
Farneon
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Der blaue Orientale!
Über diesen 25-Euro-Duft erfährt man wenig bis gar nichts. Er ist nicht mal bei Fragrantica gelistet. Er stammt unter dem Markennamen Asdaaf aus dem Hause Lattafa. Ich habe ihn im Souk gegen einen anderen Cheapie getauscht. Der Flakon ist mit seinem Samtüberzug sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber edel wirkt dieses Eau de Parfum von außen dennoch. Übersetzt dürfte sein Name so viel bedeuten wie "Ehre dem Sultan" und intensiv schwarz ist hier zunächst mal gar nichts.
Ihr erahnt es schon anhand der Überschrift:
Majd Al Sultan Black Intense spielt für mich ganz klar in der Kategorie "blauer" Düfte à la Bleu de Chanel, Dior Sauvage oder Dylan Blue - ohne irgendeinen von diesen zu imitieren. Über die Duftnoten lässt sich leider auch kaum etwas herausfinden. Bergamotte, Lavendel, Orangenblüte, Muskat, Patchouli, Amber und Vanille habe ich zumindest ich des Öfteren gelesen. Diese Vanille passt natürlich nicht unbedingt ins blaue Gesamtgefüge, das hier eben inklusive einer süßlichen Basis und einem orientalischen Twist daherkommt. Insgesamt empfinde ich das als sehr angenehm und durchaus originell.
Hier und da werden Vergleiche zum unterirdisch bewerteten
Phantom gezogen, das ich aber nicht kenne. Einige Influencer sind der Meinung, dass es sich um einen Klon von
The One Luminous Night handelt, was ich keineswegs unterschreiben würde. Denn dort sticht die Dattel (in meiner Nase unangenehm) hervor, die ich bei
Majd Al Sultan Black Intense nicht wahrnehme. Außerhalb der Dattelnote besteht jedoch eine gewisse Ähnlichkeit im Drydown.
Ich bleibe also bei meiner Meinung, dass wir es trotz des Namens und der Verpackung hier mit einem "blauen" Duft in sinnlich-süßlicher Ausführung zu tun haben. Leichte Duschgel-Vibes, eine für mich undefinierbare Frucht und eine warm-würzige Aura ergeben ein originelles Dufterlebnis, das mich zwar nicht unbedingt umhaut, aber mehr Beachtung verdient hätte. H&S würde ich als überdurchschnittlich beschreiben, ohne dass es besonders offensiv zugeht. Dafür gibt's von mir verdiente 8 Punkte!
Ihr erahnt es schon anhand der Überschrift:

