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Animilovic

Animilovic

Rezensionen
1 - 5 von 144
Tausendundeine Rose
Amber & Roses soll mit seinen Zutaten den Zauber von Tausendundeiner Nacht herauf beschwören und ist angeblich Scheherazade und ihrer bezaubernden Geschichten würdig.

Dann hoffe ich, dass Scheherazade kein Leben in absolut unspektakulärer Mittelmäßigkeit verbracht hat, denn genau das liefert dieser Duft. Zu Beginnn noch eine etwas stechende Rosennote, vielleicht durch die sizilianische Zitrone ausgelöst und im weiteren Verlauf eine etwas sanftere Rosenversion aber das wars auch schon. Ich wünschte ich könnte euch mit Ambra, Labandum und Moschus noch eine Geschichte kreieren, die derer aus Tausendundeiner Nacht die Stirn bieten könnte aber der Zauber bleibt diesmal unterm Teppich. Was mich enorm wundert, ist das nahezu ausgeglichene Verhältnis bei den 25 Nutzern des Duftes auf Parfumo. 52 Frauen und 48 Prozent Männer. Hier hätte ich den Frauenanteil wesentlich höher geschätzt, weil ich den Duft sehr feminin einschätze.

Auch die Performance hält nicht über 1000 Nächte durch, denn vier Sprüher am Hals konnte ich ca. vier Stunden selbst wahrnehmen. Da gibt es einige Mancera Düfte, die das deutlich besser können.

Grundsätzlich ist das Flakon-Design bei Mancera Düften identisch, hauptsächlich die Farbgebung unterscheidet sich im wesentlichen. In diesem Fall weiß ich nicht, wieso man sich für eine dunkle Farbgebung entschieden hat, da der Duft hauptsächlich einfach nur rosig ist.

Preislich kann man, wie bei Mancera üblich, wirklich nicht groß meckern. Im Internet habe ich Angebote von 72,- Euro für 120ml entdeckt. Wirklich günstig, aber dennoch kriegt man nur absolute Mittelmäßigkeit dafür.

Rosendüfte gibt es wie Sand am Meer und am besten haben mir die jenigen gefallen, die mit kernigeren Zutaten gepaart werden, wie z.B .: Oud Satin Mood Extrait de Parfum , Halfeti oder Noir de Noir Eau de Parfum ... Amber & Roses spielt definitiv nicht in dieser Liga und gehört mit seinen Mittelmaß zur Kategorie kann man zwar, muss man aber nicht.
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Halb so wild
Als ich 2022 auf Parfumo angefangen habe, sind mir zwei Guerlain Düfte aufgefallen, die ich definitiv auf meine Bucket-List setzen wollte: Angélique Noire und Cuir Béluga Eau de Parfum . Jetzt, fast vier Jahre später ist es endlich so weit und das Warten hat ein Ende.

Hat sich die Geduld gelohnt? Sagen wir vorab: Jein. Bei einer Wertung von 8,5 und Platz 48 unter den Unisex Düften darf man die Erwartungshaltung gerne hoch ansetzen. Doch ähnlich wie bei Angels' Share Eau de Parfum, habe ich mich vielleicht mit zu hohen Erwartungen in die Duftwolke gestürzt. Der Titel de Parfüms, welcher übersetzt so viel wie "Beluga-Leder" bedeutet, hat mich an ein sehr weißes Leder denken lassen. Ich kann nicht anders als direkt an die putzigen Beluga Wale zu denken mit ihrem niedlichen Naturlächeln im Gesichtsausdruck. Also war meine Erwartungshaltung ungefähr so, wie Musc Outreblanc Eau de Parfum riecht, eine weiße sanfte Umarmung. Allerdings wird der Duft vom Möbeldesigner Jean-Michel Frank und seinen Lederkreationen inspiriert. Beim ersten Aufsprühen konnte ich tatsächlich die Vanille erahnen und das diese durchaus interessant mit einer anderen Zutat gepaart wird aber auf Wildleder hätte ich zumindest blind nicht getippt. Aber zugegeben: der Duft gefällt und die Vanille/Wildleder Kombo ist gelungen aber mehr auch leider nicht. Die Mandarine oder blumigen Noten bleiben meiner Nase gänzlich verborgen. Der Duft ist völlig berechtigt als Unisex kategorisiert, nichtsdestotrotz bin ich davon ausgegangen, dass der weibliche Anteil höher liegen wird und ich habe mich nicht getäuscht.1845 Benutzer auf Parfumo und davon 63% Frauen.

