Augusto
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Wacholder-Wärme oder Puder-Muff?
AugustA sagt: Mein erster Eindruck im Frühsommer war sehr sehr schön: zurückhaltende sanfte holzig-cremige Stofflichkeit mit viel Understatement. Man mag dauernd daran riechen. Nach etwa einer halben Stunde dann dreht er das ganze noch etwas weiter und wird pudrig. Damit verliert er für mich die Hellligkeit und wird leider trübe. Leichter Puder-Muff. So bleibt er dann stundenlang. Also nahm ich mir vor, ihn wieder zu probieren, könnte im Herbst toll wirken, zweite Chance. - Wie erwartet war er im Herbst dann gar nicht trübe, bzw. das Trübe ging im Wetter unter und die sanfte Wärme brachte besonders den schönen Wacholder besser zum Vorschein. Jetzt wirkte er cremig und fluffig-pudrig. Der Duft verschmilzt bei mir bei kühlem Wetter wunderbar mit der Haut, wie eine zweite Hautschicht, weich und duftend. Fazit: Langzeittest mit Abfüllung! Der dauert noch an und inzwischen schwanke ich immer wieder zwischen genau richtig und zu dumpf.
Gypsy Water ist ein angenehmer Begleiter, er hält zwar nur ca. 5 Stunden und die Sillage ist zurückhaltend, aber das hatte ich nicht anders erwartet. Man kann nicht wirklich was falsch machen mit dem Duft - außer es ist einer dieser Tage und dazu noch das Trüb-Wetter - so richtig warm bin ich aber noch nicht mit ihm geworden.
Letztlich benutze ich ihn deshalb gar nicht so oft. Es bleibt also bei der Abfüllung.
Gypsy Water ist ein angenehmer Begleiter, er hält zwar nur ca. 5 Stunden und die Sillage ist zurückhaltend, aber das hatte ich nicht anders erwartet. Man kann nicht wirklich was falsch machen mit dem Duft - außer es ist einer dieser Tage und dazu noch das Trüb-Wetter - so richtig warm bin ich aber noch nicht mit ihm geworden.
Letztlich benutze ich ihn deshalb gar nicht so oft. Es bleibt also bei der Abfüllung.
Paisley Park
Also: Top 5 für AugustA - und ich weiß noch immer nicht, ob das an der frisch-blumigen Bergamotte, der besonderen Johannisbeerfärbung, dem würzig-schwelgerischen Ylang-Ylang oder am Ende doch an diesem fein karamellig schimmernden Amber liegt, der Paisley für mich zu einem der schönsten Sommerdüfte machen, die ich kenne. Ja, Sommerdüfte. Im Winter ist er auch schön, ich rieche manchmal sogar einfach nur gerne am Sprüher, aber im Sommer entfaltet er sich am besten. Vor-Freude.
Paisley ist frisch-süßlich-blumig, aber mit Charakter.
Zuerst beim Aufsprühen frisch und fruchtig, mit Bergamotte und Johnannisbeere, ganz rund und gar nicht sauer. Das geht dann sehr bald ins Blumige über. Besonders Ylang-Ylang gilt ja immer als sehr exotisch und besonders feminin, aber das interessante daran ist ja eigentlich die leichte Würze, etwas zwischen heller Zimtschärfe und Pfeffrigkeit, die hier ganz sanft durchkommt. Vielleicht sind es diese Gewürze oder vielleicht doch eher etwas Kräuteriges, jedenfalls geben sie sie dem warm-gelbblütigen Ylang einen herb-würzigen Einschlag, den ich besonders mag an diesem Duft, der ansonsten schon ziemlich sanft-betörender warmer Hauch von Tausend-und-Eine-Nacht für mich ist. Mit sowas fühle ich mich schnell verkleidet. Hier aber staune ich immer wieder gerne, dass nicht.
