Violett

Violett

Rezensionen
1 - 5 von 61
Violett vor 2 Monaten 18 32
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7.5
Duft
Patchoulix, der Gallier
Zunächst: Dieser Duft unterliegt momentan wohl preislich starken Kursschwankungen. Immer wieder konnte ich die Preisentwicklung beim Besuch der Drogerie mitverfolgen.
Mein Ziel: Sobald er höchstens 20€ kostet, schlage ich zu und nehme ihn als Blindkauf mit. Gedacht- getan. Mittlerweile, eine Woche später,ist er wieder 11€ teurer...
Nur für den ( sehr unwahrscheinlichen) Fall, dass einer von euch Parfumfreaks sich fragt :"Warum macht die sowas ?"
Ich liebe nun mal Rose mit Patchouli in Kombination .Und bei einigen Statements und Rezen wurde eine "patchige Düsterkeit" im Wow! for Women Eau de Toilette teilweise enttäuscht beanstandet, bzw. teilweise auch begeistert gelobt. Das weckte mein Interesse.
**
Beim ersten Test war ich als notorische Vorsichtig-Sprüherin etwas enttäuscht.
Lecker roch es ja schon. Wie ein Erdbeer- oder meinetwegen auch Himbeer-Daiqiri.
In einem Glas mit Zuckerrand. Der Test fand abends vor dem Einschlafen statt, was ja tendenziell immer ein wenig ungünstig ist. Jedenfalls wartete ich an diesem Abend vergeblich auf Rose oder Patchouli.
Heute Test Nr.2 : Ein beherzter, dicker fetter Sprüher auf den Arm diesmal! Und siehe da: Die vermissten Duftstoffe finden nun den Weg zu den freudig bebenden Nasenflügeln. Zum Beerencocktail gesellt sich eine schöne Rotwein-angehauchte Rose ( riecht nicht so fuselig, wie es vllt. klingt) Dazu im Hintergrund eine Amber-Moschus-Creme-Note von zarter Süße. Das wäre in der Gesamtheit zwar ganz nett, aber irgendwie doch recht öde, wäre da nicht......Ja! ein wundervolles Patchoulilüftchen behauptet sich hier tapfer und beständig im Parfümgeschehen. (So wie das bekannte gallische Dorf gegen die Herrschaft der Römer)
Patchouli gewinnt mit der Zeit noch ein wenig an Kraft und Würze. Allzu dominant wird es für meinen Geschmack nicht. Aber doch prägnant genug, um mich als Patchfreundin zufriedenzustellen.
Der Duft ist zwar richtig schön aromatisch- süffig-duftig, aber irgendwie auch synthetisch"glatt", und erinnert mich dadurch an einen ( der Guten !) von Montale. Von weicher Süße ist er und alles in allem durchaus angenehm.
Also, preisbewusste Rosenpatch-Freunde : Schlagt ruhig zu, wenn der "Aktienkurs" von Wow for women mal wieder fällt.
Längerfristig wird das Parfum vermutlich teurer werden. Und wer solche Düfte (wie ich) genießen kann, hat hier noch was Nettes, Solides im überquellenden Parfumschränkchen und somit eh' schon gewonnen.


32 Antworten
Violett vor 7 Monaten 17 24
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
9.5
Duft
Schlammige Stiefeletten und pures Gold
Kleidest mich braun in Lehm und Erde.
Kleidest mich hell und dunkelgrün in Waldlaub und Moos.
Kleidest mich auch
in die verschwenderisch rauschende Pracht, leuchtender Blumenfelder.
Verzierst mich dekorativ mit Gräsern, gelb und grün.
Schmückst mich mit dem goldenem Sonnenschein,
der auf dem Wasser glitzert,
auf den Blättern tanzt.
Schmückst schließlich mich mit Wurzelwerk,
das mich mit dem fruchtbaren Erdboden verbindet.
Und bekränzt mich dazu mit Wurzelwerk, als Verbindung zum Regen, dem Wind, der Sonne...
Danke, Chyprette- du Meisterwerk von der...
...Frau Neuffer, immer noch per Sie.
Wie ich nun 'Chypretten-geschmückt" aussehe, weiß ich nicht.
Aber, egal. Ich rieche magisch!
Wie eine Wald-und Wiesenkönigin mit schlammigen Siefeln an den Füßen.
Ein sehr prachtvoller, gehaltvoller, sehr erdverbundener,erdender Duft, der für mich die Gerüche von Lehm, Laubwald und Feld wunderbar einfängt und mit süßlichen und zitrischen Aspekten veredelt.
Der "Weg' beginnt tendenziell grün und reduziert im Wald, wo wir Waldpflanzen wie Angelika, Bäume, Erde, Blätter zu riechen bekommen.
