NiKaSiNiKaSis Parfumkommentare

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12.09.2015 15:44 Uhr
12 Auszeichnungen
Bislang gibt es kaum Tom Ford’s, die ich gar nicht mag. Auf meiner Wunschliste stehen noch ein paar, dieser kommt – nach Teilnahme an einem Sharing und einigen ausgiebigen Tests – ebenfalls drauf und zwar nicht im kommenden Sommer, wie man bei Mandarinen von der Amalfiküste vielleicht meinen könnte, sondern tatsächlich jetzt zum Winter. Das liegt zum einen an dem frischen, warmen und bei mir auch vollreif-süßen Mandarinenauftakt, leicht kräuterig unterlegt. Mit Mandarinen assoziiere ich neben sommerlicher Frucht auch immer den Winter und die gemütliche Zeit zu Hause, da Mandarinen zur Winterzeit doch gern ihren Platz auf Obst- und Weihnachtstellern finden. Für mich sind die winterlichen Mandarinen, die in der Pyramide gar nicht auftauchen^^, ein Grund den Duft jetzt im Herbst und Winter tragen zu wollen. Schön ist, wie ich finde auch, dass die Mandarine dem Duft durch den gesamten Verlauf erhalten bleibt, also selbst die Basis, die bei mir zart seifig ist, wird von der Mandarine begleitet. Die in der Pyramide aufgeführten fruchtigen und blumigen Noten kommen bei mir überhaupt nicht zum Tragen, ja die Herznote wird quasi übersprungen, es zeigt sich direkt eine vetiverlastige und dezent seifige Basis. Der Duft bleibt hell und klar, nichts muckelig ambriges zeigt sich, auch kein Moschus. Mandarino die Amalfi bietet mir neben mittelmäßiger Sillage zudem eine erfreuliche Haltbarkeit, was ihn zusätzlich für die kühle Jahreszeit interessant macht. Also, eine interessante Alternative zur Nasenneutralisierung, wenn einem die Vanille-, Amber-, etc. Düfte in der kalten Jahreszeit zum Hals raushängen werden.


31.01.2015 18:18 Uhr
8 Auszeichnungen
An Patchouli scheiden sich die Geister, und das mit Recht - gibt es doch so unterschiedliche Ausprägungen und (je nach Kombination mit anderen Essenzen) Duftkompositionen. Die Kinder der 70er und 80er Jahre unter uns, die Benutzer und Fans des Duftöls aus dem Asienladen waren, scheinen mir grundsätzlich eher patchouliaffin als die jüngeren Semester, die dem Riechstoff oft einen oldschool Nimbus unterstellen - auch das mit Recht irgendwie.

Ich liebe Patchouli, ertrage auch die etwas extremeren Ausprägungen; die hat dieser Mazzolari allerdings gar nicht. Maximal der Auftakt bringt noch das patchoulitypisch zart Erdige und Muffige raus (wohl damit ihn keiner mit einem Amberduft verwechselt :-) ), allerdings wird das innerhalb von 5 Minuten vom Tisch gewischt. Honig und Amber mit unterschwelliger sanfter Patchoulinote dominieren hier für mich. Welche Gewürze da wohl drin sein mögen? Mir fällt nicht viel ein... vielleicht ein wenig Muskat? Zimt isses nicht, würde ich meinen. Ist auch nicht so wichtig, dies ist ein gelungener und allgemeintauglicher Patchouli, süß und ein Tick orientalisch und in der Tat ein Hauch oldschool. Gehört für mich in eine Kategorie mit Micallefs "Patchouli", der ähnlich sanft ist. Wenn ich mal so ein 70er-Asienladen-Patchouliöl als Referenz daneben stelle, ist das dann tatsächlich kein wirklicher Patchouliduft. Ich möchte Jensemann zustimmen in seiner Einschätzung, hier eher einen Damenduft vor sich zu haben.

Ich trag den im Büro und habe noch nichts Negatives dazu gehört; lediglich den häufigen Kommentar: "Zu dir passt er, aber ich würde den nicht tragen" - was ja auch eine Art Kompliment ist.


