Gentle Fluidity

Gentle Fluidity (Silver) 2019

Gentle Fluidity (Silver) von Maison Francis Kurkdjian
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Platz 44 in Unisex-Parfums
8.2 / 10 1796 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Maison Francis Kurkdjian für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2019. Der Duft ist frisch-holzig. Es wird von LVMH vermarktet.
Aussprache
Gut kombinierbar mit Gentle Fluidity (Gold)
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Duftrichtung

Frisch
Holzig
Würzig
Grün
Aquatisch

Duftnoten

VanilleVanille MoschusMoschus HölzerHölzer MuskatMuskat WacholderbeereWacholderbeere KoriandersamenKoriandersamen

Parfümeur

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Bewertungen
Duft
8.21796 Bewertungen
Haltbarkeit
7.81649 Bewertungen
Sillage
7.41653 Bewertungen
Flakon
8.41571 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.01238 Bewertungen
Eingetragen von Psotka, letzte Aktualisierung am 27.05.2024.
Wissenswertes
Das Parfum ist Teil der Kollektion „Gentle Fluidity”.
Variante der Duftkonzentration
Hierbei handelt es sich um eine Variante des Parfums Gentle Fluidity (Gold) von Maison Francis Kurkdjian, welche sich in der Duftkonzentration unterscheidet.

Duftet ähnlich

Womit der Duft vergleichbar ist
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Rezensionen

75 ausführliche Duftbeschreibungen
9
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Norleans

65 Rezensionen
Norleans
Norleans
Top Rezension 40  
photoSYNTHESE
Anscheinend machen hier einige Parfumos ziemlich gleiche Erfahrungen mit diesem silbernen Stoff hier. Bei manchen liest man, dass es eine Weile gebraucht hat, dass man ihn am Anfang pfui fand und dass man jetzt doch völlig hin und weg von Gentle fluidity sei. Pah!

So komisch das klingt, aber mir ging es genauso. MFK ist jetzt nicht unbedingt das Dufthaus, von dem mir jeder zweite Duft gefällt, nicht einmal jeder siebte. Außer masculin Pluriel kann ich wirklich nichts (er)tragen. Über den silbernen Gentle fluidity liest man aber von Anfang an immer wieder Großartiges. So habe ich dann vergangenen Herbst das erste Mal in einem Kaufhaus den Gf auf Papier gesprüht. Kopfnote direkt „bääh“! Süßkrams mit Pseudofrische. Teststreifen zeitnah entsorgt. Ein paar Wochen später wieder da gewesen und sowohl auf den Teststreifen gesprüht, als auch aufs Handgelenk, man weiß ja nie. Ergebnis war immer noch, eher „so“ als „lala“. Der Duft schien einfach nichts für mich zu sein. Kapitel geschlossen.

Aber es kam natürlich ganz anders. Wieder angefixt durch sehr wohlwollende Kommentare und Statements zum Duft, kramte ich letzte Woche eine Probe hervor, die ich vor einer Weile von einem lieben Parfumo bekommen hatte. Es sei erwähnt, dass blauer Himmel, angenehme Temperaturen und Frühlingsgefühle vorherrschten (bin glücklich verheiratet). Dieses Mal nach dem Sprühen dann „boah!“. Welch ein Stöffchen das plötzlich ist. Es haute mich fast von den Socken, da Gf nun so vollkommen anders von mir wahrgenommen wird. Der „Süßkrams“ in der Kopfnote ist lediglich der Wegbereiter für diese synthetische Frischesymphonie, die den Doppelnamen „Moschus-Wacholder“ trägt und eine sehr spezielle Frische zu Tage fördert, die mich nicht mehr loslassen möchte. Leider kam der befürchtete Will-Haben-Reflex und ich fand ein gutes Angebot im Souk.