In dieser Phase bleibt er lange bis er schließlich in eine Patchouli (nur wenig, nur ein bisschen Hippie Chic, heute nennt man's Boho)- und Amber (mehr, und die Salz-Karamell-Sorte!)-Basis übergeht. Aber immer mit diesem fruchtig-grün-blumigen Hauch, der so charakteristisch ist für diesen Duft.
Dem Duft bekommt Hitze gut, das habe ich irgendwann im Sommer entdeckt bei über 35 Grad. 4-5 Stunden, dann wird er so nach und nach zwar durchlässiger, aber auch ambrierter, so als ob die Haut Amber schwitzen würde. Was für eine Entdeckung. Und das hält bei mir lang, insgesamt sicher 7 Stunden. Das tut er so aber nur im Sommer.
Der Flakon ist überzogen mit dem namengebenden Paisley-Muster für das Etro ja bekannt ist, ein Muster aus universellen bewegten Tropfen, das Muster, das der Duft für mich auch verkörpert. Faszinierend? Nein, der Duft ist eher magnetisch-anziehend, unverstellt. Nicht verkopft, nicht schwer, sondern farbenfroh und heiter. Und lebendig.
Die grün-würzigen und fruchtig-blumigen Facetten, könnte man sie sichtbar machen, sie wären für mich kontrastreich und schillernd wie ein Etro-Seidentuch in lila und hellblau und orange und dunkelrot und braun machen den Duft für mich. Es knistert sogar ein bisschen beim Übergang von Kopf- zu Herznote, also von frisch-fruchtig zu blumig. Sicher der süßeste Duft für jemand der süß gar nicht liebt, aber wie immer macht die Komposition die Musik.
Apropos: Kennt jemand die Anfangssequenz vom Prince-Album Around the World in a Day? Szeneneröffnung mit indischen Flöten, Tambourin und einigem mehr. Beschwörend, anschmiegsam, süß-psychedelisch und etwas seltsam schon auch. So in etwa.
Das ist kein Kopf-Duft, sondern eher ein Schleier, den man auf der Haut fühlt beim Einatmen, ein leichtes Seidentuch zum Tragen bei einem Spaziergang im Paisley-Park, wo immer ein warmer Wind weht. Hat sich mal jemand die Tücher und Paisley-Muster von Etro länger angeschaut? Da kann Hermès einpacken und leicht psychedelig kann es einem da auch zumute werden. Diese Qualität findet sich für mich in diesem Etro am besten wieder und meine Empfehlung ist, sich einfach hinein fallen zu lassen. Es ist ein gutes Gefühl: Paisley-Park is in your heart…
Paisley ist frisch-süßlich-blumig, aber mit Charakter.
Zuerst beim Aufsprühen frisch und fruchtig, mit Bergamotte und Johnannisbeere, ganz rund und gar nicht sauer. Das geht dann sehr bald ins Blumige über. Besonders Ylang-Ylang gilt ja immer als sehr exotisch und besonders feminin, aber das interessante daran ist ja eigentlich die leichte Würze, etwas zwischen heller Zimtschärfe und Pfeffrigkeit, die hier ganz sanft durchkommt. Vielleicht sind es diese Gewürze oder vielleicht doch eher etwas Kräuteriges, jedenfalls geben sie sie dem warm-gelbblütigen Ylang einen herb-würzigen Einschlag, den ich besonders mag an diesem Duft, der ansonsten schon ziemlich sanft-betörender warmer Hauch von Tausend-und-Eine-Nacht für mich ist. Mit sowas fühle ich mich schnell verkleidet. Hier aber staune ich immer wieder gerne, dass nicht.
In dieser Phase bleibt er lange bis er schließlich in eine Patchouli (nur wenig, nur ein bisschen Hippie Chic, heute nennt man's Boho)- und Amber (mehr, und die Salz-Karamell-Sorte!)-Basis übergeht. Aber immer mit diesem fruchtig-grün-blumigen Hauch, der so charakteristisch ist für diesen Duft.
