Elfenbein - Einer der schönsten Werkstoffe der Natur, welcher in der Lage ist die hässlichste Seite des Menschen zum Vorschein zu bringen. Zum Glück bleibt es nur beim Titel dabei und es musste kein Nashorn/Elefant für diesen Duft sterben.
Vor längerer Zeit habe ich
Valentino Uomo Born In Roma scharf kritisiert. Einige Zeit später war mein Urteil für
Valentino Uomo Born In Roma Extradose etwas milder aber immer noch weit von "gut" entfernt. Es scheint aber eine kleine Und zähe Steigerung statt zu finden, denn die limitierte Rendezvous Version
Valentino Uomo Born in Roma Ivory würde ich durchaus als "in Ordnung" betrachten.
Maßgeblich trägt das Opening dazu bei, denn es entfaltet sich eine cremiger Duft der durchaus mit weiß Tönen assoziiert werden kann. Inspiriert wurde der Duft vom legendären Studio 54, ein Nachtclub in New York, welcher 1977-1980 das globale Nonplusultra war. Die weißen Leinwände des Clubs sollen eingefangen werden und dafür wurde laut Herstellerbeschreibung Orangenblüten und Marshmallow Akkorde genutzt gepaart mit Moschus und Vanille aus Madagaskar. Seltsamerweise wird keine dieser vier Noten hier auf Parfumo gelistet aber ich denke, der Marshmallow Akkord schafft es einen "weißen" Duft zu kreieren, der im Opening ganz in Ordnung ist. Das klingt zwar unspektakulär aber gemessen am Chemieanschlag der Vorgänger, lege ich hier versöhnlichere Töne an den Tag. Das der Duft nichtsdestotrotz mit 6,2 schlecht bewertet ist, kann ich verstehen, denn im weiteren Verlauf passiert das, was die Vorgänger auch schon in Perfektion schlecht drauf haben, denn der Duft driftet ab in einen synthetischen Lavendelmix, was sehr schade ist, denn die Feuerholz und Rauchnoten klangen vielversprechend, sind aber für meine Nase nicht zu riechen. Sobald ich diese 0815 Lavendel Designer Note rieche, läuft bei mir im Kopf automatisch die GTA San Andreas Szene, wo CJ in seinem Unterhemd losmarschiert und "Ah sh*t, here we go again sagt.". Ich hab keinen blassen Schimmer, wieso die Designer Sparte so krampfhaft am Lavendel festhält. Selbst das Lavendelsäckchen in meinem Kleiderschrank zur Mottenabwehr hatte mehr Charakter.
Performance mäßig habe ich nicht zu viel erwartet, da es sich schließlich um ein Eau de Toilette handelt. Vier Sprüher am Hals konnte ich für ca. drei Stunden selbst wahrnehmen und dies entspricht auch ungefähr meiner eher negativen Erwartungshaltung.
Den Flakon hingegen muss ich loben, denn das Elfenbein-weiß passt viel besser, als dieses SM schwarz von den Vorgängern. Und da in der Spätantike des römischen Reiches Elfenbein als Luxusartikel in Form von Schmuck und Schnitzereien hoch im Kurs war, passt das doch auch ganz gut zu einem "Roma" Duft.
Valentino verlangt 155,- Euro für 100ml. Da kann der Duft von mir aus noch so limitiert sein oder gar aus echtem Elfenbein, dieses Geld kriegt ihr nicht von mir.
Valentino Uomo Born in Roma Ivory wirkte auf Papier noch deutlich interessanter und mutiger, als er es letztendlich ist. Das gelungene Opening konnte mich zwar zu einer 7er Wertung bewegen aber auch dieser Duft ist von der klassischen 0815 Designer Krankheit nicht befreit. Im Vergleich zu den Vorgängern macht sich eine schleichende Verbesserung für meine Nase bemerkbar. Wenn wir in dem Stil weiter machen, finde ich ja vielleicht den nächsten/übernächsten Flanker auch mal "gut".