Der Flakon ist so dermaßen schön sauber, silbrig, strahlend, dass man ihn am liebsten als Amulett um den Hals tragen möchte. Das Wesen eines Duftes fand ich bis jetzt noch von keinem Flakon so passend wiedergespiegelt wie bei diesem Gentle fluidity. Mein Gefühl ist auch, dass der Duft Licht braucht, um sich wirklich gut in meiner Nase zu entfalten. Je sonniger der Tag, desto besser finde ich dieses Prachtexemplar an Synthetik.
Synthetik gilt ja im Allgemeinen als abwertend, wenn es sich, liebe Mitriechenden, um Parfums handelt. Bei teuren Parfums darf das schon einmal überhaupt nicht vorkommen! Die Synthetik dieses Duftes könnte allerdings nicht treffender und passender sein. Manchmal lässt mich der Duft an diverse Science-Fiction-Szenarien denken: Weiße Glaspaläste, gepflegte Menschen gehen emsig durch die futuristischen Fußgängerzonen. Weiße Schwebegondeln bewegen sich in geordneten Bahnen im ÖPNV der Zukunft. Alles ist sauber, alles ist ordentlich. In den Gebäuden laufen die gepflegten, hell gekleideten Passanten durch weiße, hell erleuchtete Atrien, die in 200 Meter Höhe eine Glasdecke mit silbernen, rautenförmigen Streben haben…… sorry, bin kurz weggeglitten.
Nun, ich hätte nicht gedacht, dass sich meine Meinung zu irgendeinem Duft so dermaßen ändern könnte.

Auch wenn andere Parfumos andere Erfahrungen gemacht haben, aber den einen oder anderen Spritzer mehr, verträgt der Duft auf mir- konträr zu vielen anderen Düften aus dem Hause MFK

Danke fürs Lesen
18 Antworten
9
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
RobGordon

59 Rezensionen
RobGordon
RobGordon
Top Rezension 29  
Nimm zwei!? (von der Silberrücken-Edition!)
Aus einem zuletzt gelesenem Interview mit F. Kurkdjian ist mir in guter Erinnerung, dass er von sich selbst behauptete in Marketing-Angelegenheiten eine Null zu sein. Hierfür hätte er eine rechte Hand, so schreibt er, die in Marketing-Metier aus meiner Sicht so zaubert, wie er selbst bei manchen seiner Rezepturen.

Mit einem Parallel-Release zweier Flanker von sich selbst, die mit ihrer indirekt proportionalen Groß- und Klein-schreibung zu Fehlkäufen anstiften werden, verwirrt man, so scheint es, auch diejenigen, welchen bei jedem neuen Release das Lied: "schon wieder ein Flanker!" anstimmen.

Von Layern hab ich im Vorfeld beider gentle-Wässerchen gelesen. Das Gold & Silber Fluid-Dingens soll man Layern können. Layern kann man bekanntlich alles, aber davon, wie das Ergebnis riecht, steht nichts geschrieben.
Und vorweg, ich würde es nicht tun. Schade um den Schatz im Silbersee.

Um Kurkdjians Gentle-Goldmarie zu düpieren: "Sprühen ist Silber, (ver)souken ist Gold!" Manchmal verbirgt sich hinter Goldglanz einfach eine verkohlte Plastikvanille, die wie bei Aktionskünstlern aus Kübeln über eine fertigen Komposition geschüttet wird.

Unter Aktionskunst würde ich diesmal auch die Nennung der Pyramide verorten. Irgendwie hat einer im Haus MFK eine Wette verloren und musste sich trauen eine Pyramide zu erfinden, die gar nichts mit dem Duft zu tun hat. Hierbei wurden Zutaten-Schnipsel stochastisch aus einem Hut gezogen.

Deswegen habe ich für euch heute primär ein Duftbild, das sich bei der Duftbeschau jedes Mal von neuem zeigt. Ich sehe eine schneebedeckte Bergspitze (repräsentativ für die sauberen Anteile) im Frühjahr, bei der sich Einstreuungen grüner schneefreier Flecken (feinwürzige Anteile) zeigen. Und in den ersten 10 Minuten sehe ich auch einen Einkehrschwung mit hochprozentigem Alkohol (mit Eigennote), den ich bei MFK Düften so nicht gewohnt bin.

Es wäre auch schade um jeden Papierstreifen. MFKs Silver-Surfer "Gentle fluidity" mag Papier nicht. Duftverlauf wird um Stunden verzögert und bleibt hinter seinen Möglichkeiten. Und gute 10 Minuten sollte man dem Duft auch auf der Haut geben, bis er sich geordnet hat. In der Zeit sind oft schon 5 Statements verfasst!

Müsste ich den Duft in Zutaten rahmen, sähe die Rezeptur wie folgt aus:

Ein Berg voll beta-Damascenone (sorgt für grün-würzige, florale, fruchtige Facetten mit einer Bandbreite von Johannisbeere bis Rose) Deutlich mehr als davon in Aventus enthalten ist. Ein Hauch von Jasmin um das sanft floral-süße zu unterstreichen (zwischen Kopf-und Herznote blinzeln ein paar mal dezent aber doch verräterische leicht indolische Wellen durch) Und zur Basis hin wird die Komposition in strahlend halbcremigem Moschus getunkt und mit Ambroxan Flügel verleiht.

