Intensos Parfumblog

23.02.2021
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D - wie Dua Fragrances

Liebe Parfumos,

etwas länger habe ich überlegt, welches Thema ich dem Buchstaben "D" widme.

Am Ende habe ich mich für Dua Fragrances entschieden, aber warum? Zum Einen gibt es zu Dua sehr differente Meinungen, jedoch wenig Meinungen im neutralen Mittelfeld, zum Anderen möchte ich durch meine berufsbedingte Marketingbrille auch einmal die Strategie von Dua beleuchten und beschreiben.

Also, nachfolgendes erwartet euch:

a) Was ist Dua Fragances und welches Konzept verfolgt das Unternehmen?

b) Funktioniert der Kauf bei Dua problemlos und auf was ist zu achten?

c) Sind Die Düfte nun TOP oder FLOP, welche Ansichten und Meinungen gibt es?

a)

DUA Fragrances ist ein Unternehmen aus den USA, CEO und Besitzer des Unternehmens ist Mahsam Raza.

Das Unternehmen wirbt öffentlich damit, ihre Düfte an bekannte Parfüme anzulehnen. Hierbei wird nicht selten die Ausdauer und Silage gewaltig nach oben geschraubt, was einige Fans dieser Marke sicher schätzen. Aber Dua Fragrances kopiert Düfte nicht ausschließlich im klassischen Sinne, es entstehen auch Hybriden. So nimmt sich Dua beispielsweise zwei bekannte und etablierte Düfte aus meist hochdekorierten Häusern und vereint deren Noten zu einem "neuen" Duft. Nicht selten entstehen hierbei sehr schräge Kombinationen, die auf den ersten Blick, zumindest in den Gedanken, überhaupt keine Harmonie ergeben können. In einigen Statements oder Kommentaren wird man dann aber vermeintlich eines Besseren belehrt, scheinbar kann es funktionieren!?

Werfen wir einmal einen groben Blick auf die Marketingstrategie des Unternehmens. Nach einem Überfliegen der Website fällt sofort auf, die Produktkomplexität ist äußerst hoch! Das heißt, die Vielfalt an Produkten ist enorm groß. Nun, für ein Unternehmen auf dem amerikanischen Markt ist das keine große Überraschung, getreu dem Motto "bigger is better" baut sich oft eine Strategie auf, die genau das verkörpert. Aber ist das wirklich die bessere Verkaufsstrategie?

Einzeln betrachtet eher nicht, denn hierzu gibt es einige Studien, beispielsweise die einer New Yorker Professorin. Sie stellte zwei Verkaufstische auf. Auf einem Tisch wurden 24 Sorten verschiedener Marmelade angeboten, auf dem Zweiten lediglich sechs ausgewählte Marmeladen.

Was war das Ergebnis?

Zwar drängten sich an Tisch 1, also bei den 24 Marmeladen, wesentlich mehr Leute, denn sie wollten schauen und entdecken, das "Besondere" finden, jedoch kauften letztendlich an Tisch 2 mehr Leute ein. Daraus resultiert, dass eine hohe Produktvielfalt zwar die Massen anzieht, es jedoch seltener zum direkten Kauf kommt als bei ausgewählten Produkten einer kleineren Angebotspalette. Dessen sind sich die Marketingspezialisten von Dua sicher bewusst, also ergänzen sie ihre Strategie mit weiteren Instrumenten.

Instrument 1 ist eine künstliche Marktverknappung. Diese Variante ist übrigens sehr beliebt und wird auch von großen Namen angewendet, wie beispielsweise Rolex oder LV. Dua betreibt diese Strategie mit zwei Maßnahmen. Zum Einen werfen sie streng limitierte Düfte auf den Markt (nur 100 Flaschen vorhanden), zum Anderen sind beliebte Düfte über viele Wochen und Monate mit "Sold Out", also ausverkauft, gekennzeichnet. Dadurch wird die Bereitschaft zum Kaufreflex massiv gesteigert. Der Kunde denkt "Oh, bevor das wieder ausverkauft ist, schlage ich diesmal lieber gleich zu", oder "Oh, der Duft klingt spannend, aber nur 100 Stück? Da überlege ich lieber nicht zu lange und kaufe gleich!".

