Blackbird Olympic Orchids Artisan Perfumes 2013
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Top Rezension
Blackbird oder das wirkliche Fields of Rubus
Heute falle ich mit der Tür ins Haus und erzähle zunächst woran mich Blackbird erinnert und zwar an graue Vorzeiten - respektive nicht ganz so grau mit meinen 33 Jahren - und zwar genauer gesagt an Wasserpfeifentabak. Nicht allgemein sondern explizit an Blaubeere-Minze. Das Schöne, was Blaubeere und Brombeere verbindet, ist, dass beide natürlich als Frucht per se Süße in sich tragen aber man sie aufgrund der Beschaffenheit ihrer Säure eben auch als sauer-herb deklarieren kann. Das ist der Fruchttyp, welchen ich nicht nur in Tabakaroma-Form bevorzuge. Die Minze kühlt diesen herben Geschmack herunter so dass er sehr gefällig ist. Noch heute habe ich diesen Duft genau in der Nase und erfreue mich daran, wenn ich ihn denn zufällig wahrnehme. Genau so riecht Blackbird für mich, er erinnert mich daran mit aller Macht. Dieses Aroma schätze ich sehr, diese Mischung aus Fruchtigkeit und herber Säure behagt mir. Aber wie verläuft Blackbird denn nun?
Die Brombeere dominiert den gesamten Duft, gerade zu Beginn ist sie sehr fruchtig, wobei ihr auch diese kühle Mentholnote innewohnt, welche von den Harzen herrührt. Blackbird wird allerdings nicht heruntergekühlt wie das bei anderen Düften der Fall ist. Man erhält diese lieblich-intensive und zugleich saure Note der Brombeere, welche hier sehr ausdrucksstark dargestellt wird und dies vermischt sich dann mit den ersten harzigen Anklängen, welche eben diese Assoziation evokieren.
Jetzt ist an dieser Stelle aus meiner Sicht erwähnenswert, dass fruchtige Düfte - explizit rote Früchte - für mich tendenziell feminin sind. Hier ist das aufgrund der besonderen Vermengung der Ingredienzen nicht so.
Im weiteren Verlauf bleibt oberflächlich gesehen die Brombeernote; sublimer betrachtet verändert sich das Arrangement hinter der Brombeere hin zu einem herberen Element. Es ist durchaus erkennbar, dass harzige und würzige Charakteristika des Tannenbalsams verarbeitet worden sind. Noch eklatanter fällt das Elemiharz auf, welches für einen leicht weihrauch-haltigen Einschlag sorgt, etwas waldig und dabei auch aromatisch daherkommt, das verleiht dem Duft Tiefe. Die Zeder ist kaum für sich olfaktorisch wahrnehmbar, schwingt mit und wie so häufig bei Düften mit schwacher Zedernote hüllt die Zeder Blackbird in eine gewisse Erhabenheit ohne sich selbst zu inszenieren.
Mein Fazit findet sich im Prinzip weiter oben, weswegen ich mich kurz fassen könnte, aber doch weiter aushole, weil ich ein paar Worte zu Olympic Orchids verlieren möchte. Um viele Düfte des Labels habe ich einen Bogen gemacht denn einiges las sich für mich bereits zu erdig, zu grün. Dann hatte ich die Gelegenheit, Café V testen zu dürfen welcher außerordentlich gelingen ist und nun eben Blackbird, welcher ebenfalls das Kunsthandwerk der Parfumeur-Gilde entsprechend aufzeigt. Insofern kann ich nur erneut für mich festhalten und plädieren, dass man keine voreiligen Schlüsse ziehen sondern erst einmal testen sollte. Sogar erneut dasselbe Parfum denn nach den ersten Tests empfand ich Blackbird als formidabel aber war mir unsicher ob ich so duften möchte, siehe mein Statement. Was ich mittlerweile offensichtlich möchte.
In diesem Sinne danke ich Floyd für die erneute Testmöglichkeit.