Vom Test am Papier kann ich noch einen Tropfen zitroniges beisteuern, der auf der Haut im Alkohol-Nebel untergeht. Auch bleibt ein verräterischer hartnäckiger Duftbelag von ISO-E-Super zurück, wenn der gute Stoff längst verdampft ist.

Hier werden keine Berge versetzt. Es beginnt grün-alkoholisch, geht über in grün-floral-lieblich-würzig-aromatisch und endet damit, dass der grandiosen Herznote wieder die Luft ausgelassen wird und das zurückbleibende grün-würzige in ein Leintuch aus Moschus fällt.

Rein von der Pyramide her, das muss erwähnt werden, hätte ich mir einen völlig anderen Duft erwartet. Etwas fein-würzig holziges vielleicht. Der Parfumeur hat aber damit bereits für eine Überraschung gesorgt und mich am linken Nasenflügel erwischt.

Wacholder-Wässerchen, mit beliebigem Gürtel aus Küchengewürz, die in Kunstholz ersticken, gibt es selbst in der Nische zuhauf. Chemie ist kein Alleinstellungsmerkmal des "Mainstream", der immer wieder zur Charakterisierung eines Duftes herhalten muss. Ich kann beim besten Willen nichts generisches entdecken und wenn "Frische" alleine bereits für diesen Eindruck sorgt, soll das so sein. Das fiese ist nur, Orientalische Themen gibt es auch im Mainstream. Sei es wie es sei, mir ist jedenfalls noch kein Duft untergekommen, der mit direkt vergleichbaren Proportionen an Zutaten arbeitet wie dieser, nicht einmal bei MFK selbst.

Für einen Duft mit wenig Bewegung halte ich das Ergebnis für sehr gelungen. Noch lieber wäre es mir jedoch gewesen, wenn man die Herznote eingefroren und in die Basis gerettet hätte, bzw. wirklich den Weg von betontem Holz (gerne staubig/spänig) gegangen wären. Auf die genannte Vanille wurde zu meinem Vorteil zumindest in meiner Abfüllung verzichtet (wohl alles für die goldenen Flaschen draufgegangen!)

Fazit: Ein wunderbar runder, leicht zu tragender Grünling, der durch subtil eingesetzte Vielfalt in Erscheinung tritt und so ein angenehmer Begleiter für Sie und Ihn in der wärmeren Jahreszeit ist. Seine Performance macht ihn auch zum verlässlichen Begleiter und die hierfür eingesetzte Chemie nehme ich gerne in Kauf. Einen Kritikpunkt habe ich aber doch. Es gab öfter beim Tragen, so im Bereich der Stunde 6-7 einen Moment, in welchem mir meine Nase kommuniziert, alles schön und gut, aber jetzt brauch ich Erholung. "Anstrengend sauber", wäre meine Umschreibung hierfür. Und diesen Aspekt möchte ich trotz meiner Lobesworte für diesen Duft nicht schuldig bleiben.

Eine besonders üppige Abfüllung "Gentle fluidity" wurde mir von @Flanker zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

13 Antworten
9
Flakon
8
Sillage
7
Haltbarkeit
10
Duft
Danielphil

3 Rezensionen
Danielphil
Danielphil
Sehr hilfreiche Rezension 39  
Der missachtete Stiefbruder
Wie schon bei einigen vor mir, ausgehend von den Statements & Kommentaren, war es keine Liebe auf den ersten Test. Eher eine Liebe auf den 5. Test – oder so. Um ehrlich zu sein hätte ich nie gedacht dass meine erste 10.0er Bewertung an einen Duft geht der mich nicht beim ersten riechen direkt umhaut.

Erster Gedanke: ja.. ich muss sagen.. hmm.. gar nicht mal so gut. Irgendwie komisch sogar. Stechend frisch & ein bisschen holzig. – weg gelegt.

Da ich mir ein Probenpaket von MFK (btw. 14€ für 4 offizielle Proben ist sehr fair) bestellt hatte, testete ich nach der Enttäuschung vom gentle fluidity silver direkt den masculin Pluriel: „Woooow der ist toll“. Nur leider in der Kopfnote gar nicht so masculin?