Die Performance ist für solch einen sanften Vanille Duft gut und ich konnte vier Sprüher am Hals ca. sechs Stunden selbst wahrnehmen.

Der Flakon ist das größte Highlight und ein absoluter Traum! Alle Flakons aus der "L'Art & La Matière" Kollektion wurden vom Flacon Carré aus dem Guerlain-Erbe (1870) inspiriert und wurden von Pochet du Courval, dem historischen Glaslieferanten der Maison, hergestellt. Insbesondere bei Düften wie Cuir Béluga Eau de Parfum kommt er besonders schön durch die bernsteinfarbende Flüssigkeit zur Geltung. Natürlich darf, wie bei Guerlain üblich, die Biene auf dem Flakon nicht fehlen. Seit 2007 engagiert sich Guerlain verstärkt bei Nachhaltigkeitsprojekten und versucht speziell die Biene zu schützen, da diese durch ihre fleißige Bestäubungsarbeit unerlässlich für eine gesunde und artenreiche Pflanzenwelt ist.

Preislich hingegen muss ich wieder Wind aus den Segeln nehmen. Der Duft ist gut aber nicht so gut, dass ich über 300 Euro für 100ml ausgeben würde. In dieser Preisklasse muss mich der Duft bei allen Aspekten vom Hocker hauen, schafft es allerdings diesbezüglich höchsten mit dem schönen Flakon.

Crème de Cuir Eau de Parfum ist gut und interessant aber das reicht mir leider nicht in dieser Preisklasse. Die Vanille zähmt zwar das Wildleder aber nicht meine Preisleistungsbeurteiling. Ich möchte einen Wow Effekt, wie ich ihn zum Beispiel beim erstmaligen Kontakt mit Vanilla Powder Extrait de Parfum hatte.
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Nicht so black, nicht so intense
Black Intensitive Aoud fand als zufällige Probe seinen Weg zu mir. Gemessen an der Namensgebung, habe ich einen schweren Oud Duft vielleicht mit schwarzem Leder versetzt erwartet und natürlich Beast Mode Performance.

Direkt im Opening zeigte sich: schwer ist er, allerdings schwer erträglich, denn die extrem alkohol-/haarspraylastige Eröffnung erschwert mir jegliche Sympathie für diesen Duft. Pfirsich, Chili, Gewürznelke - wo habt ihr euch versteckt?! Meine Nase war bei diesem Duft derart blind für die Zutatenliste, dass ich es kaum glauben kann. Nach der ersten Stunde verfliegt der synthetische Nasenanschlag zwar aber das was folgt, hat leider keinerlei Ausdruck. Keine der gelisteten Zutaten dringt für meine Nase richtig durch und ich kann dem Duft kaum einen Charakter zuordnen. Das einzig "schwarze" an diesem Duft ist die Erinnerung an Schwarzkopf Haarspray aber sonst wüsste ich nicht, inwiefern "Black" auf den Duft passt.

Auch in Punkto Performance ist dieser Duft enttäuschend. Mancera steht eigentlich für gute Performance und wenn dann noch das Wort "Intensive" verwendet wird, ist die Erwartungshaltung umso höher. Allerdings konnte ich vier Sprüher am Hals nur für ca. vier Stunden selbst wahrnehmen. Für einen Oud Duft aus dem Haus Mancera schwach.

Grundsätzlich ist der Flakonaufbau bei Mancera gleich, nur die Farbgebung passt halt bei manchen Düften besser als bei anderen. In diesem Fall würde ich sagen, optisch in Ordnung aber mehr auch nicht.