Dem Duft bekommt Hitze gut, das habe ich irgendwann im Sommer entdeckt bei über 35 Grad. 4-5 Stunden, dann wird er so nach und nach zwar durchlässiger, aber auch ambrierter, so als ob die Haut Amber schwitzen würde. Was für eine Entdeckung. Und das hält bei mir lang, insgesamt sicher 7 Stunden. Das tut er so aber nur im Sommer.
Der Flakon ist überzogen mit dem namengebenden Paisley-Muster für das Etro ja bekannt ist, ein Muster aus universellen bewegten Tropfen, das Muster, das der Duft für mich auch verkörpert. Faszinierend? Nein, der Duft ist eher magnetisch-anziehend, unverstellt. Nicht verkopft, nicht schwer, sondern farbenfroh und heiter. Und lebendig.
Die grün-würzigen und fruchtig-blumigen Facetten, könnte man sie sichtbar machen, sie wären für mich kontrastreich und schillernd wie ein Etro-Seidentuch in lila und hellblau und orange und dunkelrot und braun machen den Duft für mich. Es knistert sogar ein bisschen beim Übergang von Kopf- zu Herznote, also von frisch-fruchtig zu blumig. Sicher der süßeste Duft für jemand der süß gar nicht liebt, aber wie immer macht die Komposition die Musik.
Apropos: Kennt jemand die Anfangssequenz vom Prince-Album Around the World in a Day? Szeneneröffnung mit indischen Flöten, Tambourin und einigem mehr. Beschwörend, anschmiegsam, süß-psychedelisch und etwas seltsam schon auch. So in etwa.
Das ist kein Kopf-Duft, sondern eher ein Schleier, den man auf der Haut fühlt beim Einatmen, ein leichtes Seidentuch zum Tragen bei einem Spaziergang im Paisley-Park, wo immer ein warmer Wind weht. Hat sich mal jemand die Tücher und Paisley-Muster von Etro länger angeschaut? Da kann Hermès einpacken und leicht psychedelig kann es einem da auch zumute werden. Diese Qualität findet sich für mich in diesem Etro am besten wieder und meine Empfehlung ist, sich einfach hinein fallen zu lassen. Es ist ein gutes Gefühl: Paisley-Park is in your heart…
2 Antworten
Orangenblüte mit Fleisch?
Orangenblüte, Angelika, Wacholder und helles Patchouli - Volltreffer!
Er ist frisch-feucht und warm, mit Holz- und Würze-Anklänge. Die Anmutung bleibt dabei aber ausgesprochen ruhig. Ruhig und langanhaltend. Nicht laut, aber beständig, konkret bei mir so um die 10 Stunden, ich war echt überrascht. Eau de Sens ist seit vergangenem Herbst mit mein derzeitiger Favorit, was ruhige Düfte angeht. Und das Beste: Der Duft verschmilzt so mit der Haut, dass ich es fast als unanständig empfinde, nämlich als - fleischig. Das gibt es sonst noch bei Tuberosedüften, die deshalb übrigens auch von Königin Victoria höchstselbst verboten wurden, da besagter Tuberose nachgesagt wurde, mit Ihrem Duft bei jungen Mädchen spontane Empfindungen unbraver Natur hervorzurufen, oder auch mal in der leicht aasigen Variante wie bei Jasmin. Aber hier scheint das pure Fleisch nur so gaaanz leicht durch die sonst so frische und saubere Orangenblüte. Der Duft wird dadurch vom reinen Frische-Eau zu etwas sehr Lebendigem, einer Berührung fast. Und das rieche ich ausgerechnet bei einem solch puristisch-sauberen Grundduft der 4711-Richtung... Farbigkeit, hilfsweise: Hautfarben-pfirsich-orange-beige-grün. Helle Erde und Sonne. Haptik, sofern ein Duft eine solche haben kann: Irgendwo zwischen matt und samtig.
