LeonsLeons’ Parfumkommentare

Leons vor 4 Monaten 15
9
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon

Abend im September
Goldener Herbst. Ein Nachmittag an einem der letzten Tage im September. Das noch wärmende Licht des Tages fällt durch die raschelnden Kronen der Apfelbäume und sonnige Lichtflecken huschen auf der Obstwiese zwischen orange und braun getupftem Laub und überreifen Äpfeln hin und her. Der schwere süße Duft der rotwangigen Früchte schwebt in der abendlichen Luft.
Bronze. Fülle. Süßes Wehen.
Leichter Wind weht Blüten auf den schweren hölzernen Gartentisch. Der bitter erdige und trockene Geruch des von Sonne, Regen, Wind und Zeit gegerbten Holzes ist wunderbar verwoben mit der duftenden Atmosphäre des golden schimmernden Nachmittags und der von den Bäumen gefallenen, überreifen Früchte.
Die Abend senkt sich und gießt ein letztes rasch verglühendes Licht sanft über den Garten, die Bäume, über die Felder.

Viele Körbe mit Äpfeln stehen in der Veranda und in der Küche. Ein prächtiger Duft von Vanille und sanfter süßer Schwermut zieht durch das Haus.
Kleines Glück.


Die Fenster werden verschlossen. Es wird jetzt draußen rasch kühler. Der Ofen summt leise sein Abendlied.
Das erste Mal in diesem Jahr.



11 Antworten

Leons vor 4 Monaten 9
9
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Herbst Zeit
Gesucht habe ich ihn nicht. Eine eher zufällige Begegnung war es wohl mit diesem schönen Duft in den letzten Wochen des vergangenen Jahres. Eine mehr als gelungene Überraschung. Der elegant klingende Name und die puristische stylische Erscheinung des Flakons zogen meinen Blick an und weckten meine Neugierde.
Und tatsächlich ... weit über die Erwartungen die auch etwas klischeehaft in meinem Kopf hin und her wandelten, entfaltete sich eine sagenhaft beherzte Ouvertüre.
Salbei - warm und streng, auch bittere Anklänge von Wermut und Kamille charakterisieren den Beginn und bleiben bis zum Ausklang des Duftes dominant.
Pigment steigert die kraftvolle, aber sanfte Schärfe. Deutlich unterstützt von Kaskarilla. Sehr gelassen gleitet der etwas herrische, intensive Auftakt nun in frisch harzig duftende Kiefernwälder. Welch ein geschmeidiger Wechsel.
Alle Komponenten sind geschickt und ausgesprochen harmonisch miteinander verwoben. Trotz der intensiven Präsenz der verschiedenen Würzen fügen sich alle
Charaktere zu einem harmonischen Bild. Erdiges Patchouli beruhigt sanft im Hintergrund. Tonkabohne, wohl auch Amber zeichnet alles weich. Der namensgebenden Tabak bleibt überraschender Weise wohltuend leise und spielt eher eine schöne, aber wichtige Nebenrolle. Also ... so charmant kann man Tabaknoten "demokratisieren".
Trotz der intensiven Dichte bleiben alle angedeuteten atmosphärische Momente erhalten. Das zeichnet Feuilles de Tabac aus. Eine eleganter, herber Duft mit Klasse. Sehr gelungen. Angenehm in seiner zurückgenommenen Ausstrahlung.
Dazu viel Naturweiß, changierende Grautöne, warmes und kaltes Rot, schwarzes Holz. Wärmende Wolle, Tweed und Leinen. Weite Schnitte. Wenig Schmuck. Auf jeden Fall derbes, festes Schuhwerk zum ausgiebigen Wandern in herbstlichen Wäldern.

5 Antworten

Leons vor 5 Monaten 11
10
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Flüsternde Stille
Heute vor einem Jahr habe ich mich hier in diesem schönen Forum angemeldet und bin darüber sehr froh. Die wunderbare, geheimnisvolle, überraschende Welt der Düfte... Traumhaft.
Ein bis dahin eher als vorhandener und notwendig hingenommener Sinn entfaltet sich zu einem mittlerweile lebensnotwendigem Sensor, um Raum, Welt und Zeit noch intensiver zu bestaunen - Ich bin ! .... Was für ein Glück.

