Misfit 2019

Misfit von Arquiste
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8.4 / 10 11 Bewertungen
Misfit ist ein beliebtes Parfum von Arquiste für Damen und Herren und erschien im Jahr 2019. Der Duft ist würzig-erdig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert. Der Name bedeutet „Außenseiter”.
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Duftrichtung

Würzig
Erdig
Harzig
Fougère
Holzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
AngelikawurzelAngelikawurzel kalabrische Bergamottekalabrische Bergamotte MöhrensamenMöhrensamen Schopf-LavendelSchopf-Lavendel
Herznote Herznote
Akigalawood®Akigalawood® Ambrettesamen AbsolueAmbrettesamen Absolue bulgarische Rosebulgarische Rose StyraxStyrax
Basisnote Basisnote
PatchouliPatchouli TolubalsamTolubalsam spanische Zistrosespanische Zistrose venezolanische Tonkabohne Absoluevenezolanische Tonkabohne Absolue

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.411 Bewertungen
Haltbarkeit
8.88 Bewertungen
Sillage
7.88 Bewertungen
Flakon
7.415 Bewertungen
Eingetragen von OPomone, letzte Aktualisierung am 06.01.2024.

Rezensionen

1 ausführliche Duftbeschreibung
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Profumo

284 Rezensionen
Profumo
Profumo
Top Rezension 16  
Kein Patschuli-Soliflor
Nein, dieser Duft ist keine Hommage an die drei Leinwandlegenden Marilyn Monroe, Montgomery Clift und Clark Gable, die gemeinsam für den 1961 erschienenen Film „The Misfits“ vor der Kamera standen. Der Film – keine cineastische Großtat, das nur am Rande – ging vor allem durch den Umstand in die Filmgeschichte ein, dass er für Monroe und Gable zum letzten Auftritt vor der Kamera werden sollte. Gable starb kurz nach Abschluss der Dreharbeiten an einem Herzinfarkt, Monroe ein Jahr später, vermutlich an einer Überdosis Schlaftabletten.
An diesen Film dachte ich aber, als ich von Arquistes ‚Misfit’ las.

Die sorgsam zurechtgeklöppelte Geschichte – braucht´s ja heute – geht aber so: im Jahre 1877 liegen in der schon damals mit zweifelhaftem Ruf bedachten Stadt Marseille herren- und damenlose Kaschmirschals herum. Schals, die sich noch kurze Zeit zuvor in bourgeoisen Kreisen größter Beliebtheit erfreuten, und die sorgsam verpackt, mit Patschuli-Blättern vor Ungeziefer geschützt, aus dem fernen Kaschmir herangeschafft wurden. Nun aber befindet sich die Bourgeoisie vom Proletariat bedrängt in der Defensive, und sieht sich von einem neuen gesellschaftlichen Phänomen, der Bohème, um den Nimbus der Avantgarde gebracht: lebenshungrige, vielerlei Ausschweifungen zugetane Künstler und Künstlerinnen, gesellschaftliche ‚Misfits’, Aussenseiter. In ihre Hände fallen die Schals, und deren Patschuli-Aromen vermählen sich mit dem würzig-rauen Duft des südfranzösischen Lavendels.
Als „olfaktive Signatur der Gegen-Kultur“ bewirbt Arquiste den Duft.
Na ja, die Geschichte ist ganz nett, aber für mich stellt es sich eher so dar, als habe Carlos Huber beim Blick auf sein Arquiste-Portfolio festgestellt, dass ein Patschuli-Duft ganz schmückend wäre. Ich vermute, die kunstvolle verschwurbelte Saga wurde nachträglich gesponnen.
Inspiration geht irgendwie anders, aber sei´s drum.

