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MugaMushin

MugaMushin

Rezensionen
1 - 5 von 7
Dior - Fahrenheit Le Parfum
Dieser Duft war eine Zeit lang in allen Winter Designer Top 10 und vor allem als Bad Boy Lederjacken-Duft bekannt. Habe den hin und wieder in Läden getestet, nur sprang der Funke irgendwie nicht herüber, obwohl ich Fahrenheit Parfum schon mochte. Jeden Winter wurde ich jedoch durch Parfüm Reviewer an diesen Duft erinnert.

Dann einfach im Souk eine Anfrage gestellt und zum tollen Preis ergattert. Seit dem eher spärlich getragen.
Jetzt, wo mein Fahrenheit Eau de Toilette nun leer ist, dient dieser mir für den Ersatz. Jedoch in kalter Jahreszeit, denn ab 20 Grad wird er zu erdrückend. Mehrmals kam der Gedanke, ob dieser Duft bleibt. Diesen kalten, feuchten Herbst aufgesprüht und komplett abgeholt gewesen.

Typisches frisches Fahrenheit-Veilchen, Gewürze und Patschuli, die langsam ins ledrige übergehen. Dunkel, vanillig, ledrig und recht würzig. Tatsächlich kann ich den oft gehörten Cola-Vergleich verstehen. Das Leder ist nicht harsch; erinnert eher an Wildleder.
Beim jedem Tragen frage ich mich, warum der Duft nicht öfters getragen wird.

Fahrenheit - Le Parfum (ja, der alte Name ist viel besser) deckt für mich eine bestimmte Niche ab: kalte, feuchte, trübe Herbsttage und -abende, sowie die kühle, verschneite Winterzeit. Dann wird seine Magie entfaltet. Mit oder ohne Lederjacke. ;)
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The Origin of Aventus
Aventus hat eine kleine Revolution in der Parfümwelt ausgelöst. Er hat zwar keine keine neue Duftrichtung definiert, jedoch ist kein weiterer Duft über dermaßen lange Zeit so populär gewesen. Die ganzen Klone geben dem Recht. Erst Aventus hat das Haus Creed so richtig nach vorn katapultiert und sein Klon Club de Nuit Intense Man Eau de Toilette das Haus Armaf.

Das soll laut DUA der Klon von dem originalen 2010 Aventus-Batch sein.
Hatte ihn vor ca. 4 jahren im DUA-Shop als 10 ml Abfüllung zum Testen ergattert.
Zu dem Zeitpunkt wurden von mir fast alle üblichen Klone auf dem Markt durchprobiert, inklusive dem Original. Dieser Duft überzeugte mich sofort und toppte sogar ihre Majestät Aventus (Jahr 2021) selbst.

The Origins of Poseidon ist sehr ausbalanciert. Das fruchtige, rauchig-ledrige, frische - alles ist auf seinem Platz. Der perfekte Aventus zu der Zeit, wo selbst Aventus ein Schatten seines früheren Erfolgs war. Dieser Gleichgewicht fehlt leider vielen Klonen. Manche sind zu zitrisch, andere zu fruchtig-schwitzig oder zu moosig. Viele suchten DEN Duft, welcher seinem Lieblingsbatch nahe kam. Meiner war nie dabei - bis jetzt.

Mittlerweile sind die DUA Düfte noch schwieriger zu bekommen. Wer einen Aventus sucht und an DUA herankommt, sollte Origins of Poseidon: Est 2010 unbedingt testen.
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Meine Suche nach dem idealen Tabakduft
In der Parfümerie Wolf, die ich ab und zu besuche und in der ich Nischendüfte teste, habe ich vor fast zwei Jahren von einer Verkäuferin einen Teststreifen überreicht bekommen. Ich entsinne mich nicht mehr, ob ich explizit nach einem Tabakduft gesucht habe oder ob sie mir rein zufällig diesen Duft empfahl. Letztendlich ist das auch weniger interessant. Was wirklich interessant ist, ist, wie sehr mir Paris La Havane gefiel.

Staubiger Tabak und Wildleder. Ich habe aus Versehen meinen "idealen" Tabakduft gefunden.