Hier und da werden Vergleiche zum unterirdisch bewerteten



Ich bleibe also bei meiner Meinung, dass wir es trotz des Namens und der Verpackung hier mit einem "blauen" Duft in sinnlich-süßlicher Ausführung zu tun haben. Leichte Duschgel-Vibes, eine für mich undefinierbare Frucht und eine warm-würzige Aura ergeben ein originelles Dufterlebnis, das mich zwar nicht unbedingt umhaut, aber mehr Beachtung verdient hätte. H&S würde ich als überdurchschnittlich beschreiben, ohne dass es besonders offensiv zugeht. Dafür gibt's von mir verdiente 8 Punkte!
Würziger Erinnerungs-Kaffee zur Partytime
Ich habe A*Men eher aus nostalgischen Gründen hier im Souk getauscht. Denn Ende der 1990er hatte mir meine damalige Freundin diesen Duft geschenkt. Ich war schon damals ein kleiner Parfum-Junkie, aber machte hier "gute Miene zum bösen Spiel"! ;-) Süße knallige Gourmand-Düfte kannte ich nicht. Ich würde sogar sagen, dass sie damals eher eine Seltenheit waren. Und so erschlug mich A*Men irgendwie. Ich trug es nur selten abends beim gemeinsamen Ausgehen, kam mir aber schon nach 2-3 Sprühern olfaktorisch "overdressed" vor. Ich hätte es damals instinktiv eher der Kölner Schwulenszene zugeordnet. Tja ...
Jetzt wollte ich wissen, wie ich fast 25 Jahre später auf A*Men reagiere. Denn inzwischen kann ich süßen Düften durchaus etwas abgewinnen, solange sie nicht allzu eindimensional daherkommen. Die damalige Zeit hatte ja auch nocht nichts im Stil von 1 Million oder Baccarat Rouge zu bieten (die ich beide nicht besonders mag). A*Men war seiner Zeit also durchaus voraus und wird fast überall mit dem 4x teureren Klian's Intoxicated vergleichen, der bei fast derselben Anzahl an Bewertungen hier auf stolze 8,2/10 kommt. Hier macht sich wohl (wie immer öfter) der Unterschied zwischen der teils wahnwitzig überschätzten Nische und den mittlerweile oft schon als minderwertig geltenden Designern bemerkbar. Aber das ist ein anderes Thema, das mir ehrlich gesagt immer mehr auf den Zeiger geht. Wie dem auch sei: Wenn sich hier jemand etwas abgeschaut hat, dann Kilian von Mugler.
Jetzt endlich zum Duft: Die Kopfnote von A*Men wirkt auch heute noch beinahe erschreckend auf mich, ist aber tatsächlich nach wenigen Sekunden bereits verflogen. Direkt kommt der Kaffee zum Tragen wie ein stark gesüßter Mokka. Das hat durchaus etwas Verführerisches an sich. Dazu gesellt sich ein würziger, sogar leicht frischer Überbau, der den Duft in seiner Gesamtheit tatsächlich besonders interessant macht. Lavendel und Minze im Kaffee? "Igitt" würden wohl die meisten sagen, aber wir wollen ja nichts Leckeres trinken, sondern lecker riechen! ;-) Und das tue ich ersteunlicherweise wahrhaftig. A*Men entpuppt sich als ein auffällig lauter Genuss, den ich seinerzeit nicht wertgeschätzt habe. Er braucht sicherlich die späten Abendstunden oder die kältere Jahreszeit, um nicht als deplatziert durchzugehen, aber dann zeigt er eine starke Ausgehqualität. Wenn man sich die gourmandigen Noten wegdenkt, erinnert mich A*Men ein wenig an Ultraviolet von Rabanne, das sich ebenfalls in meiner Sammlung befindet und aus derselben Ägide stammt. Und so klar die gourmandigen Noten wahrnehmbar sind, sie lassen mich (und das ist das Positive) nicht unmittelbar an etwas zu essen oder zu trinken denken.
Kurzum: A*Men ist ein gelungener und starker Duft fürs Karussellfahren oder Popkonzert, für verrauchte Kneipen (dies es ja so nicht mehr gibt), die bebende Tanzfläche oder die ausgelassene Hochzeitsfeier.