Schließen möchte ich mit einer - falls das nicht klar geworden ist - ausdrücklichen Empfehlung was Blackbird angeht. Mittlerweile ist der Wanderweg immer schmaler auf welchem Ich Parfums imaginär wandeln lasse und prüfe, ob ein Erwerb infrage kommt. Um einmal die islamische Eschatologie zu bemühen, sinnbildlich hat mal nach längerer Zeit ein Parfum as-Sirat, die schmale Brücke ins Paradies hinein, erfolgreich bewältigt. Ein letzter Hinweis zum Titel welcher etwas gemein gewählt ist, umfasst die Gattung Rubus doch unter anderem auch Himbeeren, welche im gleichnamigen, ein Jahr früher erschienenen Parfum enthalten sind. Erschien mir dennoch sinnvoll.
Die Brombeere dominiert den gesamten Duft, gerade zu Beginn ist sie sehr fruchtig, wobei ihr auch diese kühle Mentholnote innewohnt, welche von den Harzen herrührt. Blackbird wird allerdings nicht heruntergekühlt wie das bei anderen Düften der Fall ist. Man erhält diese lieblich-intensive und zugleich saure Note der Brombeere, welche hier sehr ausdrucksstark dargestellt wird und dies vermischt sich dann mit den ersten harzigen Anklängen, welche eben diese Assoziation evokieren.
Jetzt ist an dieser Stelle aus meiner Sicht erwähnenswert, dass fruchtige Düfte - explizit rote Früchte - für mich tendenziell feminin sind. Hier ist das aufgrund der besonderen Vermengung der Ingredienzen nicht so.
Im weiteren Verlauf bleibt oberflächlich gesehen die Brombeernote; sublimer betrachtet verändert sich das Arrangement hinter der Brombeere hin zu einem herberen Element. Es ist durchaus erkennbar, dass harzige und würzige Charakteristika des Tannenbalsams verarbeitet worden sind. Noch eklatanter fällt das Elemiharz auf, welches für einen leicht weihrauch-haltigen Einschlag sorgt, etwas waldig und dabei auch aromatisch daherkommt, das verleiht dem Duft Tiefe. Die Zeder ist kaum für sich olfaktorisch wahrnehmbar, schwingt mit und wie so häufig bei Düften mit schwacher Zedernote hüllt die Zeder Blackbird in eine gewisse Erhabenheit ohne sich selbst zu inszenieren.
Mein Fazit findet sich im Prinzip weiter oben, weswegen ich mich kurz fassen könnte, aber doch weiter aushole, weil ich ein paar Worte zu Olympic Orchids verlieren möchte. Um viele Düfte des Labels habe ich einen Bogen gemacht denn einiges las sich für mich bereits zu erdig, zu grün. Dann hatte ich die Gelegenheit, Café V testen zu dürfen welcher außerordentlich gelingen ist und nun eben Blackbird, welcher ebenfalls das Kunsthandwerk der Parfumeur-Gilde entsprechend aufzeigt. Insofern kann ich nur erneut für mich festhalten und plädieren, dass man keine voreiligen Schlüsse ziehen sondern erst einmal testen sollte. Sogar erneut dasselbe Parfum denn nach den ersten Tests empfand ich Blackbird als formidabel aber war mir unsicher ob ich so duften möchte, siehe mein Statement. Was ich mittlerweile offensichtlich möchte.
In diesem Sinne danke ich Floyd für die erneute Testmöglichkeit.
Schließen möchte ich mit einer - falls das nicht klar geworden ist - ausdrücklichen Empfehlung was Blackbird angeht. Mittlerweile ist der Wanderweg immer schmaler auf welchem Ich Parfums imaginär wandeln lasse und prüfe, ob ein Erwerb infrage kommt. Um einmal die islamische Eschatologie zu bemühen, sinnbildlich hat mal nach längerer Zeit ein Parfum as-Sirat, die schmale Brücke ins Paradies hinein, erfolgreich bewältigt. Ein letzter Hinweis zum Titel welcher etwas gemein gewählt ist, umfasst die Gattung Rubus doch unter anderem auch Himbeeren, welche im gleichnamigen, ein Jahr früher erschienenen Parfum enthalten sind. Erschien mir dennoch sinnvoll.
15 Antworten


Er ist ein Kunstwerk. In vielen Düften wird mit schwarzen Beeren gearbeitet, mit mäßigem Ergebnis (YSL z.B.)
Aber der Blackbird ist mir ein wenig zu opulent
Die Amsel hört sich wunderbar an.