Kein Schnickschnack, kein Firlefanz – damit sind Trockenfrüchte, Vanille oder weitere dominante Noten gemeint, die von der Essenz MEINES idealen Tabakduftes ablenken. Besonders wenn Tabak in homeopathischen Dosen vorkommt, wie in L'Homme Idéal Extrême oder A*Men Pure Havane, wo ich bei aller Fantasiekraft keinen Tabak rieche. In meiner Vorstellung muss es entweder nach Pfeifentabak - gerne mit Zusätzen wie Kirsche oder Vanille, jedoch so, dass die Zusätze nie die vorderste Front einnehmen, wie es bei Tobacco Vanille Eau de Parfum der Fall ist - oder nach dem Tabakblatt einer Zigarre riechen.

Paris La Havane begrüßt die Nase mit staubigem Tabak und weichem Wildleder. Beide befinden sich in harmonischem Gleichgewicht, ohne um die Vorherrschaft zu kämpfen. Trotz der vermeintlich harschen Noten ist der Duft ziemlich weich. Zu Beginn gesellt sich die Rose dazu, und so bildet sich ein Triumvirat, welches allerdings nicht lange hält. Nach maximal einer Viertelstunde danke die Rose ab. Für weitere Stunden bleibt der Duft linear. Nach sechs Stunden regt das Amber seinen Kopf und nach weiteren 1-2 Stunden bleibt das der einzige Akkord. Dieses Amber ist ziemlich klassisch gehalten, im Stil von "Grand Soir | Maison Francis Kurkdjian" oder der Basis von Ambre sultan Eau de Parfum. Von Tabak und Leder fehlt jede Spur. Auch wenn ich anfangs enttäuscht über die Basis war – ich besitze genug Amber-Düfte – bin ich letztendlich froh über den spannenden und abwechslungsreichen Verlauf. Lineare Düfte können auf Dauer nervig oder langweilig werden. Die Notenbeschreibung ist hier ziemlich treffend. Man riecht das Meiste, was auch angegeben wurde.

Mit dem Duft auf dem Arm war ich von dannen. Der Preis von circa 150 Euro war mir zu hoch für einen Spontankauf. So sehr ich Düfte mag, bin ich ziemlich rational, was das Geld angeht, besonders wenn man schon einige Dutzend Düfte (zu dem Zeitpunkt) besitzt. Ein Jahr später kam ich wieder in die Parfümerie nach einer längeren Pause. Wieder testete ich den Duft und der Eindruck war derselbe. Nur der Preis war nicht mehr der gleiche – stolze 180 Euro. Die 50-ml-Version war nicht vorhanden (auch nicht im Netz). Nach kurzem Zögern verließ ich das Geschäft. Online war der Duft für ungefähr 140 Euro zu haben. Ich wartete. Monate später stieß ich auf ein Onlineangebot zum fast schon Spottpreis (nach mehreren Rabatten). Das war die Chance und ich schlug zu.

Der Duft kam an und das Erste, was mir auffiel: ist die Kappe anders? War im Laden nicht eine magnetische? Er roch noch wie immer, oder? Ja, ja... oder nein? Jein. Auf Parfumo stieß ich unter den Statements auf die gleiche Beobachtung. Paris La Havane wurde tatsächlich überarbeitet. Es ist die Rose. Sie ist viel prominenter als im Original und hält um einiges länger. Was ich verschwieg, war, dass die Rose in der originalen Version zwar merkbar, dennoch schwach ist. In der neuen Version ist sie ein gleichwertiges Mitglied. Anfangs war ich enttäuscht. Da war er, der Zusatzakteur, den ich nicht wollte.

Nach mehrmaligem Tragen kam ich zu einem besseren Verständnis des Duftes. Die Rose ist zwar merkbar, aber nicht länger als eine halbe Stunde. Leider. Ja, ich habe sie schätzen gelernt und wünschte, sie wäre länger vorhanden. Der Rest des Duftes ist gleich, abgesehen von der (leider) fehlenden Magnetkappe. Wer über die Reformulierung gehört hat und sich Sorgen macht, kann ruhig zugreifen. Es ist fast der gleiche Duft, der sogar facettenreicher geworden ist. Die Haltbarkeit beträgt acht Stunden, und man nimmt ihn gut wahr.

