KleopatraKleopatras Parfumkommentare

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22.07.2019 16:33 Uhr
33 Auszeichnungen
Wir alle verändern uns. Das ist der Lauf der Welt. Mit den Jahren mögen wir im Idealfall weiser, ganz sicher aber grauer und unelastischer werden ;) Auch unser Duftgeschmack verändert sich. Was wir einst mochten, kann uns vielleicht nicht mehr begeistern, was wir aber nie liebten, kann uns plötzlich einen zweiten Frühling bescheren. So erging bzw. ergeht es mir mit Calvin Kleins Klassiker Euphoria.

Der ist bereits 2005 erschienen und flog doch immer unter meinem Radar. Bei so manchen Düften, die immer zuverlässig überall stehen, in jedem Kaufhaus und in jeder Parfümerie, ist es ja so wie mit dem Waschbrettbauch. „Waschbrettbauch? – Hatte ich schon, steht mir nicht“. Und bei eben diesen Düften, die irgendwie immer da sind: „Duft XY? Kenn ich schon. Mag ich nicht“. Auch wenn der Test vielleicht schon Jahre her ist.

Ich mochte Euphoria zwar schon, aber einen Kauf hab ich nie in Erwägung gezogen. Vor einiger Zeit suchte ich einen dunklen, beerigen, süßen und süffigen Duft. Unter anderem wurde mir von lieben Mit-Parfumas/-os auch Euphoria empfohlen, und von einer lieben Spenderin erhielt ich auch eine Probe (ich weiß leider nicht mehr, wer es war, aber nochmals vielen Dank an dieser Stelle!). Zu meiner eigenen Überraschung hab ich die Probe seinerzeit komplett geleert. Für einen Kauf hat es damals dennoch nicht gereicht. Bis jetzt, als er mir wieder einmal in den Sinn kam.

Und jetzt bin mit jedem Sprüh entzückter. Euphoria duftet nämlich nach dunklen Beeren (ob es sich um Granatapfel oder Beeren handelt, kann ich zwar geschmacklich auseinanderhalten, aber in Düften kriege ich das nicht hin). Süß, aber bei weitem nicht so süß wie die derzeit immer noch so beliebten Süß-Düfte. Blumig, ohne dabei seifig oder stickig zu sein. Tief, dunkel, süß, süffig, blumig, samtig, weiblich und absolut toll! Moderat dosiert ein toller Begleiter im Herbst, aber unbedingt auch am Abend.

Euphoria ist ein neuer Duftschatz für mich, und ich bin, wenn ich mir ansehe, wie viele ihn bereits besitzen, mal wieder ein Spätzünder. So lange habe ich ihn nicht besonders beachtet, dafür freue ich mich jetzt umso mehr.

Deshalb mein Rat an alle, die einen hören wollen: Wenn Euch beim Herumstromern durch die Dufttempel und -abteilungen mal so ein Klassiker begegnet und ihr sofort denkt: „Ach der, kenn ich schon, der war nix“. Dann haltet ein! Wagt ruhig mal wieder einen Sprüh! Es könnte sich nämlich eine neue Liebe verbergen in dem Flakon, der irgendwie schon immer da war…


18.06.2019 19:15 Uhr
24 Auszeichnungen
Dieser von vielen so hoch gelobte Duft ist mir ganz unerwartet auf dem Flohmarkt zugelaufen. Es handelt sich hier wohl um die Urversion mit der silbernen Schleife und der silbernen großen Schrift. Da ich mal eine andere Miss Dior Chérie-Version hatte, die mir so gar nicht gefiel und ich außerdem mit meiner Miss Dior von 2017 glücklich bin, hatte ich keine großen Erwartungen. Stehen lassen wollte ich den Flakon aber auch nicht.

Zu Hause dann mal getestet. Ein Sprüher. Raus aus der Stube, wieder rein, Wahnsinn, was riecht denn hier so toll? Die Miss wars. Duftete an meinem Arm wunderschön vor sich hin, aber auch im Zimmer. So leicht, aber doch intensiv (ein Sprüher!), so frisch, aber auch süß (aber auch nicht ZU süß). So blumig, aber trotzdem schön ;)

Im Vergleich mit Miss Dior 2017 EDP – auch wenn dieser Vergleich natürlich ein bisschen hinkt – transparenter, durchscheinender, wie ein Chiffonschal, der sanft im Frühlingswind flattert, mit zurückgenommenerer Patchouli-Note. Es sollen ja Erdbeeren und Popcorn drin sein. Wäre ich jetzt so von allein nicht drauf gekommen. Die Gesamtheit macht es wohl, dass dieser tolle Duft so sanft und weich rüberkommt. Perfekt für den Frühling und kühlere Sommertage oder –abende.