Ausprobieren! Zufriedene kleine Seufzer nicht ausgeschlossen. Gilt für Männer und Frauen.
Sagt die AugustA.
Er ist frisch-feucht und warm, mit Holz- und Würze-Anklänge. Die Anmutung bleibt dabei aber ausgesprochen ruhig. Ruhig und langanhaltend. Nicht laut, aber beständig, konkret bei mir so um die 10 Stunden, ich war echt überrascht. Eau de Sens ist seit vergangenem Herbst mit mein derzeitiger Favorit, was ruhige Düfte angeht. Und das Beste: Der Duft verschmilzt so mit der Haut, dass ich es fast als unanständig empfinde, nämlich als - fleischig. Das gibt es sonst noch bei Tuberosedüften, die deshalb übrigens auch von Königin Victoria höchstselbst verboten wurden, da besagter Tuberose nachgesagt wurde, mit Ihrem Duft bei jungen Mädchen spontane Empfindungen unbraver Natur hervorzurufen, oder auch mal in der leicht aasigen Variante wie bei Jasmin. Aber hier scheint das pure Fleisch nur so gaaanz leicht durch die sonst so frische und saubere Orangenblüte. Der Duft wird dadurch vom reinen Frische-Eau zu etwas sehr Lebendigem, einer Berührung fast. Und das rieche ich ausgerechnet bei einem solch puristisch-sauberen Grundduft der 4711-Richtung... Farbigkeit, hilfsweise: Hautfarben-pfirsich-orange-beige-grün. Helle Erde und Sonne. Haptik, sofern ein Duft eine solche haben kann: Irgendwo zwischen matt und samtig.
Ausprobieren! Zufriedene kleine Seufzer nicht ausgeschlossen. Gilt für Männer und Frauen.
Sagt die AugustA.
3 Antworten
Wintercologne
AugustA erinnert sich: Das Colgne du 68 schneidet bei Luca Turin ja nicht besonders gut ab: zu kompliziert, wenn ich mich recht entsinne. Aber wen interessiert's, kann vorkommen, besonders bei Jubiläums- oder sonstigen Konzeptalben, äh -düften.
Außerdem: Stimmt gar nicht. Der Duft als Ganzes lässt sich nur so gar nicht auf ein Cologne festlegen. Das kann einem gefallen oder nicht.
Das Cologne startet frisch mit Citruswolken aller Art von Mandarine bis Bergamotte, wird dabei sofort würzig und warm und geht über in Neroli und Orangenblüte. Dann tritt das Krautige, also Lavendel, Basilikum und noch ca. 20 anderen Kräuter, mal frischer mal würziger, siehe Duftliste..., mehr in den Vordergrund um sofort wieder mit allem zu verschmilzen und es wabert sich dann weiter in eine fluffige Kosmetik-Pudrigkeit, aber auch einen Hauch Süßigkeit mit Karamell, Schokolade und Mandel sogar und dann wieder zurück ins warm-würzig Zitrische. Schaukelt so hin und her, bis die Duftschwaden untrennbar verwoben sind. Duftfelder, die sich immer wieder ein bisschen anders überlagern und einen Grundton ergeben, der bei jeder Änderung wieder warm summt.
Ich mag das im Herbst und im Winter sehr, besonders, da ich es auch bei Kälte nicht immer schwer mag. Der Duft bewahrt sich eine schöne Leichtigkeit und wärmt dabei mehr wie ein Seidenschal als dicke Wolle, und erzeugt auch eine seidenähnliche Sanftheit. Durch die Vielfältigkeit der angegebenen 68 Bestandteile ist er auch gar nicht leise oder langweilig. Und das Beste ist: dieses leichte aber durchaus kräftige warme Leuchten hält sich bei mir den ganzen Tag.
Die Flüssigkeit ist übrigens leicht aprikotfarben mit leichtem Goldschimmer. Passt perfekt und sieht in dem schlanken zylindrischen Flakon mit dunklem Holzverschluß auch schlicht gut aus.