Jetzt wollte ich wissen, wie ich fast 25 Jahre später auf A*Men reagiere. Denn inzwischen kann ich süßen Düften durchaus etwas abgewinnen, solange sie nicht allzu eindimensional daherkommen. Die damalige Zeit hatte ja auch nocht nichts im Stil von 1 Million oder Baccarat Rouge zu bieten (die ich beide nicht besonders mag). A*Men war seiner Zeit also durchaus voraus und wird fast überall mit dem 4x teureren Klian's Intoxicated vergleichen, der bei fast derselben Anzahl an Bewertungen hier auf stolze 8,2/10 kommt. Hier macht sich wohl (wie immer öfter) der Unterschied zwischen der teils wahnwitzig überschätzten Nische und den mittlerweile oft schon als minderwertig geltenden Designern bemerkbar. Aber das ist ein anderes Thema, das mir ehrlich gesagt immer mehr auf den Zeiger geht. Wie dem auch sei: Wenn sich hier jemand etwas abgeschaut hat, dann Kilian von Mugler.
Jetzt endlich zum Duft: Die Kopfnote von A*Men wirkt auch heute noch beinahe erschreckend auf mich, ist aber tatsächlich nach wenigen Sekunden bereits verflogen. Direkt kommt der Kaffee zum Tragen wie ein stark gesüßter Mokka. Das hat durchaus etwas Verführerisches an sich. Dazu gesellt sich ein würziger, sogar leicht frischer Überbau, der den Duft in seiner Gesamtheit tatsächlich besonders interessant macht. Lavendel und Minze im Kaffee? "Igitt" würden wohl die meisten sagen, aber wir wollen ja nichts Leckeres trinken, sondern lecker riechen! ;-) Und das tue ich ersteunlicherweise wahrhaftig. A*Men entpuppt sich als ein auffällig lauter Genuss, den ich seinerzeit nicht wertgeschätzt habe. Er braucht sicherlich die späten Abendstunden oder die kältere Jahreszeit, um nicht als deplatziert durchzugehen, aber dann zeigt er eine starke Ausgehqualität. Wenn man sich die gourmandigen Noten wegdenkt, erinnert mich A*Men ein wenig an Ultraviolet von Rabanne, das sich ebenfalls in meiner Sammlung befindet und aus derselben Ägide stammt. Und so klar die gourmandigen Noten wahrnehmbar sind, sie lassen mich (und das ist das Positive) nicht unmittelbar an etwas zu essen oder zu trinken denken.
Kurzum: A*Men ist ein gelungener und starker Duft fürs Karussellfahren oder Popkonzert, für verrauchte Kneipen (dies es ja so nicht mehr gibt), die bebende Tanzfläche oder die ausgelassene Hochzeitsfeier.
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Tragbarer Gaultieri für die wärmere Jahreszeit mit verwirrender Frischenote
Wie bei allen Düften von Alessandro Gualtieri (der ja auch hinter Nasomatto steckt), dürfte
Bergamask polarisieren - wobei aufgrund der gewählten Komposition weniger stark als andere Kreationen des avangardistischen Italieners.
Obwohl Bergamasco auch ein kleiner norditalieneischer Ort ist (ich weiß nicht, ob das bei der Namensgebung entscheidend war), weist der Name "Bergamask" auf die beiden entscheidenden Duftzutaten hin: Bergamotte und Moschus. Dazu gesellen sich laut Fragrantica noch etwas Zitrone, Lavendel, Maiglöckchen, Orangenblüte, Tonkabohne und Zeder.
Wer jetzt einen sauberen Frischeduft erwartet, sieht sich womöglich getäuscht.
Bergamask ist ein Sillage- und Haltbarkeits-Biest, das in meiner Nase zum Glück nicht in die hier häufiger erwähnte Animalik abdriftet. Die zitrischen Noten - vor allem natürlich der Bergamotte - sind im Verlauf durchgehend vorhanden, aber stechen und beißen nicht. Vielleicht sollte man hier von überreifen Früchten sprechen, die etwas von ihrem Frischekick eingebüßt haben. Die Moschus-Basis ist ebenfalls durchgehend vorhanden, kommt aber weder besonders sauber noch irgendwie schwitzig daher.
Wie Gaultieri hier an diesen beiden äußerst beliebten Duftnoten "geschraubt" hat, ist mal wieder ein Fall für sich! :-) Ich persönlich mag diesen Duft sehr gerne, aber keineswegs immer, und ich würde ihn auch nicht an heißen Hochsommertagen auflegen. Er hat ein bisschen was "Dreckiges" an sich, ohne dabei unangenehm zu werden. Auf jeden Fall ist er unverwechselbar und erinnert mich noch am ehesten an etwas aus der Escentric-Reihe von Geza Schön.
Gerne würde ich noch zum Besten geben, welches Gefühl
Bergamask in mir hervorruft und welche Assoziation ... aber irgendwie will mir das nicht gelingen. Also bei Neugier am besten einfach mal ausprobieren!