Nachdem der Lavendel mit der Zeit aber immer mehr verflog kam der maskuline Drydown dann zum Vorschein & wies zu begeistern. – Den brauch ich! Ein paar Tage später dann direkt einen ≈ 20ml Flakon vom masculin Pluriel geschossen & dachte damit wäre das Thema MFK erstmal erledigt. Naja.. zumindest so lange bis ich die nächsten Proben in die Finger bekomme ;D

Fast-forward: Ein Parfumo-Kumpel (LG an der Stelle an dich Kilian) bekam von den offiziellen MFK-Proben mit & bestellte daraufhin prompt auch ein Paket. Unter anderem war da auch der gentle fluidity silver dabei.

Im Gegensatz zu mir war er sofort vollkommen begeistert von dem Duft & ich fragte mich was er denn so toll an dem fand, so hatte ich ihn doch als austauschbar & eher madig in Erinnerung. An diesem Punkt war ich wieder zum testen gereizt.. wenigstens an der Probe schnüffeln musste ich nochmal.. *schnief* *schnief*.. Wacholder.. viel Wacholder.. leichte Synthetik.. hmm.. gar nicht mal so schlecht. Ganz anders wie beim ersten mal riechen.. naja überzeugen tut der mich jedenfalls nicht! & ein zweites mal – weg gelegt.

Als sich der gute Parfumo-Freund dann dazu entschloss einen Flakon des besagten Duftes zu bestellten (Gedanken: was findet er SOOO gut an dem dass direkt ein Flakon einzieht?) MUSSTE ich ihn unbedingt nochmal auf der Haut testen. Gesagt. Getan. *Pfft* *Pfft*

Direkt umgibt mich eine Wolke von angenehm auffallendem Wacholder der aber schon bald durch weich warmen Moschus & eine dezent süß-vanillige Note gedämpft wurde. Hmm.. eigentlich schon gut.. hmm eigentlich sogar richtig gut. Über die nächsten 4-5 Std. konnte ich nicht aufhören an meinem Handgelenk zu riechen. Man wie konnte ich mich beim ersten Eindruck nur so irren? Der kann was!

Nächster Tag: Aufgewacht – Probe vom Nachttisch genommen – aufgesprüht – & (Zitat: Sonny94´s Kommentar MFK APOM) plötzlich ein greller Blitz am Himmel, ein flammender Meteor stürzt zur Erde.
Mein Herz schlägt schneller, die Pupillen erweitern sich, die Hände sind Schweiß gebadet. F*ck! Was ist das eigentlich für n geiler Scheiss! Diesmal wieder: – weg gelegt.. aber nur um dann ans Handy zu gehen, Parfumo aufzurufen & mir direkt einen Travelflakon aus dem Souk zu bestellen. Der Duft hatte mich komplett im Bann.

Knapp eine Woche später, nachdem ich den Travelflakon zur Hälfte geleert hatte, ich einige Komplimente aus meinem Umfeld für den Duft bekam ( i know - ist ja eigentlich egal wie andere den bewerten, dass man richtig gut duftet hört man aber trotzdem gerne) & meine Freundin ebenfalls das O.K. für den Duft gab, wurde er als Flakon aus dem Souk gekauft. Damit war auch beschlossene Sache: das ist mein Signature.

Meine erste 10.0er Bewertung & die hat er sich wirklich verdient. Ich dachte immer mein erster 10.0er wird mich sofort begeistern, packen & nichtmehr loslassen. Zusätzlich war ich in dem glauben dass meine Nase endgültig mit ihren Entscheidungen ist & sich da nichts mehr dran machen lässt. Jedoch hat sich im Endeffekt rausgestellt dass es mit Parfüms ist wie mit vielen Dingen im Leben: auch wenn du sie erstmal hmm.. gar nicht mal so gut.. findest solltest du sie nicht direkt abschreiben. Mit der Zeit lernst du vielleicht genau diese missachteten & scheinbar austauschbaren Dinge zu schätzen & zu lieben.

Danke an Francis Kurkdjian - du krasser G!

Chapeau an deine Nase & allen anderen noch n entspannten Tag!
11 Antworten
9
Flakon
9
Sillage
9
Haltbarkeit
10
Duft
DerDefcon

131 Rezensionen
DerDefcon
DerDefcon
Top Rezension 29  
Ich kann doch nichts dafür!
Ja, kann ich wirklich nicht. Er gefällt mir plötzlich. Das lässt sich nicht ändern. Also bin ich dem Duft gegenüber fair und revidiere meinen ersten Kommentar, so wie ich es bereits bei einigen anderen Parfüms tat.

