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Escentric

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Rezensionen
1 - 5 von 21
Das Every-Day-Lakritz
Schon vor etwas über einem Jahr habe ich mich an einem lakritzigen Duft versucht. Es war der Fièvre Verte. Dieser hatte mir durchaus gefallen, konnte mich aber nicht vollends überzeugen, was gar nicht mal am Duft selbst lag, denn der ist durchaus schön und duftet wertig. Da hat der Herr Kilian schon eine Gabe, Alkoholika authentisch in Düfte zu bringen. Jedoch stellte sich mir die Frage, in welchen Situationen ich diesen Duft tragen würde und die Möglichkeiten schienen mir zu begrenzt. Mich hat der Duft stark an den Likör „Tunel“ erinnert, der auch sehr anisig ist. Jedem, der gerne mal nach einem Anislikör duften möchte, kann ich den Fièvre Verte wärmstens empfehlen.

Nun aber zum Audace. Hier bekomme ich das, was mich der Kilian vermissen
lies. Die vielseitigere Tragbarkeit. Zunächst pustet einem ein kleines, grünes Wölkchen entgegen. Dieses Wölkchen entwickelt sich jedoch binnen Sekunden in die schöne Lakritznote. Ich selber esse nicht gern Lakritz, mag jedoch ganz gerne den Duft von Süßholz. Vetiver ist hier durchweg präsent und harmoniert, zusammen mit der Bitterorange, wunderbar mit der Lakritznote, untermalt vom Zedernholz. Somit ist die „Duftpyramide“ auch schon aufgezählt. Alles passt hier wirklich gut zusammen. Eine weitere Entwicklung gibt es nicht, was nach meinen Erfahrungen Profumum Roma typisch ist. Wenn man es so liest, mag das vielleicht langweilig klingen. Das St. es aber nicht. Ich habe mich sehr auf die Abfüllung gefreut, mit großer Hoffnung und meine Erwartung wurde nicht enttäuscht. Nachdem ich vor über zehn Jahren schon den Acqua e Zucchero besaß, freue ich mich nun um so mehr, mal wieder einen Duft aus diesem tollen Hause zu besitzen. Qualitativ sind die einfach Spitzenklasse.

Audace ist für mich zu jeder Jahres- und Tageszeit tragbar. Ebenso auch ins Office, was man durchaus nicht von jedem Profumum Roma behaupten kann. Er hat eine dezente Süße, ohne gourmandig zu sein und bringt eine leicht grüne Würze mit. Er ist modern, auf eine seriöse Weise. Entgegen der vielen bekannteren Düfte aus dem Hause Prufomum Roma, haben wir es hier nicht mit einem Sillagemonster zu tun. Ich finde es immer schwierig, die Sillage eines Duftes, den ich an mir selber trage, zu bewerten. Großzügig wäre ich hier bei einer 7, tendiere aber eher zu einer 6,5. Die Haltbarkeit ist, typisch Profumum Roma, sehr gut. Eine gewisse Hermes-DNA kann auch ich nicht abstreiten. Tendenziell sehe ich den Duft eher Richtung maskulin, aber durchaus nicht untragbar für die Damen. Man trage was man wolle :)

Es kommt selten vor, dass ich mir schon während des ersten Tests sicher bin, einen Flakon besitzen zu wollen. Der Audace musste aber, direkt an dem
Tag an dem die Abfüllung zu mir kam, bestellt werden.

Meine Empfehlung geht also ganz klar raus!
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Leider kein Teil von mir
Ich hatte erst ein Statement geschrieben, möchte meine Meinung aber doch in einer Rezension vertiefen.

Leider empfinde ich APOM als belanglos. Er ist viel „dünner“ u. im Vergleich zur Urversion des APOM Homme, altbacken. Hier fehlt jeglicher Glanz und Besonderheit. Auch ohne den Vergleich zur Ur-Version des APOM Homme würde der Duft von mir keine bessere Bewertung erhalten. Für mich, ein langweiliges, angestaubtes Hölzchen, mit unmodern interpretierter O-Blüte und Yling-Ylang. Definitiv schadet es, dass hier der Amber und somit die gewisse Wärme fehlt, die der APOM Homme mir gibt. Lavendel kommt mir hier nur unmittelbar beim Aufsprühen entgegen und ist meines Erachtens nicht weiter erwähnenswert. Eine leichte Würze schwebt mit.

Einen Vergleich zum APOM Femme kann ich nicht ziehen, da ich ihn niemals getestet habe. Den nun aktuellen Unisex-APOM stelle ich mir eher an einer (reiferen) Frau vor, statt an einem jungen Mädel. mMn, insgesamt, feminine Richtung.

Ein bisschen vom Original besitze ich noch und danach bleibt für mich dann die Erinnerung.