Es ist schon irritierend, wie viele verschiedene Versionen es im Laufe der Jahre von Miss Dior so gab und gibt – nicht nur EDPs und EDTs, auch L’Eaus mit und ohne Chérie in verschiedensten Jahrgängen. Da fällt es wirklich schwer, noch den Überblick zu behalten.

Ich kann jetzt jeden verstehen, der dieser besonderen 2005er-Version hinterhertrauert, denn dieses Parfum ist wirklich ein außerordentlich bezaubernder Duft. Zwar dachte ich, ich bräuchte ja eigentlich nicht beide Misses, aber ich habe meine Meinung geändert, denn dieser kleine Liebling hier wird mir ganz bestimmt noch viel Freude machen!



22.05.2019 13:24 Uhr
22 Auszeichnungen
Auf der Suche nach dem perfekten Moschusduft Teil 26

Eigentlich ist der Titel irreführend, denn erstens suche ich im Moment gar nicht nach dem perfekten Moschusduft, und zweitens geht es hier um Patchouli. Aber letztlich doch wieder um Moschus und passt deshalb gut in die Reihe.

Ich wollte mir einen reinen Patchouli-Duft ohne Schnickschnack zulegen, um ein paar Layering-Experimente zu machen. Auf der Website sah ich dann auch diese Variante und dachte, Patchouli ist ja schon mal gut, aber in diesem hier ist auch noch Moschus drin, da kann ja nichts schiefgehen. Moschus ist immer gut!

Also dieses Mini-Schütt-Flakönchen geordert, und das hat es ziemlich in sich. Nun ja, es stammt ja auch aus des Teufels Küche... Ein Tröpfchen, und die Nase ist geflutet mit schwerem animalischem Moschus. Der sollte ja eigentlich verboten sein. Wenn der synthetisch ist, dann ist der aber gut nachgebaut, alle Achtung! Obwohl, der Teufel hat in seinem Keller bestimmt noch ein paar Restbestände…. Jedenfalls riecht es ein bisschen nach Bahnhofsklo.

Patchouli ist auch dabei (so steht es da ja auch: „Patchouli, Moschus“), wabert aber nur so im Hintergrund mit. Die Hauptrolle spielt hier definitiv der Moschus. Jetzt könnte man meinen, Moschus, das ist doch was für Kleo? Nee. Ist es nicht. Der ist mir nämlich zu pipihaft-animalisch und zu kerlig und zu wenig Patchouli. Und sonst ist da auch nix, keine anderen Noten. Du kriegst, was da steht.

Für meine Layering-Experimente hab ich nur wenige Tropfen verbraucht und der Flakon ist immer noch voll, als sei nichts entnommen worden. Man braucht davon aufgrund der beachtlichen Sillage wirklich nur sehr wenig. Euphorie kommt bei mir aber leider nicht auf, und ich sehe diesen Stoff eher am Mann, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Die Experimente sind übrigens gescheitert. Ich wollte ein paar Rosen veredeln, ein paar Früchte vertiefen, aus Artigem was Böses machen, aber der Tier-Moschus überlagert alles. Ich hätte doch den reinen Patchouli nehmen sollen…


03.05.2019 14:03 Uhr
39 Auszeichnungen
Die Düfte von Agent Provocateur sind alle einen Test wert, finde ich. Bei denen, die ich bislang kennenlernen durfte, konnte ich immer eine gewisse AP-DNA herausriechen. Und das gefällt mir, dass die Marke ihre eigene Signatur hat. Dadurch heben sich die Düfte, die günstig sind, aber keineswegs billig riechen, sehr angenehm vom sonstigen Mainstream ab.

Was die Düfte dieser Marke darüber hinaus auszeichnet: Nahezu alle wecken das Luder in Dir! Denn auch wenn Du denkst, oh, hübsch, Rose, Puder, Holz oder was weiß ich – warte nur ab, denn einfach nur lieb und artig gibt’s bei diesen Düften selten. Wenn nicht schon sofort, schleicht sich halt später eine gewisse Schmuddelnote mit hinein und macht das Ganze Duftgeschehen ein bisschen schmutzig. Ich liebe das!

