MokkaMokkas Parfumkommentare

1 - 5 von 17
Mokka vor 21 Monaten 23
9.5
Duft
9
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

Herbstzeit
Seit Tagen schnupper ich meine Haut wund, besprühe mein Handgelenk rechts, links. Dann wieder Handrücken, Ellenbeuge, drücke Nase tief in die Poren….
Aber der Malvs lässt mich mit zwar wachsender Begeisterung und beginnender Liebe hängen und schweigt vor sich hin.

Heute endlich beginnt mein Weg mit ihm und er flüstert mir Bilder ins Ohr; Landschaften entstehen vor meinem Auge. An einem sehr frühen Tag tragen mich meine Füße hinaus, über die weiten Wiesen, an deren Ende Hecken stehen, Gesträuch und Bäume. Die Welt liegt noch still, gelegentlich raschelt ein Tier, ein Vogel steigt in das erste Licht.

Die Luft ist frisch, kalt und klar, leicht rauchig, Nebel hängt noch im Gras und ich bin froh, festes und vor allem wasserdichtes Schuhwerk gewählt zu haben.
In der Ferne stehen Apfelbäume; die Ernte hat begonnen.
Eine Spur von Pfeffer liegt in der Luft.

Diese Schritte gehe ich am liebsten allein, ohne Störfeuer durch Menschenstimmen, Handygebimmel oder schlimmer noch Motorenlärm.
Diese Ruhe ist eine der wichtigen Tankstellen für meine Seele. Er streicht mir eine trockene sanfteste Süße auf die innere Unruhe, minimal balsamisch-cremig, wärmend und lindernd. Nichts lärmt und kreischt, peitscht und drängt.

Der Weg führt zurück ins Haus, an den Kamin.
Ein leise knisterndes und knackendes Feuer empfängt mich; wieder geerdet, geheilt mit viel Freude und Lust auf romantische gemütliche Stunden.

Ein Duft nicht nur für die beginnenden Herbsttage.
Sicherlich mehr als spannend bei Sommerhitze und demnächst in der Schnatterzeit bei Frost und Eis.
Sillage ist akzeptabel,
auf Stoff hält der Malvs reichlich mehr als einen Tag.
13 Antworten

Mokka vor 23 Monaten 10
7.5
Duft
7
Haltbarkeit
8
Sillage

And the winner is ....
Die von mir bisher getesteten Düfte dieser Marke irritieren mich, lassen mich verblüfft und ratlos zurück. Zu viel passiert auf der Haut, es wird chaotisch, meine Nase kommt ins Schuften und ackert wie blöd.
Vielleicht kann man sie nicht begreifen, vielleicht ist es auch so gewollt.

Bei diesem Kandidaten hab ich endlich einen Faden greifen können. Ich gesteh, ich brauche ein wenig Ordnung im Duftverlauf. Da könnt ja jeder dahergelaufene Lockstoff kommen und mir alles ins Chaos stürzen!

Der Strawberry Love Pop startet mit einer synthetisch anmutenden Marzipannote. Recht zügig danach übernimmt die Erdbeere die Führung, wird aber flott von Blüten abgedrängt.
Ab hier drängeln beide jeweils nach vorn, in der Hoffnung auf den ersten Platz.

Leicht genervt will ich aufgeben. Hab ich es doch gewusst! Ist doch ein blumiger Fruchtkompott nicht wirklich meine Wahl.
Das Ganze ist bis hier übrigens nicht zu süß.
So schlender ich ein Stündchen, von mir aus auch zwei, so vor mich hin, weiß nicht so recht, was ich von diesem Auftritt halten soll.
Evtl. könnte man einen Flakon mit diesem Inhalt vor dem Sprühen in den Kühlschrank zu legen. So hat man bei den momentan doch teilweise anstrengenden Temperaturen wenigstens eine kurzfristige Abkühlung. Von mir aus auch in Erdbeerchen.

Langsam schiebt sich etwas Kirsche mit ins Gedränge. Kurz flammt die Erinnerung an Kirschlollis aus meiner Kindheit oder die meiner Kinder auf. Allerdings hat das hier was von einer bitteren Kirsche. Etwas rauchig scheint sie auch zu sein, Säure mischt sich dazu.
Diese Duftwendung übernimmt die Führung und drängt das unentschlossen Fruchtblumige ab.