Hinzu kommt Instrument 2, die visuelle Darstellung der Produkte. Sicher mag es jetzt eine Vielzahl an Leuten geben die sagen, dieses bunte und übertriebene Design der kleinen Bildchen auf der Website gefällt mir nicht, aber ebenso gibt es eine Vielzahl an Menschen, die genau auf diesen Reiz anspringen, oft sind es die jüngeren Generationen. Natürlich ist der Flakon und das Bild am Ende nicht einmal halb so schön wie auf der Website, aber das ist egal, der Kauf ist hier bereits abgeschlossen.

Mit dieser grob beschriebenen Strategie arbeitet Dua und scheint wohl auch Erfolg zu haben.

b)

Düfte aus dem Hause Dua Fragrances sind meines Wissen ausschließlich über deren Website zu beziehen, das heißt, man muss in den USA bestellen. Zum Test habe ich eine solche Bestellung getätigt und muss sagen, es hat alles reibungslos und doch recht schnell funktioniert. Am 17.02. habe ich meine Bestellung abgeschickt, am 18.02. wurde das Paket schon auf die Reise geschickt. Über Ontario und Los Angelas kam es dann am 20.02 in Deutschland an. Nur zwei Tage spätere klingelte der DHL-Kurier an meiner Haustür. Hier kann man also durchaus von einer Express-Lieferung sprechen. Das Ganze musste ich alternativlos mit rund 15,- Euro Versandkosten bezahlen. Sollte der ZOLL das Paket kontrollieren sind bei einem Warenwert zwischen 22 und 150 Euro die Einfuhrumsatzsteuer zu entledigen.

Bei einem Kauf sollte man zudem die Rabattaktionen abwarten, die nahezu täglich wechseln. Gestern waren es noch 25% Rabatt, heute sind es nur noch 15%. An einigen Tagen sind es sogar 30%.

Das Ganze kommt gut verpackt in nicht spezifischen Umverpackungen. Sprich, alle Umverpackungen, zumindest die meiner Düfte, waren gleich. Wie schon vorhin erwähnt, die Flakons sind nicht einmal halb so schön wie sie auf der Internetseite mit Bild hier und Bild da wirken.

c)

Ob die Düfte nun gut oder weniger gut sind, dass kann ich nur schwer beantworten. Letztlich ist das wie so oft eine persönliche und individuelle Frage, die sich jeder selbst stellen muss. Ich kann beide Seiten, also Fans und Gegner dieser Marke, irgendwo verstehen. Die oft kritisierte Synthetik der Düfte ist sicherlich in einer Vielzahl von Flakons da, so auch beispielsweise bei meinem bestellten Celsius WaterCelsius Water. Pure Synthetik, wie Spülmittel auf Eis. Der King of Judea AttarKing of Judea Attar hingegen erntet meinerseits nur positive Kritiken. Er ist angelehnt an den Topseller von PdM, Herod. Hier muss ich gestehen, auch wenn die klassichen Duftfetischisten das nicht gerne lesen, dass mir der Dua noch um einiges besser gefällt. Von unangenehmer Synthetik ist für mich hier keine Spur. Er ist jedoch extrem ölig und eignet sich nicht für das Aufsprühen auf Kleidung, zumindest nicht auf helle Kleidung. Übrigens gehöre ich zu den Menschen, die nicht den Besitz des Duftes an und für sich favorisieren oder feiern, sondern mich reizt das "Entdecken" und diese bei mir vorhandene Ader penetriert Dua natürlich mit ihrem Marketing. Insofern wird das nicht meine letzte Bestellung gewesen sein.

Aber nochmals, ich verstehe auch jeden klassischen Duftliebhaber der sagt, bleib mir weg mit diesem Zeug. Das Kopieren von Düften ist für viele ein No Go, auch für diese Sichtweise kann ich Akzeptanz aufbringen.

Ich freue mich auf eurer Meinungen und hoffe, dass euch dieser Blog ein wenig gefallen hat. 🙂

Also D - Dann mal bis später!

Marc

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