So sehr ich den Duft mag – Amber, Tabak und Leder sind meine Lieblingsakkorde, die Sammlung lügt nicht – ein reiner Tabakduft nach meiner Vorstellung ist es leider nicht. Falls es dieser überhaupt existiert.

Die Suche nach meinem idealen Tabakduft geht weiter.
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MugaMushin vor 2 Jahren 3
Oud Wood light
Frischer, weniger Würze als beim Original.
Dadurch hat es noch weniger Tiefe als zum Beispiel "Bois Oudh | The Dua Brand / Dua Fragrances", welches schon recht linear ist.
Am Anfang kommt eine unterschwellige Note, die für mich Assoziationen mit Kunststoff hervorruft. Das alles lässt ihn sehr synthetisch erscheinen.
Nach 10-15 Minuten ist diese Note weg und der Duft wird tragbarer.

Den Duft habe ich nach vielen positiven Rezensionen und der guten Erfahrung mit "The Man Cobalt | Milton-Lloyd / Jean Yves Cosmetics" gekauft. The Man Cobalt roch für mich beim ersten Sprühen viel qualitativer.
Allerdings jetzt nochmal gegen getestet und The Man Cobalt riecht für mich nun auch synthetischer als in Erinnerung. Keine Ahnung, ob mein Geruchssinn sich weiterentwickelt hat oder es an der Hautchemie und am Winterwetter liegt.

Ist "Perfumer's Choice Nº10 Mojo | Milton-Lloyd / Jean Yves Cosmetics" lohnenswert für den Preis < 10€?
Hängt davon ab, was man vom Duft erwartet.
Ich persönlich möchte keine Blindkäufe mehr tätigen und neue Düfte mit Bedacht auswählen. Ein Duft soll mir von Anfang bis Ende gefallen, unabhängig vom Preis.
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Gibt es den idealen Duft?
Vor ungefähr 15 Jahren wollte ich den idealen maskulinen Duft tragen.
Für mich waren das eine Amalgamierung von Tabak, Schmieröl, Leder, Whisky und Holz.
Pure, triefende Männlichkeit.
Also begab ich mich im Dezember 2008 nach Douglas und fragte die Angestelltin nach einem Parfüm mit Leder, Tabak und Holz.
- "Holz?", - fragte sie und griff zum He Wood.
Es roch tatsächlich nach Holz. Nach frischen Sägespänen. Gut genug dachte ich mir und kaufte es.
Die Frau schien etwas überfordert mit meinen Wünschen zu sein.
Das war ein einziges Parfüm, welches ich besaß und trug es spärlich. Die Suche nach idealen männlichen Duft war erstmal vorbei.

In 2020 war ich in einer privaten Parfümerie (mittlerweile verkauft an eine Kette) mitten in der Stadt, an der ich immer vorbeiging. Ich ging in Begleitung meiner Frau rein. Es war kurz nachdem mein Interesse für Düfte entfacht wurde, siehe dieses Review: https://www.parfumo.de/Parfums/Dior/Fahrenheit_Eau_de_Toilette/Kommentare/193639.
Das Niveau der Angestellten war um einiges höher und es waren viele Niche-Marken vorhanden.
Nach einigem herumprobieren, erinnerte ich mich an den nicht existierenden idealen Duft.
Der Angestellte überlegte kurz, griff zu einem dunklen flachen Flakon, sprühte es auf einen Teststreifen und gab es mir.
Lötzinn und Lötfett in einer Werkstatt war mein erster Gedanke. Russische Banja (Sauna) war mein zweiter Gedanke. Mehrere Erinnerungen und Assoziationen kamen hoch.
- "Wow!", - sagte ich und gab es meiner Frau zum Riechen. Sie war nicht abgeneigt und das sagt schon viel aus. Eine Zeit lang konnte ich mich nicht davon losreissen.
Ich war hin und weg. Es waren nicht alle Akkorde drin, aber für mich war es DER ideale maskuline Duft.
Zuhause nennen wir ihn Serge.

Wie riecht es nun?
Nach Lötzinn und Lötfett in einer Werkstatt.
Nach einer Banja mit Birkensträuchern.
Nach Weihrauch und Holz.
Nach meinen Erinnerungen, die es mir wieder bringt.

Gibt es den idealen Duft?
Das muss jeder für sich entscheiden.
Ich habe mehrere.
La couche du diable ist einer davon.
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