Dem Sternengewölbe entgegen
Phänomenale Blumen
in traumschönem Grün
Bienenwachstropfen
Zibet weint Ylangtränen
Ihr goldsamtiges Fell hebt und senkt sich im Chypreschlag
Zibet weint, weil dieser betörend-schöne Auftakt so schnell vergeht.
Die beständige Basis ist Ylang/Zibet-betont,
mit nur geringer Animalik, dafür von so unglaublicher Weichheit, wie das früher in uralten Vintagedüften war.
Basierend auf einem wunderbaren Chypre-Gerüst, mit goldenem Bernstein-Amber unterlegt.
Ein Duft zwischen Sucht und Tränen.
Die 9 weil ich mich aufrege, dass dieser unglaubliche Auftakt auf meiner Haut nicht länger bleibt, obwohl mir auch die Basis wahnsinnig gut gefällt.
Der Punkt Abzug aber auch, weil die Dosierung eine Gratwanderung ist.
Ein wenig zu viel und diese tollen Blumen werden kurzzeitig (vielleicht 5 Minuten) fast muffig,
und diese überaus anziehende Animalik wird für wenige Minuten derb.
Für mich ein Duft wie früher zum auf die Pulspunkte tupfen, und so faszinierend, dass ich Richtung 10 tendiere.
Weitere Tests sind dringend nötig.
Nachtrag... Wenn der Duft schon fast weg ist, bleibt so ein ledriges Grundrauschen zurück.
Ich überlege schon ne ganze Weile, was den so anziehend macht.
So ein Haut-Ledergefühl, sowie Moos, das da ist, aber auch wieder nicht.
Jetzt lehne ich mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte...
Der riecht, als wäre ein Mousse de Saxe Akkord verwendet worden, oder zumindest etwas kreiert, das dem sehr nahe kommt. Einfach unglaublich.
Die Hoffnung stirbt nie
Ozon
Die Erde ein blauer Ball...
Selbst wenn die Welt 1000 grüne Tränen weint,
bis das Wasser cremige Wellen über das Land trägt...
Erde zu Lehm wird und nach Mitti riecht...
Steinwüsten
Geosmin schwitzen...
Blüten im blasssilbrigen Dunst der sterbenden Sonne zu Eis erstarren...
im Raumschiff ein Duft nach Gestern schwebt...
Damals - Erinnerung...
Menschen verloren im All...
Doch Hoffnung stirbt nie
Wenn leise ein erstes fluffiges Wölkchen seine Bahn zieht...
eine Moosflechte sich frech über einem Stein ausbreitet...
ein Bienchen, noch schwach, nach Nahrung sucht...
(Wo hatte es sich nur versteckt?)...
dann komm ich nach Haus...
fühl mich warm und geborgen im sanften Grün-Braun...
und oben drüber ist es immer noch blau.
Diane macht sich viele Gedanken über die Auswirkungen der Umwelteinflüsse auf die Ökosysteme der Erde, möchte in diesem Duft die Schönheit dieser Ökosysteme zeigen, sowie deren Zerbrechlichkeit. Das ist ihr ganz wundervoll gelungen. Für mich ist es ein Duft voller Hoffnung geworden. So besteht der Duft aus 7 Duftakkorden, manches davon kann ich riechen, anderes nicht. Zum Beispiel fällt es mir schwer, die einzelnen Blumen auszumachen, doch es sind sehr kühle Blumen, fast schon unnahbar.
Oberflächlich betrachtet ist es ein ausgesprochen grüner Duft, mit deutlich Ozon, schon fast stechend im Auftakt, der auch cremige Noten aufweist.
Geht man in die Tiefe, ist er ungeheuer spannend, und zeigt sehr viele Facetten. Es ist mal wieder ein Duft, bei dem ich umso mehr entdecke, je weniger ich auftrage. Sprühe ich mehr, dann ist auch mir das Grün und das Ozon zu prägnant.
In jedem Fall aber spannend zu testen.
Die unzüchtige Hexe
Schimpft jetzt bitte nicht mit mir. Das ist, was Stora Skuggan zu dem Duft suggeriert.
Angelika, die unzüchtige Hexe
überkamen ganz seltsame Triebe.