Im Sommer hingegen kann ich ihn gar nicht tragen, da wird er zumindest für meine Nase und auf meiner Haut irgendwie muffig und das nervt mich. Er riecht dann ein bisschen, als hätte man Kleidung, an der der Duft haftet in einen antiken Kleiderschrank gepackt und dort Jahre gelassen.
Das macht aber nichts, er wandert dann in sein Winterversteck und im nächsten Herbst ist er wieder umso schöner. Das weiß ich inzwischen, denn so geht das nun schon, seit ich ihn mit Augusto kurz nach seinem Erscheinen entdeckt habe. Im Grunde hat damit mein Interesse an Düften jenseits des Mainstreams angefangen und auch deshalb mag ich ihn immer wieder besonders gern.
Außerdem: Stimmt gar nicht. Der Duft als Ganzes lässt sich nur so gar nicht auf ein Cologne festlegen. Das kann einem gefallen oder nicht.
Das Cologne startet frisch mit Citruswolken aller Art von Mandarine bis Bergamotte, wird dabei sofort würzig und warm und geht über in Neroli und Orangenblüte. Dann tritt das Krautige, also Lavendel, Basilikum und noch ca. 20 anderen Kräuter, mal frischer mal würziger, siehe Duftliste..., mehr in den Vordergrund um sofort wieder mit allem zu verschmilzen und es wabert sich dann weiter in eine fluffige Kosmetik-Pudrigkeit, aber auch einen Hauch Süßigkeit mit Karamell, Schokolade und Mandel sogar und dann wieder zurück ins warm-würzig Zitrische. Schaukelt so hin und her, bis die Duftschwaden untrennbar verwoben sind. Duftfelder, die sich immer wieder ein bisschen anders überlagern und einen Grundton ergeben, der bei jeder Änderung wieder warm summt.
Ich mag das im Herbst und im Winter sehr, besonders, da ich es auch bei Kälte nicht immer schwer mag. Der Duft bewahrt sich eine schöne Leichtigkeit und wärmt dabei mehr wie ein Seidenschal als dicke Wolle, und erzeugt auch eine seidenähnliche Sanftheit. Durch die Vielfältigkeit der angegebenen 68 Bestandteile ist er auch gar nicht leise oder langweilig. Und das Beste ist: dieses leichte aber durchaus kräftige warme Leuchten hält sich bei mir den ganzen Tag.
Die Flüssigkeit ist übrigens leicht aprikotfarben mit leichtem Goldschimmer. Passt perfekt und sieht in dem schlanken zylindrischen Flakon mit dunklem Holzverschluß auch schlicht gut aus.
Im Sommer hingegen kann ich ihn gar nicht tragen, da wird er zumindest für meine Nase und auf meiner Haut irgendwie muffig und das nervt mich. Er riecht dann ein bisschen, als hätte man Kleidung, an der der Duft haftet in einen antiken Kleiderschrank gepackt und dort Jahre gelassen.
Das macht aber nichts, er wandert dann in sein Winterversteck und im nächsten Herbst ist er wieder umso schöner. Das weiß ich inzwischen, denn so geht das nun schon, seit ich ihn mit Augusto kurz nach seinem Erscheinen entdeckt habe. Im Grunde hat damit mein Interesse an Düften jenseits des Mainstreams angefangen und auch deshalb mag ich ihn immer wieder besonders gern.
5 Antworten
Neo retro?
AugustA sagt:
Was hatte ich mir nicht alles unter diesem Namen vorgestellt: Kämpfe der Duftnoten-Parteien, Durchsetzung hinten herum, verstecktbösartige Kunstgriffe... - und jetzt: Ach so, er ist ein Schmeichler! Verdeckt zunächst seine Stärken, fällt erst mal kaum auf und hat es doch in sich. Schmeichelt sich nach einigem Auftritt auf die Haut und bleibt einfach darauf sitzen oder vielmehr liegen bis er nach einigen Stunden unbemerkt verschwindet. Ist das eine Intrige?
