Dufteanders’ Parfumblog

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vor 7 Monaten - 14.01.2022
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Auf dem Kriegsfuß mit sogenannten Babypuderdüften

Wir schreiben die frühen 2000er Jahre, ich besuche die Realschule.

Ich dürfte so etwa 14 Jahre alt gewesen sein. Somit für mein dafürhalten, zumindest zur damaligen Zeit, noch zu jung für solcherlei Düfte.

Das war vermutlich Fehler Nummer 1.

Ich war mit einer Freundin unterwegs. Oft gingen wir zu einem nahegelegenen Euro-Shop, um uns die Zeit zu vertreiben und unser Taschengeld für irgendwelchen Mist zu verschleudern. Obwohl ich zugeben muss, dass wir mit dem ein oder anderen modischen Accessoire durchaus Trends gesetzt haben. Auch, wenn dies nur für unsere Klasse galt.

Was für eine schöne, sorglose Zeit. Eigentlich müsste ich diesen Duft und jene, die ihm ähneln lieben. Doch irgendetwas lief schief!

So gingen wir auch an jenem schicksalshaften Tag dort hin und durchstöberten die überschaubare Duftabteilung. Und dort stand diese, an sich sehr schöne Flasche aus Milchglas. Eine Büste. Ein wohlproportionierter Frauenkörper, nach altgriechischem Stil in Tuch gehüllt.

Diese Flasche enthielt eine leuchtend rosa Flüssigkeit.

Ich nahm den Tester aus dem Regal und ließ den Flacon zunächst anerkennend durch meine Hände gleiten. Die Haptik überzeugte mich sofort. Für einen Moment ignorierte ich das Drängen meiner Freundin, doch endlich zu sprühen. Sie hatte wohl damals keinen Sinn für das Erleben des Ganzen.

Einen Moment später jedoch, nachdem ich mich dann durchrang, mich vom ästhetischen Eindruck loszureißen und den Duft auf mein Handgelenk auftrug, befanden wir uns beide augenblicklich in olfaktorischer Ekstase. Was für ein, im Nachhinein zu erwachsener, wundervoller Duft.

Und so sprühten wir uns fortan beide, jede für sich täglich in Ekstase, bis der Flacon nichts mehr hergab.

Vermutlich Fehler Nummer 2.

Unserem Beispiel folgten nun weitere Klassenkameradinnen. Bis hin zu bissigen Kommentaren der Mitschüler und sogar der Lehrer, die den Duft auch zu erwachsen fanden.

Dann folgten Wochen, in denen Klassenkameradinnen mit ähnlichen Düften um die Ecke kamen. Ein unglücklicher Zufall. Als dann auch noch Klassenkammeraden die immerwährende Kakofonie aus Duftstoffen mit dem heimisch verwendeten Babypuder verglichen, dass nunmal an den Hinter der kleinen Schwester landete verglichen und mit anderen, unschönen Gerüchen in Verbindung brachten…

Bald danach hatte ich, wie die Lehrer und die Klassenkameraden nicht das Gefühl, unser Klassenzimmer zu betreten, sondern die Pforte zur Dufthölle zu durchschreiten. Und ich selbst hatte sie geöffnet!

Für mich war die Ektase ein für alle Mal beendet und zum Glück kamen auch die Anderen über diese Phase hinweg.

Einige Jahre später eröffnete mir meine ältere Schwester, dass dieser Duft wohl ein Dupe zu Classique von Gaultier gewesen sei. Ich hatte nur noch Babypuder und Babypopos im Kopf. Seither mache ich um diesen Duft (Schade um das Original, dessen Testung mir verwehrt blieb)und ähnliche Düfte einen großen Bogen. Ich kann sie einfach nicht mehr riechen!

Ich habe deshalb bisher sogar generell einen Bogen um Gaultier gemacht. Ich denke aber, dass dies unnötig ist. Die werden ja wohl nicht alle nach Puder und Popo riechen, oder?Vielleicht kann mir ja jemand von Euch eine Empfehlung aussprechen.

Um zu meinem Problem zurück zu kommen.

Dieses wurde zusätzlich noch verstärkt durch das allseits so beliebte Katzenstreu mit Babypuderduft.

Dieses kreuzte durch eine unglückliche Fügung meinen weg, als ich anfing in unserem Tierheim zu helfen und trug, vermischt mit anderen Substanzen in einer kleinen Plastikwanne, nicht gerade zur Genesung meines Traumas bei.

Doch dann, nach Jahren des Leidens kam dieser eine Duft, der mich zunächst zwar auch abschreckt, aber nur, um mich darauf hin total zu verzaubern! Meine Nase wollte sich kaum von meinem Handgelenk lösen! Was ist so anders an diesem Duft?! Und werde ich nun in der Lage sein, auch anderen seiner Art eine zweite Chance zu geben?

Wir werden es mit Sicherheit bald erfahren!

Ich hoffe, ihr seid dabei.


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