28.10.2014 14:42 Uhr
11 Auszeichnungen
Nachdem ich – bereits vor geraumer Zeit – eine Probe Khol de Bahrein bekommen hatte, mir dieses doch recht ungewöhnliche Machwert hervorragend gefiel und ich gleich eine Pulle wollte (was soll ich sagen….), war Khol de Bahrein schnell bestellt.

In der letzten Zeit ist es nun (leider) so, dass ich zunächst in die Kategorie „Lieblingsdüfte“ eingeordnetes da alsbald wieder rausnehme (mir fallen hier Tuscany per Donna - plötzlich zu betäubend geißblattig, Frapin 1697 – plötzlich zu schnapsig, ZETA – hatte plötzlich was Stechendes) und für mich anderweitig zuordne oder gar aussortiere. Mich irritiert das, weil ich normalerweise recht beständig bin. Da bin ich dann sehr froh, Khol de Bahrein zu besitzen, weil der mir diese herrliche Beständigkeit eines Lieblingsduftes über lange Zeit bietet und erhält.

Herrliche lila Veilchenpastillen, getunt mit Amber und vor allem Perubalsam, der bei mir leicht süßlich-harzig daherkommt, begleiten mich. Da fühl ich mich besonders, denn niemand in meiner Umgebung riecht auch nur annähernd so gut (das ist hier keine objektive Einschätzung!!!). Das Ganze ist auf jeden Fall auch orientalisch, aber auf eine komische unklassische Art – für mich typische Orientalen im Sinne von „Ich bin auf einem orientalischen Basar und da sind Gewürze, Gewürze und Patschouli und auch Sandelholz) sind u. a. Opium, Soir de Marrakech, Fate, aber auch Sandalo von Etro.
Jedes Mal, wenn ich Khol de Bahrein trage frage ich mich, wie die verdammten pudrigen Veilchen da reinpassen und bin doch jedes Mal so begeistert davon.
Bei mir entwickelt sich nichts sandelig-holziges, eigentlich rieche ich gar kein Holz und großartig süß entwickelt sich der bei mir auch nicht.
Finde den einfach nur großartig!


12.08.2014 19:30 Uhr
11 Auszeichnungen
Es gibt eine kleine Anzahl mir bekannter Düfte, die sich mit meiner Haut sowas von gar nicht vertragen, und heute musste ich feststellen, dass "Fracas" einer davon ist. Vor 2 Tagen blind bestellt, mich selten in der Einschätzung einer Duftpyramide so getäuscht, und gleich in den Souk gestellt.

Der prägnanteste Eindruck, der mir zu "Fracas" einfällt ist: Moder! Modrige, verwelkende einstmals intensiv duftende Blüten, unterlegt mit einem dezenten Verwesungsgeruch, den ich dem Koriander zuschreibe. Ich mag das Gewürz nicht im Essen und in höherer Dosierung in Düften finde ich ihn ebenfalls unangenehm, in "Fracas" unerträglich. Koriander hat für mich einfach diese faulige Note, die von wurzeligen Ingredienzien sowie meiner Haut noch potenziert zu werden scheint. Ich nehme hier auch keine Tuberose wahr, wie einige meiner Vor-Kommentatorinnen.

"Fracas" ist dunkel, was ich normalerweise in Form von "Calligraphy Saffron", "Habanita", "Explosive" mag - hier finde ich die gruftige modrige Kühle unerträglich.

Den teste ich auch kein zweites Mal mehr...Platz 1 der Liste des Grauens belegt bei mir ja nach wie vor "Arabie", aber "Fracas" hat definitiv das Zeug zu Platz 2.


21.07.2014 08:29 Uhr
7 Auszeichnungen
Ein Rosenduft aus einer Soliflor-Linie – da erwarte ich in erster Linie – wer hätte es gedacht - Rose. Insofern kann „Rose Secréte“ schon mal nicht enttäuschen, denn: würde sich einen reinen Rosenduft kaufen, wer Rosendüfte nicht so mag? Wohl kaum.