120ml für knapp über 100,- Euro online ist für einen Nischenduft zwar nicht viel, allerdings kriegt ihr dafür auch nicht wirklich viel. Mehr als "in Ordnung" ist das Preis-Leistungsverhältnis also nicht.

Mancera verwendet sehr gerne Oud in seinen Düften und hat mit Ablegern wie Red Tobacco sogar schon legendäre Düfte geschaffen. Die fesselnde Reise, welche Mancera mit Black Intensitive Aoud verspricht, hat für meine Nase leider nicht stattgefunden. Die oftmals kritisierte Synthetik bei Mancera Düften schlägt hier im Opening gnadenlose zu und verdirbt mir diesen Duft.
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Rendezvous im Studio 54
Elfenbein - Einer der schönsten Werkstoffe der Natur, welcher in der Lage ist die hässlichste Seite des Menschen zum Vorschein zu bringen. Zum Glück bleibt es nur beim Titel dabei und es musste kein Nashorn/Elefant für diesen Duft sterben.

Vor längerer Zeit habe ich Valentino Uomo Born In Roma scharf kritisiert. Einige Zeit später war mein Urteil für Valentino Uomo Born In Roma Extradose etwas milder aber immer noch weit von "gut" entfernt. Es scheint aber eine kleine Und zähe Steigerung statt zu finden, denn die limitierte Rendezvous Version Valentino Uomo Born in Roma Ivory würde ich durchaus als "in Ordnung" betrachten.

Maßgeblich trägt das Opening dazu bei, denn es entfaltet sich eine cremiger Duft der durchaus mit weiß Tönen assoziiert werden kann. Inspiriert wurde der Duft vom legendären Studio 54, ein Nachtclub in New York, welcher 1977-1980 das globale Nonplusultra war. Die weißen Leinwände des Clubs sollen eingefangen werden und dafür wurde laut Herstellerbeschreibung Orangenblüten und Marshmallow Akkorde genutzt gepaart mit Moschus und Vanille aus Madagaskar. Seltsamerweise wird keine dieser vier Noten hier auf Parfumo gelistet aber ich denke, der Marshmallow Akkord schafft es einen "weißen" Duft zu kreieren, der im Opening ganz in Ordnung ist. Das klingt zwar unspektakulär aber gemessen am Chemieanschlag der Vorgänger, lege ich hier versöhnlichere Töne an den Tag. Das der Duft nichtsdestotrotz mit 6,2 schlecht bewertet ist, kann ich verstehen, denn im weiteren Verlauf passiert das, was die Vorgänger auch schon in Perfektion schlecht drauf haben, denn der Duft driftet ab in einen synthetischen Lavendelmix, was sehr schade ist, denn die Feuerholz und Rauchnoten klangen vielversprechend, sind aber für meine Nase nicht zu riechen. Sobald ich diese 0815 Lavendel Designer Note rieche, läuft bei mir im Kopf automatisch die GTA San Andreas Szene, wo CJ in seinem Unterhemd losmarschiert und "Ah sh*t, here we go again sagt.". Ich hab keinen blassen Schimmer, wieso die Designer Sparte so krampfhaft am Lavendel festhält. Selbst das Lavendelsäckchen in meinem Kleiderschrank zur Mottenabwehr hatte mehr Charakter.

Performance mäßig habe ich nicht zu viel erwartet, da es sich schließlich um ein Eau de Toilette handelt. Vier Sprüher am Hals konnte ich für ca. drei Stunden selbst wahrnehmen und dies entspricht auch ungefähr meiner eher negativen Erwartungshaltung.

Den Flakon hingegen muss ich loben, denn das Elfenbein-weiß passt viel besser, als dieses SM schwarz von den Vorgängern. Und da in der Spätantike des römischen Reiches Elfenbein als Luxusartikel in Form von Schmuck und Schnitzereien hoch im Kurs war, passt das doch auch ganz gut zu einem "Roma" Duft.

Valentino verlangt 155,- Euro für 100ml. Da kann der Duft von mir aus noch so limitiert sein oder gar aus echtem Elfenbein, dieses Geld kriegt ihr nicht von mir.