Stück für Stück öffnet sich kamillemild das Herz des Duftes, hin zu einem offenen Feld voller Kräuter, Heu, Blüten ( Sonnenblumen !) Eine herrliche Duftmischung aus lieblich, herb, und warm-würzig erfreut hier den Nasenspatzierenden.
Helles Grün, Holz Erde, Moos bleiben währenddessen als Begleiter präsent.
Die süßlichen Eindrücke von Ambrettasamen, so wie die freundlich sonnigen der Bergamotte lassem mich an goldene Sonnenstrahlen, Wärme, überhaupt einfach an das Schimmern und Glitzern von Gold denken.
Ein schöner Kontrast zum lehmigen Braun, blumig-würzigen Gelb und warmen, zarten Grün des Duftes.
Die Mischung aus Natürlichkeit, opulenter Vielfalt und Erdverbundenheit, die Chyprette ausmacht, ist absolut hinteißend.
Für mich einer der schönsten Chypredüfte überhaupt,wenn nicht der Schönste,den ich kenne, Ganz klar.
Der Duft-Zwilling, Mitsouko Extrait , ist ebenfalls wunderbar, aber eben doch ganz anders. Zarter,sensibler,weicher. Vielleicht ein Stück damenhafter. Auch verträumter.
Chyprette hingegen empfinde ich im Vergleich zu Mitsouko als frischer,kräftiger, vitaler, weniger ladylike.
Dass man aus durchweg natürlichen Rohstoffen ein Naturparfum von dieser Vielschichtigjeit, Qualität und Haltbarkeit schaffen kann, das ist schon beeindruckend.
Zwar ist nicht alles, was aus Bayern kommt uneingeschränkt gut. Aber was Naturparfum betrifft kann man getrost "regional" ( naja, im Sinne von Deutsch) shoppen. Wenn ich so etwas Schönes in Deutschland kaufen kann, brauche ich keinen Ersatz aus Israel, Indien oder den USA oder gar Australien.
(Auch wenn ich mich freue, dass diese Parfums aus aller Herren Länder hier vorgestellt und besprochen werden!!)
Nachdem ich nun schon den Hepster von Frau Neuffer besessen habe ( Ein wunderbarer Fougère ,aber in der Tat etwas zu kräftig und maskulin für mich), sowie den Rosa Alba (ebenfalls sehr schön, aber doch schlussendlich ein wenig zu kühl für mein Empfinden. Brauch's wärmer. Habe ihn in den Souk gestellt ),
hat mich nun der Neufferduft förmlich aus den Socken bzw. schlammigen Stiefeletten gehauen, von dem ich es eigentlich am wenigsten erwartet hätte.
Und während nun einige andere Parfums ausziehen durften, zieht Chyprette bei mir ein. Und ich freue mich riesig drauf.
24 Antworten
Violett vor 10 Monaten 29 32
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Patch Charming
Patchouli ist für mich eine Herzensangelegenheit.
Ich erinnere mich bis heute, als mir vor mehreren Jahrzehnten eine Freundin, wir waren beide noch Teenager, ein Fläschchen unter die Nase hielt : "Riech mal. Ist das nicht der Wahnsinn?"
Ja, es roch wirklich unglaublich ,wahnsinnig gut, aufregend, exotisch, dunkel-erdig-grünlich-süßlich, nie da gewesen, sensationell- Patchouli eben.
Bald nannte ich auch so ein Ölfläschchen mein eigen, betupfte mich fleißig damit oder verpanschte es mit anderen Duftölen, vorzugsweise mit türkischer Rose und Mandarine.
Der Geruch von Patchouli entwickelte sich schnell zum festen Bestandteil meines Lebens, waberte sowohl aus der Duftlampe, als auch hinter meinen Ohren hervor.
Ich kenne diese Duftnote.
Wenn ein Parfum "Patchouli" im Namen trägt, hege ich also gewisse Erwartungen, den Geruch betreffend. Ich erwarte das Bekannte. Im ein oder anderen Gewand. Man könnte auch sagen :
Ich bin ein Patchouli-Spießer geworden.
Das ist mir durch genau diesen Duft klargeworden, der mich zunächst maßlos enttäuscht hat, und mich nun schlussendlich doch mehr und mehr umgarnt. Ich musste mich dazu allerdings zunächst komplett von meinem Erwartungen an einen Patch-Duft
lösen.
Die Patchoulinote empfand ich im übertragenen Sinne als "kastriert".Derart gezähmt, daß von ihrer urtümlichen Kraft nur noch ein tugendhaft braver Abklatsch in Form eines zarten Hauches Schokolade übrig bleibt.
Quasi ein Tiger,den man in einen Konfirmationsanzug gesteckt hat, und nun als Schwiegermamas Liebling präsentiert...Er gibt brav Pfötchen.