Zu ihrer Erlösung dacht sie, es wäre gut, wenn sie sich
an einem Schierling-beschmierten Besenstiel riebe.
Belladonnaglut in ihren MarzipanAugen,
flitzt sie wie irr auf ihrem Gefährt durch den Hemlockwald.
Die Nachbarschaft weint aus Angst bitter-salzige
TuberosenTränen alsbald.
Der Stil aus formals warmen Holz,
fing beim Bremsen auf der Patcherde Feuer.
Das war selbst der Hex nicht mehr ganz geheuer.
Erschöpft liegt sie jetzt am Boden,
Ihre Haare von Flechten durchzogen.
Ihre Gerätschaft vom Flug arg
ramponiert,
nun den Eingang zum Hexenhaus ziert.
Und die Moral von der Geschicht,
Schmier auf nen Besenstiel Hexenflugsalbe gar nimmer nie nie nicht.
So oder ähnlich könnte man sich das vorstellen, wenn man
die Zeilen von Stora Skuggan liest.
Am Ende ist es ein recht würziger, etwas süßer, mit leichten Bitterstoffen durchzogener Waldduft. Ein Wald für den Massentourismus, aber durchaus angenehm zu tragen.
Die Pilze wurden wohl von den Menschenmassen zertrampelt. Die finde ich hier nicht.
Der Duft gefällt mir schon sehr gut, auch so. Aber die Erwartungen nach etwas Aussergewöhnlichem wurden dennoch etwas enttäuscht.
Die geheimen Leidenschaften des Barbapapa
Als mir neulich unsere Seejungfrau die verschiedensten Zuckerwatten für ihr Bild zeigte,
musste ich unweigerlich an die Kinderserie Barbapapa denken.
Nicht nur weil Barbe a Papa der französische Begriff für Zuckerwatte ist
(die Apostrophe dürft ihr euch dazu denken, die finde ich am Handy nicht, und eigentlich kann ich mir die eh nicht merken),
sondern auch weil das genauso kunterbunt aussah, wie die Barbapapas...
Nun gut...
Die Rosafarbene Papa-Watte hat es nicht
aufs Bild geschafft.
Die schmeckte bestimmt nach Erdbeere, das ist nicht im Duft. Deshalb wurde sie lieber gleich aufgefuttert...
Ja, hätte die mal nach Johannisbeere gerochen, dann wäre sie mitfotografiert worden...
Also heute kam dann der Duft...
Ganz ehrlich...
Die bibergeile Barbamama hat auch schon bessere Tage gehabt...
Der Funke will zu Barbapapa einfach nicht überspringen....
(Und zu mir irgendwie auch nicht...)
Er lächelt dann einfach süß ihre Annäherungsversuche weg...
Ihm ist Angst, weil eigentlich haben sie genug Kinder, eine ganze Lux - uriöse tropi-fruity-bunte Kinderschar.
Nur Calm sind sie nicht.
Argwöhnisch zieht Barbamama irisiert eine Augenbraue hoch...
Sein rosa Anzug riecht ja irgendwie doch nach Erdbeere...
Seeeejungfrau.... Spuck mal die Erdbeerwatte wieder aus..
Das war Papa's Anzug...
So eine 'Divine Person'...
Dabei sind in seinem Schlauch auch nur alte Säfte...
Wütend cremt sie ihren Iris-Pelz und räumt das Plastikspielzeug der Kinder auf.
Was für ein Saustall.
Aber das viele Plastik beruhigt sie... Das Baby ist wach und sie gibt Barbakus Bussis aufs bepuderte Popöchen.
Barbarella kommt von der Schule heim,
von weitem riecht sie ihre Lilavendel-Gutelaune...
Ihr Ärger über Barbapapa ist verflogen...
Irgendwo im Haus kullern noch ein paar Plastikerdbeeren rum...
**
Als kurze Zusammenfassung:
Am Sprüher riecht der Duft extrem süß, und die Frucht nehme ich überwiegend als Erdbeere wahr.
Auf Haut ist er zum Glück nicht gar so übersüsst,
trotzdem süß genug, dass die Assoziation mit Zuckerwatte gut passt.