Valentino Uomo Born in Roma Ivory wirkte auf Papier noch deutlich interessanter und mutiger, als er es letztendlich ist. Das gelungene Opening konnte mich zwar zu einer 7er Wertung bewegen aber auch dieser Duft ist von der klassischen 0815 Designer Krankheit nicht befreit. Im Vergleich zu den Vorgängern macht sich eine schleichende Verbesserung für meine Nase bemerkbar. Wenn wir in dem Stil weiter machen, finde ich ja vielleicht den nächsten/übernächsten Flanker auch mal "gut".
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Ups, falscher Garten...
Lovely Garden landete als zufällige Parfümprobe im Rahmen einer Bestellung in meinen Händen. Ich wahr ehrlich gesagt bereits beim Namen ein wenig skeptisch und dachte "hmmm könnte feminin sein", da ich aber Proben immer blind auftrage und danach erst recherchiere, war es bereits geschehen. Ich habe einen Frauenduft aufgetragen. Es fühlte sich an als wäre ich versentlich in eine Frauenumkleide reingeplatzt und schon würden Shampooflaschen und Haarkämme in meine Richtung fliegen mit dem Aufschrei "Iiiiih DU PERVERSLING!". Da der Duft aber bereits auf meinem Hals lag, gab es kein Zurück mehr und ich muss mir kurz meine Glatze, meinen Bart und meinen bestes Stück weg denken und den Duft aus der Sicht einer Frau bewerten.

Lovely Garden habe ich mir sehr floral vorgestellt, vielleicht auch ein wenig fruchtig. Die Beschreibung von Mancera scheint meine Vorstellung zu bestätigen: "Sanft und pudrig, erinnert dieser romantische, fesselnde Duft an einen blühenden Garten, in dem jede Note Süße, Eleganz und Sinnlichkeit vereint. Eine fruchtig-zart-holzige Aura.". Die reale Wahrnehmung unterscheidet sich dann doch etwas, denn die Überdosis an fruchtiger Süße der Kopfnote, die vermutlich von der roten Mandarine ausgelöst wird, wirkt bisschen wie ein fruchtiges Kaugummi und zu viel des Guten. Durch dieses übersüße Opening fühlt sich der Duft eher ein wenig verspielt und unreif an und wäre eher für jüngere Frauen geeignet. Von Zimt und rosa Pfeffer nehme ich nichts wahr aber die Rose gesellt sich deutlich hinzu und übernimmt nach ca. einer Stund. Der floral/rosige Grundcharakter ist in Ordnung aber nichts besonderes. Die Eleganz und Sinnlichkeit aus der Beschreibung fehlt mir leider. Die Basisnote wirkt zwar interessant, allerdings bleibt sie meiner Nase verborgen. Dadurch hätte der Duft vielleicht eine gewisse Tiefe erhalten, die er benötigen würde aber leider nein.

Die Performance ist Mancera-Typisch lobenswert, denn vier Sprüher am Hals konnte ich für ca. sechs Stunden selbst wahrnehmen.

Der Flakon ist änhlich wie die Kopfnote ein wenig zu viel des Guten. Hätte ich statt der Probe den vollwertigen Flakon erhalten, wäre mir wohl bereits im Vorfeld unmissverständlich klar gewesen, dass es sich um einen Frauenduft handeln muss. Auch wenn ich grundsätzlich Mancera Flakons schön finde, ist dieser pink/goldene Flakon ein wenig kitschig.

Preislich verlangt Mancera wie üblich nicht zu viel für den Duft. 120ml habe ich Online schon für ~100,- Euro gefunden. Allerdings bietet das Haus für den selben Preis Düfte die sowohl besser riechen, noch besser performen und einen schöneren Flakon abliefern. Ich hätte gerne eine 7,5 vergeben, musste aber auf 8 aufrunden.

Meine Erfahrung mit diesem Duft könnte man durchaus als ungewollten Unfall bezeichnen. Da ich lediglich versehentlich in diesen Garten reingestolpert bin, ist die Enttäuschung tatsächlich auch nicht so groß. Würde ich den Duft einer Frau als Mann empfehlen? Kurz und knapp: Nein.
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