P.S.: Meine Eltern sind beide Ü70 und empfinden ihn als altbacken. Meiner Ma entrutschte ein: Buahhhh
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Einfach nur WOW
Was bitte ist denn das für eine Kopfnote? Seit zwölf Jahren bin ich hier nun angemeldet. So eine Kopfnote habe ich noch nie gerochen. So wurde ich noch nie positiv umgehauen. Ein fetter Zimtboost, plus etwas Lavendel. Es duftet würzig, aber ohne zu kratzen. Von Beginn an bekomme ich eine wärmende Würze. Alles verhält sich ganz anders, als ich es erwartet hatte. MR stand schon so oft auf meiner Merkliste, wanderte dann aber immer wieder von ihr, weil ich durch einige Kommentare und Statements an etwas krass animalisch stechendes, mit kratzigen Gewürzen geglaubt hatte. Und was bekomme ich? Einen Traum von warmem Zimt. Es duftet, als würde man an Zimtstangen schnuppern, die man als Dekoration aus der Weihnachtszeit kennt. Vanille, Amber und Moschus geben zusammen eine wunderbare Wärme hinzu, zum stets sehr präsenten Zimt. Für mich sind im Verlauf der Amber und Moschus die stets präsenten Noten. Die Vanille kommt bei mir erst nach zwei Stunden immer mehr durch. Zimt bleibt lange präsent. Ich liege auf der Couch. Draußen sind es 30 Grad. Trotzdem ist mir der Duft an meinem Arm gerade nicht zu viel, auch wenn er sicherlich kein Sommerduft ist. Als schwer empfinde ich ihn aber auch nicht. Eins weiß ich jetzt schon. Der wird irgendwann in meine Sammlung einziehen, als wunderschöner Herbst-/Wintertraum. Der ist so kuschelig und dabei strahlt er eine sexy Wärme aus, die ich nicht wirklich in Worte fassen kann. Eine Animalik bekomme ich nicht. Wenn überhaupt etwas in Richtung Tier geht, dann höchstens eine aus dem Tierhandel frisch geöffnete Tüte mit getrocknetem, feinem, grünen Heu. Dazu braucht es aber Fantasie.

MR hat schon sehr viel Power, strahlt aber durchweg einfach nur wunderschöne, überhaupt nicht störende, stets warme Noten aus.

Leute, jeder, der den MR schon mal testen wollte, es aber bisher nicht tat, weil er/sie an einen scharfen, animalischen, stechenden Duft glaubt: Ich empfinde es absolut nicht so. Man muss allerdings Zimt mögen, da er sehr lange deutlich präsent bleibt. Eine Tendenz zum Geschlecht geht für mich in die männliche Richtung, darf aber gerne auch von Damen getragen werden.

Beipflichten kann ich den Parfumos, die MR als sexy bezeichnen. Ich empfinde MR auch als unglaublich sexy. Das habe ich über einen Duft noch nie gesagt und ich kann nicht sagen, wann ich mal soooo sehr begeistert war.

Hach, ich sehe den Kontostand schon wieder schrumpfen :D
3 Antworten
Bin ich angekommen?
Lange ist es her, dass ich einen Kommi zu einem Duft verfasst habe. GFS hat einen Kommentar verdient.

Manchmal liest man in einigen Kommentaren anderer Parfumos „Das ist mein Duft. Ich brauche nur noch diesen und keinen anderen mehr.“ Ähnlich geht es mir mit GFS. Ich würde nicht sagen, dass ich für ihn auf all meine anderen Düfte verzichten würde. Aber er spielt definitiv schon jetzt in meiner Top 2, zusammen mit Haltane von PdM. Da ich GFS als noch vielseitiger tragbar einordnen würde, würde ich ihn sogar vor Haltane einordnen.

Nun aber mal zur Beschreibung des Duftes. Für mich hat dieser Duft beim Aufsprühen etwas von frisch gewaschener Wäsche. Viel Parfumos beschreiben GFS als kühl, sogar metallisch. Doch ist GFS für mich nicht nur kühl. Ich weiß zwar was die Parfumos damit meinen, welche Nuancen als kühl empfunden werden. Es ist ganz sicher der Wacholder. Aber Francis Kurkdjian ist mit diesem Duft wahrlich ein Meisterwerk gelungen wie schon jemand vor mir in seiner Überschrift schrieb. Die Hölzer sind hier mit dem Moschus und der Vanille so fein verwoben, dass es für mein Empfinden etwas flauschiges kuscheliges hat. Wie ein frisch gewaschener Wollpulli. Das mit dem Wollpulli kann ich gar nicht genauer beschreiben. Manchmal trägt man ein Parfum auf und hat direkt Bilder im Kopf. Ich habe mich damit in einem dicken, kuscheligen Wollpulli gesehen. Vielleicht ist es das, was hier von vielen Parfumos beschrieben wird, dass der Duft Wärme braucht und sie GFS erst unter Einfluss von Wärme richtig zu schätzen gelernt haben und ich mir vorstelle, wie der dicke Wollpulli den Duft in seinen Fasern festhält und die Wärme ihn zum strahlen bringt.