Mal wieder angefixt von den üblichen Verdächtigen – seid herzlich bedankt und gegrüßt! – musste ich Blue Silk also sofort blind bestellen. Und es war ein überaus gelungener Blindkauf, denn es wurde nicht zu viel versprochen und ich habe den Duft inzwischen schon häufig und gerne getragen.

Blue Silk hat ebenfalls die AP-DNA. Dieser Duft startet frisch-würzig-herb, wird dann aber schnell wärmer, auch wenn sich das Würzige deutlich durch die gesamte Herznote zieht. Einzelne Blumen kann ich nicht ausmachen, Zimt rieche ich auch nicht heraus, was für mich aber kein Schaden ist.

Richtig klasse wird dann aber die Basis, denn vermutlich die Tonkabohne gibt jetzt einen tollen Twist: Jetzt wird der Duft süßlich, aber nur ganz leicht, bleibt immer noch ein bisschen würzig und warm, moschusreich und hautig-herrlich, und das Beste: Diese Phase hält ewig lange! Ein Kuschelduft mit Kante, der sich seidig auf die Haut legt, aber dennoch gut wahrnehmbar ist.

Die oben angeführte AP-typische Schmuddelnote ist vorhanden, aber hier nicht ganz so stark ausgeprägt, wie ich finde. Dennoch hat Blue Silk eine gewisse Sexyness und ist durchaus auch außerhalb des Boudoirs tragbar ;) Ich finde ihn besonders schön an kühleren Tagen wie jetzt gerade.

Fazit: Blue Silk ist definitiv ein Duft, den man nicht an jeder Ecke riecht. Er hat einen spürbaren Duftverlauf, die großen Buddel kostet nicht die Welt und er hält auch noch sehr lange. Was will frau also mehr?


17.04.2019 16:10 Uhr
26 Auszeichnungen
Diesen elektrisierenden Kuss hab ich gerade bei Müller gesichtet und, da er bereits auf der Merkliste stand, gleich ausprobiert. Auf dem Heimweg hab ich dann immer an meinem Arm rumgeschnüffelt, und es war klar: Den muss ich haben. Schließlich bin ich am nächsten Tag nochmal hin, um ihn zu kaufen, denn es muss ja immer alles sofort und gleich sein… ;)

Der Duft ist so, wie ich schon in meinem Statement geschrieben habe. Süß, aber nicht klebrig süß, sondern sehr angenehm. Ob da nun Rhabarber, Apfel oder sonstwas drin ist, kann ich beim besten Willen nicht herausriechen. Fruchtig ist er aber auf jeden Fall, blumig auch. Das Fruchtige gibt eine gewisse Frische, die Süße eine angenehme Wärme. Den Pfeffer nehme ich nicht wahr, Patchouli auch nicht.

Zum Glück empfinde ich diesen Duft im Gegensatz zu vielen anderen Neuerscheinungen als überhaupt nicht synthetisch. Es sticht oder brizzelt hier gar nichts. Die Sillage ist anfangs kräftig, pendelt sich aber bald auf ein angenehmes Maß ein. Die Haltbarkeit ist ebenfalls ok. Gut fünf, sechs Stunden kann ich diesen schönen Duft wahrnehmen.

Electric Kiss mag eher für junge Mädels gedacht sein, aber wenigstens im Herzen bin ich auch noch eins, und manchmal mag ich genau solche Düfte, die das Herz erwärmen. Dieser hier gefällt mir jedenfalls sehr gut. Er duftet warm und rund und ist, weil er nicht schwer ist, eigentlich immer ein schöner Begleiter. Und ganz sicher versüßt er einem auch mal einen kühlen Regen- oder sonstigen Mist-Tag.

Auch der Flakon gefällt mir gut: Der kleine 30 ml-Flakon ist klein, niedlich und knuffig, die Farben gehen von Violett in ein tiefes Rot über. Hübsch. Flakon und Duft. Perfekt für kleine und große Girls!