Der typische Bianchi-Irispelz ist deutlich, und halt einfach nix Neues mehr.
Genau so wenig, wie die deutliche Anlehnung an Divine Perversion mit der Erdbeere, und an Luxe Calme Volupte mit den Puderfrüchten.
Was ich hier extrem habe, ist eine starke Plastiknote,
dafür kaum Rauch.
Plastik schmilzt ja auch nur ;)
Auch die Süße bleibt im ganzen Verlauf erhalten.
Lavendel bleibt sehr weit im Hintergrund.
Davon hätte ich gern etwas mehr...
Oud rieche ich nur sehr diffus und nur für ganz wenige Minuten.
Wo für mich in Byzantine Amber ein Streifzug durch ihre besten Düfte stattfand, ist das hier ein Mischmasch ihrer Belanglosesten.
Schlecht und uninteressant ist er trotzdem nicht, aber auch alles andere, als ein Highlight.
Und täglich grüßt das Murmeltier
Der Keller, dem ein Cologne entstieg.
Sie rüttelt sich
Sie schüttelt sich
Spritzt orangenen Saft über dich
Die Andersfrucht.
Und täglich grüßt das Murmeltier. Man könnte es auch Schliefer nennen.
Jetzt denkt ihr bestimmt, die hat nen Knall, aber das ist Gandix live beim Testen. Und das war in der Tat, was mir als Erstes bei dem Duft in den Sinn kam.
Aber von Anfang an...
Ich hatte ja keine große Lust, den Duft zu testen, nachdem ich am TZ roch. Da waren seltsame Gewürze und eine komische Animalik.
Aber trotzdem... rauf auf die Hand.
Es startet tatsächlich mit deutlich Hyraceum, den versteinerten Exkrementen von Schliefer, einem kleinen Tier, das aussieht wie ein Murmeltier. Also bitte, guckt euch das mal an, wie putzig das ist. Soll so eine Animalik garstig riechen? Nun, sie ist erst schon etwas heftig, zieht sich aber recht schnell zurück, und vermischt sich nach und nach mit einem leicht würzigen Geruch nach Waldboden, vielleicht ein paar Rinden. Welche Gewürze? Ich kann es nicht sagen. Es ist rund und durchwegs angenehm. Zitrik kann ich mir zu dem Zeitpunkt höchstens ganz kurz einbilden.
Jetzt bin ich verwirrt. Stand da in der Beschreibung nicht was von Cologne? Ich nutze die Zeit, um die anderen Statements zu lesen. Vollkommen anders, als das, was ich rieche. Ich will den Duft fast zur Seite legen, aber halt... Dieser erdige Geruch nach Waldboden, Rinden, zwischendurch vielleicht sogar leicht pilzig,holzig auch... Es wird das Oud mit dem Patchouli sein... Und das bleibt dann auch erstmal so...bestimmt ne Stunde
Ja gut... Es könnte der Erdkeller eines alten Holzhauses sein, aber soll ich das jetzt in einem Statement schreiben? Von einem Cologne bin ich meilenweit entfernt.
Ich guck erstmal weiter meine Serie. Es ist ein angenehmer Geruch jetzt, nicht muffig...
Irgendwann schält sich eine Frucht raus... Ich glaube, mittlerweile sind 2 Stunden vergangen. Ich bin überrascht und schnuppere aufmerksam.
Eine Zitrone ist es nicht. Es ist irgendwie orange... Aber weder eine Orange, noch eine Mandarine. Auch keine Cascarilla. Die Bitterstoffe, die im Auftakt vorhanden waren, sind längst weg. Doch irgendwie schon spritzig, wie ein Drink... Doch was ist es? Ich nenne es Andersfrucht, weil ich es nicht einordnen kann. Doch irgendwann macht es klick.... Es wird das Zusammenspiel aus Zitrone und Mandarine mit Johannisbeere sein. Und das riecht toll. Anders, neu und toll. Und so bin ich am Ende doch noch bei einem etwas ungewöhnlichem, eher dunklem Cologne gelandet, denn die erdigen Noten begleiten die Andersfrucht nämlich nach wie vor. Das bleibt noch ein paar Stunden so, und ich genieße es.