Es ist für mich gar nicht so einfach zu beschreiben, wie ich den Duft wahrnehme… denn natürlich ist da vordergründig die Rose, in der Basis ebenfalls die Rose und auch zwischendurch gibt es keinen anderen Eindruck als Rose. Der Auftakt ist kräftig, auch noch leicht synthetisch – womit ich nicht künstlich meine! - und die Rose hier eher dunkel, ölig und in meiner Vorstellung rot. Könnte auch eine der kräftigen, gefüllten Duftrosen aus dem Garten sein, aber auf keinen Fall eine frische Pfingstrose. Der leicht grüne Anklang kommt dann erst im zweiten Schritt – so nach 2 Stunden etwa. Dann wird die Rose leicht, beschwingt und knospig grün. Insgesamt ist „Rose Secréte“ zu keiner Zeit süß und auch ganz und gar nicht zart und mädchenhaft. Eine schöne und kräftig-zarte (gibt es das?) Rose, die mich – anfänglich noch mit recht kräftiger Sillage, nach 3 Stunden dann zunehmend hautnah – gut 8 Stunden begleitet.

Ein wunderschöner Rosenduft, der innerhalb seiner solifloren Möglichkeiten doch eine gewisse Entwicklung durchmacht.


23.05.2014 20:18 Uhr
3 Auszeichnungen
Von "Suggestion Eau Cuiveé" habe ich eine Abfüllung von der lieben RosedeResht bekommen - zunächst danke, du hast mir ein außergewöhnliches Dufterlebnis beschert!

Der Auftakt ist für mein Empfinden wirklich furchtbar - extrem medizinisch, mit einem recht intensiven Nelkenduft unterlegt. Sehr, sehr bald wird das ganze dann irgendwie chyprig, was die Gesamt-Duftwahrnehmung plötzlich ins Angenehme umschwenken lässt. Dieser Übergang geschieht für meinen Geschmack recht plötzlich. Man kann im Prinzip froh sein, nach der Auftaktveranstaltung nicht direkt abgewunken zu haben.
Der Duft ist old school, ein Vertreter seiner Zeit, aber insgesamt doch kein Kracher. Er ist ein Stück weit holzig-warm, auf jeden Fall ein Chypre der weicheren Art. Ein versöhnlicher Chypre könnte man sagen. Unsüß ohne herb zu sein, am deutlichsten zeigen sich für mich Tuberose und Orchidee. Ich kann gar nicht wirklich sagen, wie Orchidee riecht, ziehe zum Vergleich aber z.B. Bronnley's "Orchid" heran, ggf. auch "Black Orchid", und da muss ich sagen, allen diesen Orchidee enthaltenden Düften ist eine leicht betäubende und starke unsüße Blütennote gemein, die m. E. "Suggestion" auch begleitet.
Der Ausklang wird dann leicht ambrig-holzig. Es fügt sich alles wirklich harmonisch zusammen und bis auf den für mich echt fürchterlichen Beginn ist es ein schöner Duft, gern auch für diejenigen, die der Kategorie "Chypre" nicht so zugetan sind. Auch für Herren ein feines Wässerchen, weil ihm jede Süße fehlt.


22.05.2014 21:14 Uhr
11 Auszeichnungen
Für mich startet Vicolo Fiori mit einer kräftigen Dosis Mandarine. Normalerweiser eher zitrisch-süßlich und recht fruchtig, nehme ich hier eher eine Mandarinenschale wahr, auf meiner Haut sogar ein wenig kratzig. Die Hände riechen nach dem schälen einer Apfelsine immer so. Diese leicht herb-frische Mandarinennote begleitet den Duft durchgängig, die Blumen - ich nehme zunächst einen Hauch von Maiglöckchen wahr, auch die Pfingsrose erkenne ich - begleiten hier eher.

Für mich ist "Vicolo Fiori" insgesamt ein eher kräftig-spritziger Duft, der keine wirkliche Liebligkeit besitzt und auch nicht wirklich zitrische im Sinne von zitronige Anklänge hat; ich könnte meinen, es sei Vetiver drin, weil bei mir diese dezent herbe und knackig-kühle Blumigkeit vorherrscht. Erwartet hatte ich das eigentlich anders, auch nach Interpretation der Kommentare.

Die fruchtige Note, die sich neben der Mandarine ein bisschen mauschelig auftut (Melone? Auf keinen Fall, würde ich sagen, ebenso wenig der genannt Pfirsich) lässt mich den Duft nicht als "blumig-fruchtig" bezeichnen. Er kratzt auf eine angenehme Weise, ist sommerlich ohne wirklich leicht zu sein.

