
Imel
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Imel
Top Rezension
Vom Papa und seiner Jungfräulichkeit
Ich kann das Papa-Feeling unbeschwert nachvollziehen. Nicht weil es mich an meinen Vater erinnert. Denn der trägt kein Parfum und auf seiner Abreit riecht es nach Dzing!
Nein, dieser Duft vermittelt Männliche Jungfräulichkeit. Natürlich ist ein Papa nur in den seltensten Fällen noch Jungfrau. Aber Anvers ist so unbeholfen unbefleckt.
Faszinierend ist schon die Kopfnote. Eine perfekt ausbalancierte Kräuter-Zitrus Mischung (Danke an DeGe) vermittelt Gemütlichkeit und Ruhe. Hier ist mal nichts mit Aufmerksamkeitsheischender Imposanz oder verrückt inszenierter Hölzer. Auch keine süffisanten Zitronenschalen wie sie einen Herrenduft einläuten mögen. Nein Nein. Langsam nun gleitet dieser Akkord in die Herznote über und vermittelt eine stärker werdenden Saubere-Wäsche-Charakter. Hier mal kein synthetisch wässriger, der sich vor lauter, gepresster Haltbarkeit kaum noch auf der Haut halten kann. Es riecht auch nicht nach Reinigungsmittel. Nein Nein. Anvers riecht wie saubere Luft durchzogen von einem Hauch Natur.
Es ist endlich einmal ein Duft der mich an Meer denken lässt. An tiefes klares Wasser, den Geruch von Salz und grünen Algen, den frischen Wind im Haar. Deshalb riecht dieser Duft auch so natürlich, rein und unverdorben und vermittel nicht weniger als eine klare Tiefe mit einer interessanten Abgehobenheit. Irgendwo ein Papa. Aber kein Matrose oder so. Eher der Papa der im Nordseeurlaub mit mir eine Sandburg baut und auf den Fotos völlig unbeteiligt in die Ferne schaut. Kein Papa der um die Welt reist und ferne Länder sieht, schon gar kein draufgängerischer Abendteurer sondern einer der mich heil vom Urlaub wieder nach Hause bringt. Solche Papas braucht die Welt und ich diesen Duft.
Zurück zu Hause, äh... beim Duft sind die Bienen gemolken und eine cremige Honignouance zeichnet sich schwungvoll durchs Duftbild. Die Blumen sind nicht unbedingt herauszuriechen aber ich denke sie nehmen dem Duft viel, nämlich seine Verkrampftheit. Die Blumen lockern diesen Duft etwas auf, hohlen ihn ein Stückchen aus seinen grünen Kräutertiefen, lassen Anvers etwas gefälliger wirken. Sowie ist er ein Duft der absolut nichts falsch macht. Ein echtes Kultobjekt.
So langsam wird man selbst älter und man erfährt mehr über Geschlechtsverkehr und nun haut die Theorie vom jungfräulichen Papa nicht mehr hin. Ein erwachsener Holzakkord mischt sich unter. Vorbei ists mit den Urlauben am Meer. Nun wird zusammen gezeltet, nicht in tiefen Wäldern sondern unter irgendeiner langweiligen Baumgruppe und von da an wirds auch olfaktorisch langweilig.
Der Papa ist doof und macht mit mir nichts mehr, lümmelt nur rum und wird wohl zu alt zum spielen. Wie schade.
So auch der Duft. Nach einer wundervollen Herznote entwickelt sich Anvers nun so wie es kommen musste. Es wird holziger und mir langweiliger. Hier fehlt es mir einfach nur an Kreativität. Mein Vorschlag wäre es ja, dem Ambra einen stärkeren Akkzent zu geben, aber auf mich hört ja sowieso niemand. Am wenigsten mein Papa.
Einige Jahrzehnte, äh... Stunden später ist die Faszination am Duft vielleicht vergessen, "Papa wurde entthront" (Turandot).
Wer nichts mit Guave anfangen weiß der kann sich an Myrthe orientieren oder weiter googlen.
Anvers ist ganz sicher ein Duft für Männer. Er ist mal ganz anders, orientiert sich nicht an Klischeebilder imposanter Männlichkeit und ist trotzdem so authentisch und liebenswürdig. Ein Papa der sich auch in den Arm nehmen lässt.
