PlutoPlutos Parfumkommentare

1 - 10 von 321

03.06.2019 11:32 Uhr
30 Auszeichnungen
Die Yves Rocher Düfte sind lange an mir vorbeigegangen. Um die Weihnachtszeit stöbere ich dort schon mal gerne und kaufe Handcreme, Body Lotion, Duschgel etc. zum Verschenken an liebe Menschen. Und ich weiß, dass ich vereinzelt Düfte aufgesprüht habe, die mich allerdings nie zum Kauf bewegt haben. Nee, nicht wahr, Transat hab ich mal für Herrn Pluto gekauft, ein Aquate, den ich ganz gern mochte, diese Richtung ist hier im Forum nicht so angesagt. Und nun hab ich direkt zwei YR in meiner Sammlung, das alte Chèvrefeuille und dieses hier, Comme une Evidence L'Eau de Parfum. Letzteres hab ich vor Jahren im YR Shop aufgesprüht, puh, es kratzte und biss mich, eine störrische, widerborstige Rose…

Dann lange Zeit später noch ein Test, ich registrierte, dass Annick Ménardo die Parfumeurin ist, 67, Jaipur Homme und Au Masculin sind auch von ihr. Und da ich diese Düfte mag, gab es eine weitere Chance als ich am YR Shop vorbeikam. Kurzum, plötzlich gefällt mir Comme une Evidence. Der Duft startet grünfruchtig und leicht bitter mit Petitgrain, der Auftakt ist eher grün als zitrisch, nur leicht sauer. Es geht weiter mit Rosen, diesmal taubenetzt frisch und gar nicht garstig, das Maiglöckchen bimmelt zart. Und ich habe, wie Irini, auch Flieder in der Nase – obschon laut Duftpyramide nicht enthalten. Eine leichte Seifennote gibt einen adretten Touch, selbst wenn man mit den Stöckeln im erhitzten Asphalt stecken bleibt, mit Comme une Evidence L'Eau fühlt die Dame von Welt sich sauber und gepflegt. Patch und Moos bilden die Basis, ja, der Duft ist ein Chypre der leichten Art. Und er ist auch Frühling pur, die Blumen blühen und duften, es grünt, wird wärmer, die Laune steigt, man fühlt sich unbeschwert.

Der Glasflakon ist schlicht und gut zu händeln, mir gefällt er. Die Sillage ist dezent und die Haltbarkeit beträgt an mir ca. 4 - 5 Stunden. Bei dem günstigen Preis wird mittags nachgelegt. Und wenn man um 6:30 Uhr, montags!!, durchs Sommergewitter muss, klatschnass, mit quietschenden Schuhen und mieser Laune im Aufzug steht und die Kollegin bemerkt, .... oh, du duftest aber lecker heute, man meint, draußen wäre Sonnenschein... dann startet die Woche doch nicht sooo schlecht.


08.05.2019 08:51 Uhr
32 Auszeichnungen
Rosuerrier sprühte ich ganz unbefangen auf, nicht ahnend was mich erwartete. Zunächst las ich Rosterrier auf dem Pröbchen und vor meinen Augen sah ich etwas Nettes wie einen Lakeland Terrier. Nun, der Duft riecht tatsächlich wie nasser Hund, nein, nicht ganz, sondern schweißig. Aber leider hat Rosuerrier nicht diese menschelnde, salzige und erotische Schweißnote wie z. B. in Reveal von CK, die ich manchmal ganz gerne mag. Zum Schweiß kristallisiert sich eine grüne Rose heraus, mit Gewürzkräutern und Weihrauch unterlegt. Dieser Duft irritiert mich ganz gewaltig, ich kenne auch die Zutaten nicht und die Marke ist mir bisher unbekannt. Egal, der bleibt jetzt drauf, die Sillage ist GsD mit einem Testsprüher am Handgelenk eher schwach. Zwei Stunden später entwickelt sich tatsächlich noch eine tragbare, frischblumige Note, die nicht übel ist, aber auch nichts Besonderes. Die Haltbarkeit ist im mittleren Bereich.