Die Basis bildet bei mir ein helles, nicht orientalisches Sandelholz, bedeckt mit einer feinen Staubschicht, irgendwie matt riecht das. Die Mandarinenschale ist übrigens immer noch da.


21.04.2014 13:27 Uhr
5 Auszeichnungen
In erster Linie hatte mich der güldene Flakon zum Kauf verführt und ich hatte mir den Duft irgendwie eleganter vorgestellt, auch in Ableitung des Namens.

Die genannten zitrischen Noten sind nur im Auftakt verfügbar, es eilt eine etwas seifige Kokosnuss zur Hilfe, damit bloß keiner "Bronze Goddess" für einen zitrischen Sommerduft halten möge! Kokos bleibt dann auch die dominante Note des Duftes. Bis hierher fühle ich mich noch in eine tropische Landschaft versetzt, träge rumliegend, irgendwas Exotisches schlürfend, wenn ich's ausgetrunken habe, dämmere ich weg, eingelullt in Kokos und dem Duft der Tuberosen, die jemand neben meiner Liege abgestellt hat. Könnte alles so schön sein, aber irgendjemand war wohl der Meinung, da muss noch was Spannendes her und hat flugs ein bisschen was gegenwirkendes untergemischt und jetzt ist das ganze fast misslungen.
Bei mir entwickelt sich zur Basis hin neben der Kokos-Tuberosen-Mischung eine Sellerienote. Was soll das denn? Das passt so gar nicht hier rein, das ist nicht spannend! Die Sellerienote ist nicht so präsent, dass sie den Gesamteindruch (zer)stören würde, aber wenn ich mit der Nase ans Handgelenk gehe, ist sie eben doch da und stört mich.

Schade, ich glaub, den verschenke ich...


31.03.2014 15:04 Uhr
8 Auszeichnungen
Hier haben wir einen wunderschönen, dezent pudrigen und zart blumig-fruchtigen duft, der mir die ersten warmen Tage versüßt, aber die kühlen Tage noch erahnen lässt.
Der Beginn ist frisch, es handelt sich um eine zarte Rosenfrische, unterlegt mit einer feinen Zitrusnote, die aber nicht überlagert. Sehr bald kommt eine wirklich frische Pudrigkeit dazu (wenn es das überhaupt gibt, meist verbindet man mit Pudrigkeit ja eine gewisse staubige Süße, die ist hier aber nicht gemeint). Fast meine ich zarte Veilchen zu riechen, es muss aber wohl doch die Iris sein. So bleibt der Duft dann bei mir: pudrig mit ein bisschen blumiger Frische und dezent säuerlicher Fruchtigkeit. Keine Hölzer, keine Gewürze tun sich auf, alles bleibt dann recht liniear und ist zudem sehr haltbar mit feiner und dezenter Sillage.

Ein wunderschöner Frühlingsbegleiter, der für mich Wiedererkennungswert hat. Ein klein, ganz klein wenig Ähnlichkeit hat er für mich mit "La Violette" von Annick Goutal.


27.03.2014 20:26 Uhr
6 Auszeichnungen
Herrje, ist der schlimm... Heute war ich bei Müller, um nochmal Cerruti 1881 aufzusprühen und zu schauen, ob ich ihn kaufe. "Born in Paradise" war derart präsentiert, dass ich nicht vorbeigehen konnte und ihn mit auf die Hand gesprüht habe.
Ich hatte mit einem leicht aquatischen Duft mit süßer Kokosbasis gerechnet, obwohl ich nicht ernsthaft drüber nachgedacht, weil für mich nicht in Erwägung gezogen habe; schließlich habe ich noch keine der Escada Sommereditionen gemocht. Der Auftakt war extrem aufdringlich, omnipräsente ölige Kokosflocken mit pappig-fruchtiger Süße unterlegt. Nach einer Stunde hat er mich kurz an "Modern Muse" erinnert, das war allerdings nur eine Momentaufnahme. Dieses Gemisch aus Kokos und Süße wird durch nichts, aber auch gar nichts verfeinert oder wenigstens abgeschwächt - nicht ein Hauch von Holz, geschweige denn Zeder.

Ich wüsste nicht, an welchem Urlaubsziel man den tragen könnte und vom Paradies ist er verdammt weit entfernt.


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