24
Sehr hilfreiche Rezension
Mein Leben der 80er Jahre...
@Parfumaholic, was hast Du mir nur angetan? Du katapultierst mich mit diesem Duft gnadenlos zurück in die Vergangenheit.
Sie war 17, ich unwesentlich älter. Mein karger Lehrlingslohn wurde hemmungslos in diesen Duft umgetauscht (der erste für sie war Byzance), und ich muss sagen: ich habe später im Leben noch viele durchaus schlechtere Käufe für wesentlich mehr Geld getätigt.
*******
- geschnürte Lederhose in schwarz und rot, Cowboyboots, Jeansweste
- ein uralter Opel Kadett C mit Tapedeck: Metallica, Queensrÿche, Whitesnake usw.
- Twix = Raider; Raucher in der Kneipe; Deutschland mit Mauer; der Kanzler aß am liebsten Saumagen
- Polarlichter in eiskalten Januarnächten
- im Sommerurlaub durch Italien und Südfrankreich gurken, ganz ohne Navi, aber im ollen Daimler, dessen Benzinverbrauch mich fast ruiniert hat - davon habe ich mich bis heute nicht richtig erholt ;)
*******
Die Achtziger Jahre in wunderbarster Ausprägung, ohne jedoch übermäßig chypresk oder blumig zu werden; FENDI bietet eine herrlich ausufernde Palette an Duftnoten und Details, die mehr als beeindruckend ist und in Erinnerung bleibt.
Den Beginn erfahre ich eher als grün denn zitrisch, hell, weich und holzig-trocken zugleich. Die standesgemäßen Herznoten Nelke, Rose, Jasmin, Ylang Ylang glaube ich zu erkennen; dabei sind sie alle jedoch sehr fein verblendet, so dass für mich nichts dominiert. Also nur keine Nelkenangst!
Im weiteren Verlauf schließlich ist sie da, die ganz außergewöhnliche ledrige und zugleich doch weich-anschmiegsame Basis: Sandelholz, zarte Vanille, Eichenmoos und eine präsente Würze, die nicht ausschließlich Patchouli sein kann, sondern eher ein Potpourri an markanter und zugleich doch sanfter Fülle. Allerspätestens da würde ich den Duft nicht mehr nur als Lederchypre betrachten. Moschus ist nicht überpräsent, verbindet jedoch alle Elemente mit seiner Wärme.
FENDI ist übrigens einer der ganz wenigen Düfte, denen ich das Palisander (=Rosewood) abnehme. Ich kenne es als pures Holz und glaube, es gelegentlich in Parfums identifizieren zu können - selten genug, ihr kleinen Parfumeurs-Schlingel und _innen!
Danke @Parfumaholic für diese aufregende und auch bewegende Reise!
Außer ein paar Düften möchte ich nichts mehr aus der Vergangenheit zurückhaben. Fast nichts.
Sie war 17, ich unwesentlich älter. Mein karger Lehrlingslohn wurde hemmungslos in diesen Duft umgetauscht (der erste für sie war Byzance), und ich muss sagen: ich habe später im Leben noch viele durchaus schlechtere Käufe für wesentlich mehr Geld getätigt.
*******
- geschnürte Lederhose in schwarz und rot, Cowboyboots, Jeansweste
- ein uralter Opel Kadett C mit Tapedeck: Metallica, Queensrÿche, Whitesnake usw.
- Twix = Raider; Raucher in der Kneipe; Deutschland mit Mauer; der Kanzler aß am liebsten Saumagen
- Polarlichter in eiskalten Januarnächten
- im Sommerurlaub durch Italien und Südfrankreich gurken, ganz ohne Navi, aber im ollen Daimler, dessen Benzinverbrauch mich fast ruiniert hat - davon habe ich mich bis heute nicht richtig erholt ;)
*******
Die Achtziger Jahre in wunderbarster Ausprägung, ohne jedoch übermäßig chypresk oder blumig zu werden; FENDI bietet eine herrlich ausufernde Palette an Duftnoten und Details, die mehr als beeindruckend ist und in Erinnerung bleibt.
Den Beginn erfahre ich eher als grün denn zitrisch, hell, weich und holzig-trocken zugleich. Die standesgemäßen Herznoten Nelke, Rose, Jasmin, Ylang Ylang glaube ich zu erkennen; dabei sind sie alle jedoch sehr fein verblendet, so dass für mich nichts dominiert. Also nur keine Nelkenangst!
Im weiteren Verlauf schließlich ist sie da, die ganz außergewöhnliche ledrige und zugleich doch weich-anschmiegsame Basis: Sandelholz, zarte Vanille, Eichenmoos und eine präsente Würze, die nicht ausschließlich Patchouli sein kann, sondern eher ein Potpourri an markanter und zugleich doch sanfter Fülle. Allerspätestens da würde ich den Duft nicht mehr nur als Lederchypre betrachten. Moschus ist nicht überpräsent, verbindet jedoch alle Elemente mit seiner Wärme.
FENDI ist übrigens einer der ganz wenigen Düfte, denen ich das Palisander (=Rosewood) abnehme. Ich kenne es als pures Holz und glaube, es gelegentlich in Parfums identifizieren zu können - selten genug, ihr kleinen Parfumeurs-Schlingel und _innen!
Danke @Parfumaholic für diese aufregende und auch bewegende Reise!
Außer ein paar Düften möchte ich nichts mehr aus der Vergangenheit zurückhaben. Fast nichts.
42 Antworten
Ich bin immer wieder erstaunt, ja ergriffen, wenn mir in den Sinn kommt was damals standardmäßig im Verkaufsregal stand…
Heute mehr denn je vermisst und begehrt.
Verrückt!!!
Fendi war einer der besten Leder-Düfte überhaupt, wunderbar elegant und angenehm.
Fendi Uomo ist immer noch in meiner Sammlung.
Tolle Erinnerungen!
@Andin Ja, doch, das kam schon gut - aber damals war die Auswahl auch nicht so groß. Ganz zu schweigen von unseren seltsam mutierten Nischengeschmäckern.... 😉
Ein Kadett C als 2-Türer war mein erstes Auto in den 80ern.
Dieses Chypre Fendileder mochte ich auch.