30.11.2018 14:48 Uhr
37 Auszeichnungen
Neulich bin ich auf dem Weg nach Hause nochmal schnell zu Douglas rein und gelangweilt an den Regalen entlanggestromert. Kenn ich schon alles, fast alles doof… Aber irgendwas wollte ich für die Rückfahrt unbedingt noch aufsprühen, damit ich unterwegs was zum Schnuppern habe. Also zu Miss Dior gegriffen, noch gedacht, der ist eigentlich nix, und auf zum Parkplatz. Und während der ganzen Fahrt am Handgelenk geklebt. Muss seltsam ausgesehen haben…

Diese neue 2017er-Version wird ja arg gescholten. Ich kenne die 2012er-Miss und auch noch einige andere, und die waren leider für mich alle so überhaupt nichts. Fast alle empfand ich als etwas aufdringlich mit einer stechenden Note. Deshalb hab ich die neue Version auch immer links liegenlassen. Aber was mir da vom Handgelenk in die Nase stieg, war Liebe auf den ersten Riecher! Und ich hab sie mir gleich am nächsten Tag gekauft, die so oft geschmähte Miss.

Das Frollein eröffnet spritzig und frisch durch Mandarine. Aber sehr schnell wird der Duft auch blumig und warm. Miss Dior hat eine edle, wunderbar duftende Aura. Auch im späteren Verlauf bleibt der Duft warm und samtig, und Patchouli gibt zwar Tiefe, ist hier aber nicht so dominant wie in der 2012er-Version. Ich rieche auch etwas Vanille.

Diese Miss ist süßer, ja, aber ich finde die Süße hier keinesfalls zu viel, sondern genau richtig. Für mich ist diese Miss viel weicher, weniger chyprig und damit die erste Miss von so vielen, die mir wirklich gefällt. Ich liebe sie! Hätte ich selber nicht für möglich gehalten. Tragbar ist sie rund um die Uhr zu allen Gelegenheiten, außer vielleicht im Hochsommer.

Ich verstehe jeden, der sauer und/oder traurig ist, wenn an seinem Lieblingsduft rumgeschraubt wird. Das geht mir schließlich ganz genauso. Ich verstehe auch keinen Spaß, wenn meine Lieblinge verhunzt werden. Aber: Des einen Leid kann durchaus auch mal des anderen Freud sein, in diesem Fall MEINE Freud! Ich finde diesen Duft jetzt um Längen besser. Wer also wie ich mit den anderen Miss Diors nichts anfangen konnte, findet in dieser ja vielleicht ebenfalls eine neue Duft-Liebe!


16.11.2018 16:10 Uhr
27 Auszeichnungen
Nachdem mich Tom Ford’s Noir de Noir so begeistert hatte (und immer noch begeistert), fing ich an, mich auch für andere Rose-/Patchouli-Düfte zu interessieren. Der Rouge Nocturne sah so schön süffig aus, die Beschreibungen lasen sich auch gut, also hab ich mir den blind gekauft (der Wahnsinn wird nicht weniger!). Inzwischen hab ich ca. 10 ml davon verbraten und bin immer noch am rätseln, wie ich ihn denn nun finde. Am besten beschreibe ich mal, was ich sehe:

„Die Vorstellung ist vorbei. Sie sitzt in ihrer im Keller befindlichen Theatergarderobe, die nur von spärlichem Licht beleuchtet ist. Das dunkelrote, schwere Samtkleid hat sie jetzt schon zu unzähligen Vorstellungen getragen. Es müsste mal wieder gereinigt werden. Sie betrachtet sich kritisch im Spiegel. Lange wird sie die Rolle der jungen Geliebten nicht mehr glaubhaft spielen können, denn nicht nur aus der Nähe ist ersichtlich, dass sie nicht mehr jung ist. Das kann auch die Schminke nicht mehr verbergen. Ihr Gesicht glänzt ölig. Sie legt noch eine dicke Schicht Puder auf und schnuppert an dem Strauß blutroter Rosen, den ihr ein Verehrer – noch hat sie welche - auf den Tisch gestellt hat…“

Das klingt möglicherweise negativer, als es gemeint ist. Doch das sind meine Hauptassoziationen zu dem Duft: dunkle, voll erblühte Rosen mit ihren samtigen Blättern, schwere Süße, roter Samt und Puder/Schminke. Ich finde den Duft faszinierend, deshalb trage ich ihn auch immer wieder – abends meist, für mich alleine. Ich finde, es ist ein samtiger schwerer und irgendwie intimer Rosenduft, ein Duft für reife, gestandene Vollweiber, den ich mir an jungen Mädchen nicht vorstellen kann.

