FvSpeeFvSpees Parfumkommentare

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11.08.2019 18:08 Uhr
20 Auszeichnungen
Die 8-oder-10-ml-Pullette dieses Dufts, die gerade vor mir steht, habe ich am Rande einer After-Show-Party der diesjährigen Berliner Fashion Week, mich zwischen Models und It-Girls durchquetschend, als Giveaway abgestaubt. Meiner Lebenswelt liegt eigentlich nichts ferner, aber eine alte Schulfreundin, in einer anderen Ecke Deutschlands lebend, die an der Schnittstelle von Journalismus und Mode/Design/Kultur tätig ist, war kürzlich in Berlin - und da nutzten wie diese Veranstaltung als Treffpunkt für ein Wiedersehen.

Voller Zweifel habe ich das Flaköngschen gerade gegen die Abbildung hier am Bildschirm gehalten um den Farbton des Duftes zu prüfen, und ja, zweifellos, es ist genau dasselbe Apricot. Meine Vermutung war nämlich eigentlich, dass Frau Toni, vielleicht im Zuge der Vorbereitungen auf die Veranstaltung etwas nervös und überarbeitet, die Vorratstanks verwechselt hat.

Denn dieser Duft riecht weder abenteuerlich, noch bekomme ich ihn im Geringsten mit den angegebenen Duftnoten Pfeffer, Vetiver, Zedernholz, Ambra und Patschuli zusammen. Das ist wie das Bild einer Blümchenwiese mit der Bildunterschrift "Die Durchquerung der Sahara". Ich nehme hier einen sehr hellgrünen, frischen, markant blumig-leichten (Maiglöckchen, Veilchen, Tulpe, so die Richtung) Duft wahr, vielleicht auch mit süß-fruchtigen Noten (Richtung Aprikose, süße Pflaume), mit einer erst bei sehr genauem Hinriechen spürbaren würzig-holzig-vetiverigen Unterlage und einer leichten (nicht unangenehmen, aber doch irgendwie spürbaren) synthetischen Begleitmusik.

Das ist für mich absolut kein schlechter Duft, eher im Gegenteil. Aber doch a) außerordentlich (mir zu sehr) gegen den Strich der geweckten Erwartung gebürstet; b) in ganz klein wenig zu harmlos und gefällig und c) für diese Leistung mit etwa 150 Euro pro 100 ml ein ganz klein wenig überteuert um mehr als 7,0 von mir zu bekommen.

Nach meiner ziemlich sicheren Kenntnis ist Aventure, anders als die Mehrzahl der Toni-Düfte, kein umverpackter Harry Lehmann. Von welchem Hersteller der Duft ist, ist mir nicht bekannt. Zu einer etwaigen Verwandtschaft mit Terre d'Hermès kann ich wenig sagen, da ich den nur einmal (vor ca. 2 Jahren) getestet habe, damals hat er mich nicht sonderlich überzeugt und ich habe ihn ganz anders in Erinnerung als diesen hier, kann mich aber irren.

Haltbarkeit und Sillage nicht berauschend, aber noch akzeptabel; Zielgruppe aus meiner Sicht tendenziell feminin.

P.S.: Das war mein letzter Kommentar heute...

Nachtrag: Na gut, wenn ich mich anstrenge und insbesondere in der Mittel- und Spätphase des Duftes ihn mir immer wieder mal bewusst an die Nase führe, dann gelingt es mir irgendwie, über den Sund, der zwischen Wahrnehmung und Zutatenangaben fließt, hinüberzukommen.


11.08.2019 17:38 Uhr
19 Auszeichnungen
Wenn Terra, Couchlock, Torfdoen und Goodsmeller diesen "Billigduft", von dem ich übrigens nicht weiß, wie und wo man ihn beziehen kann, positiv bewerten, dann spricht einiges dafür, dass er auch gut ist (oder sagen wir subjektiver: dass er auch mir gefällt), und so ist es denn auch - wobei ich betonen muss, dass mir der Duft spontan gefallen hat, noch bevor ich auf die Vor-Rezensionen und die Duftpyramide geschaut habe.

Vetiver, ich habe es gerade in einem anderen Kommentar erwähnt, ist bei mir immer ein Zitterkandidat. Etwa 2/3 aller Düfte mit starkem V-Anteil finde ich unangenehm stinkig, sodass bei einem Duft, der das V sogar im Namen trägt und zur Verstärkung des Stinkalarms auch noch Koriander (a.k.a. Wanzenkraut) in der Zutatenliste führt, für mich eigentlich alle Warnsignale leuchten müssten.

Das wäre hier aber unnötig: Durch die fröhliche, satt strahlende, runde, grüne Frische (die weniger vordergründig "zitrisch" daherkommt, als es das Full-Citrus-Paket Mandarine, Zitrone, Bergamotte, Neroli vermuten lassen und die viel wertiger, differenzierter, natürlicher und feiner elaboriert imponiert als man bei einem Budget-Duftes vermutet) scheinen die holzigen und vetiverigen Elemente nur so viel durch, um dem Ganzen genau die richtige Struktur und Tiefenschärfe zu geben.