Aus dem vermeintlich langweiligen Obstblumenkompott ist nun ein spannender Duft geworden.
Wobei die erste Stunde sicherlich auch ihre Fans hat.

Alles noch mal gut gegangen!

*


Sillage moderat
Haltbarkeit im Moment mäßig
Das könnte an den hohen Temperaturen liegen und sollte bei Abkühlung noch mal getestet werden.


9 Antworten

Mokka vor 2 Jahren 11
7.5
Duft
10
Haltbarkeit
7
Sillage

Bock auf ein Tänzchen?
Von der mir absolut unbekannten Marke hat mich der Oxford aufgrund seiner angegebenen Duftnoten am meisten interessiert und habe mir davon ein Pröbchen zukommen lassen.

Anfangs habe ich dem Start nicht die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen können und landete irgendwann schnell beim Eindruck: Ha! Vanille. Vanille per se finde ich ja nicht wirklich schlecht, doch kommt sie manchmal klebrig süß oder als nervtötendes Kuschelmonster um die Ecke; dann bin ich schnell gelangweilt bis gestresst von ihr.

Deshalb waren weitere Tests absolut vonnöten.
Und siehe da!

Der Start ist es, der mich absolut fasziniert und wonnig fühlen lässt.
Er ist spritzig zitrisch frisch und gleichzeitig herrlich herb.

Hier hat sich wohl die Bergamotte das Basilikum zum Tänzchen geschnappt und ein paar Runden gedreht.
Diese Kombination sorgt dafür, dass sich mein Puls beschleunigt und die Laune steigt.

Falls hier irgendwo etwas Jasmin herumläuft, stört sie mich zumindest nicht.
Diese erste Runde finde ich einfach gelungen und fantastisch!

Danach gesellt sich ein leichter Metallgeruch dazu, der in keinster Weise stört. Im Gegenteil, es kommt Spannung in den Tanz, die Runden werden etwas langsamer, der Pulsschlag wird ruhiger.
Der Metallgeruch bleibt bis die - anfangs unsüße- Vanille mitmischen will.


Und je stärker die Vanille wird, desto mehr zieht sich das Metall zurück.
Die Vanille (wahrscheinlich unterstützt von Amber und Patchouli) übernimmt ab hier die Führung und der Duftverlauf verändert sich.

Nach und nach wird es balsamisch, süßer, zum Glück nicht zu süß!
Es bleibt einen Tacken herb.
Ob Oud hier eine Rolle spielt oder ob es dem Muskatellersalbei geschuldet ist, kann ich nicht sagen.

Meine kleine Probe reicht noch für mindestens ein Tänzchen und ich freue mich sehr darauf.

Fazit:
Die erste Runde hätte ich gerne länger genossen.
Den herben Zitrusauftakt finde ich absolut gelungen; er ist wie ein Frischekick, wie ich ihn von keinen anderen Düften dieser Art kenne.

Sillage ist nicht zu mächtig, zieht sich relativ zügig zurück.
Haltbarkeit war beim ersten Test enorm. Den Duft habe ich abends getestet und morgens war die Vanille noch als Gast am Arm.




8 Antworten

Mokka vor 2 Jahren 9
7
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
4
Flakon

Einmal Stall, bitte!
Vor kurzer Zeit bin ich auf die Marke Ard Al Zaafaran aufmerksam geworden.
In einem Shop bestellte ich mir einige Parfums + Duftöle, deren Beschreibung dort meinem Beuteschema entsprach.
Die ersten beiden Tests gingen gleich gründlich in die Hose, fand ich doch -entgegen der Duftbeschreibung im Shop - in den Düften Rosen und allerlei Blühzeugs, was ich mir schnellstens von der Haut waschen musste. Die Düfte habe ich meiner rosenliebenden Kollegin vermacht.
Es handelt sich um "Zawarat Al Khamees" und "Oudh Al Abiyedh Khasati". Anfangs war auch hier auf parfumo keine Angabe zu den Duftnoten zu finden. Wurde das nach meinen Einordnungen nachgeholt?