Obwohl Bergamasco auch ein kleiner norditalieneischer Ort ist (ich weiß nicht, ob das bei der Namensgebung entscheidend war), weist der Name "Bergamask" auf die beiden entscheidenden Duftzutaten hin: Bergamotte und Moschus. Dazu gesellen sich laut Fragrantica noch etwas Zitrone, Lavendel, Maiglöckchen, Orangenblüte, Tonkabohne und Zeder.
Wer jetzt einen sauberen Frischeduft erwartet, sieht sich womöglich getäuscht.

Wie Gaultieri hier an diesen beiden äußerst beliebten Duftnoten "geschraubt" hat, ist mal wieder ein Fall für sich! :-) Ich persönlich mag diesen Duft sehr gerne, aber keineswegs immer, und ich würde ihn auch nicht an heißen Hochsommertagen auflegen. Er hat ein bisschen was "Dreckiges" an sich, ohne dabei unangenehm zu werden. Auf jeden Fall ist er unverwechselbar und erinnert mich noch am ehesten an etwas aus der Escentric-Reihe von Geza Schön.
Gerne würde ich noch zum Besten geben, welches Gefühl

4 Antworten
"Splish Splash for almost no cash", oder: die Aquaten-Blaupause!
Wahnsinn: Ich habe 100 ml dieses Duftes für nur 6 Euro (!) bei Notino ergattert, und das nur, weil ich noch ein paar Kröten für den kostenlosen Versand drauflegen musste. Und dann stammt dieses EDT "made in France" doch tatsächlich aus Grasse, der Welthauptstadt des Parfums.
Was ich dann zu riechen bekam, hat mich abermals extrem überrascht. Ich bin eigentlich kein allzugroßer Fan aquatischer Düfte, da sie in meiner Nase allzu oft synthetisch, salzig und/oder abgestanden wirken, wobei das Grundprinzip klar ist: Aquaten sind frisch, ohne zitrisch zu sein und tragen das Wasser, also die vermeintliche Meeresbrise bereits im Namen.
Ich gehe also ganz unvereingenommen an die Sache ran und stelle fest:
Acqua ist für mich so etwas wie die Blaupause oder der Prototyp aquatischer Düfte, denn genau so stelle ich mir ein so betiteltes "Wässerchen" vor. Aus meiner Erinnerung kann ich die Ähnlichkeiten zu
Kenzo pour Homme Eau de Toilette (das ich mal hatte) nachvollziehen. Das verblüffende: Haltbarkeit und Sillage sind für einen frischen Duft dieser Dumpinpreisklasse wahrhaft gar nicht übel.
Ich vernehme also eine lineare angenehme Frische mit rosigem Anklang, ätherischen Komponenten von Kiefer und Zypresse und ganz leichten Schwimmbad-Vibes. Das ist einfach gut gemacht, in keiner Weise synthetisch und perfekt für den Sommer, wenn man(n) mal ohne Zitrone, Bergamotte und Co. auskommen möchte. Völlig verblüfft und aufs Positivste überrascht erhält dieser Billigheimer von mir satte 9 Punkte!
Was ich dann zu riechen bekam, hat mich abermals extrem überrascht. Ich bin eigentlich kein allzugroßer Fan aquatischer Düfte, da sie in meiner Nase allzu oft synthetisch, salzig und/oder abgestanden wirken, wobei das Grundprinzip klar ist: Aquaten sind frisch, ohne zitrisch zu sein und tragen das Wasser, also die vermeintliche Meeresbrise bereits im Namen.
Ich gehe also ganz unvereingenommen an die Sache ran und stelle fest:


Ich vernehme also eine lineare angenehme Frische mit rosigem Anklang, ätherischen Komponenten von Kiefer und Zypresse und ganz leichten Schwimmbad-Vibes. Das ist einfach gut gemacht, in keiner Weise synthetisch und perfekt für den Sommer, wenn man(n) mal ohne Zitrone, Bergamotte und Co. auskommen möchte. Völlig verblüfft und aufs Positivste überrascht erhält dieser Billigheimer von mir satte 9 Punkte!
Fast schon vergessen, wie genial die Neunziger dufteten!
Ich muss zugeben, dass ich von
Jil Sander Man (1989) Eau de Toilette lediglich einen Dufzwilling besitze, aber der haut mich um! :-) Wird ja auch längst nicht mehr produziert, dieses in meiner Nase unglaublich gute Dufterlebnis. Anis, Estragon und Moos waren in den 1990er-Jahren äußerst beliebte Noten und wurden gerne von einem sanften ledrig-tabakartigem Akkord begleitet, unterlegt von einer minimalen Süße. Das war ganz großes Geruchskino in meiner Nase und ich erinnere mich gerne daran zurück - speziell an Jil Sander Man, aber auch an Lagerfeld Photo, Bogner Man oder Davidoff Relax, ohne dass diese Parfums alle gleich gerochen hätten.
Bei der Vielzahl an Inhaltsstoffen fällt es natürlich äußerst schwer, den
Jil Sander Man (1989) Eau de Toilette an einer einzigen Zutat festzumachen, aber gerade das gefällt mir an dieser genialen Parfumkunst: etwas zu kreieren, das mich nicht direkt an etwas erinnert, sondern mich mit etwas ganz Neuem konfrontiert. Sehr viele "Parfumos" frohlocken regelmäßig, wenn der Weihnachtsmarkt ruft, der Konditor hereinbittet, der Gewürzbasar lockt oder der Tabakladen aufmacht. Zu denen gehöre ich definitiv nicht!
Wie gesagt besitze ich "nur" einen Duftzwilling, bin aber heilfroh, dass es diesen gibt und er mit meiner Erinnerung zu 100 Prozent übereinstimmt. Dieser Duft vertrömt von Anfang an eine balsamische Frische, zu denen sich ein prachtvolles Bouquet aus Blüten und Früchten gesellt, untermalt von einer grün-würzigen Basis und einer sehr dezenten Süße. Er legt es nicht drauf an, irgendwelche Extreme zu bedienen, nur damit man (teils unangenehm) aus der Masse heraussticht.
Jil Sander Man (1989) Eau de Toilette ist in sich so originell und gleichzeitig harmonisch, dass ich ihn heute noch als Signatur-Duft wählen würde, weil er immer tragbar und für jede Jahreszeit geeignet ist.

Bei der Vielzahl an Inhaltsstoffen fällt es natürlich äußerst schwer, den

Wie gesagt besitze ich "nur" einen Duftzwilling, bin aber heilfroh, dass es diesen gibt und er mit meiner Erinnerung zu 100 Prozent übereinstimmt. Dieser Duft vertrömt von Anfang an eine balsamische Frische, zu denen sich ein prachtvolles Bouquet aus Blüten und Früchten gesellt, untermalt von einer grün-würzigen Basis und einer sehr dezenten Süße. Er legt es nicht drauf an, irgendwelche Extreme zu bedienen, nur damit man (teils unangenehm) aus der Masse heraussticht.

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