Am Abend rufe ich den Duft hier auf und staune über die Zutaten. Hier ist ein Rosenduft wie ein Resteessen a la Hoppelpoppel kreiert worden, alles muss weg. Rosenstachel, Kümmel, Kreuzkümmel, Bibergeil, Zibet, Weihrauch…. Dies ist auf jeden Fall ein „Finger weg Duft“ denke ich. Vor einiger Zeit führte ich Herrn Pluto ein neues Kleid vor, mit einer links gebundene Schleife. Das ist falsch, sagte Herr Pluto, du bist verheiratet und musst die Schleife rechts tragen. Aha, sagte ich, es ist aber kein Dirndl. Egal, meinte Herr Pluto, rechts heißt „Finger weg“, dann gibt es keine Missverständnisse. Einige Zeit später bekam Herr Pluto in der Stadt einen Duft aufgesprüht, der mir nicht gefiel. Ach, sagte ich den kannst du ruhig tragen, wenn du ausgehst, da kommt dir keine zu nah, das ist ein „Finger weg Duft“. Rosuerrier fällt leider auch in diese Duft Kategorie.


15.04.2019 13:59 Uhr
27 Auszeichnungen
Der Duft beginnt mit dieser Cognacnote, also direkt mit Patch, den ich oft als „fuselige“ Note identifiziere. Diese alkoholische Note mag ich übrigens gerne. Aber nur riechen, trinken mag ich lieber ein lecker Alt in Form von Schumacher oder Füchschen. Zum Patch gesellt sich die mandelige Süße vom Heliotrop und warmwürziger Lavendel. Dies alles verbindet sich zu einem eher herben, balsamischen Duft, dunkel und doch frisch, tiefgrün und holzig. Ich möchte Desvélos förmlich inhalieren, die Myrte gibt diese kräftige, krautige Note, so ähnlich duftete es früher in den alten Apotheken, dort wo die großen, offenen Gläser mit Husten- und Halsschmerzbonbons standen. Und so duftet es auch in den Pinienwäldern am Mittelmeer, nach einem kräftigen Regenschauer, erdig und dampfend aromatisch.

Desvélos hält gut 8 Stunden, die Sillage ist kräftig. Der Duft ist unisex, vielleicht sogar ein wenig mehr für Kerle geeignet. Was mich aber natürlich nicht abhält, den selbst zu tragen. Frühjahr und Herbst scheinen mir die richtigen Jahreszeiten für den Duft zu sein, aber vielleicht auch der Sommer, sparsam dosiert müsste klappen.

Beim 1. Test gefiel mir Desvélos ganz gut, beim 2. Test fand ich ihn richtig gut, nach dem 3. Test war ich infiziert pardon fasziniert und lasse Herrn Pluto schnuppern. „Der ist gut, teuer?“ „Nö, geht so, bestellen?“ „Ja, ich zahl den.“ Fazit: Bestellt! Was denkt ihr denn…..:o)

Danke an Frau A. aus B., schon wieder ein Treffer.


01.04.2019 09:41 Uhr
46 Auszeichnungen
über einen Zeitraum von einer Woche........, was bedeutet das? Genau, ich bin fasziniert und mag den, sehr sogar.
So geht es mir mit Blue Silk, die Zutaten sprachen mich an, das Petrolblau des Flakons mochte ich (obschon ich kein Flakonjunkie bin) und mein Blindbestellfinger zuckte unkontrolliert. Dem kann man nur durch Bestellen abhelfen.

Silk Blue, ähnlich schwer wie Camaheu zu beschreiben für mich, weil die Zutaten verschmelzen, nicht so recht auszumachen sind. Der Start ähnelt sehr L’Agent, pfeffrig und würzig, Wacholder lässt grüßen. Die zitrischen Noten simmern nur schwach im Hintergrund, nur wahrnehmbar, weil ich es weiß. Nach 5 Minuten verblasst die Ähnlichkeit zu L’Agent. Der Duft wird cremig, leicht nussig, warm und erotisch, das hat schon was von Seide auf der Haut. Rose und Jasmin? Sind die wirklich drin? Aber Zimt und Tonkabohne, fein dosiert, sind da und geben eine liebliche Note, ohne klebrige Süße. Moschus und Sandelholz frischen Blue Silk auf. So verweilt der Duft recht lange, die Haltbarkeit ist gut, die Sillage eher verhalten, auf warmer Haut kommt der Duft besser raus. Tragezeit Frühling und Herbst, für Kerle? Eher nicht. Der Flakon ist einhändig schwierig zu händeln, zumindest bei der 100 ml Version. Aber die Farbe, ein tiefes Petrolblau, mag ich sehr.

Blue Silk hat mich erobert, obschon kein Chypre, ist er doch ein charmanter Geselle, der auch Herrn Pluto gefällt. Und ich bin sicher, der wird noch mehr Parfumas erobern, von einigen weiß ich es schon. Ach, hätt ich doch bloß meine Klappe gehalten, nun muss ich ihn teilen….