Das ergibt einen ganz wunderbaren, sehr, sehr klassischen und ebenso edel wirkenden Herrenduft für alle Jahreszeiten außer dem Winter, den man uneingeschränkt allen Altersklassen empfehlen kann.

Dank Cappellusmans großzügiger Spende konnte ich das Rasierwasser und das EdT probieren. Die angegebenen Duftnoten sind identisch und ich vermag auch beim Duft keinen großen Unterschied feststellen. Da der Flakon beim Rasierwasser (den Bildern nach) noch trashig-kultig-billiger daherkommt und das Rasierwasser auch einen Tick frisch-fröhlicher erscheint (vielleicht ist das auch nur wegen der grünen Farbe so), würde ich mich im Zweifel vielleicht sogar für das Eau de Rasage entscheiden. Dafür spricht auch, dass die Haltbarkeit beim EdT so hoch auch nicht ist, sodass von der Seite her kein großer Unterschied besteht.


11.08.2019 15:42 Uhr
16 Auszeichnungen
"Agua Brava" ist in etwa die spanische Übersetzung von "Eau Sauvage", und da dieser spanische Klassiker zwei Jahre nach dem Diorschen-Ur-Wildwasser erschienen ist, liegt der Gedanke an ein kleines Namensplagiat nicht fern. Die Düfte weisen nur eine entfernte Verwandtschaft auf, obwohl sie beide schön sind.

Agua Brava erinnert mich von den beiden weniger an das Thema "gluckernder Wildbach"; das hier ist eher ein tiefer, dunkler Wald; die Reminiszenzen als Pino Silvestre, die in einigen der Vorkommentare aufscheinen, kommen nicht von ungefähr. In der langen Anfangsphase empfinde ich den Agua Brava jedoch ganz prominent herrengewürzig (dabei darf man durchaus an "Herrengedeck" denke), die an Wacholderschnaps bzw. Genever erinnernde Wacholdernote (die ich neulich etwa auch in Ginepro Nero genießen konnte) ist hier für mich prominent vertreten, und darum gruppieren sich noch mehr Kräuter und Gewürze, die im Gewürzschrank für die streng-herben Noten veranwortlich sind und die Kinder meist nicht mögen, weil sie zu bitter und irgendwie zu ungefällig sind: Lorbeerblatt vor allem, und auch Salbei, Lavendel und die Gartennelke, die ich eher als Gewürznelke rieche, passen hier hinein. Das dreht aber nie in eine irgendwie "orientalische" oder "gourmandige" Richtung, dafür ist alles zu klar, frisch, unsüß und trocken.

Wie bei einer auf den Kopf gestellten Duftpyramide dringen zu mir die zitrischen und waldig-ätherischen (kiefernöligen) Noten später durch, und am Ende staubt es dann etwas weniger, wenn die eher weich-holzigen und hellgrünen Klänge mehr in den Vordergrund treten. Patschuli und Vetiver, zwei Burschen, die bei mir immer gefährlich sind (mag ich sehr oft gar nicht), halten sich im Hintergrund, plärren nicht rum, sondern checken nur cool die Lage.

Die Haltbarkeit und Sillage sind für ein Cologne beachtlich.

Ein sehr, sehr angenehmer, ausgesprochen maskuliner, origineller, auf den ersten Schnüff grundsympathischer, old-schooliger Sommer-und-Herbst-Duft. Für Damen und junge Männer dann geeignet, wenn sie zum Experimentieren außerhalb der Komfortzone bereit sind.

Nachträge:

Zu Rosendo Mateu habe ich bei Wikipedia & Co nichts gefunden. Angesichts dessen, dass er mindestens noch 2015, also über 45 Jahre nach diesem von ihm offenbar mit-kreierten Duft, neue Parfüms auf den Markt geworfen hat (ich hab mal einen Kommentar zu einem von ihm unter Eigenlabel herausgegebenen Oud geschrieben, erinnere ich mich), muss Agua Brava - wenn er kein Methusalem ist - für ihn eine Art Etüde oder allenfalls Gesellenstück gewesen sein.

Bei den Kommentaren und Statements gibt es einige, denen ich ganz und gar zustimmen kann, u.a. Naimie45, Azahar, Yatagan, FabianO und Cappellusman; an letzteren Dank für die Probe!


28.07.2019 19:10 Uhr
30 Auszeichnungen
Es gibt Düfte, die gar nichts von Grandezza haben, die schlicht und vermeintlich unbedeutend sind. Von dem, der nur achtlos vorübergeht (oder dem, der zwar genauer hinsieht, dessen Herz aber nicht für sie vorgeprägt ist) werden sie als bloß nett und artig, aber keiner näheren Beachtung wert befunden. Für den aber, der ihnen den Blick leiht, der ihnen wirklich gebührt, dessen Seele für sie bereitet ist, dem zeigen sie die ganze Welt ihrer lauteren, guten Schönheit. Misia von Chanel ist ein solcher Duft, von cremeweißem Charakter, und Mirto von Tuttotondo, ein schneeweißer, ist ein ebensolcher.

