Die Achtsamkeit der Anderen
Um wieder einen offeneren, ruhigeren, unvoreingenommeneren Blick auf Düfte zu gewinnen, weil man sich an ihnen satt gerochen hat oder alles nur noch gleich riecht, kann man sich Vorbilder suchen, die genau das zeigen.
Nimm Dir ein Beispiel an Kindern: Alles, was die Aufmerksamkeit fesselt, wird so lange ganz genau angeschaut, befühlt, gedreht und gewendet, bis es vollständig erfasst ist. Alle Sinne sind damit beschäftigt, jede Eigenheit dieses Gegenstandes wahrzunehmen. Alles, was Spaß macht, wird so lange betrieben, bis man es lange genug gemacht hat. Was uninteressant wird, lässt man hinter sich, ohne zu fragen, ob es irgendwann noch zu was nütze sein könnte.
Auch alte Menschen sind gute Vorbilder. Sie zeigen einem, wie man sich dem Leben mit Geduld und Ausdauer widmet. Sie tun alles, was zu tun ist, mit der notwendigen und ihnen dafür zustehenden Zeit. Ruhezeiten sind notwendig, weil sonst die Kräfte schwinden. All das ist auf unsere Nase, unsere Wahrnehmungen von Düften und generell Parfum übertragbar.
Auch Tiere zu beobachten lohnt sich. Die aufmerksam entspannte Katze, der nichts wichtiger zu sein scheint, als sich mal ordentlich auszuruhen. Nur, um dann im richtigen Moment völlig aufmerksam und effizient zuzuschlagen.
Manchmal sind wir duftmüde und haben keine Lust mehr auf Parfum. Hier ein neuer Duft, der eigentlich schon zich mal von anderen Parfümeuren existiert und da schon wieder der 5. Flanker, der so riecht wie das Original.
Dann könnte ein anderes Wahrnehmen, ein kleines Umdenken oder ein Sichtwechsel, wenn nicht sogar eine Duftpause, sehr hilfreich sein. 🌸


Ich habe mich (zum Glück) noch nicht satt gerochen und tappse aktuell wie ein kleines Kind durchs Parfüm-Schlarrafenland. Kann miraber vorstellen, dass es hilft achtsam zu bleiben! Weg vom bloßen Konsumieren..
Ich habe jetzt für mich das layern für meine "Ladenhüter" entdeckt. Und siehe da, schon greife ich auch öfter zu diesen, ohne sie widerwillig abgeben zu müssen.. 😊
Auch ich war bis vor gut einem Jahr in dieser Konsumspirale gefesselt, alles neue roch irgendwann belanglos und gleich. Inzwischen komme ich häufig zum Schluss brauche ich nicht habe schon meine Lieblinge gefunden. Nur selten flasht mich noch etwas. Da ich Zuhause nicht mit Düften gereizt werden will (brauche Sauerstoff) trage ich diese nur wenn ich aus dem Haus gehe. Da ich jedoch schwer Lungenkrank bin geht das alleine nicht mehr. Dadurch rieche ich mich an meinen jetzigen nicht satt und erfreue mich jedes mal wenn ich sie trage oder für andere abfülle :)
und verbringe die Zeit mit meinen anderen Hobbys, da wird das automatisch weniger
mit der Testerei.
Askese für sein Riechorgan ist dann angebracht, sozusagen Fastenzeit und durchschnaufen.
Dazu oft und ausgiebig (meist unparfümiert) an die frische Luft.
Pausen gehören zum Lebensfluss und sind nur natürlich. Regeneration.
Bezüglich Parfums macht es Sinn für mich, denn die Wahrnehmung wird durch "Verzichtsphasen" ganz klar geschärft und bewusster.
Block wird die Pause natürlich unterbrochen!..;)