21.03.2019 11:32 Uhr
29 Auszeichnungen
das geht mir durch den Kopf, wenn ich an Furiosa denke, schön und ausgefallen ist er ja. Und ich denke an eine Parfuma, der ich mit dieser Überschrift bestimmt eine Freude mache, nicht wahr? Und der Rest der Leser hat nun das Lied im Kopf, ob sie wollen oder nicht :o)

Furiosa, möchte ich mit dir?

Der Duft startet prickelnd durch den Pfeffer, die Bergamotte gibt die zitrische Note. Recht rasch kommen Gardenie und Gewürznelke dazu. Aber halt, das ist keine Gewürznelke, sondern die Levkoje, sie duftet recht stark und pikant, sehr ähnlich der Gewürznelke. Eine Sorte duftet nachts besonders intensiv, welche hab ich vergessen. Mein Vater, der Gärtner, hätte mir schon den lateinischen Namen um die Ohren gehauen. Hätte ich die Zutaten nicht in der Pyramide gelesen, für mich wäre es Gewürznelke gewesen. Ich bin halt nicht das florale Trüffelschwein, meine Nase ist eher für’s Grobe. Furiosa gefällt mir soweit recht gut, aber dann kommt der Jasmin hinzu und das Pfeffrigprickelnde weicht etwas zurück zugunsten einer Süße, deren Herkunft ich nicht so richtig identifizieren kann und die ein wenig schwül ist. Dies schmälert den Wohlgeruch für meine Nase. Holz erdet den Duft in der Basis, den Weihrauch nehme ich leider kaum wahr, etwas mehr hätte Furiosa gutgetan.

Furiosa ist ein eleganter und würziger, leicht pudriger Florale, sehr gut haltbar und mit recht kräftiger Sillage. Der Flakon ist ausgefallen und wertig, gefällt mir gut. Und mit der Einstufung als Damenduft gehe ich d‘accord.

Bleibt er? Ich bin nicht sicher, werde ihn morgen mal großzügig und ganztägig (also 3 Sprüher) auflegen und schaun, ob ich mit der Süße und dem Jasmin leben kann. Und was Herr Pluto dazu meint, der muss ja auch damit leben.


20.03.2019 08:30 Uhr
25 Auszeichnungen
Aqua Universalis befindet sich in Form einer Abfüllung schon länger in meiner Sammlung. Ich hab’s ja mehr mit grünen und blumigen Chypre Düften, Sillage darf auch vorhanden sein, da dauert es schon mal eine Weile, bis ich zu Aqua Universalis greife. Aber wenn ich diesen Duft auflege, dann erfreut er mich. Und heute zum Frühlingsbeginn ist dieses Aqua der richtige Begleiter.

Aqua Universalis startet mit Bergamotte und Zitrone. Nicht zu sauer, eher lieblich und freundlich, mit leichter Süße. Rasch gesellt sich das Maiglöckchen dazu, es bimmelt zart, aber hörbar. Ich mag das Maiglöckchen sehr gerne, aber nur wenn es sich gut benimmt und nicht wie Obelix laut an die Tür bollert. Diese Mischung aus zitrischen Noten und Maiglöckchen wird nach einer Weile von holzigen Noten und Moschus unterstützt, letzterer zwar nicht gelistet, aber ich bin sicher, der ist vorhanden. So duftet der Frühling, hell, adrett, sonnig, leicht und unbekümmert.

Der Duft hält an mir ca. 4 Stunden, die Sillage ist verhalten und dieses Wasser ist ein wunderbarer Begleiter im Frühjahr und Sommer. Und obschon unisex gelistet, stell ich mir beim Schnuppern an Aqua Universalis immer eine junge Braut in Weiß auf einer Blumenwiese vor, warum auch immer… Aber Jungs, tragt ihn weiter, ich trag ja auch Devin oder Black Masculin.

Nachtrag: Gestern 3 Sprüher morgens, nach 6 Stunden noch gut wahrnehmbar, das war ganz ordentlich.


05.03.2019 14:05 Uhr
26 Auszeichnungen
Eau Fraiche war einer von meinen 3 letzten Blindkäufen. Schon bei der Bestellung war ich sicher, dass ich den mögen würden. Erscheinungsjahr: die 80iger, die Zutaten: Gewürze, Minze, Zitrone. Jepp, das kann nur gut sein. Ist es. Daher in der Mittagspause rasch ein paar Zeilen zum Duft, der hat mehr als ein Statement verdient.