Auf einen schöneren Namen als "Mirto" hätte man diesen Duft kaum taufen können; zu bedauern wäre allenfalls, dass die Myrte im Italienischen nicht weiblichen Geschlechts ist, was ihrer Anmut womöglich noch gerechter würde. Vom Duft der Myrte heißt es, er sei dem Eukalyptus und Kampfer ähnlich, sei frisch und würzig.

Das findet sich hier; doch entscheidender sind Farbe und Symbolik. Schneeweiß blüht die Myrte, so wie dieser Duft riecht. Und das Myrtenweiß, das bräutliche Weiß, ist treu und echt, fein und aufrecht, tugendhaft und rechtschaffen. Ecco Mirto. Überflüssig hinzuzufügen, dass das sittsame, ja keusche Weiß nichts weniger ist als prüde oder brav (letzteres allenfalls in seiner im Englischen noch lebenden Bedeutung von wacker). Es hat seine eigene Anziehung: Das Liebe und Liebenswürdige grenzt an das Liebreizende, und die weiße Flamme brennt stets heißer als die rote.

Mirto eröffnet mit Schnee. Ein Schneefeld im Gebirge, das Weite, Klarheit, Wachheit, Frische und Reinheit zeigt. Und Feinheit, Zartheit. Dann, nach einer Nacht vielleicht, in der ein Mond weißsilbrig scheint, blüht es schneeglöckchenweiß, krokusweiß; belebt von hellem Blattgrün, zartherb und zartsüß zugleich. Am Ende löst sich das Bild auf in Anmut und Leben und in eine Heiterkeit, die zu tätig ist um Behaglichkeit zu sein.


27.07.2019 16:40 Uhr
21 Auszeichnungen
Kennt ihr die auch? Sie sehen eigentlich aus wie Orangen, nur sind sie bloß so groß wie eine Fingerkuppe und etwas eiförmig. Und man isst sie immer mit Schale, alles andere wäre auch doof, weil sie eigentlich nur aus Schale bestehen. Total lecker kernig reinbeißen und schön das Gesicht verziehen von der bitteren Säure. Auch sehr dekadent: Die Dinger einfrieren und als Luxuseiswürfel verwenden.

So einen bittersauren kühlen Zitrusduft hatte ich hier also erwartet, genau das richtige für den heißen (und momentan schwülen) Berliner Juli. Und blieb mal wieder verblüfft zurück, denn der Name führt in die Irre, vielleicht augenzwinkernd-absichtlich. Wenn ich mir hier die Duftpyramide ansehe, dann würde ich eine dicke Linie ziehen von Rosmarin in der Kopfnote über Matcha-Tee (also Grünteepulver) in der Herznote zu Holz in der Basisnote. Das ist das Rückgrat des Duftes: Eine herbkräuterig-erdig-teeig-holzige Sache, von wenig Zitrus und wenig Blümeleien flankiert.

Obwohl es auch eine (bei Parfumo schlecht bewertete) "pour homme"-Variante gibt, ein (auch nach Ansicht meiner Frau) absolut auch für Herren geeigneter Duft. Nicht dezidiert sommerlich, ich stelle ihn mir besonder schön in Herbst - oder auch in der anderen Übergangsjahreszeit, dem Frühling - vor. Hochoriginell und sehr sympathisch; für alle, die Bitternoten nicht scheuen.


25.07.2019 16:51 Uhr
26 Auszeichnungen
Italien ist die Heimat von etlichen spannenden kleineren und richtig kleinen Marken: Neben solchen, die zwischen gehobenem Mainstream und moderater Nische angesiedelt sind (da würde ich etwa Lorenzo Villoresi und Il Profumo einordnen, beides Marken, mit denen ich faszinierende Erfahrungen gemacht habe) und solchen, die eine lange Tradition entweder wirklich aufweisen oder damit jedenfalls spielen (Carthusia und Nobile 1942 etwa, die beide ebenfalls hochinteressante Düfte im Programm haben) sind mir in letzter Zeit ein paar kleine Marken aufgefallen, die zu moderaten Preisen gefällige (aber dabei oft durchaus originelle) Gebrauchsdüfte ohne Luxus-Cricri anbieten, oft verbunden mit einem sehr schönen, klaren und modernen Design. Sozusagen Düfte, die (auch) in ein Ikea-Badezimmer passen.

