länger haltbar wahrgenommen nach mehreren Tagen "Stress-Testing".

Nun, was viele interessiert und unten vielfach erwähnt wurde; die Vergleichbarkeit zu anderen Inspirationen. Habe viele davon länger getestet, insofern eine kurze Zusammenfassung aus meiner Sicht.

Vergleich Marwa :
Marwa galt lange für mich als beste Alternative um ehrlich zu sein. Nun ja, ich würde sagen, dass der Radiant besser als der Marwa ist, vor allem deswegen, weil der Marwa für mich einfach ein bisschen würziger und minim bitterer riecht als der Imagination (wahrscheinlich wegen des Petitgrain). Ja Marwa kommt auch nahe ran, vor allem im DD, aber das Opening ist würziger, und auch der DD ist weniger seifig. Nicht als negativ verstehen, für einen Laien absolut ähnlich, aber für mich ist der Marwa einfach würziger im Opening und weniger seifig im DD.

Vergleich zu Hawas Kobra : Hier ist der Unterschied gewaltig, weil der Hawas Kobra eine "gute Alternative" ist und die Richtung gut trifft, aber nicht wirklich eine 1:1 Inspiration ist, denn dieser hat schon einen gewissen eigenen Twist, den ich toll finde; der Hawas Kobra ist spritziger im Auftakt und weitaus intensiver/weniger seifig im DD, leider halt die Lattafa Synthetik im Unterbau, aber ein guter Daily, der in die Richtung geht. Der Kobra ist am weitesten weg, dennoch eine gute Alternative für diejenigen, die etwas Potenteres haben wollen, frischer, moderner leicht und aber auch leider synthetischer.

Anyways, für mich ist der Radiant aktuell die Alternative, die wirklich am nähesten an den Imagination kommt rein objektiv betrachtet. 9.0 nicht deswegen, weil es ein Meisterwerk ist, sondern deswegen, weil man für weitaus weniger Geld eine wirklich genial ausgeführte Alternative erhält.
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Lattafa-Synthetik am Rande der Opulenz und Handwerkskunst
Ein weiterer Hype-Kandidat nach dem Streben des grossen Vorbilds XXI: Art Deco - Blonde Amber , der es maximal als weite Inspiration aus meiner Sicht schafft. Der Art of Arabia III darf zwar für den Preis stolz den Atem des Orients kommerzialisieren, aber für geübte Nasen dürfte der Duft dann doch eher mittelmässig ausfallen. Warum? Let's get into it:

- Im Opening erhält man eine kurzlebige Spritzigkeit von der Bergamotte, die schnell aber eingeholt wird von der eher süsslichen Weihrauchwolke. Die Süsse wird dann durch die Dattel verstärkt und leider kommt da auch der Tabak nicht in der gewohnten, trockenen Art wie beim XXI: Art Deco - Blonde Amber hoch, sondern ist eher ein in Süsse getränkter Tabak. Das Sandelholz gibt dem Ganzen eine eher cremige Textur, wobei die Tuberose hier eher wachsartig wirkt. Hier schon geht der Duft weiter weg vom grossen Vorbild und wirkt insgesamt süsslicher, synthetischer.

- Im weiteren Verlauf wird der Duft eher harzig-süss, die Myrrhe und das Labdanum tragen hierzu bei, wobei die Tonkabohne und Vanille alle Ecken abrunden. Dadurch, dass die Ecken und Kanten abgeglättet werden mit Süsse wirkt das Ganze leider ein wenig "plump" und flach und synthetisch, was wahrscheinlich von denen, die einen XXI: Art Deco - Blonde Amber erwartet haben und diesen kennen, als eher synthetisch dann abgestempelt wird. Ja eine gewisse Synthetik ist schon vorhanden, aber nicht so massiv extrem wie in anderen Düften von Lattafa.

- Die Performance ist ganz solide, Haltbarkeit ganz gut, wobei die Sillage initial stark ist, danach aber eher mittelmässig.