Als ich "gentle Fluidity Silver" das erste Mal testete, wurde ich mit diesem nicht wirklich warm. Die DNA ist sehr modern - wahrlich. Natürlich ist sie auch synthetisch - ja, ist wirklich so. Und mir war sie viel zu duschgelig, was mit der damals so stechenden Wacholderbeere und der synthetischen Holzigkeit zu erklären war.
Ich gab dem Duft mehrere Chancen, trug ihn an mehreren Tagen, aber Begeisterung wollte sich einfach nicht einstellen. Ich habe mir also wirklich Zeit genommen und nicht vorschnell geurteilt.

Nun haben wir das neue Jahr, tolles Frühlingswetter, Sonne und angenehme Temperaturen. Die Zeit für frische Düfte ist gekommen und so wühlte ich die letzten Tage in meinem Abfüllungsschränkchen herum und schaute, womit man seine Haut so benetzen könnte. Da fiel mir dieser Kurkdjian in die Hand, eher durch Zufall statt willentlich von mir gesteuert. Dem Minizerstäuber fehlte nämlich die Kappe, wodurch er sofort ins Auge stach und wie es das Schicksal so wollte, gab ich dem Duft eine zweite Chance und das sollte sich lohnen!

Warum ich "gentle Fluidity Silver" nun anders wahrnehme als noch vor einigen Monaten, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht hängt es mit den angenehmeren Temperaturen zusammen, vielleicht sind es auch Frühlingsgefühle oder eventuell doch der zunehmend einsetzende Lagerkoller, der jede Form der Abwechslung - auch in olfaktorischer Hinsicht - in etwas ganz Tolles und Besonderes verwandelt? Wer weiß das schon. Am Ende sind die Ursachen nebensächlich. Nicht der Weg ist bei einem Duft das Ziel, sondern das Ziel ist das Ziel. So, genug mit den Halbweisheiten und dem Floskelgeschwinge.

Kurkdjians Frischling startet - wie auch in meiner einige Monate zurückliegenden Testphase - wunderbar spritzig-fruchtig, was definitv der Wacholderbeere geschuldet ist. Leichte Duschgelassoziationen treten zwar auch zutage, doch sind wir weit davon entfernt, von einem typisch "blauen" Duschgelkandidaten zu sprechen. Ich meine, eine leicht alkoholische Note zu vernehmen, die mich an Gin erinnert. Dies galt es natürlich sofort zu überprüfen. Also auf zum Kühlschrank, an dem Dry Gin geschnuppert und festgestellt, dass meine Nase mich nicht täuschte. Der Gin in "gentle Fluidity Silver" ist zwar kein solcher, den ich im Kühlschrank vorfand, aber Ähnlichkeiten sind in dem zu Beginn etwas bitteren Auftritt auszumachen. Dass das Ganze nicht zu 100 Prozent nach dem alkoholischen Genussgetränk duftet, ist schlicht und ergreifend der Wacholderbeere zu verdanken, die das Bittere mit einer schönen Fruchtigkeit ergänzt.

Nun störte mich vor einigen Monaten die Kombination aus synthetischen Hölzern und einer sauren, auch irgendwie künstlichen Fruchtigkeit. Hiervon ist nun - im Jahr 2020 - gar nichts mehr zu spüren. Das mich damals nervende Holz glänzt durch Abwesenheit, die Wacholderbeere bekommt ein cremiges, geschmeidiges und sehr sauberes Moschusfundament, was ihr die anfangs sehr erfrischende, auf Dauer jedoch wohl zu nervig daherkommende Kratzigkeit nimmt. Das Ambroxan, mit dem ich einst ebenso meine Probleme hatte, verleiht dem Moschus-Wacholder-Verbund ein paar Ecken und Kanten und sorgt für eine an Lavendel erinnernde Krautigkeit. Wohl ist es also das Ambroxan, welches der Komposition einen schlichten, keinesfalls altbackenden Fougère-Charakter zukommen lässt. Und damit war es das auch schon.

Abschließend sei erwähnt, dass die Nase einem manchmal oft Streiche zu spielen scheint und dass selbst ausgiebiges Testen kein Garant für ein fixes und vor allem beständiges Urteil ist.
Über den Preis dieses Kurkdjians kann und darf gestritten werden. Die DNA ist aber - und hier gibt es eigentlich keine Zweifel - sehr einzigartig. Mit den üblichen Duschgelkandidaten, wie Bleu de Chanel oder Dylan Blue, hat er nichts zu tun.
17 Antworten
10
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9.5
Duft
Flanker

59 Rezensionen
Flanker
Flanker
Top Rezension 25  
MFK-Neuerscheinung ohne Jasmin!
MFK wirft einen Duft ohne Jasmin und/oder Orangenblüte auf den Markt? Das macht neugierig!

