Ambraliquida L'Erbolario
30
Top Rezension
Dem Stank sei Dank
Mund auf. Mund zu. Mund auf. Ambraliquida hat mich wirklich überrascht. Fangen wir am besten einfach an:
Die Bergamotte muss ich mir eher einbilden, während ich Rosengeranie definitiv plausibel finde. Das riecht tatsächlich ziemlich exakt so wie das pure Öl davon, an dem ich einmal schnuppern durfte. Einschließlich des unleugbaren Stinks, der später noch inhaltlich wichtiger wird und der sich als nicht bloß floral, sondern auch tabakhaft und insbesondere latent ungewaschen charakterisieren ließe. Darunter schon ein erster Gruß von Patchouli-Staub.
Vor allem jedoch wird alsbald schön mit den Ambra-Amber-Gemeinsamkeiten gespielt. Die Waage mag sich ein klein wenig zugunsten des „-er“ neigen – immerhin ist zwei Stunden lang eine angeharzte Luftigkeit vornean. Nach drei Stunden ist der Duft freilich recht süß geworden, die harzig-luftigen Elemente haben Mühe, sich des karamelligen Vanille-Guajak-Overkills zu erwehren. Sie halten sich indes wacker.
Aber nun: Die Amber-Ambra-Styrax-Waßweißdennich-Note hat unten drin irgendwie was Viehisches, leicht Angedrecktes. In der Projektion nur ganz dezent und keineswegs störend, direkt auf der Haut hingegen deutlich bemerkbar. Ich vermute, das ist der Rest-Stink der oben thematisierten Rosengeranie. Ja: Eben jener Stink, der in Ambrarem von Histoires de Parfums bis an den Rand des Angenehmen getrieben wurde und boshafterweise mit „Ausgiebiger Kneipenbesuch vor 2008“ umschrieben werden könnte. Genau: Eben jener Stink, der in Emir von Micaleff die Grenze zum Ungewaschenen leider entschieden zu weit überschreitet. Stank heißt das im Titel natürlich allein des Reimes wegen.
Im vorliegenden Fall bin ich für besagte Note allerdings dankbar, weil sie den Duft vom Banal-Süßen abhebt, welches uns Amber-Düfte sonst gern mal präsentieren.
Ambraliquida. Liquida. Aha. Die botanische Erläuterung hat uns freundlicherweise die liebe Dobbs in ihrem feinen Kommentar bereits geliefert. Vom Duft her überlegt, mag einem auch der Gedanke an langsam triefendes, urzeitliches Harz kommen, welches mit Zeitlupen-Erbarmungslosigkeit ein bedauernswertes Insekt einhüllt. Ambraliquida ist nämlich schon ein ordentliches Brett. Die Präsenz ist enorm. Obwohl der Duft einem selbst im Verlauf gar nicht mehr derart stark vorkommt, hängt er den gesamten Tag malzig-schwer im Büro. Wer hätte das gedacht? Ich nicht.
Ich bedanke mich bei ChaiTee für dieses Duft-Erlebnis.
Ach ja: Mund zu.
Die Bergamotte muss ich mir eher einbilden, während ich Rosengeranie definitiv plausibel finde. Das riecht tatsächlich ziemlich exakt so wie das pure Öl davon, an dem ich einmal schnuppern durfte. Einschließlich des unleugbaren Stinks, der später noch inhaltlich wichtiger wird und der sich als nicht bloß floral, sondern auch tabakhaft und insbesondere latent ungewaschen charakterisieren ließe. Darunter schon ein erster Gruß von Patchouli-Staub.
Vor allem jedoch wird alsbald schön mit den Ambra-Amber-Gemeinsamkeiten gespielt. Die Waage mag sich ein klein wenig zugunsten des „-er“ neigen – immerhin ist zwei Stunden lang eine angeharzte Luftigkeit vornean. Nach drei Stunden ist der Duft freilich recht süß geworden, die harzig-luftigen Elemente haben Mühe, sich des karamelligen Vanille-Guajak-Overkills zu erwehren. Sie halten sich indes wacker.
Aber nun: Die Amber-Ambra-Styrax-Waßweißdennich-Note hat unten drin irgendwie was Viehisches, leicht Angedrecktes. In der Projektion nur ganz dezent und keineswegs störend, direkt auf der Haut hingegen deutlich bemerkbar. Ich vermute, das ist der Rest-Stink der oben thematisierten Rosengeranie. Ja: Eben jener Stink, der in Ambrarem von Histoires de Parfums bis an den Rand des Angenehmen getrieben wurde und boshafterweise mit „Ausgiebiger Kneipenbesuch vor 2008“ umschrieben werden könnte. Genau: Eben jener Stink, der in Emir von Micaleff die Grenze zum Ungewaschenen leider entschieden zu weit überschreitet. Stank heißt das im Titel natürlich allein des Reimes wegen.
Im vorliegenden Fall bin ich für besagte Note allerdings dankbar, weil sie den Duft vom Banal-Süßen abhebt, welches uns Amber-Düfte sonst gern mal präsentieren.
Ambraliquida. Liquida. Aha. Die botanische Erläuterung hat uns freundlicherweise die liebe Dobbs in ihrem feinen Kommentar bereits geliefert. Vom Duft her überlegt, mag einem auch der Gedanke an langsam triefendes, urzeitliches Harz kommen, welches mit Zeitlupen-Erbarmungslosigkeit ein bedauernswertes Insekt einhüllt. Ambraliquida ist nämlich schon ein ordentliches Brett. Die Präsenz ist enorm. Obwohl der Duft einem selbst im Verlauf gar nicht mehr derart stark vorkommt, hängt er den gesamten Tag malzig-schwer im Büro. Wer hätte das gedacht? Ich nicht.
Ich bedanke mich bei ChaiTee für dieses Duft-Erlebnis.
Ach ja: Mund zu.
15 Antworten


Insgesamt wohl nix für mich.
zu... :D