FlankerFlankers Parfumrezensionen

1 - 5 von 59
Flanker vor 8 Monaten 21
9.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Freundliche Bitte um ein wenig mehr Aufmerksamkeit ;-)
Woran erkennt man, dass einfach zu viele Düfte auf den Markt geschwemmt werden?
1. Mit einem einfachen Blick in die Parfumo-Datenbank
2. Mit einem schnellen Blick auf euer Bankkonto
3. Daran, dass ein solcher Duft wie Privé von Ormonde Jayne kaum Beachtung geschenkt bekommt

Sicherlich hat Ormonde Jayne seinen festen Kundenstamm, der nachbestellt, aber nicht groß darüber spricht. Wie es aussieht, legt die Kundschaft auch keine gesteigerten Wert darauf Parfum-Flakons zu fotografieren oder Textzeilen über Dufteindrücke zu kreieren.

Der gemeine Parfumo in freier Wildbahn hingegen sucht, ob er es will oder nicht, das Neue, das Bessere, den (ja ich muss es aussprechen) HEILIGEN GRAL DER DUFTERLEUCHTUNG.
Selbst in neue Batches werden Hoffnungen und viel Energie gesteckt. Ja, sogar einen Parfumkeller zu Lagerung, Reifung der bestehenden Batches wird angemietet.

Liebe Parfumo-Gemeinde, ich sage euch: „Wir werden ihn finden, feiern und verehren. Selbst, wenn er das letzte ist, was wir riechen“.

Für die Statistiker unter euch:
Privé ist seit 2018 auf dem Markt
Bewertungen: 27
Statements: 7
Parfum-Fotos: Bis vor kurzem 0 (in Worten „Null“)
Kommentare: 1

Echt Leute? Nein, jetzt im Ernst. Das schaffen andere Düfte am Tag! Ich erwähne hier explizit keine Namen. Nicht, dass wieder mein Postfach überquillt mit neuen Kommentaren für ihr wisst schon wen.

Wenn ich den Auftakt beschreiben müsste, dann wäre es wohl Neroli, Pfeffer und die leicht blümerante Seite. Nichts davon wirklich dominant vertreten zum Glück. Ich kann Neroli mittelfristig nicht ausstehen, möchte nicht nach Pfeffersteak riechen und habe Heuschnupfen sowie eine generelle Abneigung gegen zu viel Weißblüher.

Prinzipiell macht es jedoch keinen Sinn einzelne Bestandteile aufzulisten, da der Duft auf mich im Gesamteindruck eher synthetisch, jedoch zugleich unglaublich gepflegt und wohlig wirkt. Timbersilk und Ambroxan haben hier sicherlich ihre Tentakel im Spiel. Hach, synthetisch? Wär hätte es gedacht? Der Geza war’s.

Basmatireis esse ich gerne, er riecht und schmeckt gut. Hier macht er das Duftbild für mich, als Nicht-Chemiker, lediglich greifbarer/beschreibarer. Das ist schon so ein dampfig-frisch-wohliger Vertreter seiner Duftgattung ;-)

Der Duftverlauf bleibt in seinem eigentlichen Charakter sehr beständig, auch wenn er anfangs heller mit floraler Tendenz und lauter wirkt. Das geht jedoch einigen Düften von OJ so. Wie sagt man so schön: „Hinten kackt die Kuh“.

Das stabile Duftbild mag für einige etwas monoton rüberkommen. Ich mag es jedoch sehr, da es sich um einen absoluten Unisex-Alltagsduft handelt, der mir treu sein und nicht alle 30 Minuten seine olfaktorische Erscheinung ändern soll. Wer im übrigen bereits Timbersilk in Reinform gerochen hat, bitte um Rückmeldung. Das Zeug muss von Maggi released worden sein. Einmal damit gekocht, benötigt man eine Umschulung, um darauf verzichten zu können.

Dass ein Duft schlecht zu beschreiben ist, spricht für den Duft und nicht unbedingt dagegen. Ich hoffe zumindest, eure Aufmerksamkeit etwas auf ihn gelenkt zu haben. Den hier muss man einfach selbst gerochen und nicht selbst gelesen haben.
Dieses angekommen sein und nicht mehr testen wollen, ist Quark, jedoch ist man vor allem nach einer längeren Parfumo-Abstinenz mit bestimmten Düften einfach zufrieden und sehr passend beduftet.

