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Klopfnote

Klopfnote

Rezensionen
1 - 5 von 38
Moumou-Bloumou
Mein Freund beachte diesen Tester von D mit. Er weiß ja, wie ich Düfte liebe.
Pfingstrose ist ja immer gut, dachte ich mir.
Doch schon der erste Spritzer entblößte unter einem notdürftigen Fruchtblumenkleid einen irgendwie sehr körperlichen Unterton. Ich kam nur nicht drauf, was es ist. Schnüffeln, rätseln, schnüffeln, rätseln … Was ist das?
Ich halte meinem Freund mein Handgelenk hin. Er grinst: „Also ich mag es.“

Ok, das Grinsen kenne ich und jetzt weiß ich auch, woher ich die, äh, Duftnote kenne. Was an diesem sonst wenig originellen Parfum „privé“ sein soll, hab ich jetzt auch kapiert.

Aber eine Frage habe ich noch: ist das Absicht?
2 Antworten
Roadtrip, Ladies only
Ich habe Glück - meine Mutter und ich verstehen uns sehr gut und zudem wohnt sie weit weg im Norden, der im Sommer überwältigend schön ist. Dunkelblaue Strände, blühende Felder, sanfte Hügel, Selbstpflücker-Plantagen alle in wenigen Autominuten entfernt, Baumalleen säumen die Landstraßen. Zwei unternehmungslustige Frauen, die wir sind, brausen wir jeden Sommer gemeinsam in Mutterns Kleinwagen umher, klappern die schönsten Ziele der Region ab und genießen das Leben in vollen Zügen, während die flirrend-leuchtende Welt windzerzaust an uns vorbeizieht.

Beim ersten Testen erinnerte mich Barbotine natürlich an diese Sommerfelder. An dieses frische Gelbgrünblau, das man im Hochsommer nur noch im Norden findet. An diese Luft, die es dort gibt, wo Meeresbrise und weite Felder aufeinandertreffen. Eigentlich war ich im L’Occitane, um Melilot zu kaufen, ein weiterer Sommerduft, auf den ich gespart hatte und den ich dringend brauchte, jetzt, wo im März immer noch Winter ist und die Lage vor dem Fenster und in der Welt so düster ist.

Aber dann lief ich zurück und tauschte ihn um. Denn ich hatte Barbotine noch einmal zum Testen aufgesprüht - und wurde von einem Gefühl überwältigt. Viele von euch kennen sowas vielleicht.
Barbotine erinnerte mich mit seinen zitrisch-frischen Noten an meine Mama, denn das ist, was sie im Auto neben mir meistens trägt. An ihren eleganten Stil, ihren Optimismus, ihre Farbkraft und ihren intelligenten Humor. An all die entspannte Lebensfreude, die sie versprüht, wo auch immer sie ist. An ihre Tatkraft und Unabhängigkeit, mit der sie mich immer ansteckt und schon oft meine privaten Zwänge und Ängste hat vergessen lassen.
Ja, Barbotine hat so etwas Belebendes, etwas sommerlich-Festliches, immerhin sind diese kostbaren Wochen im Jahr gerade im Norden auch immer knapp. Barbotine ist nicht mädchenhaft-sexy, das hat es nicht nötig. Es ist leicht, naturschön und selbstbewusst zugleich.
Ganz klar, ich konnte Barbotine nicht stehen lassen. Und habe gleich erst mal meine Mutter angerufen.
Auf dich, Mama, und unsere Roadtrips. Möge es noch möglichst viele dieser gelbgrünblauen Sommer für uns beide geben!
2 Antworten
Alien, aktualisierte Version
Dieser Alien Dupe ist nicht einfach nur gut gemacht und preiswert. Er ist auch noch besser als das Original.
Das ist zumindest meine Meinung.
Denn das Original steht bei mir Zuhause. Ich hatte es mir im Sonderangebot gekauft, als mal wieder eine örtliche Karstadt-Filiale im Sterben lag. Ich dachte wohl, ich bräuchte das unbedingt. Und dann nie verwendet, weil er einfach nur schwer, massiv, finster und Übelkeit erregend war - und irgendwie auch veraltet auf mich wirkte. Vielleicht passiert das mit Klassikern einfach?
Aus Jux habe ich dann den Dupe neulich im Rossmann gesehen und natürlich sofort als Alien-Anspielung identifiziert. Das, was Alien tun will, macht diese Version ebenfalls. Öliger Jasmin, Mysterium, Sex. Nur nicht so altbacken. Nicht so bedrückend, viel leichter. Viel frischer, moderner und gekonnter. Und gar nicht billig!
Klar, an der Haltbarkeit erkennt man dann den Preis... Zwei Stunden später ist er deutlich schwächer. Aber das ist bei einem Duft-Schepperer dieser Gangart möglicherweise eine gute Nachricht (für die Umwelt?). Elixir ist definitiv das alltagstauglichere, jüngere Alien.