Durch diese Erfahrung vorsichtig geworden benetzte ich heute früh ganz sachte mein Handgelenk mit dem Rollstift von Rooh Al Oud.
Just im selben Moment öffnet sich mit Wucht eine Stalltür, dahinter Ziegen, Kamele oder anders Huftier, deren Ausdünstungen mir um die Ohren bzw. die Nase gepeitscht wurden. Kühe sind das nicht, deren Odeur ist mir gut bekannt.
Um sicher zu sein, behauchte ich eine halbe Stunde später das andere Handgelenk mit dem Öl und fuhr zum Sport in der Hoffnung, dass man mich ob meiner „Ausdünstungen“ nicht schief ansieht und vielleicht vermutet, mit mir sei was nicht in Ordnung. Oder wo ich wohl meine Nacht verbracht hätte.

Aber die Befürchtung löste sich zum Glück rasch auf. Im Studio angekommen hatte sich das Fäkalhafte verzogen und es lag ein leichter Moos- oder Flechtengeruch auf der Haut mit einer nur zu ahnenden Süße. Kräuter konnte ich nicht vernehmen.
Während der Sportstunde kontrollierte ich immer wieder den Duft am Handgelenk. Am Ende sog ich die Haut quasi in die Nasenlöcher. Da war fast nichts mehr. Ende?
Einer Mitsportlerin schob ich ein Handgelenk unter die Nase: zart und schön.

Nach drei Stunden und wieder zu Hause unternahm ich einen weiteren und dieses Mal verdammt mutigen Versuch und rollte mir reichlich Öl übers Handgelenk. Und wieder flog die Stalltür auf, ich wurde hineingeschleudert und mit Tränen in den Augen ging ich meinen Tätigkeiten zu Hause nach. Nach 10 Minuten ließ das Schlimmste an Stallgeruch nach (Ha! .....da gibt es eine Hintertür!), weitere 30 Minuten war eine holzige Basis wahrzunehmen.
Nach einer guten Stunde wurde ich mit einem gut tragbaren, weichen, angenehmen Duft belohnt. Eine Ahnung von Leder, evtl. Moos. Die heute früh vernommene Süße könnte von Flechte stammen.

Wer das "bisschen" Stall aushält, kriegt einen ganz passablen Duft.
Sillage liegt nur anfangs im etwas stärkeren Bereich, danach zieht sich der Duft schnell zurück.
Die Haltbarkeit scheint nicht lang zu sein. Da ich mit den Tests noch nicht ganz durch bin, werde den Text später dementsprechend editieren.

Edit zur Haltbarkeit: nu isser soweit weg. Ich könnte noch ein wenig einsaugen. Das war's dann.
Und noch ein Edit: nach 7-8 Stunden flackert er wieder und meldet
sich zu Wort, sanft holzig. Kein Stall. Totgeglaubte leben länger. :-)
9 Antworten

Mokka vor 2 Jahren 25
8
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage

Geh' doch zu deiner Mutter!
Du kannst mich mal! Was? Wie blöd ist das denn?
Nein! Ich will nicht mehr diskutieren. Jetzt habe ich die Nase voll. Aber sowas von!
Ich muss raus ...

Und zwar in den nächsten Sandarakwald.*
Die Fäuste fest in den Jackentaschen, stapfe ich mit wütenden weit ausholenden Schritten los.
Der Kopf pocht. Ich brauche Ruhe.

Ich kriege Ruhe.

Kräftiges Grün empfängt mich. Grünster Wald, der mir seinen ätherischen Atem um die Ohren und in die Lungen pumpt. Kraftvoll mit starker Klarheit. Die ersten Atemzüge nehme ich ganz vorsichtig.
Nach wenigen Minuten beruhigt sich der Tannenwald, mich auch; das Herz pocht nicht mehr so wild.
Noch ein paar Schritte weiter meldet sich eine beruhigende, leicht fruchtigzitrisch angehauchte Note. Balsam legt sich auf meine Seele.
Nach vier Stunden bin ich frisch betankt, wieder bei mir und steuere lächelnd auf den Waldesrand zu.
Den Duft des Harzes noch im Haar finden meine Füße ihren Weg.

Cherie, haben wir nicht noch diesen leckeren Rotwein im Schrank?

*zu finden z.B. in Marokko, Tunesien, Algerien. Kein Weg ist zu weit!

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Die Sillage ist anfangs kräftig, danach moderat
Haltbarkeit kraftvoll 4 Stunden, danach noch 2-3 Stunden leise wahrnehmbar
10 Antworten

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