15 Antworten

Flanker vor 2 Jahren 18
7.5
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Game of Thrones
„Königin Victoria, die zugleich Kaiserin von Indien war, erklärte Creed zum offiziellen Hoflieferanten der edlen Parfums für den Hochadel. Unter der Schirmherrschaft von Kaiserin Eugénie ließ sich das Haus Creed 1854 in Paris nieder.“
„Royal Mayfair - inspiriert vom Leben des Königs Edward VIII., Duke of Windsor.“
„Bois du Portugal war der Lieblingsduft von Napoleon I.“
„Zur Hochzeit von Grace Kelly und Fürst Rainier von Monaco wurde für Gracia Patricia der Duft „Fleurissimo“ von Creed geschaffen.“
„Die Kundenliste liest sich wie ein Who is Who: z. B. sind Prinz Charles, Robert Redford und Clint Eastwood Fans des Duftes „Green Irish Tweed“.“
„Ein Flakon von „Erolfa“ stand in jeder Kabine der ersten Klasse der Titanic, und ein paar wenige davon sollen heute noch auf dem Meeresgrund zu finden sein.“

Kleine Anmerkung zu letzterem Zitat: Fragt ein Taucher den anderen: Na, auch wegen der Titanic hier? Meint der andere Taucher: Nee! Wegen der ollen Erolfa-Flakons!!

Wenn ich mir die Duftbeschreibung und Werbetexte vom Cologne ansehe, verzichtet Creed vollständig auf Kaiser(innen), König(Inn)e(n), Musiker(innen), etc. Nichteinmal Marcus Prinz von Anhalt wird erwähnt.

Auf dem Handrücken aufgetragen, empfängt mich ein frischer, zitrischer Auftakt. Duftrichtung Zitrone. Ich kann die Verbindung zu Chanel-Mainstreamkassenschlagern tatsächlich nachvollziehen, da mich ganz unterschwellig die Mandarine an mein Erlebnis mit AHS erinnert. Frisch-fruchtig-fröhlich startet das Vergnügen, um mittelfristig von sehr hellem Vetiver unterlegt zu werden. Die frische Kopfnote wird durch die üblichen Aromahelferlein aus dem Standardtöpfchen gestreckt und etwas mit Holz ergänzt.

Diese „Supportstoffe“ sorgen gefühlt dafür, dass man das Verblassen der Kopfnote vergisst und dennoch einen Frischeeindruck behält. Es bleibt eine stumpf-holzige, synthetisch-männliche Frische, die man so fein austariert, noch nie erleben durfte…*Örrgs*

Kurzes, persönliches Gedankenspiel:
Olivier zu Erwin: Erwin, mein Bub. Was meinst du? Wir kreieren mal was ganz Flippiges! Erwin zu Olivier: Au ja, Baba.
3 Jahre später stehen die Duftnoten fest: Zitrone - Mandarine - Holz

Ein weiterer Sprüher ging in die Armbeuge (auf meinen Pullover). Da man, nicht nur aus aktuellem Anlass, in die Armbeuge niesen soll, hielt ich das für eine Win-Win-Situation.
Das Interessante hierbei ist, dass anfangs ein komplett abweichender Dufteindruck entsteht. Im Auftakt konnte ich plötzlich authentische, spritzige Mandarinenschale wahrnehmen und fast schmecken. Nicht sooo schlecht! Der Eindruck hält sich eine ganze Weile bis auch hier, wohl der Ingwer dazu beiträgt, dass meine tolle Mandarinenschale in Richtung Dosenmandarine abdriftet. Der Frischeeindruck bleibt auf Stoff lange erhalten, wird jedoch mit der Zeit etwas süßer. Eine Süße, die mir auf der Haut nicht weiter aufgefallen ist. In der Basis gleichen sich die beiden Testversionen wieder an, wobei sich der stumpf-holzige Eindruck etwas zurückhält.

