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Anon83

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Rezensionen
1 - 5 von 9
Don Profumo, sind Sie es?
Nachdem ich vor einer ganzen Weile fast (ein bisschen lass ich immer drin) den letzten edlen Tropfen aus meinem Acqua di Giò Profumo Parfum entleert hatte wurde mir schwer ums Herz, den siehst du nie wieder. Dachte ich. Bis jetzt. Als ich dann in der Parfümerie stand, dachte ich beim ersten Aufsprühen des Ocean of a Midnight Moon an Duschgel und griff dann doch zum Vicebomb aus dem selben Hause. Der Teststreifen kam aber mit nach Hause, zu Hause schnupperte ich immer wieder daran, ging ins Bett und konnte nicht schlafen. Den kennst du doch. Was ist das? Woher kennst du den? Dann zuckten meine Augen und rissen auf, die Buddel hast du doch noch. Ich wieder hoch, den Flakon aus der Sammlungsschublade gekramt, Rüssel ran. Jo, das isser, gegen geschnuppert. Jawoll! Volltreffer. Es ist was ich seeeehr lange suchte. Ein würdiger Ersatz für den Acqua di Giò Profumo Parfum , er trifft ihn nicht ganz aber ein Laie wird da kaum einen Unterschied spüren. Der hier ist sogar noch etwas tiefer, mit brachialer Haltbarkeit und ausreichender Sillage. Lieber Simone Andreoli, danke du hast einen mittelalten Mann sehr glücklich gemacht. Das Ding ist sowas von eingezogen und wird regelmäßig getragen. DER Duft für einen Paten. Frisch aber dunkel, so mag ich das.
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Vom Flop zum Favoriten – wenn ein Duft plötzlich Mumm zeigt.
Manchmal kauft man blind – und bereut es sofort. Nach dem ersten Sprühen dachte ich nur: WTF? Diese aufdringliche Grapefruit war mir einfach zu aggressiv. Das hat mich derart genervt, dass der Flakon direkt im Schrank verschwand. Ein Verkauf hätte sich bei dem Preis eh nicht gelohnt. Also stand das Ding ein ganzes Jahr rum – abgeschrieben.

Letzte Woche dann ein Sprüher auf den Arm. Und BÄM – was für ein Unterschied! Die Grapefruit ist jetzt deutlich zahmer, fast cremig. Dafür kommen die Hölzer jetzt zum Zug: warm, leicht süß, mit einem Schuss Amber, der das Ganze rund macht. Das Patchouli bleibt wirklich im Hintergrund, gibt dem Duft aber Bodenhaftung.

Der hat sich vom nervigen Grapefruitstinker zum soliden Sommer-Buddy entwickelt. An den ersten warmen Tagen überraschte er mich immer wieder mit seiner Wandelbarkeit. Ja, er ist synthetisch – aber auf eine moderne, cleane Art, die gut funktioniert.

Fazit: Manchmal brauchen Düfte einfach Zeit. Was anfangs ein Fehlkauf war, ist jetzt ein echter Geheimtipp für sonnige Tage. Kolleginnen und Kollegen, gebt euren Flakons eine zweite Chance – die können euch überraschen.
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Das potemkische Dorf von Lattafa?
Liam von Lattafa ist wie geschaffen für graue, kühle Tage – er liefert exakt die Wärme, die man dann benötigt. Der Auftakt ist würzig sowie cremig: Kardamom trifft auf viel dunklen schwarzen Tee, abgerundet von süßer Feige. Im Herzen wird es tatsächlich interessant: Labdanum und Iris sorgen für eine pudrige Tiefe, und zwar insgesamt. Vetiver bringt überdies die nötige Bodenhaftung in jedem Fall. Die Basis ist sehr weich und sehr wohlig: Vanille, Sandelholz, Tonkabohne und auch ein Hauch Patchouli schaffen durchaus eine elegante, warme Umarmung.