Insgesamt aus meiner Sicht kommt der Duft maximal 60-70% an den XXI: Art Deco - Blonde Amber ran, wobei hier vielleicht die Grund-DNA des grossen Bruders nur als Inpsiration genutzt wurde, und man eher bewusst mit der kommerziellen Breite der Süsse arbeiten wollte, um mehr den Zeitgeist der breiten Masse zu treffen. Denn eins ist auch klar: auch der XXI: Art Deco - Blonde Amber gefällt vielen nicht wegen dieser eher harzig-trockenen DNA, auch wenn hochwertig. Denke im allgemeinen Umfeld im Alltag dürfte dieser Duft sogar mehr Komplimente einbringen, da einfach simpler und einfacher in der Luft.

Insofern könnte hier Lattafa eigentlich für einen Bruchteil des Preises sogar einiges richtig gemacht haben, indem sie die Erfolgswelle vom XXI: Art Deco - Blonde Amber reiten durften, aber gleichzeitig den Absatz durch die notwendige Süsse sichern konnten... für mich ein ganz "OK" Duft als eigenständige Kreation inspiriert am grossen Bruder.
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Overrated I Perfekt für Instagram-Fotos, Ausführung leider mittelmässig...
Der Baie wurde als absoluter Hit überall in Social Media kommuniziert und von vielen als "bessere Alternative" als der Feu hochgepriesen. Dem kann ich definitiv nicht zustimmen, während der Feu wirklich nahe kommt, ist dieser Duft für mich von der Inspiration ein bisschen weiter weg. Gleichzeitig empfinde ich diese DNA in diesem Fall einfach auch nicht optimal ausgeführt; zu flach, zu wenig Tiefgang. Let's get into it:

- Im Opening fehlt mir um ehrlich zu sein das Prickelnde, was ich aus der Kombination von Rosmarin, Bergamotte und Johannisbeere erwartet hätte. Die Johannisbeere dominiert hier ein bisschen und das Spritzige aus der Bergamotte und die Frische aus dem Rosmarin kommen hier einfach nicht durch; es ist eher die Johannisbeere, die sofort eingeholt wird von der Himbeere-Wodka Kombi, also eher süsslich-alkoholisch-flach direkt vom Opening. Das Basilikum bringt zwar ein bisschen Kontrast und lässt den Duft nicht komplett in dieses süss-alkoholische abdriften, aber rettet den Duft aus meiner Sicht auch nicht.

- Die Kombi aus Moschus und Sandelholz im Drydown macht den Duft zwar leicht samtig-cremiger im Drydown, aber lässt den Duft da auch eher in dieser Himbeer-Wodka Kombi verblassen. Es fehlt aus meiner Sicht einfach an Spritzigkeit über den Duft gesehen, an Akzenten die hier und da fehlen, obwohl die notwendigen Inhaltsstoffe eigentlich da sind/gewesen wären. Vom Opening zum Drydown aus meiner Sicht insofern ein eher ernüchterndes, lineares Erlebnis; was nicht absolut fatal oder schlecht ist, es ist einfach nicht das, was ich erwartet hätte... und ich denke, dass man einfach diese Art DNA mögen muss und es genug Leute gibt, die sowas Lineares süss-fruchtig-alkoholisches mögen. Insofern ja, kann gut sein, dass es viele draussen gibt, die den Duft entsprechend höher bewerten, es ist einfach nicht meins.

- Von der Performance her war der Duft für mich solides Mittelmass, ja die Haltbarkeit ist ganz in Ordnung, aber die Sillage eher hautnah, mein Duft hat jetzt mehrere Wochen und Monate gereift, insofern kann ich das ganz gut abschätzen.

Zusammengefasst: Der Baie ist ein perfektes Instagram Foto, schöner Flakon, der vieles verspricht, aber dem es an Leben, Kohlensäure und Spritzigkeit aus meiner Sicht fehlt. Wer auf lineare, fruchtig-alkoholische Düfte steht, dem ist hier geholfen, wer aber Lebendigkeit sucht, wird hier eher enttäuscht. Ein bisschen mehr Mut hätte dem Duft gut getan
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