Alle sollen ihn liebhaben und knuddelig finden.
Aber was soll ich sagen ?
Patch ist Patch.
Ein Tiger ist ein Tiger.
Wirklich zähmen kann man beide nicht.
**
Der Duft, einmal aufgetragen, sendet auf dem Weg zur Arbeit Duftmoleküle an meine Nase, die mein Gehirn automatisch wieder und wieder als "Zartbitter" übersetzt.So lerne ich hier in der Bahn also erstmals wirklich die Bedeutung des Wortes "Schokopatch" kennen.Im Hintergrund rieche ich die in dieser Serie obligatorische Vanille, die guerlainsche Leinwand, auf der sich L'Art & La Matière-Düfte abspielen.
Iris vermischt sich floral-süßlich mit der Zartbitterschokolade. Eine bewährte, passende Mischung. Iris taugt einfach zum Bestandteil von bittersüßem Duftkonfekt.
Das riecht, wenn ich einmal alle Erwartungen ad Acta lege, sowas von warm,schön, angenehm und außerdem....
Kommt das Patch nun doch noch ein wenig in die Puschen. Es wird erdiger, schmutziger, würziger.
Schwiegermamas Liebling Patchy kann nicht mehr verhelen, dass er kein unschuldiger Schokobubi ist, sondern so wohldosierten wie wohlriechenden(!) Dreck am Stecken hat. Mit einer Duftnote, die sehr an trockene, staubende Erde erinnert. Und ab diesem Punkt finde ich den Duft auf entspannte, angenehme Art fast schon sexy, (natürlich nur Andeutungsweise, dies ist einL'Art & La Matière- Duft) Gleichzeitig fühle ich mich davon eingehüllt und gewärmt.
Ich merke, dass ich mich auf derart smarte Weise duftmäßig gerne nur in Andeutungen ergehe, anstatt wild auf den Putz zu hauen. Gerade im Alltag.
Angedeutet sexy
Angedeutet patchig
Angedeutet schmuddelig
Eingebunden in warm-weich-vanillig
Wunderbar. Und er hält ewig.
Natürlich werde ich dem ehrlichen direkten, wilden Patchouli nicht abtrünnig.
Diese Liebe ist unkaputtbar.
Doch werde ich möglicherweise in Zukunft auch Patch-Düften ein Chance geben, die sich mir unerwartet, unbekannt, neuartig und auch erst mal arg brav präsentieren.
Ja, vielleicht sollte ich zum Beispiel diesem merkwürdigen Knilch Coromandel Eau de Toilette eine zweite Chance geben ? Diesem enttäuschend unpatchouligen Muffler, von dem ich einfach nicht verstehe, warum so viele ihn lieben ??
Na, wir wollen mal nicht übertreiben.
Es gibt dann doch Schatten, die sind zu hoch zum drüberspringen.,;-))

32 Antworten
Violett vor 10 Monaten 20 28
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Nachtwaldmoos (und Gummi !)
Ich trage gerne schwarz. Das hat sich im Laufe meines Lebens so entwickelt. Aus sehr einfachen Gründen schlussendlich: Ich denke nicht gerne darüber nach, was ich denn nun heute wieder anziehen soll. Schwarz passt hervorragend zu schwarz. Und zu allen anderen Farben. Auch zu knallbunt !
Überhaupt ist diese -die Sonne anziehende- Nicht-Farbe eine ganz liebenswerte ( Nicht-) Farbe !
Mischt man alle alle alle Farben zusammen erhält man ?? Na???
Jaaa. Braun.
Aber wenn man dann noch mit etwas Blau aus dem Farbkasten nachhilft, wird es dann doch : Schwarz
Fazit: Schwarz entsteht aus Bunt.
Sehr bunt gemischt sind passenderweise auch die Inhaltsstoffe von Basic black. Man sieht solche Pyramiden öfter bei 80'er Düften und kein Mensch kann sich vorstellen, wie das denn nun riechen soll... Oft riecht es gut.
Also vergesst die Pyramide. Sie sagt nur so viel aus: In diesem Parfum stecken manigfaltige chemische Duftstoffe, die auf ihre Art miteinander reagieren und somit einen einzigartigen Duft erschaffen.
*
Basic Black charakterisiert sich vor allem durch eine Art dunklen, samtig-würzigen Dunst. Ich assoziiere hier am ehesten den würzigen Geruch von üppigem Moos, das auf kaltem Gestein wächst.Dazu ein wenig Erde. Dufteindrücke, wie der Geruch von Regen auf warmem Asphalt. Und schließlich von so etwas wie Gummi. Etwa wie das Material eines Autoreifens.
Soweit so black, schmeichelt sich eben diese Geruchsmischung als Basis wie dunkelgrauer bis schwarzer Samt durch den gesamten Verlauf.