Eau Fraiche startet wie sein Name, frisch, mit viel Zitrone, etwas Jasmin, einem Hauch Minze, grüner Würze und nach kurzer Zeit kommt ein großer Klafter Holz dazu. Das Ganze vermischt sich zu einem grünzitrischen, sehr aromatischen Duft ohne Süße und blümelt nur wenig. Maiglöckchen und Geißblatt meine ich zu erhaschen – gelistet sind sie nicht. Die Haltbarkeit ist beachtlich, locker 6 – 8 Stunden, die Sillage mittelmäßig. Der Flakon, nun ja, praktisch und gut zu bedienen. Und der Preis? Zu günstig. Eau Fraiche ist deklariert als Damenduft, ist aber in jedem Fall unisex. In den 80igern gab es so einige Damendüfte, die heute glatt als Herrenduft durchgehen würden. Wer Sommerdüfte wie Eau Fraiche und Eau Sauvage (Dior) oder Eau du Sud mag, hat mit Eau Fraiche eine preiswerte und schöne Alternative.

Herr Pluto mag den auch, „..du duftest heute besonders gut..“ Düfte, für die man Komplimente bekommt, mag man(frau) besonders gerne, oder?


01.03.2019 09:38 Uhr
37 Auszeichnungen
Als ich vor einigen Jahren die Welt der Düfte in Foren entdeckte, stieß ich auf Blue Grass. Die Beschreibungen ließen auf einen frischen, grünen, herben und blumigen Duft hoffen. Ich kaufte den Duft blind und war enttäuscht. Ich fand ihn weder frisch noch richtig grün und verschenkte ihn weiter. Im Grunde gab ich ihm keine Chance, schlicht weil er nicht meinen Erwartungen durch die Beschreibungen entsprach. Nun las ich kürzlich Tteafortwo‘s Kommentar und hatte Blue Grass beim Lesen wieder in der Nase. Und stellte fest, dass ich den gar nicht übel in Erinnerung hatte. Und dass Tteafortwo‘s Beschreibung sich mit meiner Erinnerung deckte. Ja, das der Lavendel doch recht ansprechend war. (Die Liebe zum Lavendel habe ich erst spät entdeckt, hatte früher immer dieses grüne Uralt Lavendel Fläschchen in der Nase, dessen Inhalt Tote zum Auferstehen brachte.) Und dann sah ich Blue Grass bei TK….., 100 ml zum Ramschpreis (das hat der Duft nicht verdient).

Blue Grass startet mit Lavendel und einem würzigseifigen Aspekt, verstärkt durch Aldehyde, wie es in vielen ältere Düften der Fall ist. Gewürznelke kann ich wahrnehmen, etwas später Vetiver und eine cremigholzige Note. Frisch ist Blue Grass nicht, unter frisch stelle ich mir etwas Kälteres vor. Blue Grass umweht mich wie eine warme Brise an einem sonnigen Herbsttag an einem See, Lavendelfelder wiegen sich im Wind. Zur Basis hin wird Blue Grass lieblicher, bleibt unsüß ohne herb zu sein. Blue Grass ist ein erwachsener Duft, recht speziell auf gute Art. Er punktet nicht mit Lautstärke, die Sillage ist hörbar, aber eher subtil, ruhig. Die Haltbarkeit liegt im guten Mittel, das starke Geschlecht kann ihn auch tragen, wenn Lavendel und seifige Töne gemocht werden.

Auch wenn es kitschig klingt, Blue Grass vermittelt mir ein Gefühl von Heimeligkeit und Wohlbefinden.


22.02.2019 11:12 Uhr
24 Auszeichnungen
Kürzlich sah ich auf einem Straßentrödel einen fast leeren Flakon Raffinée von Dana und schnupperte dran. Diesen Duft hatte ich kurze Zeit besessen und diese kleine Begebenheit dazu fiel mir ein.