Mit Aventus Cologne hat Creed einiges über Board geworfen, was ggf. für die Weiterfahrt nützlich gewesen wäre (Rettungswesten, Trillerpfeifen, etc.). Creed-Düfte besaßen jeher für mich eine eigenständige DNA. Ob man Diese mag oder nicht, sei mal dahingestellt, aber es bestand ein Unterscheidungsmerkmal. Aventus Cologne ist der erste Duft, bei dem diese DNA irgendwo zwischen Ambroxan und Linalool verloren ging. Wann genau wurde Creed an BlackRock Long Term Private Capital verkauft?

Nicht nur Raffinesse, sondern auch das bisherige Werbe-Zitat ersparte man sich gezielt bei Aventus Cologne:
„In einer Zeit, in der die Duftindustrie von Modemarken und Celebrity-Marken beherrscht wird, ist es eine Freude, zu entdecken, dass es noch ein Familienunternehmen gibt, für welches höchste Qualitätsansprüche der Maßstab sind und das diese Werte auch heute noch lebt.“
5 Antworten

Flanker vor 2 Jahren 41
7.5
Duft
10
Haltbarkeit
9
Sillage
7
Flakon

Yesterday
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich auf den Test gefreut habe. Welche Duft-Bilder ich schon in meinem Kopf hatte. Wie ein kleines Kind vor Weihnachten. Da war er nun….der HACIVAT!!!

Die Verpackung ist nett gemacht. Da wackelt nichts. Die Zerstäuberkappe könnte man bedenkenlos, auch als Türstopper für Brandschutztüren verwenden. Einmal fallen gelassen, müsst ihr das schwere Ding aus eurem Laminat flexen.

Unser heutiger Testkandidat startet mit einer sehr präsenten und plakativ-süßen Ananas. Erinnert mich direkt…..an süße, etwas zu plakative Ananas.
Weshalb um alles in der Welt Ananas?! Ich verstehe es nicht. Was Yesterday von den Beatles im Bereich Coversongs, ist die Ananas für die Herren-Duftwelt. Wenn ich Yesterday lauter singe, bedeutet das leider nicht, dass das Lied besser wird.

Grapefruit und Holz scheint die durchaus reife Frucht zu begleiten. Beide Eindrücke in Kombination bekommen für mich, auch in anderen Düften, einen synthetischen Touch. Ich kann mit der Kombination einfach nichts anfangen. Hacivat ist zudem dermaßen laut, dass ich selbst nach einem Sprüher auf dem Handrücken, nach kurzer Zeit, Kopfschmerzen bekomme die sich gewaschen haben. An der frischen Luft geht es noch, aber Indoor für mich längerfristig untragbar.

Einen moosigen oder grünen Charakter hat Hacivat für mich nicht wirklich. Im Kern bleibt der Eindruck über mehrere Stunden linear bestehen. Die eigene Nase kann schonmal zumachen bei der Lautstärke, aber der Duft meldet sich in regelmäßigen Wehen zurück. Dieser Ananas-Eindruck funktioniert bei mir nur in der Anfangszeit. Mittelfristig drängt sich die holzige Seite in den Vordergrund, gepaart mit einer sehr ordentlichen Ladung Aromachemikalien, die diesen „fruchtigen“ Frischeeindruck aufrecht erhalten möchten und mich an Bond No.9 erinnern.

Einen großen Duftübergang konnte ich bei meinen Tests und unterschiedlichen Wetterbedingungen nicht feststellen. Dieser etwas abstrakt-künstlich Holzeindruck hält sicherlich Wochen auf Kleidungsstücken und überdauert auch den stärksten Waschgang. Ich hatte mir einen Duft ausgemalt, der ausbalanciert daherkommt, schwer fassbar ist und mich fasziniert. Erhalten habe ich einen Duft, der plakativ startet und mich zum Ende hin etwas langweilt.
Dennoch bleibt zu sagen, dass mein Umfeld den Duft positiv aufgenommen hat. Rückmeldung von meinen Mitmenschen im Mittelwert: Seriöser, aber lauter Duft…riecht OK.
Ich finde Hacivat nicht schlecht, aber mehr empfinde ich auch nicht.

