Ginkstar

Ginkstar

Rezensionen
Melancholie als Duft
"Angels' Share | Kilian" entfaltet einen Duft, der nicht nur die Sinne umschmeichelt, sondern auch eine emotionale Reise auslöst. Vor der Probe des Parfums hatte ich Bedenken, da es als einer der Weihnachtsdüfte schlechthin bekannt war. Weihnachten rief bei mir aufgrund meiner problematischen Beziehung zu meinem Vater stets negative Gefühle hervor. Doch dieser Duft übertraf meine Erwartungen und eroberte mein Herz im Sturm.

Beim ersten Sprühstoß war die Überraschung sofort da: Ein wunderbarer süßer Gourmandduft erfüllte den Raum auf eine Art und Weise, die mich regelrecht faszinierte. Die Mischung aus Schokoladigen Pralinen, großzügigem Cognac, Haselnuss und einem Hauch von Zimt erzeugt einen Duft, der köstlicher ist, als die besten Pralinen in der Realität je duften könnten. Bereits beim ersten Schnuppern konnte mich dieser Duft überzeugen und zum Glück erinnerte er mich kaum an Weihnachten, sondern vielmehr einfach an die kälteren Jahreszeiten.

Besonders berührt hat mich die Tatsache, dass dieser Duft zu einem unerwarteten Zeitpunkt in meinem Leben erschien und dadurch automatisch mit einer unglücklichen Liebesgeschichte verknüpft ist. Die süße, zugleich warme und sinnliche Aura von "Angels' Share | Kilian" erweckt Erinnerungen an eine Liebe, die trotz ihrer Intensität und Leidenschaft durch Lebensumstände zu einem unerfüllten Traum wurde. Die Süße des Duftes erinnert an die Süße der gemeinsamen Momente, während die Wärme an die Nähe erinnert, die wir teilten. Doch wie der Duft in die kältere Jahreszeit passt, so erinnert er auch daran, dass manchmal die Umstände die Wärme und Nähe in unserem Leben abkühlen können, trotz der süßen Erinnerungen, die in unserem Herzen bleiben. "Angels' Share | Kilian" ist somit nicht nur ein olfaktorischer Genuss, sondern auch eine Reise durch Emotionen, die das Herz berühren.

Der Flakon wird bald bei mir einziehen dürfen. Diese Erinnerung möchte ich nicht missen, auch wenn sie schmerzt.
0 Antworten
Nein, Nein, Nein. Leider gar nicht. Nichts für mich.
Der Reflection Man ist tatsächlich wie ein intensiverer Le Mâle Eau de Toilette mit einzelnen Noten die deutlich stärker herausstechen. Wo ich den Le Mâle Eau de Toilette aber noch irgendwie erträglich finde, musste ich mir den Reflection Man sofort abwaschen. Penetrant, aggressiv, unangenehm. Das sind die Assoziationen die leider mit dem Duft aufkommen. Ich wünschte ja selbst, dass es anders wäre, aber aktuell finde ich wenige Düfte abstoßender als den Reflection Man und diese Düfte verursachen bei mir Kopfschmerzen. Und das zählt sowohl auf Papier als auch auf der Haut. Was mich an den Noten explizit stört, das vermag ich nicht zu sagen. Dazu fehlt mir noch die Fähigkeit einzelne Nuancen herauszuriechen bei den aller meisten Düften. Die Sillage und die Haltbarkeit sind sehr stark, was bei einem solch ungefälligen Duft für mich ein Nachteil war.

Es mag sein, dass der Reflection Man sehr gut gemacht ist. Vielleicht ist er sogar wirklich hochwertig und offensichtlich sehr beliebt. Aber was bringt es in einer subjektiven Bewertung darauf einzugehen, wenn man die Probe nur aus der Hoffnung behält, dass irgendwann doch der Funke überspringt und eine gewisse Gefälligkeit und Akzeptanz magisch erscheinen. Wahrscheinlich kein sehr rationaler Gedanke, aber wer sagt schon, dass wir Menschen rationale Wesen sind.