Aber es gibt einen Störfaktor: Irgendwie liegt über allem eine fettige Note, besonders in der Anfangsphase. Eine gewisse Öligkeit. Und diese Note ist der Grund dafür, dass der Duft für mich zwar sehr interessant, aber leider nicht der erhoffte große Wurf ist und somit kein Duft, den ich gerne ausführen würde.

Und trotzdem: Andererseits lässt mich dieser Duft auch nicht los. Also trage ich ihn halt weiterhin abends in meinem Boudoir…


14.11.2018 12:56 Uhr
34 Auszeichnungen
In diesem Spätherbst, der immer noch relativ warm ist, hab ich noch keine Lust auf Kuscheldüfte. Sommerdüfte sind bei mir aber inzwischen auch out. Also musste mal wieder ein „Zwischending“ her. Frau hat ja nie das Passende – weder zum Anziehen noch zum Duften.

Und so hab ich mir Florabotanica zugelegt, natürlich mal wieder in weitestgehender Unkenntnis dieses Duftes. Irgendwann mal getestet und verworfen, durch eine gewisse Frau L. aber wie schon so oft angefixt… und zugeschlagen.

Tja, und was soll ich sagen: Ich und FLORA! Und auch noch BOTANICA! Dass das was wird, ich bin selbst überrascht. Denn der Duft ist richtig schön, obwohl ich es sonst so gar nicht mit Blumen hab. Und mit sonstigem Grünzeug wie Stengeln, Blättern etc. auch nicht. Die sollen schön da bleiben, wo sie wachsen. Aber schon beim ersten Sprüher war ich positiv überrascht. Und noch überraschter war ich, als der Liebste, der eine immer feinere Nase entwickelt, beim Test-Schnüff an meinem Arm meinte: „Der hat was, irgendwie was Eigenwilliges. Riecht richtig gut!“ Tja, und Recht hat er!

Ich selbst rieche keine Minze. Das heißt, ich hätte mir diese doch eigentlich präsente Note auch präsent vorgestellt. Aber das macht nichts. Florabotanica riecht einfach angenehm blumig, frisch, aber nicht zu frisch, und bei mir auch pudrig. Sauber, aber nicht zu adrett. Zum Glück auch nicht zu grün und nicht zu herb. Süß aber auch nicht. Eigenwillig halt.

Florabotanica ist ein Duft mit Wiedererkennungswert. Der geht immer. Bei Wärme vermittelt er eine kühle Frische, bei kühleren Temperaturen verströmt er dagegen eine warme Frische und lässt einen nicht frösteln. Ein Duft-Chamäleon. Er ist ideal, wenn man mit seinen Moschus-/Patchouli-/Vanille- oder sonstigen Krachern niemandem auf die Nerven gehen will. Oder selbige gerade selbst nicht gut haben kann. Im Business sowieso, wenn man nicht nur langweilig nach „frisch geduscht“ duften will, sondern frisch, aber mit dem gewissen Etwas. Definitiv Signature-geeignet. Denn er wird (positiv) wahrgenommen und hält auch gut.

Ach ja, und der Flakon: Den finde ich einfach nur mega-schick!


07.10.2018 18:12 Uhr
27 Auszeichnungen
Liebe Trauergemeinde!

Wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen von Let it Rock. Zu diesem traurigen Anlass möchte ich ein paar persönliche Worte sprechen. Let it Rock – ich nenne sie im folgenden der Einfachheit halber Rocky – trat eher zufällig in mein Leben. Ich lernte sie erst vor ein oder zwei Jahren – so genau weiß ich das gar nicht mehr - kennen, als ich mit einer netten Parfuma einen Tausch wagte. Da ich einige von Mrs. Westwoods Töchtern bereits kannte und schätzte, war ich sehr gespannt, auch Rocky einmal kennenzulernen. Ich konnte damals nicht ahnen, dass uns nur noch eine kurze gemeinsame Zeit beschieden war.

Wir lernten uns also kennen, und es war sofort eine innige, tiefe Zuneigung da. Denn Du vereintest zwei Eigenschaften, die ich sehr schätze: Amber und Patchouli. Du gabst mir Wärme, wenn ich sie brauchte und warst mir, ganz besonders an kühlen Herbsttagen, eine treue und stetige Begleiterin. Wie ein goldener Umhang legtest Du Dich um mich, Dein wunderbarer Duft verschmolz mit meiner Haut. Wenn ich nur geahnt hätte, wie bald Du bereits für immer entschwinden würdest, ich hätte vorgesorgt!