Wer einen komplexen Duft sucht ist bei Hacivat falsch. Auch einen Aventus 2.0 kann ich in Hacivat nicht ansatzweise sehen. Hacivat erinnert mich an den damaligen Hype um Orion, wobei die beiden nicht wirklich vergleichbar sind. Wer einen lautstarken, seriösen Duft sucht, der ganze Bahnhofshallen beduftet und länger durchhält als der Duracell-Karnickel, sollte sich auf die Suche nach Hacivat machen. Ich muss jetzt leider aufhören zu schreiben, da ich mir zur Auffrischung erneut einen Sprüher Kopfschmerzen gegönnt habe. Der Flakon durfte an jemanden weiterziehen, der ihn sicherlich mehr schätzt als ich.
14 Antworten

Flanker vor 2 Jahren 23
7
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Wer mit den großen Hunden pinkeln will…
…sollte auch das Bein heben können. Bezogen auf die Preisgestaltung der Le Gemme Serie, habe ich zugegeben, ein gewisses Duft-Bild sowie Vorurteile im Kopf:

- Flakons mit Edelsteinen auf dem Deckel
- Hochwertige Ingredenzien
- Viel hilft viel - oft eher opulente Düfte für bestimmte Anlässe
- Schlechte Verfügbarkeit
- Teils mehr (Geld)Schein als sein

Punkt 1 wäre bei der Le Gemme Serie schonmal erfüllt. Zitat: „Malakeos - Der leuchtende Edelstein ist ein Sinnbild für die Pracht und Überfluss…“. Wobei Malachit weder passiv noch aktiv leuchtet und streng genommen nicht zu den Edelsteinen zählt. Schnitzel Wiener Art wird auch nicht mit Kalbfleisch zubereitet, was den Preisunterschied begründet. Somit ist auch Punkt 5 erfüllt, was den Flakon angeht. Nicht zuletzt muss man natürlich nach Bezugsquellen suchen und landet ggf. in einer Bulgari-Boutique. Selbstverständlich mit vorheriger Terminvereinbarung (Punkt 4).

Nachdem man also ein erhebliches Säckchen Goldtaler für eine Probe hingeblättert hat, sinkt das Konto und steigt die Vorfreude. Der Sprühfinger bewegt sich zittrig und ehrfürchtig in Richtung Sprühköpfchen. Nein, stop! Erst an besagter Sprüheinheit schnuppern (da gebrauchte Originalprobe).
Der Ersteindruck besticht durch ein kurzes Ähh, dicht gefolgt von einem langgezogenen Ooooh und gleichzeitigem Misstrauen in der Magengegend. So ganz anders als gedacht.

Ich sprühe, noch immer voller Vorfreude, den Duft auf mein Handgelenk, warte, waaaaarte und Nase dran.
Was meine Nüstern zugleich erreicht, waren die folgenden 2 Eindrücke. 1. Wie, gekippt? 2. Den kennst du doch!

Ich hätte im Auftakt auf Eisenkraut/Moos schwören können. Diese Kombi kenne ich nur aus Irish Tweed und auch hier dachte ich anfangs, dass der Duft gekippt sei. Es weht mir eine grün-bittere Note entgegen, die mich persönlich irritiert, aber nicht vollständig abschreckt. Im Fall von Green Irish Tweed werden anschließend Duftübergänge erkennbar. Im Fall von Malakeos nehme ich keine Übergänge sondern Moschus wahr. Zugegeben ist die Kombination interessant. Moschus finde ich schön. Ich kann jedoch nur wenige moschuslastige Düfte über längere Zeit tragen, da sie mir auf Dauer zu monoton erscheinen. Bei Malakeos verglüht der grüne Auftakt etwas, hält sich jedoch beständig im Hintergrund bis in die Basis. Moschus kommt nach ca. 30 Min. sehr präsent zum Vorschein, wirkt jedoch, aufgrund verschiedener, sehr präsenter Duft-Molecule-Pfeiler, piksig und doch leicht penetrant. Dieser Eindruck macht es mir auch unmöglich, Lavendel im Duftverlauf auszumachen. Und auch bei Malakeos war es das bereits mit dem Duftverlauf für mich. Auch wenn sich dieser Malachit als beständig erweist, ist die Ausstrahlung, zum Glück sehr moderat und das ist gut so.