Ich wünsche Allen viel Spaß mit ihren Düften, aber für mich ist das aktuell leider der schlechteste Duft. Natürlich mag ich Düfte, die mir Kopfschmerzen verursachen nochmal deutlich weniger, aber deren Duftkompositionen gefielen mir meist trotzdem besser als die des Reflection Man . Schade.
22 Antworten
Eine Ode an den Natural Dusk - Ein zauberhaftes olfaktorisches Abenteuer
Lasst uns einen Moment die Kunst des Parfüms würdigen. Diese sinnliche Erfahrung, die mehr als nur ein Geruch ist - sie ist eine Reise, ein Ausdruck unserer Persönlichkeit und ein Anker unserer Erinnerungen. Wenn man so will, ein olfaktorisches Tagebuch. So hat auch meine Duftreise begonnen, eher unschuldig und unbekümmert. In der Hoffnung, durch einen Hauch von Duft, die Welt um mich herum ein wenig heller, ein wenig schöner zu machen.

Die Reise begann mit Club de Nuit Intense Man Parfum , ein wahrer Moloch in der Welt der Düfte. In seiner Aura hätte man einen Elch zum Schwitzen bringen können. Durchaus beeindruckend, aber die Liebe erlosch, als ich erkannte, dass die Sillage zwar mächtig, aber der Duft eher nicht meins war. Meine Neigung zu Rauchduft war wohl vergleichbar mit dem Verlangen eines Goldfisches, einen Marathon zu schwimmen.

Natürlich war dieser erste Fehltritt ein kleines Hindernis, aber wie sagt man so schön? Wer nie stolpert, lernt nie gehen. Mit jedem Fehlkauf und jeder neu entdeckten Perle, wuchs mein olfaktorisches Verständnis. So kam ich eines Tages zum "Natural - Dusk | The Woods Collection", einem Klon des ikonischen Layton. Und lieber Himmel, es war Liebe auf den ersten Sniff!

Es duftet nach dem verführerischsten Apfelkuchen, den Sie je gerochen haben. Nein, besser noch, es duftet nach dem Apfelkuchen, den Ihre Mutter nie zu backen geschafft hat. Die harmonische Balance zwischen süß und sauer ist derart meisterhaft, dass sie einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Und mit der Zeit entwickelt sich eine Vanillenote, die so verführerisch ist, dass man am liebsten hineinbeißen möchte.

Tragen kann man ihn immer und überall, denn er ist ein wahrer Chamäleon-Duft. Ein treuer Begleiter für alle Jahreszeiten und Gelegenheiten, selbst wenn die Temperaturen in die Höhe klettern. Die Haltbarkeit ist in Ordnung, nicht überragend, aber auf jeden Fall akzeptabel. In Sachen Sillage könnte er durchaus etwas mehr Wagemut an den Tag legen. Mein Rat: Scheuen Sie sich nicht, ein wenig mehr aufzutragen. Bei seinem Preis-Leistungsverhältnis tut es nicht weh, großzügig zu sein.

Der "Natural - Dusk | The Woods Collection" hat etwas Wunderbares an sich. Er schenkt Glück und gute Laune, und die bisherigen Reaktionen meines Umfelds bestätigen dies. Trotz seiner aktuell erhabenen Position als mein "Heiliger Gral" der Düfte, sehe ich meine Duftreise noch nicht als beendet an. Der Drang, das Original Layton zu schnuppern und auch andere Düfte dieser Marke zu entdecken, bleibt bestehen.

Bis jetzt konnte kein anderer Duft, ob von Xerjoff oder Roja, diese magische Wirkung auf mich ausüben. Nur Louis Vuitton konnte mit dem Afternoon Swim und etwas weniger Imagination einen ähnlichen Zauber entfachen. Aber aktuell hat der "Natural - Dusk | The Woods Collection" mein olfaktorisches Herz erobert. Und so geht meine Reise weiter, immer auf der Suche nach dem nächsten olfaktorischen Abenteuer. Denn wie das Sprichwort sagt: "Manche suchen ein ganzes Leben lang nach dem perfekten Duft, andere öffnen einfach den "Natural - Dusk | The Woods Collection"!"
0 Antworten
Kindheitserinnerung aus dem Arztzimmer
Ich bin gerade dabei, verschiedene Proben von hochgelobten Düften zu testen, und natürlich musste auch der "Oud Stars - Alexandria II" von XerJoff dabei sein. Obwohl ich keine umfangreiche Kenntnis von hochwertigen Nischendüften habe, brauche ich sie auch nicht, um meine Meinung dazu kundzutun.