Dazu gesellen sich für mich nicht genauer definierbare Blüten, ebenfalls dunkel wirkend.
Liebliche Nachtschattengewächse.
Magisch beleuchtet von Hesperiden- und Fruchtaromen, strahlen sie als bunte Farbtupfer wie Glühwürmchen in der Duft-Dunkelheit.
Als sei es deren Blütennektar, verbreitet sich außerdem dazu ein süßes Aroma von dunklem Waldhonig.
Basic Black vermag mich zunächst zu begeistern, habe ich so ein Parfum doch noch nie gerochen. Das Erfreuen an der Zartheit mit der sich die Duftnoten- und Eindrücke hier wie feine Schleier übereinanderlegen einerseits. Andererseits auch die Irritation, wenn Moosgeruch immer wieder leicht ins Gummiartige kippt.
Geheimnisvolle, fast schon märchenhaft anmutende Natur in Form düsterer, doch bunt schimmernder Fruchtblumen und bemoostem Fels, und dazu die nur allzu bekannte Zivilisation in Form von Straßen, Gummiabrieb, Smog.
Gerüche einer Stadt. Ihrer Straßen. Ihrer Parks.Ihrer nächtlichen Geheimnisse.
Phantasie und Realität
Seite an Seite,
Hand in Hand.
Und beide tragen Black.
*
PS: Es gibt ihn noch. Er ist preislich sehr günstig
28 Antworten
Violett vor 10 Monaten 16 24
9
Flakon
6
Sillage
6
Haltbarkeit
8
Duft
Winterkind
Diese Rose ist ein Winterkind. Still, ernst, herb, eher kühl. Jedoch schon jetzt im Herbst, wartet sie geduldig auf den nächsten Sommer möchte ich wetten. Denn sie ist auch ein sanftes, leises Duftwesen. Um sich -stolz oder auch bescheiden erblühend- mit allen Facetten zeigen zu können, hilft ihr die Wärme sicherlich.
Entsprechend beginnt der Duft auch mit einer sauer-spritzigen Zitrusnote. Und damit meine ich wirklich sauer und wirklich frisch. Dabei sehr grün. Ein wenig Bergamotte schaft es gerade so, eine fahle Vorfrühlingssonne anzuknipsen, als Petitgrain das Zepter übernimmt. Mit seiner dunkelgrünen, etwas exotischen Zitrik , die ich so liebe, schickt es frischen Wind und kalten Frühlingsregen , auf das Stengel, Blätter, Knospen wachsen und gedeihen mögen, was sie auch tun.
Und aus harten, kleinen,grünen Knospen, die sich am Blätter-und Stängel-Segen entwickeln, beginnen sich nun tatsächlich samtweiche, selbstverständlich weiße, Rosenblätter zu entfalten. Zögerlich erblühen die Rosen zwischen all dem Grün. Ihr Duft ist herb, weich, recht unsüß und mit einer Prise Pfeffer gewürzt. Ein schönes Zusammenspiel von Dunkelgrün, exotisch-zitrisch-frisch, Pfeffer und weich-samtiger nahezu gänzlich unsüßer Rose. Dazu gesellt sich im Hintergrund unauffällig ein wenig warmes (Sandel- ) Holz. Schließlich gönnt sich der Duft noch ein Quäntchen ( aber mehr nicht !) Süße.
Danke, denn das habe ich dann doch gebraucht.
Der Reiz von Rosa alba liegt in der Natürlichkeit des Duftes und der damit einhergehenden Reduziertheit.
Nicht süß, schmutzig , laut, leidenschaftlich. Sie fordert nicht. Sie lockt nicht, sie quengelt und nervt nicht. Das ist eine, die jeden Tag mit aus dem Haus dürfte
Sie erfrischt, beruhigt, erdet gleichermaßen.
Eine weiße, frisch-herbe Rose, durchaus gebettet in eine lebendige Vielfalt aus Duftnoten, die sich in ihrer ruhigen uneitlen Schönheit selbst genügt.
Tatsächlich büht sie nicht sehr laut und nicht sehr lang. Für mich kein Problem, da ich erstens mittags gerne wechsle und mir zweitens sowieso immer ein Bisschen Parfum in der Kleidung hängt und da hält es sich naturgemäß wesentlich länger.
Ich mag es in Punkto Düfte tendenziell eigentlich gerne warm und würzig, gerade im Herbst.
Aber an manchen Tagen verlangt es mich einfach nach Ruhe, Grün und Natürlichkeit. Und da ist Rosa alba perfekt.
Außerdem bereichert sie natürlich durch ihre Einzigartigkeit meine Rosensammlung
PS: Und Herrentauglich ist der Duft sowieso.
24 Antworten
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