Nein, dieser Duft vermittelt Männliche Jungfräulichkeit. Natürlich ist ein Papa nur in den seltensten Fällen noch Jungfrau. Aber Anvers ist so unbeholfen unbefleckt.
Faszinierend ist schon die Kopfnote. Eine perfekt ausbalancierte Kräuter-Zitrus Mischung (Danke an DeGe) vermittelt Gemütlichkeit und Ruhe. Hier ist mal nichts mit Aufmerksamkeitsheischender Imposanz oder verrückt inszenierter Hölzer. Auch keine süffisanten Zitronenschalen wie sie einen Herrenduft einläuten mögen. Nein Nein. Langsam nun gleitet dieser Akkord in die Herznote über und vermittelt eine stärker werdenden Saubere-Wäsche-Charakter. Hier mal kein synthetisch wässriger, der sich vor lauter, gepresster Haltbarkeit kaum noch auf der Haut halten kann. Es riecht auch nicht nach Reinigungsmittel. Nein Nein. Anvers riecht wie saubere Luft durchzogen von einem Hauch Natur.
Es ist endlich einmal ein Duft der mich an Meer denken lässt. An tiefes klares Wasser, den Geruch von Salz und grünen Algen, den frischen Wind im Haar. Deshalb riecht dieser Duft auch so natürlich, rein und unverdorben und vermittel nicht weniger als eine klare Tiefe mit einer interessanten Abgehobenheit. Irgendwo ein Papa. Aber kein Matrose oder so. Eher der Papa der im Nordseeurlaub mit mir eine Sandburg baut und auf den Fotos völlig unbeteiligt in die Ferne schaut. Kein Papa der um die Welt reist und ferne Länder sieht, schon gar kein draufgängerischer Abendteurer sondern einer der mich heil vom Urlaub wieder nach Hause bringt. Solche Papas braucht die Welt und ich diesen Duft.
Zurück zu Hause, äh... beim Duft sind die Bienen gemolken und eine cremige Honignouance zeichnet sich schwungvoll durchs Duftbild. Die Blumen sind nicht unbedingt herauszuriechen aber ich denke sie nehmen dem Duft viel, nämlich seine Verkrampftheit. Die Blumen lockern diesen Duft etwas auf, hohlen ihn ein Stückchen aus seinen grünen Kräutertiefen, lassen Anvers etwas gefälliger wirken. Sowie ist er ein Duft der absolut nichts falsch macht. Ein echtes Kultobjekt.
So langsam wird man selbst älter und man erfährt mehr über Geschlechtsverkehr und nun haut die Theorie vom jungfräulichen Papa nicht mehr hin. Ein erwachsener Holzakkord mischt sich unter. Vorbei ists mit den Urlauben am Meer. Nun wird zusammen gezeltet, nicht in tiefen Wäldern sondern unter irgendeiner langweiligen Baumgruppe und von da an wirds auch olfaktorisch langweilig.
Der Papa ist doof und macht mit mir nichts mehr, lümmelt nur rum und wird wohl zu alt zum spielen. Wie schade.
So auch der Duft. Nach einer wundervollen Herznote entwickelt sich Anvers nun so wie es kommen musste. Es wird holziger und mir langweiliger. Hier fehlt es mir einfach nur an Kreativität. Mein Vorschlag wäre es ja, dem Ambra einen stärkeren Akkzent zu geben, aber auf mich hört ja sowieso niemand. Am wenigsten mein Papa.
Einige Jahrzehnte, äh... Stunden später ist die Faszination am Duft vielleicht vergessen, "Papa wurde entthront" (Turandot).
Wer nichts mit Guave anfangen weiß der kann sich an Myrthe orientieren oder weiter googlen.
Anvers ist ganz sicher ein Duft für Männer. Er ist mal ganz anders, orientiert sich nicht an Klischeebilder imposanter Männlichkeit und ist trotzdem so authentisch und liebenswürdig. Ein Papa der sich auch in den Arm nehmen lässt.
4 Antworten



Kopfnote
Bergamotte
Basilikum
Limette
Mandarine
Minze
Salbei
Herznote
Jasmin
Honig
Rosengeranienblatt
Sesam
Veilchen
Basisnote
Ambra
Hölzer
Leder
Guave
Moos








Andi136
Fischlandmen
Kellemann
Annarosa
Flanker




