Mein initialer, positiver Eindruck hatte sich somit relativ schnell in das Gegenteil gewandelt. Ich möchte zudem einen ehrlichen, persönlichen Vergleich ziehen, was den Duftcharakter angeht. Auch wenn ich hier Niemanden kränken möchte. Otto-Kern Signature Men macht aus seiner Synthetik keinen Hehl, kommt ohne Schmuckstein daher und die 50ml kosten unter 15€. Charakterlich ähneln sich beide doch ziemlich in meinen Augen. Mittelfristig kommt uns jedoch das Verpackungsmaterial, welches man für die 21 Otto-Kern-Flakons erhält, sicherlich teurer zu stehen als ein kleiner Malakeos.

Wer also das nötige Kleingeld auf der hohen Kante hat und den Duft mag, bitte ohne schlechtes Gewissen zugreifen und sich daran erfreuen, etwas Besonderes in der Sammlung zu haben! Ich gönne es euch von ganzem Parfumo-Herzen. Ich für meinen Teil habe Geld durch die Probe verloren, aber unter dem Strich an Erkenntnis gewonnen.
15 Antworten

Flanker vor 2 Jahren 29
8.5
Duft
7
Haltbarkeit
6
Sillage
8
Flakon

Where are all the carrots gone?!
Es ist vollbracht. Nun hat auch die letzte Möhre den Überblick über die verschiedenen Dior-Versionen verloren. DH/DH 2020, DHI 2007/2011, DHP, DHS 2008/2012/2017, DHC 2007/2013.
Ich war nie ein großer Fan des ursprünglichen Dior Homme. Keine Ahnung warum. Ich bin wohl einfach der Meinung, Karotten sind zum Essen da. Und das auch nur mit viel Raffinesse zubereitet. Ich hatte noch nie das Bedürfnis nach Möhre zu riechen. Ich wüsste nicht wer oder was, überhaupt nach Möhren riechen sollte, außer ein feister Lepus mit Halitosis.

Die 2020er Version startet bereits holzig-frisch. Im Verlauf wird der Duft etwas holziger und bekommt einen leichten herb-würzigen Dreh, der mir gefällt. Ggf. spielt hier auch Vetiver bis in die Basis eine untergeordnete Rolle. Das Duftbild bleibt weitestgehend zurückhaltend, linear und Moschus lässt das Ganze moderat seifig ausklingen. Es entsteht ein durchweg angenehmer Büroduft, der mich sehr hautnah durch den Tag begleitet.

Ja, das ist alles andere als spektakulär, aber ich habe im Alltag auch keinen Nerv mich und mein Umfeld mit spektakulären Düften abzulenken. Ich bin weder Zauberer noch Clown, sondern arbeite im Büro. Ich möchte gut beduftet den Tag überstehen, ohne dass ich Kopfschmerzen bekomme. Einige Düfte schaffen das leider all zu schnell. Und ja, aufgrund seiner Zurückhaltung wird er sich auch nicht in das Gedächtnis eurer Mitmenschen einprägen. Uuund kein Wesen auf diesem Erdballen wird sich den Schlüpper vom Leib reißen, weil ihr Parfum tragt (auch nicht, wenn Möhre enthalten ist). Obwohl….nein, ich denke eher nicht. Naja, ich bin in diesem Punkt unentschlossen. Seit Bauer sucht Frau etc. halte ich vieles für möglich.

Banal, langweilig, unkreativ, lieblos, unnötig, nicht würdig, charakterlos, nichtssagend, etc.….Das Ganze Parfumo-Glossar prasselt hier auf das Modehaus nieder, aber unterm Strich hilft Firmen die Liebe zu früheren Beststellern nicht weiter. Wenn die Zahlen nicht stimmen, muss reagiert werden. Insofern werden der alten Version wohl weniger Menschen nachtrauern als gedacht. Veränderungen, die für den Kunden so transparent durchgeführt werden, verdienen sogar meinen Respekt. Werde ich mir den Duft nachkaufen? Wohl eher nicht, da sicherlich die nächste Version bereits auf dem Markt sein wird. Wird mich das trauern lassen? Wohl eher nicht. Mir gefällt Dior Homme 2020 dennoch.
12 Antworten

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