Also !!! Danke !!! Euch allen, für Eure Worte, Eure Bilder und Eure Inspirationen.

Die Düfte von Acca Kappa faszinieren und begleiten mich von Beginn an und bald hielt ich wieder einen der typischen schweren schlichten Flakons in meinen Händen.
Und wieder war und ist es die unbeschreiblich schöne Leichtigkeit sowie die Suggestion einer weiten, schwebenden Atmosphäre, die mich immer noch und immer wieder fasziniert.
Mit "1868" Eau de Parfum ist Acca Kappa ein Meisterstück gelungen. Das Zusammenspiel der bitteren Würze des Lorbeers mit dem feinen, beherzten, ja unschuldig anmutenden Duft des Veilchens ist überwältigend. Amber und Vanille, sowie rauchige Noten begleiten den melancholischen Akkord und untermalen ihn sehr vornehm. Dunkles Grün und ein violetter Schatten; ab und an leuchtet ein glühendes dunkles Orange auf.
Ein Duft für jetzt beginnenden September bis hin zu den letzten kühlen
Novembertagen.
"1869" wärmt und umarmt. Er motiviert und schützt. Und er kann auch ernst, beruhigend und entschleunigend sein.
Er ist mein Trost und meine Ruhe.
Wenn ich still bin, erzählt er leise etwas über mich.






8 Antworten

Leons vor 5 Monaten 8
7.5
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

Melancholie
Herausgerissen aus dem Mühsal, den Ängsten und dem traurigen Aktionismus der vergangenen Tage und Wochen bleibt
endlich einmal die Zeit stehen. Für mich. Für Sekunden. Für eine kleine Ewigkeit.
Schon die ersten Momente der Begegnung entschleunigen den hastigen Schritt des getriebenen Geistes, der dem gnadenlosen Duktus neuer Normalitäten ratlos gegenüber steht ...

Stille...Stille....Stille....Regungslose Stille. Austritt auf die Waldlichtung. Abendsonne. Niemand. Die eilenden, nervösen Sekunden zerfallen zu Nichts. Ruhiger Atem. Endlich .
Die Wärme der süß bitteren Pudrigkeit legt sich wie zärtliche Hände auf mein Gesicht. Erinnerungen steigen in mir auf an die Atmosphäre der alten Holzlaube am verschatteten Ende des Gartens der Großmutter. Am Abend bereitete sie für die Kinder den ganz wunderbar duftenden, heißen dunklen Kakao.

Dem abendlichen Waldboden entströmen wärmende
erdige, grünhäutige Gerüche. Die Nacht legt ein leichtes, helles Gewand an. Es ist bestickt mit Tränen, duftet so wunderbar nach Vanille und Amber und


....Trost.




4 Antworten

Leons vor 6 Monaten 9
10
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon

Dornröschen
Die bezaubernd schöne Atmosphäre der Acca Kappa Düfte zieht mich immer wieder sehr an. Ich kenne sie jetzt fast alle und bin immer entzückt von ihrer heiteren Leichtigkeit. Auch die etwas tieferen Noten aus dem Hause Acca Kappa sind feine und duftige Kostbarkeiten. Für besonders dramatische Duftverläufe stehen sie vielleicht nicht; aber das ist wiederum besonders angenehm,entspannend und sehr typisch.
Allerdings gibt es da eine auffällige Ausnahme.

Schweres, schlichtes, dickwandiges Glas.
Ode - eine wunderbar bitter scharfer Auftakt mit leicht öligem Holz. Dunkel, schwer und leise die behutsam abgelegte Rose auf rauchigem Oud und Patchouli...

Und schon ist alles wieder entschwunden. Ein kurzer Zauber - eine hundertjährige Geschichte.
Die Kammer im Schloßturm, die alte Frau am Spinnrad, die Spindel, Dornröschen, die Dornenhecke ...

Dicht und ganz hautnah bleibt Ode noch einige Stunden.
Ein Herbstduft. Letzte Tage im September. Frühe kühle Abendstunden, erste Schatten auf dem Weg.
Dunkles Rot, Biester und Violett.
Celloklang,
Moll ...

Nachtvogel.







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