In diese Kategorie gehören fraglos "Erbolario" und "Mirum" (sehr sympathisch beide) und mit Einschränkungen "Rudy Profumi". Derselben Gruppe ist auch "Tuttotondo" zuzuordnen, einer Marke, die mit ihrem überschaubaren Duftportfolio, den einfachen, klaren und unverschwurbelten Duft-Namen und dem wunderschönen Design der Flakons und vor allem der Kartons mein Herz schon vor dem ersten Schnuppern gewonnen hatte. Durch eine freundliche Mitparfuma ist nun eine kleine Auswahl der Düfte dieses Hauses zu mir gekommen. "Scherma" ("der Fechtsport"), war leider nicht dabei (ich habe diesen Sport selbst einmal ausgeübt und bin daher gespannt, wie man diese Kunst olfaktorisch umsetzen kann), zu "Golf" und "Chinotto" habe ich ein Statement geschrieben "Erbe Alpine" bekommt nun einen kurzen Kommentar.

"Erbe Alpine" heißt "Alpenkräuter" und ist korrektes italienisch ("erba" = Kraut; "erbe" = Kräuter). Andere Marken verwenden, weil das fehlende H für Nichtitaliener komisch klingt, eine Fantasiesprache, z.B. Guerlain mit seinem sehr schönen "Herba Fresca", das in keiner Sprache korrekt ist (spanisch wäre "hierba"; im Lateinischen gibt es kein "fresca"). Tuttotondo produziert nicht für den Weltmarkt und kann sich daher linguistische Richtigkeit leisten.

Der Duft ist unerwartet. Kräuter stehen nur im Namen, aber bereits nicht in der Noten-Pyramide, und auch meine Nase kann keine erkennen. Und zitrische Noten stehen zwar (zahlreich) in der Pyramide, aber auch hier kann ich allenfalls Spuren erkennen, wie überhaupt die ganze Kopfnote einschließlich des Korianders für mich kaum spürbar ist. Von der Vorstellung eines klassischen sommerlich-mediterranen Zitrus-Küchenkräuter-Frischlings muss man sich also sofort lösen.

Nach einem fulminant-gewaltigen kurzen ozonisch-frischen Auftakt mit Andeutungen von Zitrus folgt sofort die den Duft so massiv wie ein Dolomitengipfel beherrschende Herznote aus Tannenbalsam und dem (eigentlich nicht gerade alpentypischen) Eukalyptus einerseits, der für würzigfrische, balsamische, moderat süße, tatsächlich ein wenig an "Ricola Kräuterzucker" und "Tannenöl-Badeschaum" denken lassende Klänge sorgt, und, eindeutig die zweite Geige spielend, den blumigen Noten, wobei mir das (Alpen-?) Veilchen eher als die Rose erspürbar erscheint. Eine Basisnote ist der guten Ordnung auch noch da, stützt und rahmt das Herz aber bloß.

Damit also, gegen den Strich der Erwartungen gebürstet, die durch den Namen, die zitrischen Angaben und vielleicht auch das Sternenklare-Nacht-Design ausgelöst wurden, kein kühlender gletscherig-oberfrischer Sommerduft, sondern eher eine Impression vom Beginn der Bergwanderung, noch in der Nähe des Dorfes im Tal, unterhalb der Baumgrenze: Satte Tannenwälder und Weiden und Wiesen mit summenden Insekten, Schmetterlingen, Blumen und vielleicht auch ein paar Kuhfladen.

Trotz der Balsamik sommertauglich und auf seine eigene besondere Art frisch, und in der richtigen Art die Balance haltend zwischen unprätentiös und originell. Ein schöner Duft!


16.07.2019 00:03 Uhr
35 Auszeichnungen
Ok, ich denke mal, der gute Maurice Roucel hat hier einen Themenduft erschaffen wollen; nach der Devise "alles, was im Tier- und Pflanzenreich quillt und wabert".

Da haben wir erstmal die volle animalische Dreifach-Drüsen-Dröhnung aus Zibet, Bibergeil und Moschus.

Hört sich das nicht schon krrrrrasssss an? Zzzzibet, Bbbibergeilll und Moschussssss? Zibet wird aus Drüsen unterhalb des Anus' (a.k.a. Arschlochs) von Zibetkatzen rausgepresst. Moschus kommt aus der Moschusdrüse in der Nähe des Penisses des Moschustiers, eines tooootal süßen (ein bisschen wie eine Mischung aus Bambi und einem Star-Wars-Hüpftier) hirschähnlichen Wesens aus Asien (früher hat man die Tiere zur Gewinnung des Moschus' einfach abgemurkst, heute soll man wohl weiter sein und schneidet ihnen das Zeug bei lebendigem Leibe raus) und Bibergeil wollt ihr jetzt nicht mehr wissen, oder? In der heutigen Parfümerie, und gerade bei Labels die sich so politisch korrekt geben wie Le Labo, werden ja in der Regel synthetische Ersatzstoffe verwendet, aber alleine schon bei der Überlegung, dass die Parfumeure früher solches Zeug verwendet haben, kommt einem ja die vegane Pizza wieder hoch.