Die Kopfnote ist schon cremekaramell gefärbt mit so einer leisen Kleberahnung. Zitrisch? Jemand sagte, glaube ich, Heftpflaster und das stimmt auch. Der Anfang hat auch schon etwas Ingwerwürze, bisschen auch (chinesischer?) Medizinschrank, dann dachte ich beim ersten Test, er wird flach. Hab ihn quasi einfach vergessen. Weg war er.
Aber nach mehrmaligem Tragen, jetzt, im frostkalten Februar, immer abends, ändert sich dieser Eindruck völlig.
Ein Honig-Patchouli, schon. Hmmm, Honig, ja. Aber der Referenz-Lieblings-Honigpatchouli ist für mich der Mazzolari. Und der riecht so ganz anders.
Intrigant Patchouli ist da viel weniger traditionell. Null Hippie-Erde-Patch. Nix Gruftie. Eher zeitgemäß-modern mit einem melancholisch wirkenden warmen Anklang. Kennt Ihr das, wenn modern ganz retro wirkt? Oder umgekehrt? Neo-retro? Retro-Futuristisch wie diese glatten interessanten Oberflächen und Stoffe aus den Fünfzigern und Sechzigern? Plastik, das man gerne anfasst?
Der Duft legt sich nun etwas und riecht nun nach der ersten halben Stunde immer noch wahnsinnig gut in der Kälte. Er wird weiter süßlich, aber nicht gourmand. Auch nicht direkt gewürzig, wenn auch mit der weiteren Entwicklung eine gute Prise Zimt-Eindruck dazu kommt. Aber mehr der Eindruck, nichts Gewürz-britzeliges, schon gar kein Weihnachten, ganz sanft nur und an Haut erinnernd. Ah so, der Moschus. Blitzen Blumen durch? Vielleicht irgendeine süße Blüte wie Ylang oder am Ende Veilchen? Nein, gar nicht. Das Raten geht weiter. Am Ende die Weißblüher, die auch Meggi schon in Verdacht hatte? Das könnte der Jasmin sein, der an dem Duft wenigstens vorbei gekommen sein könnte. Ich habe da auch so eine Nase für, nur finde ich es super. Abgefahren. Indolblumen-Moschus versteckt unter Creme-Patchouli. Gibt es sowas? Da hat sicher auch das Sandelholz seine Finger drin. Sehr milchiges Sandelholz entfaltet sich hier bei mir relativ stärker als der typische manchmal auch strenge Patchouli oder diese beiden sind in diesem Duft eben besonders interessant ausgewogen.
Also, für alle Patchouli-Fans und Patchouli-Hasser, falls ich es noch nicht erwähnt habe: Dieser Patchouli ist nicht erdig, nicht muffig, nicht kellerig. Jedenfalls nicht an mir.
Der Duft hat eine weiche Textur und schafft es, nicht schwer zu werden. Auch in der Basis. Wachsig, ja, wie eine Bienenwachskerze, wenn sie abbrennt. So ein leichter Schimmer von Kerzenlicht.
Er hält an mir dann doch noch Stunden, aber ab der vierten oder fünften Stunde muss ich schon dran denken, ihn zu riechen. Dafür gibt es leichte Abzüge.
Und auch wenn Vergleiche zwangsläufig hinken, hier noch einer: Alles, was mir am Musc Ravageur manchmal zu viel ist, ist hier genau richtig. - Fazit: Er gefällt mir doch sehr gut. Jedes Mal ein bisschen anders, immer was zu bemerken. Schön. Gut, dass es nochmal so kalt geworden ist.