Klingt teuer? Ist der nicht – aber es duftet so. Würde man ihn in einen Flakon aus der Gentleman Givenchy-Reihe umfüllen, so würde wohl niemand daran zweifeln. Im Vergleich zu BDK Gris Charnel ist Liam etwas gröber, etwas weniger nuanciert, aber die Ähnlichkeit ist unverkennbar. Kein potemkisches Dorf, sondern vielmehr ein Duft mit wirklich echtem Charakter – charmant, dezent zurückhaltend und einfach perfekt für eher melancholische Momente.
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Frisch wie der Ozean, cool wie ein Boss.
Weißt du, dieser Duft, der stand schon verdammt lange auf meiner Liste. Und jetzt, wo ich ihn endlich hab, kann ich dir eins sagen: Der ist richtig, richtig gut. Diesen Sommer? Ich werd' ihn rauf und runter rocken – verstehste? So gut ist der.

Der erste Spritzer? Bäm! Frisch wie’n Schlag ins Gesicht – aber auf die gute Art, weißt du? Die italienische Zitrone haut dir ordentlich Leben in die Nase, schön spritzig, nicht zu scharf, genau richtig. Und dann... dann kommt dieser aquatische Hauch, wie ‘ne Brise direkt vom Meer. Du stehst da, die Wellen schlagen an die Küste, du spürst den Sand unter deinen Füßen – genau so riecht das.

Aber warte... da steckt noch mehr drin. Dieses australische Küstenmoos? Das zieht dich richtig rein, grün, fast schon ein bisschen wild – als wärst du mitten im Wald und am Meer gleichzeitig. Und dann... dann kommt dieser französische Salbei. Der gibt dem Ganzen ‘ne gewisse Würze – so’n frecher Kick, der sagt: Pass auf, ich bin nicht hier, um Spielchen zu spielen. Und dann – puff – schleicht sich diese ägyptische Rosengeranie rein. Weich, leicht süßlich – aber nicht zu viel. Weißt du, was ich meine? So’n Hauch von Eleganz, der sagt: Ich hab Klasse, aber ich red nicht drüber.

Und zum Schluss? Da legt sich diese Virginiazeder drauf – warm, holzig, wie die Ruhe nach ‘nem langen Tag. Du sitzt da, Drink in der Hand, die Sonne geht unter... genau so fühlt sich das an.

Pacific Rock Moss ist nicht einfach nur ein Duft. Nein... das ist ‘ne Aussage. Du trägst den, und die Leute wissen: Mit dem legst du dich besser nicht an.

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Oud-Monster zum kleinen Preis!
Das ist einer dieser Düfte, die vom ersten Sprühstoß an keinen Zweifel lassen: Hier gibt es gleich auf die Schnauze. Die Kombination aus orientalischen, holzigen und würzigen Noten entfaltet eine wuchtige Präsenz, die sich so schnell nicht verflüchtigt.

Die Kopfnote aus Safran und Lavendel sorgt für einen spannenden Kontrast. Der Safran bringt eine leicht herbe Würze, während der Lavendel für einen Hauch von Frische sorgt, der dem Duft etwas Luft gibt – gerade genug, dass er nicht zu erdrückend wirkt.

Im Herzen übernimmt dann das Oud die Kontrolle – und zwar mit voller Wucht. Das Oud kommt sehr medizinisch und begleitet von kräftigem Muskat wird es rauchig und würzig, fast schon kantig. Hier zeigt sich die dunkle, ungeschliffene Seite des Duftes, der ihn sehr markant macht.

Die Basis aus Moschus und Patchouli rundet das Ganze ab, ohne zu viel Wärme oder Süße ins Spiel zu bringen. Stattdessen bleibt der Duft trocken, kraftvoll und mit einer leichten Schärfe, die ihn ziemlich krass macht.

Vorsicht, das hier ist kein gemütlicher Kuschelduft – er ist eher ein Statement. Wer ein Faible für kraftvolle, würzige und trockene Kreationen hat, die nicht im süßen Mischmasch versinken, dürfte hier seine Freude haben. Das Teil hinterlässt Eindruck – nicht durch Gefälligkeit, sondern durch Charakter.
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