Und dann zur Abrundung das pflanzliche Gequelle: Gurjunbalsam ist im Grunde ein Harz-Saft, der aus einem bestimmten asiatischen Baum herausquillt, wenn man ihn anbohrt und es ihm überhaupt so richtig ungemütlich macht. Für so etwas gibt es wohl noch keine Ersatzstoffe. Es müssen wahrscheinlich zuerst wie in Mittelerde ein paar Ents auftreten und den blöden Menschen, die ständig in den Bäumen rumbohren, ein paar auf die Zwölf geben. Und die Zistrose ist ein Strauch in der Mittelmeergegend, der rosenähnliche Blüten hat und der (auch ohne dass man ihn foltert, ganz von selbst) so ein bestimmtes Harz aus sich absondert, besonders bei Hitze. Und das kann man aufklauben (oder den Ziegen, die durch die Büsche rennen, aus den Haaren zupfen) und macht Labdanumharz draus.

So, ich hoffe, ich merk mir das jetzt endlich selbst mal. Ich konnte nämlich nie auseinanderhalten, was Galbanum und was Labdanum ist. Galbanum ist ein gebliches Harz (daher der Name), das aus irgendeinem persischen Kraut gewonnen wird. Labdanum ist ein Harz aus der mediterranen Zistrose, eben das mit den Ziegenhaaren. Und Laudanum, das in diesem Parfüm hier aber nicht drin ist, ist eines der vier Römerlager rund um das kleine gallische Dorf; neben Kleinbonum, Babaorum und Aquarium. Und außerdem ist Laudanum eine Tinktur aus Opiumsaft (der quillt auch raus aus der angeritzten Mohnkapsel, heute quillt überhaupt alles hier und wird geritzt), die man in früheren Jahrhunderten und noch bis in die 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts in Europa als Hustensaft und für alles mögliche gesoffen hat; sogar Säuglingen hat man es eingeflößt bzw. auf die Saugsäckchen (Vorgänger der Schnuller) getröpfelt, wenn die ein bisschen viel geschrieen haben. Überhaupt war Europa früher ständig voll auf Droge; noch zur Goethezeit hat man statt Kaffee ja auch gerne mal ein großes Starkbier zum Frühstück genommen. Aber ich komme ab.

So, also neben den drei tierischen und den zwei planzlichen Sekreten haben wir hier noch allerlei auch ganz gut dazu passende pflanzliche Zutaten von der nicht gerade blümchenhaften Sorte wie Patschuli, Vanille und Birkenteer (ja, Teer, wie Pech, die schwarze Masse, die man früher zum Abdichten zwischen die Schiffsplanken geschmiert hat). Und noch ein paar ungenannte Zutaten, denn insgesamt müssen es ja 18 sein, nach der LL-Namensgebungslogik. Wahrscheinlich sind es nicht Lavendel und Bergamotte.

Nach dieser Vorgeschichte wundert es mich jetzt nicht so, dass das der erste (!) Labo ist (und ich hab inzwischen fast alle durch dies es gibt), den ich nicht als extrem flüchtig empfand. Zwar geht die Anfangs dreiviertelstarke Sillage schnell auf einviertelstark zurück, aber dann hält sie sich für etwa acht bis zehn Stunden. Dass ich das noch erleben darf. Wer sich die Klassifizierung als Damenduft hier ausgedacht hat, weiß ich nicht. Le Labo wohl eher nicht, nach meiner Kenntnis deklarieren die wie viele moderne Nischenanbieter (oder wie Harry Lehmann...) alles nur als unisex. Und ich finde den auch nicht speziell feminin. Höchstens so wie "Jicky" feminin ist, also bloß dem Namen nach.

Etwas überraschender als die zufreidenstellende Haltbarkeit ist, dass Labdanum 18 keineswegs als brutaler Hammerduft auftritt, nicht als Kouros XXL (eine entfernte, aber spürbare Verwandtschaft zu Kouros ist vor allem wegen des Zibets schon zu erkennen), kein, um mal beim Römerlager Laudanum zu bleiben, Legionär Haudraufundschlus. Im Gegenteil. Ich empfinde Labdanum 18 als sehr klugen, unbedingt sehr modernen, und trotz all der "warmen" und cremigen Zutaten wie Vanille und den ganzen würzig-weichen balsamischen Harzen in gewisser Weise sogar fast schon kühl-distanzierten Duft. Präzise analysieren und auf einen kurzen Nenner bringen kann ich ihn nicht; ich kann nur - vielleicht etwas hilflos - sagen, dass ich ihn wunderbar komplett und rund, absolut aus- und abgewogen finde, eher ein einziger großer etwas pulsierender Zusammenklang als eine starke Dynamik; mit einer kräftigen, aber gedämpften und geschliffenen Animalik, eingebettet in synthetisch-ozonige, mal fast fruchtig-frische und auf jeden Fall harzig-weiche Noten.