Was hatte ich mir nicht alles unter diesem Namen vorgestellt: Kämpfe der Duftnoten-Parteien, Durchsetzung hinten herum, verstecktbösartige Kunstgriffe... - und jetzt: Ach so, er ist ein Schmeichler! Verdeckt zunächst seine Stärken, fällt erst mal kaum auf und hat es doch in sich. Schmeichelt sich nach einigem Auftritt auf die Haut und bleibt einfach darauf sitzen oder vielmehr liegen bis er nach einigen Stunden unbemerkt verschwindet. Ist das eine Intrige?
Die Kopfnote ist schon cremekaramell gefärbt mit so einer leisen Kleberahnung. Zitrisch? Jemand sagte, glaube ich, Heftpflaster und das stimmt auch. Der Anfang hat auch schon etwas Ingwerwürze, bisschen auch (chinesischer?) Medizinschrank, dann dachte ich beim ersten Test, er wird flach. Hab ihn quasi einfach vergessen. Weg war er.
Aber nach mehrmaligem Tragen, jetzt, im frostkalten Februar, immer abends, ändert sich dieser Eindruck völlig.
Ein Honig-Patchouli, schon. Hmmm, Honig, ja. Aber der Referenz-Lieblings-Honigpatchouli ist für mich der Mazzolari. Und der riecht so ganz anders.
Intrigant Patchouli ist da viel weniger traditionell. Null Hippie-Erde-Patch. Nix Gruftie. Eher zeitgemäß-modern mit einem melancholisch wirkenden warmen Anklang. Kennt Ihr das, wenn modern ganz retro wirkt? Oder umgekehrt? Neo-retro? Retro-Futuristisch wie diese glatten interessanten Oberflächen und Stoffe aus den Fünfzigern und Sechzigern? Plastik, das man gerne anfasst?
Der Duft legt sich nun etwas und riecht nun nach der ersten halben Stunde immer noch wahnsinnig gut in der Kälte. Er wird weiter süßlich, aber nicht gourmand. Auch nicht direkt gewürzig, wenn auch mit der weiteren Entwicklung eine gute Prise Zimt-Eindruck dazu kommt. Aber mehr der Eindruck, nichts Gewürz-britzeliges, schon gar kein Weihnachten, ganz sanft nur und an Haut erinnernd. Ah so, der Moschus. Blitzen Blumen durch? Vielleicht irgendeine süße Blüte wie Ylang oder am Ende Veilchen? Nein, gar nicht. Das Raten geht weiter. Am Ende die Weißblüher, die auch Meggi schon in Verdacht hatte? Das könnte der Jasmin sein, der an dem Duft wenigstens vorbei gekommen sein könnte. Ich habe da auch so eine Nase für, nur finde ich es super. Abgefahren. Indolblumen-Moschus versteckt unter Creme-Patchouli. Gibt es sowas? Da hat sicher auch das Sandelholz seine Finger drin. Sehr milchiges Sandelholz entfaltet sich hier bei mir relativ stärker als der typische manchmal auch strenge Patchouli oder diese beiden sind in diesem Duft eben besonders interessant ausgewogen.
Also, für alle Patchouli-Fans und Patchouli-Hasser, falls ich es noch nicht erwähnt habe: Dieser Patchouli ist nicht erdig, nicht muffig, nicht kellerig. Jedenfalls nicht an mir.
Der Duft hat eine weiche Textur und schafft es, nicht schwer zu werden. Auch in der Basis. Wachsig, ja, wie eine Bienenwachskerze, wenn sie abbrennt. So ein leichter Schimmer von Kerzenlicht.
Er hält an mir dann doch noch Stunden, aber ab der vierten oder fünften Stunde muss ich schon dran denken, ihn zu riechen. Dafür gibt es leichte Abzüge.
Und auch wenn Vergleiche zwangsläufig hinken, hier noch einer: Alles, was mir am Musc Ravageur manchmal zu viel ist, ist hier genau richtig. - Fazit: Er gefällt mir doch sehr gut. Jedes Mal ein bisschen anders, immer was zu bemerken. Schön. Gut, dass es nochmal so kalt geworden ist.
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