Wenn ich Dich mit kurzen Worten beschreiben soll, fällt mir folgendes ein: Bernsteingold, Samtigkeit, Wärme, Wohlbehagen, genau dosierte Süße, Kuscheligkeit, Stärke vermittelnd. Denn trotz aller Schmusigkeit warst Du doch auch erwachsen.

Doch nun ist es soweit: Ich muss Dich für immer gehen lassen. Alles Flehen, Suchen und Forschen hat nichts geholfen. Wer Dich hat, gibt Dich nicht her. Für mich bist Du, eine meiner treuesten Freundinnen, nun verloren. Du bist nicht mehr da. Das muss ich akzeptieren und werde Deinen Rest mit Bedacht einsetzen und jeden Tropfen mit Genuss zelebrieren. Ich werde Dich unendlich vermissen.

Und jetzt, liebe Trauergemeinde, hören wir alle gemeinsam das Lied „Time to say goodbye“ *schneuz*

RIP


30.08.2018 14:56 Uhr
32 Auszeichnungen
Manchmal habe ich seltsame Gelüste. Kürzlich war mir nämlich mal nach einem grünen, waldigen, tannigen Duft – völlig abseits meiner sonstigen Präferenzen - und ich stieß auf Enchanted Forest. Dank einer lieben Parfuma wurde mein Wunsch auch gleich erfüllt und ich hatte Gelegenheit, ihn in aller Ruhe zu testen. Danke, Du Liebe!

Viele Sommer habe ich in Schwedens Wäldern verbracht. Bin gewandert. Habe die Natur und die Stille genossen. Den Wald. Die Seen. Die plätschernden Bäche. Habe geradezu meditativ Pilze, Blaubeeren und Himbeeren gesammelt, dabei ganz selbstvergessen dem Rauschen der Bäume zugehört, den Duft der Tannen eingesogen. Und ich dachte, wenn ich diesen Duft aufsprühe, würde es mich direkt wieder dorthin katapultieren. Das ist jedoch nicht der Fall. Aber es ist ja auch ein Zauberwald. Und da riecht es offenbar doch anders…

Der Start ist würzig und krautig, aber dennoch weich und nicht kratzig. Nach und nach kommen die Johannisbeeren dazu, die weder süß noch sauer sind, sondern sich sehr angenehm einfügen. Das Krautige, „Waldige“ bietet einen sehr guten Kontrast zur fruchtigen Süße. Doch da ist noch was anderes im Hintergrund, und das macht wohl den Zauber aus, denn diesen Duft lediglich als fruchtig und grün zu beschreiben, wird ihm noch nicht gerecht. Es ist so, als würde man immer tiefer in den Wald hineinlaufen und entdecken, dass sich hinter den Bäumen so manches versteckt.

Ich rieche aus ganz weiter Ferne Rauch, einen winzigen Hauch nur und auch nicht immer. Und Tiere oder sonstige Zauberwesen sind natürlich auch im Wald, aber das Animalische, wenn man es hier überhaupt als Note benennen will, ist extrem dezent. Diese zusätzlichen Komponenten, und davon lassen sich sicher noch mehr entdecken, sind nicht konstant, sind da und wieder weg, aber sie geben dem Duft das besondere Etwas, verleihen ihm Tiefe und machen ihn sehr viel komplexer als nur fruchtig und grün, auch wenn das Hauptthema eindeutig die Johannisbeere ist.

So ist Enchanted Forest ein sehr weicher, eher fruchtiger schmeichelnder Duft, der sich gut tragen lässt. Ich hatte aufgrund der Beschreibungen eher einen Geruch als ein Parfum vermutet, aber für mich ist das eindeutig ein Parfum. Ein Außenstehender würde wahrscheinlich nicht sagen: „Hier riecht es nach Wald“, sondern eher: „Hier riecht’s aber gut“. Im Idealfall jedenfalls ;). Alle Zutaten sind zu einem harmonischen Ganzen verwoben. Bislang habe ich nichts Vergleichbares gerochen.

Fazit: Der Duft erinnert mich zwar nicht an Schwedens Wälder, aber das ist auch gar nicht nötig. Enchanted Forest ein sehr interessanter, weicher, ungewöhnlicher und gut tragbarer Duft, dem ich ständig hinterherschnuppern muss und der mich irgendwie nicht loslässt. Ganz offensichtlich wirkt sein Zauber bereits!


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