Ich mag das Zeug wirklich; ziemlich originell erscheint es mir auch und fast wäre ich geneigt zu sagen, dass dieses Labdanum, weil hier endlich auch Projektion und Persistenz stimmen, mein erster Le-Labo-Kaufkandidat werden könnte. Wenn nicht Frau von Spee den Riechkolben senken würde. Auch ohne dass sie von den Zutaten wusste, fiel bei ihr Labdanum (jedenfalls der Anfang, den drydown mag sie, aber den gibt's ja nicht getrennt zu kaufen) in die Kategorie Elchpisse. Sowas schätzt sie nicht in ihrer Nähe. Quel dommage.


08.07.2019 11:15 Uhr
21 Auszeichnungen
Schon 13 Bewertungen und nicht mal ein Statement? Na gut, dann schreibe ich wenigstens einen kleinen Kommentar.

Wenig überraschend ähnelt dieses Kölnischwasser dem (von mir sehr geschätzten) gleichnamigen Rasierwasser (mit dem blauen Streifen statt dem roten auf ansonsten identischem Flakon), überzeugt mich aber deutlich weniger. Die etwas süße, würzige Barbershop-Note zu Beginn ist an sich schön, passt aber zu einem Rasierwasser viel besser als zu einem Cologne, wie ich meine. Danach wird es holzig, allerdings scheint mir dieses Holz ein bisschen feucht geworden zu sein und daher einen leichten Muff-Ton zu haben, der nicht ganz konveniert.

Nun lege ich auch an die Marke Alpa inzwischen hohe Maßstäbe an, aber das ist meiner Meinung nach einer der schwächeren aus diesem kultigen Dufthaus aus Groß-Meseritsch. Ich würde sagen, im Zweifel lieber das "Blaue" verwenden, auch wenn man sich gar nicht rasiert hat.

Nicht vorenthalten will ich dem treuen Leser die Eigencharakterisierung von der deutschen Sprachfassung der Herstellerseite www.alpa.cz:

"Kölnischwasser mit Duft von Holz- und Zitrusfrüchte, ergänzt mit dem Ton der Kräuterelementen. Optimal für die Haut des üblichen Verbrauchers."

Die Haltbarkeit ist in etwa so lang wie dieser Kommentar.


07.07.2019 20:52 Uhr
18 Auszeichnungen
Im Jahre 1994 unternahm ich mit zwei Freunden eine Entdeckungsreise durchs Baltikum. Nach dem Grauen des Kaliningrader Gebiets, wo ich mit Sicherheit nie mehr im Leben hin möchte, waren wir von Litauen schlechthin begeistert, weshalb wir nach den beiden Haupt- und traumhaft schönen Städten Vilnius (nebst Abstecher nach Trakai und zu den Karäern) und Kaunas auch noch Klaipeda (Memel) und die Kurische Nehrung mit Nida (Nidden), dem Platz der Thomas-Mann'schen Sommerfrische 1929-1932 und der zweitgrößten Sanddüne Europas (die sogenannte "litauische Sahara") erforschten. Das war alles so schön, dass dann in Lettland und Estland im Wesentlichen nur noch die Zeit für die Metropolen Riga und Tallinn (Reval) blieb.

Nach 25 Jahren habe ich es nun endlich geschafft, das Land erneut zu besuchen; natürlich mit gedrängterem Zeitrahmen als zu den entspannten Studentenzeiten, aber immerhin. Von der Reise zu erzählen, ist hier nicht der richtige Ort, aber bezaubernd war es wieder. In mancherlei Hinsicht noch schöner. Dass die Preise heute nicht nur in Euro statt in Lit ausgezeichnet sind, sondern auch (jedenfalls in den gut besuchten Orten) nicht mehr ganz so lächerlich niedrig sind wie damals kurz nach der Unabhängigkeit, geschenkt - zumal Litauen immer noch kein teures Reiseland ist.

Aufgrund meines neuen Hobbys hatte ich natürlich schon vorher recherchiert, was Litauen an Düften zu bieten hat. Wovon ich bereits wusste, war der Modedesigner Juozas Statkevicius mit seinem gleichnamigen, hier sehr gut bewerteten Weihrauchduft, der allerdings nicht eben "Original-Litauisch" ist, er wird von einem französischen Parfumeur verantwortet.

Und darüber hinaus gibt es tatsächlich: Diesen Duft hier: "Lietuvos Kvapas", übersetzt: "Der Duft von Litauen". Auf der Rückseite des Flakons (und des Kartons) steht denn auch "The Scent of Lithuania" (und jeweils als Untertitel "1009", das Jahr der Gründung des litauischen Staates), erstmals hergestellt 2011. Hier bei Parfumo fehlt der englische Parallel-Name und das Editionsjahr, aber ich war zu faul, um hier einen Korrekturantrag zu stellen. Wenn man die Internetseite des Herstellers besucht (und sich von dort dann ggf. über die Presseartikel weiterklickt, sogar der Spiegel hat mal einen Artikel über diesen Duft geschrieben), lernt man, dass das Projekt von einigen jungen Litauern gestartet wurde, die ihrem Land damit eine positive olfaktorische Visitenkarte verpassen wollten. Das hat wohl auch ganz gut geklappt, denn der litauische Staat hat die ziemlich schönen und aufwändig verpackten 30-ml-Flakons (es gibt nur diese Größe) wohl nicht nur an alle ausländischen Botschafter verschenkt, sondern auch an alle litauischen Soldaten, die in irgendwelchen NATO-Missionen usw. Dienst tun. Ob letzteres taktisch klug war, sei dahingestellt: Ich stelle mir vor, dass der Feind, wenn er nur eine gute Nase hat, jetzt immer schon im Voraus weiß, dass die Litauer heranrobben...