GFS kann ich mir zu jeder Jahreszeit vorstellen. Vielleicht mag er unter Wärme die schönste Strahlkraft entwickelte und sich somit am besten entfalten. Ich kann mir aber überhaupt nicht vorstellen, diesen Duft über den Herbst und Winter im Karton geparkt zu lassen und auf die warmen Tage zu warten. Für mich ist er definitiv ein Ganzjahresduft. Frisch, holzig, leicht aquatisch mit leicht würziger Untermalung. Was mir wichtig zu sagen ist, ich rieche die Vanille hier nicht einzeln heraus, was ich sehr gut finde. Gibt es halt schon sehr oft, Düfte, die nach Vanille riechen. Die Sillage ist gut, aber nicht übertrieben. Man wird wahrgenommen, aber sicher nicht negativ, da es keine schwülstig, stickigen Komponenten gibt. Die Haltbarkeit ist bei mir sehr gut. Hält sich auf Kleidung ewig. Definitiv ist er ein guter Unisexkandidat, mit Tendenz zur männlichen Seite. Edel und gepflegt.

Mir verschafft dieser Duft ein unglaubliches Wohlgefühl, wie ich es bei noch keinem anderen Duft so stark empfunden habe. Vielleicht ist es dieses Gefühl, endlich angekommen zu sein. Einen Duft gefunden zu haben, der einem das gibt was man immer finden wollte und der einen immer begleiten wird.

Ich hoffe, er wird nicht schnell eingestellt, wie es mir schon mit so manch anderem geliebten Duft in der Vergangenheit ergangen ist.

Ich danke Francis Kurkdjian für diesen traumhaften Duft.
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Die gute alte Zeit
Diese, die alte Version des Dolce & Gabbana pour Homme, hatte nicht viel mit der aktuellen Version gemein, war sie doch viel intensiver, fascettenreicher, hatte mehr Tiefe und war maskuliner.

Dolce & Gabbana pour Homme war mein erster Signaturduft. Ich habe ihn etwa Anfang der 2000er bis kurz vor das Jahr 2010 getragen. Von ihm konnte ich lange nie genug bekommen. Mit ihm habe ich mich immer gut umhüllt gefühlt. Er war mein treuer Begleiter. Ob in der Nacht, oder auf der Arbeit. Pour Homme war ein Immergeher und ein Komplimentefänger. Der Flakon war eine handfeste Sache, lag er durch seine Form perfekt in der Hand. Neu gekauft war es jedes Mal ein tolles Gefühl, denn schon die Umverpackung war besonders gemacht, hatte sie doch einen blauen samtartigen Überzug und sah wesentliche edler aus, als die Pappkartons aller anderen Duftwässerchen.

Ohne mich zur damaligen Zeit desweiteren mit Parfum beschäftigt zu haben, mochte ich wohl schon zu der Zeit Lavendel und Sandelholz. Interessant, wenn man das aus heutiger Sicht nochmal betrachtet, sind es doch immer noch zwei meiner lieblings Duftnoten.

Ich erinnere mich noch zu gut an die Reaktionen einer meiner Arbeitskolleginnen. Sie geriet immer total ins Schwärmen, wenn ich diesen Duft trug. Wenn ich dazu noch eine Tasse Kaffee in der Hand hielt, dann war es ganz vorbei mit ihr. Ihr gefiel die Kombination aus pour Homme und einem frischen Kaffee immer besonders gut und so kam es, dass ich so manches Mal, samt einem Pott Kaffee in der Hand, ein paar Runden um ihren Schreibtisch drehen musste. Da sie davon so begeistert war, fand sie, dass auch ihr Freund so gut duften solle und besorgte eine kleine Abfüllung aus einer Parfümerie, um mir am nächsten Tag zu ihrem Leid völlig enttäuscht berichten zu müssen, dass der Duft auf ihrem Freund wohl nicht die erwünschten Noten entwickelte, wie es auf meiner Haut der Fall war. Ich muss zugeben, mich hat das Ganze schon amüsiert.

Ich habe viele schöne Zeiten mit diesem Duft verbracht und tolle Dinge währenddessen erlebt.

Schade, dass es ihn in dieser Formulierung nicht mehr gibt. Doch genau hier merkt man was Parfum kann. Denn wie ist es so oft mit schönen Dingen? Man zehrt von den Erinnerungen! Und so schafft es pour Homme noch heute mir ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
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