Vor vielen Jahren stand ich in einem winzigkleinen Fotoshop (das war die Zeit, als man Filme noch entwickeln lassen musste und man nicht wusste, wie die Fotos geworden sind oder was so alles drauf war auf dem Film – das war spannender als ein Blindkauf), neben mir in der Schlange stand ein Neufundländer mit Herrchen. Der Hund lehnte sich vertrauensvoll und recht schwer an meine Beine und ließ sich von mir kraulen. Herrchen zog ihn peinlich berührt zurück. „Nein, lassen sie ihn, ich mag Hunde“. Endlich war ich an der Reihe, als ich plötzlich seitlich leicht nach unten gezogen wurde. Der Neufundländer hatte unbemerkt seine Schnauze in meine große Manteltasche gesteckt und versuchte aufgeregt, bis auf den Grund der Tasche zu kommen. Nun war Herrchen fassungslos „Das macht der nie, der ist gut erzogen“. Dann fiel mir ein, dass ganz unten in der tiefen Manteltasche noch ein Hundekuchen war. Ich klärte Herrchen und die Schlange auf, holte das Leckerchen heraus und mit einem Haps war es verschwunden. Das Herrchen schmunzelte und meinte: „Sie duften so toll, ich dachte eigentlich, Benny wäre deshalb außer Rand und Band“.

Der Duft war Raffinée von Dana, eine Kollegin hatte mir einen Restflakon vermacht, um mir die Orientalen schmackhaft zu machen. Raffinée ist ein warmwürziger Florientale, besteht 1. aus Gewürznelke, 2. aus Zimt, 3. aus Gewürznelke, 4. aus Zimt…. Auch etwas Frucht ist vertreten, Pflaume vielleicht, aber ich kann die Sorte nicht sicher festmachen. Das klingt nach nicht viel, aber die Dosis macht es. Der Duft ist warmwürzig, pudrig und pure Weiblichkeit, wäre er ein Metall, es wäre Rotgold. Gleichzeitig gibt Moschus dem Duft eine trockene Frische, lässt ihn – bei sparsamer Dosierung – nie schwülstig oder klebrig werden. Die Süße ist moderat, die Haltbarkeit und Sillage sind stark. Raffinée spielt für mich in der Liga von Scherrer 2 oder Cinnabar, letzteren habe ich aber weitaus „heftiger“ (sprich: schwerer) und weniger tragbar in Erinnerung. Ob Raffinée heute noch so duftet, weiß ich leider nicht. Er hat mich nicht lange begleitet, meine Vorliebe damals war doch mehr den herben und frischen Chypre vorbehalten. Für Herren ist der nicht – ach, ich sagte ja schon, pure Weiblichkeit.

P. S. Ich weiß, Gartennelke ist drin, für mich duftet es aber mehr nach Gewürznelken.


21.02.2019 08:30 Uhr
21 Auszeichnungen
Nach langer Abstinenz (3 Monate oder so…) hab ich mir 3 Blindkäufe gegönnt. Mit diesem hier hab ich schon länger geliebäugelt. Galbanum, schwarze Johannisbeere, Eichenmoos, Chypre… das sollte mir gefallen. Ja, der gefällt, und wie.

Vorweg, Pour Femme ist schwer zu beschreiben, alle und viele Zutaten verschmelzen so gut ineinander, dass ich immer nur kurz eine Zutat erhasche und schon ist sie verschwunden und die nächste sticht mir in die Nase. Galbanum bestimmt den grünherben Auftakt, bleibt über den ganzen Duftverlauf immer wieder präsent (man sollte ihn mögen) Zitrone und Johannisbeere geben die fruchtigfrische Note. Das hält meine Nase noch auseinander, bei der Herznote wird es schwerer, die Blumen sind ein Potpourri aus verschiedenen Aromen, fein mit Würze abgestimmt, wie ein liebevoll zubereitetes Dinner, die Basis ist erdig und holzig.

Pour Femme ist nichts für die Liebhaber von süßen oder lieblichen Düften. Der Duft ist kühl, elegant, aber auch verhalten sexy. Ich denk an ein moosgrünes Seidenkleid mit tiefem Rückenausschnitt, lässig über den Schultern eine Biker Lederjacke.

Wer Düfte wie Balmain de Balmain, Coriandre, Aliage und Cabochard liebt, wird Pour Femme wahrscheinlich auch mögen.

Haltbarkeit und Sillage finde ich nicht so stark, wie hier angegeben, eher im mittleren Bereich. Der Flakon ist schlicht und elegant, passt gut zum Duft. Nur für Damen? Ich denke, auch Männer könnten ihn tragen, die hier angegebene pudrige Note an der sich Kerle stören könnten, merke ich nicht, ich würde den Duft eher trocken als pudrig bezeichnen.

Der zweite Blindkauf, ein Ungaro, ist übrigens so scheußlich, dass mir glatt die Worte fehlen, der 3. ein Arden aus den 80-igern, noch ungetestet. Aber der wird mir gefallen, bestimmt.


1 - 10 von 321