Dass sich an diesem hier die Geister scheiden, ist nahezu unvermeidlich……
Wer einen dichten, süß-sämigen Vanilleduft erwartet, wird gnadenlos enttäuscht……
Eigentlich wird JEDER enttäuscht, der Vanille in ihrer bekannten Form erwartet…..ob nun dicht oder zart…..und auch die Süße ist moderat……
Dieser hier ist ein ELLENA, wie er im Buch steht: ausgesprochen abstrakt, transparent und eigenwillig…..
Ich persönlich schätze Ellenas Herangehensweise sehr…..man kann seine Düfte mögen, oder auch nicht…..aber niemals -wirklich niemals- sind seine Kreationen plump, laut oder banal……
Jean Claude muss ein sehr sensitiver Mann sein….er versteht es auf wahrhaft beeindruckende Art und Weise, den „Ätherkörper“, das „Feinstoffliche“ des Gegenständlichen zu sehen, zu lesen, zu abstrahieren und somit „erfahrbar“ zu machen…….
Mit Vanille Galant bricht er das herkömmliche Klischee, das der Vanille so selbstverständlich anhaftet und inszeniert sie vollkommen neu……
Es ist auch keineswegs die Schote, mit ihrem kräftigen und intensiven Aroma, die hier mit „Vanille“ gemeint ist…..es ist vielmehr der zarte süßlich-vanillige Duft, der für gewöhnlich über Blüten schwebt…….
Der Duft startet verhältnismäßig grün……..wässrig-hellgrün, um genau zu sein…….und für einen kurzen Moment ist da tatsächlich ein leichter Meereseindruck wahrzunehmen (böse Zungen würden das „fischig“ nennen ;-)..)….
Diesen Eindruck führe ich persönlich auf die Lilie zurück, die hier definitiv eine entscheidende Rolle spielt……dicht gefolgt von Ylang Ylang……
Obwohl diese Blüten gerne einmal dazu neigen sehr laut und aggressiv in Erscheinung zu treten, ist dies bei Vanille Galant nicht der Fall…..auch bei diesen - mitunter durchaus schwierigen - Kandidaten ist es Ellena gelungen, sie von ihrer Gegenständlichkeit zu lösen und lediglich ihre feinstoffliche Aura einzufangen……
So bleibt der Duft auch in seinem gesamten Verlauf äußerst filigran und transparent…….ein hellgrünes Blütenaquarell über welchem durchgehend der feine Hauch einer ätherischen Vanille schwebt…..
Sehr sensible Beschreibung. Jean - Claude Ellena mag ich auch sehr u. empfinde seine Düfte oft als sehr wohltuend. Den hier kenne ich noch nicht. Vanille anders darzustellen, ist ihm sicherlich gut gelungen!
Ich schließe mich Bastian an: es ist wahrscheinlich nicht mein Duft, aber Deine Beschreibung ist so aufschlußreich und hilfreich nicht nur den Duft, sondern auch den Stil des Parfumeurs zu verstehen. Toll. Und sicherlich eine Komposition, die ihre Anhänger:innen findet.
Auch wenn es wahrscheinlich nicht ganz mein Duft ist, Deine Rezension hat mir wie immer sehr gut gefallen. Ehrlich , authentisch, interessant geschrieben. Kann mir den Duft gut vorstellen. Deine Rezensionen hinterlassen immer eine klar verständliche Handschrift. Die heißt Susan. Danke dafür. Ein Vanille mal etwas anderst Pokal von mir.
Du bringst die Herangehensweise von J.C.Ellena auf den Punkt. Seine Düfte sind für mich oft eine Hommage an ein Thema, und nicht eine 1:1-Umsetzung dieses Themas, wie es andere Parfumeure oft tun und wie wir es hin und wieder auch beklatschen. Er malt uns kein Bild mit einem Duft, sondern bringt uns dazu, ein Bild vor unserem geistigen Auge erscheinen zu lassen.
Ich setz mich mal zu Cravache und futter ein paar Spätzle mit ;)
Vanille Galante hatte mich so gar nicht berührt. Du ahnst schon, was kommt. Es fehlte etwas Süße.
Monsieur Ellena kann grün ja wirklich gut, auch wenn das manchmal sehr statisch daherkommt. Mir gefällt mancher Duft von ihm, wenn auch nicht alle. Bei diesem wäre ich mir nicht sicher, denn mit aquatisch wirkenden Noten habe ich oft Schwierigkeiten.
Sehr hübsch beschrieben.
Inzwischen habe ich mich an Ellenas Stil etwas sattgerochen. Mir behagen die komplexeren Klassiker doch besser. Lieber Spätzle als Molekularküche ;-)
Ich liebe die Handschrift von J. C. Ellena und wie er diese Vanille interpretiert.
Vanille Galante hatte mich so gar nicht berührt. Du ahnst schon, was kommt. Es fehlte etwas Süße.
Inzwischen habe ich mich an Ellenas Stil etwas sattgerochen. Mir behagen die komplexeren Klassiker doch besser. Lieber Spätzle als Molekularküche ;-)