Zartes Licht, bläulich schimmernd, letzte Reste der tiefdunkelblauen Nacht hängen noch als Erinnerung am Himmel, während dieser sich von tiefdunkelblau in Saphir-Indigo-blau tönt.
An Blättern, Gräsern, Blütenblättern hängen Tautropfen, dick und schwer, schillernd im Lavendelblau des Himmels .
Die noch kühl-feuchte Luft steigt aus den Wiesen und Feldern empor, schwebt geistergleich über diesen und hüllt die erwachende Natur noch ein wenig in eine grau-blaue Nebeldecke ein, bevor alles zum Leben erwachen kann. Die eben noch mit der Nacht eins gewesenen Umrisse verschwimmen jetzt milchigzart, offenbaren erste transparentblaue Konturen, ohne ihre wahre Farbe preiszugeben.
Im Verborgenen der Baumwipfel ertönt erstes Vogelgezwitscher, auch hier lüpft die Nacht ihre Decke langsam zum Erwachen, doch ansonsten liegt noch der blaue Schleier der Ruhe über allem.
In den filigranen Netzen fleißiger Spinnen verfangen sich taubenblaue Nebelschleier und zaubern glitzernde kleine Kunstwerke in den ersten aufkommenden eisblauen Lichtstrahlen.
Es riecht nach Morgentau, feuchtem Grün und den fliederblauen Lavendelfeldern im Hintergrund, die mit der rauchblauen Atmosphäre zu verschmelzen und die die Ruhe geradezu aufzusaugen scheinen und wieder ausströmen lassen. Ein fortwährendes Ein- und Ausatmen der sich wogenden Lavendelfelder im Morgendunst.
Und ich stehe mit einer Tasse frisch aufgebrühten Oolong-Tees auf der Terrasse inmitten der blauen Stunde, Teeduft kräuselt sich über der Tasse, vermischt sich mit dem feuchten, zarten grasgrünen Dunst und der feinen Lavendel-Brise, kleine Veilchen entfalten ihren Duft in den ersten Sonnenstrahlen am Himmelblau. Ein leichter Puderhauch entströmt meiner Haut von dem morgendlichen Bad und hinterlässt in all der frischblauen Zartheit ein Gefühl der Wohligkeit.
Und ich nehme jede einzelne Sekunde dieser blauen Stunde in mir in ihrer Einzigartigkeit auf, so kostbar, ein allzu schnell vergänglicher Moment und doch jedes Mal für die Ewigkeit.
Schöne Zeilen zu einem schönen Duft. Vor kurzem getestet und für sehr angenehm befunden. Doch zum Kaufkandidat ist er nicht geworden, mit sommerlichen Erfrischern bin ich gut ausgestattet.
Liest sich fein, nur leider habe ich mich an Teedüften total sattgerochen. Den weissen und den roten mochte ich immer sehr gerne riechen, und natürlich den grünen.
Wunderwunderschön. Meist meint und beschreibt "die blaue Stunde" ja die Dämmerung am Ende eines Tages, nicht jene des Anfangs - und ich gestehe: Ich verschlafe sie nur allzu gern, ;-).
Klingt gut. Leider bin ich allem extrem skeptisch gegenüber, was die Farbe Blau trägt. Bleibe wohl bei Thé Vert. Danke für den schönen Lesestoff in der Mittagspause.
Gut dass man schon hartgesottene Skeptikerin ist, was Parfüms betrifft, sonst müsste man diesen Duft sofort kaufen. Oder wenigstens auf die Wunschliste setzen. So bildlich alle Sinneseindrücke aktivierend hast Du das beschrieben, als stünde man neben Dir.
Diesen Duft kenne ich nicht, vielleicht weil ich mich etwas schwer mit Lavendeldüften tue.