Also, für mich entfaltet sich in den ersten Stunden ein intensiv medizinischer und scharfer Duft (vermutlich das Oud), der tatsächlich Kindheitserinnerungen in mir weckt. Er erinnert mich an den Besuch beim Augenarzt, der eine altmodische Praxis mit dunkel vertäfelten Wänden und Decken hatte. Alles war sehr dunkel eingerichtet, mit einigen "karikativen" Bildern über das Leben eines Augenarztes an den Wänden verziert. Der Duft erinnert mich dabei an ein sehr altes schwarzes Ledersofa, dass dort im Wartezimmer stand. Gleichzeitig ruft er auch den Geruch meines Kinderzahnarztes hervor. Es ist auf gewisse Weise medizinisch, und auch dort war die Praxis auf ihre eigene Art kunstvoll eingerichtet. Alles war kariert in Schwarz-Weiß-Mustern, mit einem Klecks Rot dazwischen (wie das Sofa dort). Das sind auf jeden Fall interessante Erinnerungen, und dafür danke ich dem Duft. Allerdings waren das Orte, an denen ich nicht gerne war. Ich war zu jung und klein und die Atmosphäre dort war einfach zu bedrückend.

Also, wie finde ich den Duft? Für mich ist er in den ersten Stunden beißend. Er überschreitet ständig die Grenze zum Unangenehmen. Normalerweise wäre mir das nach 30 Minuten schon genug, aber hier hält sich diese Phase bei mir einfach 2-3 Stunden lang. Irgendwann entfaltet sich dann ein deutlich sanfterer Duft darunter, der wirklich sehr angenehm riecht, und diesen Verlauf mag ich sehr gerne.

Aber am Ende des Tages sind einfach drei potenzielle Stunden einer duftenden Arztbombe zu viel für meine Nase. Der Duft projiziert unglaublich stark und hält gefühlt ewig an. Es ist eine interessante Duftreise, die ich gelegentlich mit meiner 2-ml-Probe wiederholen werde. Aber für mich ist er nicht alltagstauglich. So möchte ich nicht riechen, und ich möchte auch anderen Menschen nicht aufdrängen, diese Entscheidung zu treffen.

__________________________________________________________________________________________
Update: Ich war jetzt länger am Überlegen, wie ich es mit meiner Rezension machen möchte. Meine Meinung zum "Oud Stars - Alexandria II (Parfum) | XerJoff" hat sich um 180° gewendet. Daher schreibe ich eine neue Rezension und wische die Historie meiner persönlichen olfaktorischen Reise weg? NEIN! So behalte ich mir ein virtuelles Zeitzeugendokument und hoffentlich auch ein wenig Transparenz und Integrität. Daher lasse ich meine "negative" Rezension mit einer damaligen 6,5 für den Duft stehen.

Was hat sich also verändert? Je mehr ich den "Oud Stars - Alexandria II (Parfum) | XerJoff" getestet habe, desto weniger hat mich die startende Arztnote gestört und desto kürzer fiel die auch für mich aus. Eventuell erklärt es sich bei mir mit der Lernkurve welchen Duft ich an welcher Stelle auftrage. Für mich sind solchen starke Düfte nur am Nacken oder an dezenten Stellen tragbar. Frontal ist die Intensität mir dann doch zu groß.
Aber Herrgott oder FrauMama (whatever) ist der Duft mittlerweile wunderschön. Der Verlauf nach der Arztbombe mochte ich sowieso von Anfang an. Aber je mehr ich ihn rieche, desto besser gefällt er mir. Er hat mich jetzt zum Ende meiner Masterarbeit häufig begleitet, da ich mich einfach super fühle, wenn ich ihn rieche. Eventuell wird der Duft immer mit diesem Abschnitt in Verbindung bleiben, aber das ist ja nicht schlimm. Jedenfalls neigt sich die Probe langsam dem Ende und ein Flakon wird früher oder später einziehen müssen. Da schmerzt leider der Preis, aber für die ganzen Erinnerung die schon Heute in diesem Duft stecken und der Freude ihn zu riechen. Dafür ist mir dann das Geld doch nicht zu schade.

Ich empfehle auf jeden Fall den Duft eine Chance zu geben. Bzw. nicht unbedingt eine Chance sondern 3 Chancen!
0 Antworten
Segen oder Fluch?
DER PROLOG

Ich befinde mich derzeit am Ende meines Langzeitstudiums und da ich mich auf große Veränderungen im Leben vorbereite, brauche ich die erforderlichen Utensilien für den "Ernst des Lebens". Zusammen mit diesem Gefühl, dass immer näher rückt, erreichen mich langsam die ersten Hochzeitseinladungen. Also wird es wirklich Zeit für einen Anzug. Dazu gehören natürlich auch die passenden Accessoires wie eine schicke Uhr, Schuhe und ein neues Parfum. Leider neige ich dazu, mich total in neue Themen zu vertiefen. Das bedeutet, dass ich mich irrational auf die Recherche von Bewertungen und Meinungen von Menschen stürze, die im Gegensatz zu mir Ahnung von der Materie haben.