Sympathisch finde ich das alles durchaus, wenngleich auch hier der Patriotismus erhebliche Kompromisse eingegangen ist: Der Duft wurde (als Auftragsarbeit) bei Galimard in Grasse komponiert, und das Duftprogramm ist möglicherweise von Litauen inspiriert, allerdings lässt sich, soweit ich sehe, zwischen "Litauen" und Bergamotte und Grapefruit nicht wirklich eine Brücke bauen, und das Patschuli damit zu verbinden, dass Litauisch dem Sanskrit ähneln soll, scheint mir jedenfalls gewagt. Dabei hätte man durchaus versuchen können, aus den typischen Elementen der litauischen Natur und Nationalküche (Meer, Wald, Wildblumen, Bernstein, Pilze, Beeren, Roggenbrot, Bier) irgendentwas "Nationaleres" zu komponieren. Aber immerhin, Beeren und Moos sind ja drin, und zwischen Amber und Bernstein ist die Entfernung nicht weit.

Aber nun endlich zum Duft selbst: Der Auftakt ist leicht zitrisch, aber wirklich nur ganz leicht; Bergamotte und Grapefruit sind als selbstständige, spitzige Noten, die über den Herznoten rumtanzen, nicht zu spüren, sondern von Anfang an kräftig eingebunden in stärkere, kräftige, wärmere und erdgebundere Noten, die ich als grün, blumig (mit starkem Akzent auf Rose) und fruchtig wahrnehme. Ich meine da einen gewissen Anklang an den Duft von Weingummis wahrzunehmen, aber nicht die von Haribo (die mag ich), sondern diese englischen "Wine Gums", deren Duft ich ebenso furchtbar wie den Geschmack finde. Diese Note, die in anderen Nasen vielleicht besonders reizvoll ist, lässt für mich diesen Litauer in der ersten Stunde immer am Rande des Unangenehmen lavieren. Vielleicht ist das eine Melange aus den beerigen Noten und den erdigen Patschuli-Moschüssen aus der Basis. Ich bin ja eh nicht so der Freund roter Früchte in Düften. Daneben scheint noch eine schöne, feine, mineralische Note auf.

Nach etwa 20 Minuten ist das Ganze grüner, waldiger und krautiger geworden (meine Frau, die sich nicht gerne mit langen Duftanalysen abgibt, findet den ganzen Kvapas sowieso "waldig-moosig"), mit weiter persistierenden Blumen- und Beeren-Meeren. Nach einer Stunde wird alles weniger süß und fruchtig, etwas ernster und herber. Danach tritt aus meiner Sicht keine riesige Veränderung mehr ein. Der Duft wird nach drei Stunden merklich schwächer, ist aber auch nach acht Stunden noch unverkennbar vorhanden.

Insgesamt nehme ich "The Scent of Lithuania" als recht eingenständigen, besonderen Duft dar, der alles andere als ein ätherischer Springinsfeld ist, vielmehr füllig, substanzvoll, intensiv, ein bisschen erdig. Taktil ist er alles andere als hart und glatt; das ist kein Metall und kein poliertes Holz, auch kein glattes Leinen; eher Moos, Erde, Samt, Fell auch vielleicht. Die blumig-beerige Süße ist mir ein bisschen grenzwertig, aber meine Frau und andere Tester finden den Duft nicht nur klasse, sondern sogar richtig maskulin. Hm. Der Flakon (der wohl wirklich aus Litauen sein soll!) ist hübsch und schön schwer, und die Sillage und Haltbarkeit sind absolut in Ordnung.

Lietuvos Kvapas bekommt einen schönen Platz in meiner Sammlung, aber einen Besuch in Litauen würde ich noch uneingeschränkter empfehlen als den Kauf dieses Duftes.


05.07.2019 19:26 Uhr
16 Auszeichnungen
Die Durststrecke aus zwei tschechischen Rasierwässern, die ich nur mit sechs Punkten bewerten konnte (bei "Olimon" hat es trotzdem noch für einen Kommentar gereicht, bei "Diplomat Forever" nurmehr für ein mattes Statement) sind vorbei. Mit dem von mir lange gejagten und nun endlich getesteten Farao kann ich wieder an die hierdurch ins Stottern geratene Serie gut gelaunter bis begeisterter böhmischer Rezensionen anknüpfen und eine (noch durchaus konservative!) 8,5 vergeben.