‚Misfit’ ist jedenfalls ein wunderbarer Patschuli-zentrierter Duft, den all jene einmal testen sollten, die Patschuli lieben. Dass man eine Vorliebe für diese vielschichtige, aromatisch-holzige Note hat, ist allerdings Voraussetzung, um diesem Werk überhaupt etwas abgewinnen zu können. Es werden nämlich nicht nur zwei verschiedene Patschuli-Essenzen verwendet, sondern noch dazu ein von Givaudan patentiertes, sogenanntes ‚Akigalawood’, ein synthetischer Duftbaustein, der die holzigen Facetten der Patschuli-Öle aufgreift und mit pfeffrigen Nuancen ergänzt.
Dass es sich dennoch nicht um ein Patschuli-Soliflor handelt, verdankt ‚Misfit’ der Mitwirkung verschiedener anderer, teils harziger, teils balsamischer Noten, die ihm eine warme, wohlige Aura verleihen, die gut zu der Schal-Assoziation passt, vor allem aber dem Lavendel, der dem Patschuli ein wenig in die Parade fährt und dem Duft einen ganz eigenen Spin verleiht.
Lavendel und Patschuli bildet hier einen wunderbar kontrastreichen, aber dennoch harmonierenden Akkord, dessen krautige Spitzen von trocken-aromatischer Angelika-Wurzel und dem Duft erdig-süßer Karotten-Samen gekappt werden, während das spröde, knarrend-holzige Herz auf einer ambrierten Basis aus rauchigem Styrax-Harz, Labdanum, Tolu-Balsam und etwas Tonka gebettet wird. Bitter-schalige Bergamotte eröffnet und rahmt das meistenteils düstere Duft-Gemälde, das nur hie und da von einem schüchternen Rosenhauch durchweht und von feiner Ambrette-Kreidigkeit erhellt wird.
Ausgeprägte Zitrus-Frische, ein florales Bouquet, oder gar einen Aldehyd-Komplex, der den Duft Soufflé-artig aufgehen ließe, sucht man hier vergebens, sodass der Duft wegen seiner eher dichten Textur womöglich als zu schwer und lastend empfunden werden könnte.
Hier gefällt mir das.
Aber ich bin auch ein großer Patschuli-Liebhaber, mag gerne den komplexen Duft des Lavendels und auch die anderen Mitstreiter in ‚Misfit’ liegen mir sehr. Bis auf die Tonka-Bohne vielleicht, deren matte Vanille-Süße für mein Gefühl häufig allzu schnell in Gourmand-Gefilde abdriftet. Da sie hier aber nur als Nuance auftaucht, dem Duft nach unten eine wenig Rundung gebend, finde ich sie absolut erträglich.

Auch der Parfümeur, Rodrigo Flores-Roux, scheint ein großer Patschuli-Liebhaber zu sein: vor ‚Misfit’ tauchte es deutlich und mit Tabak und animalischen Facetten akzentuiert in ‚Sandor 70’s’ auf, anschließend im erotischen Leder-Dress von ‚Palindrom II’, und neuerdings im feingliedrigen Osmanthus-Chpyre-Gewand von Galions ‚Bourrasque’.
‚Misfit’ ist in dieser Patschuli-Reihe vielleicht der Duft, der am meisten in sich ruht. Er wirkt auf mich weder überladen (diese Tendenz hat ‚Sandor 70’s’), noch macht ihn irgendeine Animalik prekär (‚Palindrom II’), oder ein Kontrastreichtum besonders fordernd (die Osmanthus-Patschuli-Hyraceum-Kombination von ‚Bourrasque’).
Eine Art Patschuli-Buddha, dem es sicher ein wenig an Erotik und Draufgängertum mangelt, der diesen Mangel durch die wohlige Wärme die er ausstrahlt aber mühelos wieder wettmacht.

Die Haltbarkeit, besonders auf Klamotten (Schals!), ist für meine Bedürfnisse absolut ausreichend und die Abstrahlung nicht übertrieben offensiv.
So ist ‚Misfit’ mit seiner dunklen Aromen-Pracht und seinem zivilisierten Auftritt für mich zu einem ausgesprochen angenehmen Begleiter geworden – gerade jetzt im Winter!

6 Antworten

Statements

1 kurze Meinung zum Parfum
ProfumoProfumo vor 3 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
9
Duft
Ein Fest für Patchouli-Liebhaber*innen: der warme, holzige Ton mit krautigem Lavendel und kreidiger Iris/Ambrette kombiniert. Sehr schön!!
2 Antworten

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

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