Jedenfalls steht das Original im Moment einfach nur im Schrank. Während ich wirklich überlege, mir Elixir zu kaufen. Dabei wäre das doch total verrückt. Was meint ihr?
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Seifenchantal
In den frühen 2000ern hatte eine Frau vor allem sauber zu sein. Sexy sauber. Hure-Madonna. Genau so ist Glow.

Die braungebrannte Frau im knappen Höschen mit künstlichen Glitzernägeln und langer glatter Haarmähne, die selbstverständlich extrem heiß ist und sich jeden Tag aufwendig stylt, aber ein Leben lang beim gleichen Mann bleibt. Das war das Ideal. Und bitte nirgendwo ein Haar außer auf dem Kopf. Das war schließlich unhygienisch. Genau so sieht auch der Flakon aus, in seiner hautartigen matten Glätte, kurvig sexy, mit nichts als einer Glitzerkette bekleidet.

Der Duft selbst ist erst mal eher kratzig-fruchtig, erst im Nachgang wird er sanft, cremig und sauber - zumindest bei mir. Es ist eine etwas altmodische, seifige Sauberkeit mit einer Prise Moschus. Kommentar meines Partners: billig!

Tja, Y2K ist zwar zurück, aber es ist eben nicht alles gut gealtert. Werde ihn wohl verschenken. Sorry, Jennifer!
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Besser als das Original
In Flames war ein spontaner Blindkauf an einem Tag mit viel zu viel Zeit in der Drogerie. Ich kannte Olympea nicht - das offensichtliche Vorbild dieses Duftes. Ich nahm ihn mit, weil er nach Urlaub und Sommer, Sonnenstrahlen riecht und ich mich damit sofort unglaublich sexy fühlte ;)
Aus meiner Sicht ist es einer der besten Düfte von La Rive. Er riecht überhaupt nicht billig und ist gut haltbar - keineswegs schlechter als das Original. Ich finde, für einen fruchtig-aquatischen Sommerduft sind 6-8 Stunden eine echt gute Zeit, in der In Flames auch noch klar wahrnehmbar ist.
Er startet angenehm zitrus-fruchtig und schon ein wenig warm-gourmandig - der Meersalz-Touch ist von Anfang an dabei. Dabei bleibt er immer auch elegant und frisch. Im Gegensatz zum Original ist In Flames dazu viel harmonischer und ein wenig süßer.
Am Wichtigsten: Es fehlt auch ganz die beißend-schweißige Note, die einen bei Olympea die erste halbe Stunde umgibt. Dazu empfinde ich Paco Rabannes Version als sehr kantig und unausgegoren, gar maskulin - wenn auch ungewöhnlich und neuartig. Für diesen Störeffekt dürfte beim Original die „Grüne Mandarine“ verantwortlich sein, was auch immer das sein soll. In Flames bügelt diesen Geburtsfehler mit einer sanften, saftigen Orange aus, ist damit, auch durch die präsenteren Blumen, femininer und viel alltagstauglicher.

Wie das alles sein kann? Es ist mir ein Rätsel, zumal bei dem Preisunterschied. Ich habe mir Olympea vor einigen Wochen gekauft, da ein Galeria Räumungsverkauf machte. Da dachte ich, was im Dupe schon so gut ist, muss im Original umwerfend sein… denkste! Ich bleibe bei La Rive. Olympea werde ich wohl verkaufen. Sorry, Paco! ExzentrikerInnen werden mit seiner Version sicher weiterhin glücklich werden.
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