"Farao" hat nichts mit Leuchtturm oder mit den Färöer-Inseln zu tun, sondern heißt, wie man sich anhand der Hieroglyphen und Zeichnungen auf dem Etikett schon denken kann, "Pharao". Meine Erwartung war daher (obwohl das bei einem Rasierwasser ungewöhnlich wäre) auf etwas süßlich-orientalisches oder allenfalls auf eine Gewürzbombe im Stil von Old Spice gerichtet. Es kam aber anders.

Der Duft begegnet mir in allererster Linie satt-holzig; damit meine ich nicht diese trocken-sägespanartig-spitzige Note, die heute wohl als modern gilt, sondern so einen schönen tiefdunkel-hartholzigen, fast knorrigen, mit Politur gesättigten und jahrzehntelang abgegriffenen Eichenholzton. Um dieses Leitmotiv gesellen sich in meiner Wahrnehmung Komplementärnoten, die ich als feinkrautig-frisch (vielleicht melissig?), sauber-feinseifig (vielleicht mit einem Hauch Blümchen), mentholig und ein ganz klein bisschen lebkuchengewürzig beschreiben würde. Ich finde den Duft bärig, genauer gesagt wald-braunbärig, aber mehr so für eine Bärenführungskraft, vielleicht einen attraktiven Oberbären in den besten Jahren.

Für ein Wässerchen dieser Preisklasse (1 Euro in der Drogerie auf der anderen Seite der Grenze, 12 Euro bei Pomadeshop im Versand; ich hab mit der Firma nichts zu tun, bin nicht mal Kunde, aber es ist nach meiner Kenntnis der einzige Bezugsweg, wenn man sich nicht physisch nach Böhmen begeben will) finde ich diese Komplexität ebenso faszinierend wie den durchaus vorhandenen Duftverlauf (Richtung wärmer und voller), den sehr wertigen Eindruck (da wirkt nichts flach, knarzig, unrund, synthetisch oder billig) und die für ein Eau de Rasage angemessene Haltbarkeit von etwa 2 Stunden. Die gute Pflegewirkung hatte ich angesichts früherer Erfahrungen erwartet.

Wenden wir uns kurz den Äußerlichkeiten zu: Ich könnte jetzt auf das Schwesterprodukt "Farao Koliska Voda" (das zugehörige Cologne, ich kenne es noch nicht) verweisen, das auf Parfumo mit einem Bild vertreten ist und hinzufügen, das Rasierwasser sieht genauso aus, nur dass der Karton dunkelbraun als Hauptfarbe hat und der Flakon goldgelb beschriftet ist. Auch auf der Internetseite des Herstellers Alpa oder eben bei Pomadeshop kann man sich den Flakon ansehen. Da ja aber auch Fußballreportagen im Radio ihren Reiz haben, versuche ich das unsichtbare zu beschreiben (jedenfalls den Flakon, den deutlich schöneren Karton lasse ich weg): Es handelt sich um einen 120-ml-Flakon aus schlichtem Glas mit einer im Grundsatz schlicht-zylindrischen Form, die jedoch in der Mitte bauchig ist. Die Form ist etwas ungewöhnlich und erinnert an eine oben und unten abgeschnittene Handgranate. Schön ist sie nicht, aber besonders. Der goldene Schriftzug ist nicht aufs Glas aufgedruckt, sondern auf eine Klarsichtfolie, die auf dem Glas klebt, was ich mir in der Produktion durch die Bauchigkeit ziemlich schwierig vorstelle. Noch origineller ist der Schüttmechanismus, den ich so nur von Spülmittelflaschen, aber nicht von Düften kenne. Es ist eine Art Plastikknopf auf einem Metallring, den man anlupfen muss, damit man den Inhalt herausschütten kann. Drückt man den Knopf zurück auf den Ring, verschließt sich die Flasche automatisch.

Abschließend noch einige Beschreibungen aus anderer Quelle. Da es wahrscheinlich noch einige Zeit bis zum zweiten Kommentar hier dauert, kann ich ja gleich mehrere Stimmen liefern. Das Näschen an meiner Seite fand Farao "wunderbar retro und richtig nach Mann". Eine Kollegin war ebenso angetan. Auf der Pomadeshop-Seite, die sich durch eine gemäßigte, nicht die Peinlichkeitsschwelle erreichende Produktlyrik auszeichnet, liest man von Menthol, Sandelholz, von "holzig-würzig im Stil der 40-er Jahre" und von "erdig-seifig". Die deutschsprachige Version der Seite des Herstellers drückt sich kurz, wie üblich sprachlich kurios, aber irgendwie treffend wie folgt aus: "Das Präparat gibt Beruhigung und Erfrischung der Haut nach Rasur. Er enthält eine Mischung von Wirkstoffen, die die Haut desinfizieren und regenerieren. Es hat typischen Chyprus-Holzduft." Genau.


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