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Top Rezension
Eckernförde Green vom Klorollenhalter-Deckel
Keine Ahnung, ob der Matrose B. damals ‚China White‘ konsumierte. Vielleicht eher ‚Eckernförde Green‘ (die Grundausbildung fand in oliv statt…). Ist ja auch egal. Seinerzeit hatte ich gerätselt, welcher Idiot überall auf den Klos in unserem Block die Metall-Deckel der Klorollen-Halter abgerissen haben mochte. Derlei konnte nämlich durchaus sippenhaft-artige Repressalien nach sich ziehen, ersonnen von den zahlreichen geistig-emotionalen Wichten unter jenen, die, zumindest zu Wehrpflicht-Zeiten, auf mittlerer Ebene der Truppe das Sagen hatten.
Ich wurde irgendwann aufgeklärt, dass der Matrose B. die Deckel benötigt habe, um das Heroin zu oxidieren, das er anschließend an Ort und Stelle zu rauchen pflegte. Aha. Das war mein glücklicherweise bislang dichtester Kontakt mit dem Zeug. Plausible Geschichte, wie mir scheint; übrigens wohl nur einzelner Baustein des Drogen-Konsums, denn besagter Kollege erschien beim allgemeinen Antreten zumeist als Letzter und außerdem empööörend unzackig - gern mit heraushängendem Hemd und stets mit einem recht debilen Grinsen im Gesicht.
Ob China White tatsächlich eine geruchliche Brücke in die Drogenszene schlägt, vermag ich folglich nicht zu beurteilen. Ich rieche zunächst, dass sich auf einer Unterlage aus Duro-Holz eine eigenwillige Gemengelage entfaltet: Floral-süß auf der einen, krautig-rauchig auf der anderen Seite. Originell. Was ist daran weiß? Hm, womöglich eine seifige Anmutung nach ein paar Minuten, die sich hier in alchemistischem Wunder zusammenfindet.
Die noch relativ breite Aufstellung verschwindet binnen einer Stunde und der Duft ist dann im Charakter-Kern zuckrig-metallisch, dazu versehen mit einer Art offen laborieller Zuckererbsen-Schoten-Note. Mittags nehme ich direkt auf dem Handgelenk was Weißblüherhaftes wahr, mit einem Löffel Jasmin-Stink darin. Auf dem Handrücken ist es demgegenüber eher cremig-warm, mehr holzig als rauchig.
Mich erinnert das Holz inzwischen an die Variante, die in einigen der (leider nicht im freien Verkauf erhältlichen) Divergent-Düfte eingesetzt ist. Ich denke insbesondere an „Peitschenschlag“, auch wegen einer diffusen Nähe zum Halspastillen-Leder. Was/Wem immer diese Infos jetzt hier nützen mögen…
Auf jenem nebulös-künstlichen Holz richtet sich China White im Fortgang ein. Mich langweilt das auf lange Sicht etwas, die erste Hälfte war unterhaltsamer. Wenn es wenigstens einfach „schön“ wäre, allerdings enthüllt das Holz, wenn ihm nun die passende Begleitung fehlt, doch gewisse Schwächen. Der genannte Moschus lässt sich als cremiges Sonstwas identifizieren, das dem Holz einen schrägen Kosmetik-Dreh gibt. Eine Meinetwegen-Rose nehme ich erst nach hinten raus nahe der Haut wahr. Und ohne Ansage hätte ich das nicht einordnen können.
Und so bleibt letztlich ein leicht fades Gefühl zurück. Die zuweilen berichtete Animalik verspüre ich nicht. Ich wurde neulich von der lieben G./S. sinngemäß gefragt, ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte, den Duft an einem ziemlich warmen Tag zu testen. Meine Antwort soll heute als Fazit durchgehen: „Ach, so schlimm finde ich den gar nicht. Mittlerweile nervt er mich zwar ein bisschen, aber das liegt nicht am Wetter, sondern an diesem seltsamen Holz-Kosmetik-Gebräu, das schon den ganzen Nachmittag andauert.“
Ich bedanke mich bei MisterE für die Probe.
Ich wurde irgendwann aufgeklärt, dass der Matrose B. die Deckel benötigt habe, um das Heroin zu oxidieren, das er anschließend an Ort und Stelle zu rauchen pflegte. Aha. Das war mein glücklicherweise bislang dichtester Kontakt mit dem Zeug. Plausible Geschichte, wie mir scheint; übrigens wohl nur einzelner Baustein des Drogen-Konsums, denn besagter Kollege erschien beim allgemeinen Antreten zumeist als Letzter und außerdem empööörend unzackig - gern mit heraushängendem Hemd und stets mit einem recht debilen Grinsen im Gesicht.
Ob China White tatsächlich eine geruchliche Brücke in die Drogenszene schlägt, vermag ich folglich nicht zu beurteilen. Ich rieche zunächst, dass sich auf einer Unterlage aus Duro-Holz eine eigenwillige Gemengelage entfaltet: Floral-süß auf der einen, krautig-rauchig auf der anderen Seite. Originell. Was ist daran weiß? Hm, womöglich eine seifige Anmutung nach ein paar Minuten, die sich hier in alchemistischem Wunder zusammenfindet.
Die noch relativ breite Aufstellung verschwindet binnen einer Stunde und der Duft ist dann im Charakter-Kern zuckrig-metallisch, dazu versehen mit einer Art offen laborieller Zuckererbsen-Schoten-Note. Mittags nehme ich direkt auf dem Handgelenk was Weißblüherhaftes wahr, mit einem Löffel Jasmin-Stink darin. Auf dem Handrücken ist es demgegenüber eher cremig-warm, mehr holzig als rauchig.
Mich erinnert das Holz inzwischen an die Variante, die in einigen der (leider nicht im freien Verkauf erhältlichen) Divergent-Düfte eingesetzt ist. Ich denke insbesondere an „Peitschenschlag“, auch wegen einer diffusen Nähe zum Halspastillen-Leder. Was/Wem immer diese Infos jetzt hier nützen mögen…
Auf jenem nebulös-künstlichen Holz richtet sich China White im Fortgang ein. Mich langweilt das auf lange Sicht etwas, die erste Hälfte war unterhaltsamer. Wenn es wenigstens einfach „schön“ wäre, allerdings enthüllt das Holz, wenn ihm nun die passende Begleitung fehlt, doch gewisse Schwächen. Der genannte Moschus lässt sich als cremiges Sonstwas identifizieren, das dem Holz einen schrägen Kosmetik-Dreh gibt. Eine Meinetwegen-Rose nehme ich erst nach hinten raus nahe der Haut wahr. Und ohne Ansage hätte ich das nicht einordnen können.
Und so bleibt letztlich ein leicht fades Gefühl zurück. Die zuweilen berichtete Animalik verspüre ich nicht. Ich wurde neulich von der lieben G./S. sinngemäß gefragt, ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte, den Duft an einem ziemlich warmen Tag zu testen. Meine Antwort soll heute als Fazit durchgehen: „Ach, so schlimm finde ich den gar nicht. Mittlerweile nervt er mich zwar ein bisschen, aber das liegt nicht am Wetter, sondern an diesem seltsamen Holz-Kosmetik-Gebräu, das schon den ganzen Nachmittag andauert.“
Ich bedanke mich bei MisterE für die Probe.
13 Antworten


Weiter als "Kunststoffknöpfe im Backofen" bin ich bei dem hier nicht grkommen. Es gibt Düfte die für meine empfinden ungesund riechen. Der hier gehört definitiv dazu.