Da stehst Du, inmitten einer blühenden Wiese im Mondschein. Die Nacht ist sternenklar. Die Jasminblüten verbreiten ihren sanft indolischen Duftschleier. Ich blicke nach oben, zu Deiner mächtigen Krone, lehne mich an Deinen kräftigen Stamm, atme Deine warme Holzigkeit und erzähle Dir alles, alles was mich traurig macht. Meine frisch gewaschene Kleidung vermengt sich mit dem Duft des Holzes und der blühenden Wiese. Eine Ahnung des süßen Desserts, das ich zuvor verköstigt habe, verweilt noch in meinem Mund. Ich bleibe noch ein bisschen. Lehne mich an Deinen Stamm und spüre den Zauber dieser Nacht. Ein bisschen wie in einem Märchen.
Ja, es ist passiert. Die Wundertüte Vincent Dreamhouse hat es ja schon öfter geschafft, mich von Duftnoten zu überzeugen, die eigentlich nicht so recht zu meiner Vorstellung eines Polly-Dufts passen. Oud habe ich stets abgelehnt. Zu dunkel, oft zu medizinisch, gar stallig, manchmal fürchterlich synthetisch und manchmal näher an der Natur, als es mir lieb ist. Doch bei Tree of Sorrow ist alles sanft, weich und auf den schönsten Jasminblüten und Moschus gebettet. Oud goes Polly. Ja, das gibt es tatsächlich auch noch.
Tree of Sorrow ist ein Blütenduft mit einer gewissen Indolik. Das sollte einem liegen. Mit seinem dichten weißen Moschus lehnt dieses neue Parfum von Vincent in der Machart an Coralie an, zu den leicht alkoholischen und süßen Noten, den Blüten und dem Moschus gesellt sich hier allerdings eine dunkelholzige Oudnote. Und zwar eine Art Oud, wie ich sie so noch nie wahrgenommen habe. Ich gehe von einer synthetischen Note aus, die das Adlerholz darstellen soll, das Haus ist ja nicht gerade für Natürlichkeit bekannt. Aber egal, womit wir es hier auch zu tun haben, es ist schön und trifft absolut meinen Geschmack.
Ob dieser Duft zu mir passt, darüber grüble ich noch. Irgendwie ja, aber ein wenig Gewöhnung braucht es vermutlich noch, da ich so etwas tatsächlich noch nie zuvor getragen habe. Ich lasse mich überraschen, ob dieser Sorgenbaum bald meiner sein wird. Die Möglichkeit besteht durchaus.
Bei der lieben ElAttarine bedanke ich mich ganz herzlich für die Testmöglichkeit.
Sehr interessant, das zu lesen. Manchmal sollte man tatsächlich über seinen Schatten springen und auch mal "Anderes" testen. Klingt bei Dir definitiv ansprechend.
Märchenhaft, deine Beschreibung. Wunderschön! Und ja, bei manchen Düften verschwimmen die Grenzen der Realität auf die gute Weise. Ich warte noch auf den Ikiryō, bei dem es mir auch so geht. Bisher habe ich da wohl die falschen getestet.
Jasmin ist halt leider die zweitschwierigste Blüte für mich, da hilft der ganze schöne Baum nicht. Wobei es natürlich interessant wäre, mal gutes synthetisches "Oud" zu riechen, das ist mir so noch nicht bewußt untergekommen...
Coralie war nicht so meins, ohnehin muss man Süße schon abhaben können, wenn man sich für einen Vincent entscheidet. Hab ja immer noch meinen Damn Hippie, den ich recht gelungen finde. Schöne Rezension.
Indolik mag ich nicht ... die Marke schon und auch ich hab Sweetsmell-Oud-Düfte in den letzten Jahren gefunden die passen. Einen Baumpokal abstell und gern gelesen :)
Das klingt wirklich wie aus einem Märchen. Dazu muß ich mir gleich eine Notiz machen. An solch einem Sorgenbaumduft muß ich unbedingt mal schnuppern 🥰 Danke Dir für diese schöne Duftbeschreibung 🪄🏆
Vincent wickelt dich mal wieder um den Finger 😀
Ich weiß nicht, ob ich mit den indolischen Blüten zurecht käme, aber zum Test reizen mich seine neuen Werke immer noch.
Wie wunderbar du ihn beschrieben hast ☺️🙏
An diesen Baum habe ich mich auch gerne mal gelehnt. Freue mich, dass du die passenden Worte für ihn gefunden hast !
Ich suche noch…
sehr gerne gelesen :)
Jasmin mit Karamell .... unfassbar:-)
Ich weiß nicht, ob ich mit den indolischen Blüten zurecht käme, aber zum Test reizen mich seine neuen Werke immer noch.
An diesen Baum habe ich mich auch gerne mal gelehnt. Freue mich, dass du die passenden Worte für ihn gefunden hast !
Ich suche noch…