Der Auftakt ist durchaus aquatisch-frisch-grün und wohl für die meisten europäischen Nasen sehr gefällig, da es ein annähernd vertrautes und für positiv befundenes Opening ist. Für die teils überstrapazierte Parfumo-Nase schleichen sich beim Testen ggf. Muster ein. Es kann durchaus vorkommen, dass man so befangen ist, dass einem plakativ der Gedanke an Sauvage oder sogar Invictus vor dem geistigen Auge skizziert wird, wobei deren EDT-Auftakt deutlich dominanter mit synthetischen Känguru-Cojones daherkommt.

Der Start von Gentle Fluidity bleibt gefälliger und natürlicher. Wobei ich nicht davon ausgehe, dass Kurkdjians Ziel war, eine sanfte Seebrise zu skizzieren. Wir bewegen uns hier noch im deutlich synthetischen, jedoch gut gemachten Umfeld.

Auf einem Teststreifen dürfte zu diesem Punkt die Entwicklung fast an ihrem Ziel angekommen sein und deswegen die Bitte: Am lebenden Objekt (bitte keine Tiere oder Kleinkinder) testen.

Die Frische flaut mit der Zeit etwas ab, was bei so ziemlich allen MFKs für mein Empfinden der Fall ist. Muskat meine ich zwischenzeitlich zu erahnen und es können auch Hölzer ein Rolle spielen, jedoch wie ich finde, weiterhin auf einer eher abstrakten Ebene.

Es entsteht zusammen mit dem Auftakt, den Hölzern und den Kräuterli (ich war zwischenzeitlich etwas an Eisenkraut erinnert) ein für meine Nüstern männlicher Duft, der für die breite Masse etwas zu speziell sein könnte und für Nischenliebhaber viel zu alltagstauglich ist. Die Projektion ist gut, haut einen aber nicht aus den Socken (zum Glück).

Unter dem Strich bleibt ein bodenständiger, guter Duft mit Signaturcharakter und leicht synthetischen Zügen. Zum Sport würde ich ihn nicht tragen wollen. Durch seine Entwicklung und moderate Projektion passt er sogar gut zum Anzug.

Möchtet ihr einen sehr speziellen, lauten, extravaganten Duft, dann könnt ihr euch die Zeit und das Geld sparen.
Möchtet ihr eure Duftkollektion auf einige Exemplare beschränken und sucht einen alltagstauglichen Duft mit durchaus eigenem Charakter? Testemfpehlung!
Habt ihr MFK Düfte bereits satt? Testempfehlung! Hier ist keine Orangenblüte oder Jasmin verbaut ;-)

Viel Spaß & Grüße,
Flanker

P.S.: Mir ist soeben aufgefallen, dass er mich entfernt auch an Green Irish Tweed erinnert.
8 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

611 kurze Meinungen zum Parfum
SchoeibksrSchoeibksr vor 10 Monaten
7
Sillage
8
Haltbarkeit
5
Duft
Für mich eher ein verschwitztes Gym, als Gin.
Metallischer Deo-Moschus,
schwitziger Koriander-Muff :
Kopfschmerz-Synthetik garantiert !*
33 Antworten
AxiomaticAxiomatic vor 1 Jahr
7
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
5.5
Duft
Netter Start mit Wacholder, um dann zwischen Cool Water und Platinum Égoïste mit Calone zu mäandern.
Saubermann an Moschus.
Preislich hoch.
25 Antworten
TherisTheris vor 1 Jahr
7
Flakon
5
Sillage
7
Haltbarkeit
8
Duft
Wacholderwaage standhaft
Zimthölzer balancieren samtigsanft
Mit zartem Vanilledampf
auf den Schalen warmer fluidity
25 Antworten
SonarIDSonarID vor 3 Monaten
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Der frisch würzig gestreute Sand
Durch die Dünen gehend
Hauchen die Wellen
Im Strandkorb sitzend
Mit weissem Gewand
19 Antworten
SirLancelotSirLancelot vor 9 Monaten
8
Flakon
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7
Duft
Eigentlich eine gute Wahl fürs Office, aber in diesem frisch-kühlem Mix steckt ein metallischer Unterton, der ihn mir dann doch verleidet.
30 Antworten
Weitere Statements

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So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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