
Felix0o0
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Felix0o0
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28
0% Tabak, 9% Vanille. Die große Zigarren Täuschung
Eine duftende Hommage an das banalste aller Gewürze? Ein Inhaltsstoff, das nach Dr. Oetker Pudding, Patisserie und harmloser Süße klingt? Vanille Havane Eau de Parfum suggeriert Vertrautheit, liefert aber eine kognitive Dissonanz. Hier die Erwartung an einen gefälligen Gourmand, dort die dunkle, fast schon narkotisierende Realität eines Rohstoffs, dessen wahren Charakter wir im Zeitalter des synthetischen Vanillins längst vergessen haben. Vanille Havane Eau de Parfum ist keine Süßspeise, es ist eine Korrektur unserer olfaktorischen Wahrnehmung.
Kommen wir zum großen Missverständnis dieser Komposition. Wer diesen Duft blind testet, wird gedanklich unweigerlich in einen verruchten Hinterraum versetzt. Das Gehirn sucht nach Referenzen und schreit sofort „Tabak". Man assoziiert feuchte Zigarrenblätter und einen Schwenker Rum. Doch genau hier liegt die Illusion. Was wir als Tabak oder Rum wahrnehmen, ist (und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen), die Vanille selbst. Erzeugt wird dieser Effekt durch eine 9,1% Konzentration an Vanille Infusion. Eine astronomisch hohe Dosis, die man in der herkömmlichen, kommerziellen Parfümbranche so nie finden wird. Vanille ist nach Safran das 2 teuerste Gewürz der Welt. Selbst in Nischendüften, die überhaupt echtes Absolue verwenden, finden sich oft nur homöopathische Dosen von 0,1% bis 0,5%. Hier jedoch haben wir eine Menge, die die dreckigen, ledrigen Facetten der Orchidee gnadenlos freilegt. Unterstützt wird dieser Effekt durch 3,1% Kakao Extrakt. Das erklärt, warum die Schoko Note hier nicht milchig süß, sondern dunkel und erdig wirkt. Und 0,2% ägyptischem Jasmin. (Diese Zahlen sind übrigens kein Geheimnis. Sie sind transparent auf der Infokarte des Discovery Sets oder auf der Website von Les Indémodables nachlesbar).
Der Duftverlauf stützt diese These. Der Auftakt ist fordernd, boozy und alkoholisch, begleitet von einer Note, die an in Rum eingelegte Rosinen oder Datteln erinnert. Die Textur ist dabei nicht pudrig, sondern schwer und ölig. Im weiteren Verlauf beruhigt sich diese alkoholische Note und weicht einer harzigen, balsamischen und tabakartigen Tiefe. Aber zu keinem Zeitpunkt driftet der Duft in die klebrige Zuckerwatte Richtung ab, die der Markt uns sonst als „Vanille“ verkauft. Für mich ist Vanille Havane Eau de Parfum daher weniger ein Parfum, als vielmehr eine Lektion in Rohstoffkunde. Er ist so wahnsinnig besonders, weil er mit unserer kulturellen Konditionierung bricht. Wir haben verlernt, wie Vanille wirklich riecht. Dieser Duft holt das nach. Wer riechen möchte wie ein Dessert, ist hier falsch. Wer aber ein schweres, komplexes Meisterwerk sucht, das Tabak suggeriert, ohne ihn zu enthalten, findet hier den Heiligen Gral
Kommen wir zum großen Missverständnis dieser Komposition. Wer diesen Duft blind testet, wird gedanklich unweigerlich in einen verruchten Hinterraum versetzt. Das Gehirn sucht nach Referenzen und schreit sofort „Tabak". Man assoziiert feuchte Zigarrenblätter und einen Schwenker Rum. Doch genau hier liegt die Illusion. Was wir als Tabak oder Rum wahrnehmen, ist (und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen), die Vanille selbst. Erzeugt wird dieser Effekt durch eine 9,1% Konzentration an Vanille Infusion. Eine astronomisch hohe Dosis, die man in der herkömmlichen, kommerziellen Parfümbranche so nie finden wird. Vanille ist nach Safran das 2 teuerste Gewürz der Welt. Selbst in Nischendüften, die überhaupt echtes Absolue verwenden, finden sich oft nur homöopathische Dosen von 0,1% bis 0,5%. Hier jedoch haben wir eine Menge, die die dreckigen, ledrigen Facetten der Orchidee gnadenlos freilegt. Unterstützt wird dieser Effekt durch 3,1% Kakao Extrakt. Das erklärt, warum die Schoko Note hier nicht milchig süß, sondern dunkel und erdig wirkt. Und 0,2% ägyptischem Jasmin. (Diese Zahlen sind übrigens kein Geheimnis. Sie sind transparent auf der Infokarte des Discovery Sets oder auf der Website von Les Indémodables nachlesbar).
Der Duftverlauf stützt diese These. Der Auftakt ist fordernd, boozy und alkoholisch, begleitet von einer Note, die an in Rum eingelegte Rosinen oder Datteln erinnert. Die Textur ist dabei nicht pudrig, sondern schwer und ölig. Im weiteren Verlauf beruhigt sich diese alkoholische Note und weicht einer harzigen, balsamischen und tabakartigen Tiefe. Aber zu keinem Zeitpunkt driftet der Duft in die klebrige Zuckerwatte Richtung ab, die der Markt uns sonst als „Vanille“ verkauft. Für mich ist Vanille Havane Eau de Parfum daher weniger ein Parfum, als vielmehr eine Lektion in Rohstoffkunde. Er ist so wahnsinnig besonders, weil er mit unserer kulturellen Konditionierung bricht. Wir haben verlernt, wie Vanille wirklich riecht. Dieser Duft holt das nach. Wer riechen möchte wie ein Dessert, ist hier falsch. Wer aber ein schweres, komplexes Meisterwerk sucht, das Tabak suggeriert, ohne ihn zu enthalten, findet hier den Heiligen Gral
Aktualisiert am 12.12.2025 - 15:55 Uhr
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kolumbianischer Kakao
komorische Vanille
ägyptischer Jasmin








Schalkerin
Delightful
Luwa
Axiomatic
Gandix


