DER DUFT

Nach einigem Hin und Her hier auf Parfumo habe ich mich für den Club de Nuit Intense Man Parfum entschieden. Ein durchaus solider Klon des legendären Aventus Creed? Na klar, warum nicht. Ich habe den Aventus zwar noch nie bewusst gerochen, aber wenn es anderen gefällt, wird es mir bestimmt auch gefallen, oder?

Seitdem der Duft endlich angekommen ist, teste ich ihn jeden Tag. Ich muss sagen, er hat definitiv eine beeindruckende Präsenz. Die ersten Spritzer erzeugen einen starken Eindruck von Zitrusfrüchten. Eine für mich stark synthetische Note mischt sich in die ersten 5 - 15 Minuten in eine fast unangehme künstliche Zitrone. Auf diesen Part freue ich mich tatsächlich nicht wirklich. Aber dann entfalten sich nach und nach die rauchigen und holzigen Noten, die dem Duft eine gewisse Tiefe verleihen. Es ist wie ein Spaziergang durch einen mysteriösen Wald mit einem Hauch von Abenteuer. Es riecht jetzt einfach fantastisch.

DER WAHN

Allerdings muss ich gestehen, dass ich seitdem ich diesen Duft trage, in einige ungewöhnliche Situationen geraten bin. Während ich fröhlich durch die Straßen spaziere, habe ich mich mehrmals erschrocken, als plötzlich Damenhöschen auf den Boden klatschten. Ich dachte zuerst, ich wäre in eine wilde Unterwäsche-Revolution geraten, aber dann wurde mir klar, dass es einfach die berauschende Wirkung des Duftes ist. Offensichtlich übt der Club de Nuit Intense Men eine magische Anziehungskraft auf Damenunterwäsche aus. Es ist fast so, als würde der Duft eine eigene Persönlichkeit entwickeln und die Höschen förmlich anziehen.

Ich muss sagen, es ist ein ziemlich amüsantes Phänomen. Jedes Mal, wenn ich meine Runde drehe, erwarte ich fast schon den Höschen-Regen. Es ist, als ob der Duft eine unsichtbare Botschaft an die Damenwelt sendet: 'Hey, schnappt euch eure Panties und werft sie diesem charmanten Kerl zu!' Es ist ein bisschen wie ein Duft-Superheld, der unabsichtlich Damenunterwäsche rettet.

DER SCHLUSS

Alles in allem bin ich mit meiner Entscheidung für den Club de Nuit Intense Men zufrieden, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich jemals die volle Kontrolle über die Höschen-Invasion haben werde. Aber hey, das ist ein kleiner Preis, den ich gerne zahle, um einen Duft zu tragen, der so viel Aufregung und Überraschung in mein Leben bringt. Also, falls ihr auf der Suche nach einem Parfum seid, das nicht nur gut riecht, sondern auch zu einer spontanen Unterwäsche-Party führen kann, dann ist der Club de Nuit Intense Men definitiv die richtige Wahl!

UPDATE: So, nachdem der CdNIM mein erstes Nischenparfüm war und nun ein wenig Zeit vergangen ist, kann ich ja nochmal über meine Erfahrungen mit dem Duft sinnieren. Jetzt nachdem ich schon den einen oder anderen Duft riechen durfte, fällt mir tatsächlich auf, dass ich leider Gottes den CdNIM nicht mag. Der Sprühkopf ist viel zu konzentriert (bei mir vllt. nur), dass macht wirklich jedes mal die Freude dahin einen Duft aufzutragen. Da spielt auch Distanz kaum eine Rolle. Jedenfalls finde ich den Start mittlerweile angenehmer. Wenn auch nicht viel, aber etwas angenehmer als zu Beginn. Das ist ein Vorteil, aber leider stelle ich auch fest das mir die Duft DNA aus zitrischer Rauchigkeit gar nicht an macht. Am Unterarm stört mich der Duft regelrecht, da er den Geschmack von Lebensmittel einfach verfärbt (und das kein bisschen positiv) und auch wenn er am Hals etwas besser ist, ist es für mich Fern von angenehm. Schade.
2 Antworten