Scenturio277
Rezensionen
Filtern & Sortieren
Detailliert
Der nicht alltägliche Gourmand
Vor einiger Zeit bat mich ein Freund um Hilfe bei der Suche nach einem für ihn passenden Duft. Alkoholisch sollte es sein, das war so ziemlich die einzige Vorgabe, die er mir gab. Wir machten uns gemeinsam auf die Suche und da ich ihn ziemlich gut kenne, sprang mir relativ schnell der
Black Phantom - Memento Mori ins Auge: Gewürzter Rum mit Kaffee, sollte eigentlich passen. Da sich der Preis für den (by) Kilian gerade für einen Blindbuy aber schon gewaschen hat, war der nächste logische Halt der Spectre Wraith von French Avenue/Fragrance World. Diesen hat er sich bestellt, war sehr begeistert und hat mir bei nächster Gelegenheit die Chance gegeben, ihn auch zu erschnüffeln. Und da ich ihn vor ein paar Tagen für 30€ gefunden habe, ist er nun auch ein Teil meiner Sammlung.
Ein Blick in die Duftpyramide sagt einem grundsätzlich alles, was man zum Geruchsprofil wissen muss: Spiced Rum mit Kaffee und Zucker auf einer Sandelholzbasis. Patch spielt in meiner Nase keine sonderlich große Rolle, ebenso wenig Vetiver. Beide sind eher als Stützen des Sandelholzes am Werk, sie balancieren den Duft aus, ohne selbst im Vordergrund zu stehen. Da beide nicht gerade zu meinen bevorzugten Noten zählen, kann ich diesen Umstand vollumfänglich akzeptieren. Etwas, womit ich ebenfalls absolut nichts anfangen kann, ist Kaffee. Ich mag ihn in keiner Form, sei es mit oder ohne Milch, Zucker, Schaum und was es sonst noch alles gibt. Dementsprechend muss ich meine Nase in der ersten halben Stunde nach dem Aufsprühen auch von meiner Haut fernhalten, da der Kaffee in dieser Zeit wirklich sehr intensiv wahrnehmbar ist. Hautnah, wohlgemerkt! In der Luft deutet sich nach einigen Minuten schon das an, was spätestens nach einer Stunde auch direkt auf der Haut auftritt: Der Kaffee verwandelt sich in eine extrem dunkle, berauschende Schokolade. Dem Rum und den Gewürzen ist das ziemlich egal, sie harmonieren mit beidem hervorragend, wobei es in der Luft anfangs so wirkt, als hätte man etwas Kaffee in seinen Rum gegossen, nicht andersherum. Sobald sich der schokoladige Aspekt aber durchsetzt, hat der Rum sich einigermaßen beruhigt und harmoniert ab da perfekt mit diesem, unterstützt vom Zucker, damit die ganze Geschichte nicht ins Kellerig-Muffige abdriftet. Es handelt sich trotz der süßwürzig-gourmandigen Ausrichtung jedoch keinesfalls um einen Crowdpleaser! Dafür ist seine DNA zu speziell, zu dunkel, die Wahrscheinlichkeit, anzuecken oder zumindest keine Begeisterungsstürme hervorzurufen, liegt doch deutlich höher als bei anderen Vertretern dieser Gattung.
Die Performance des Wraith ist zu Beginn schon sehr stark, pendelt sich aber nach ca. einer Stunde (zumindest auf meiner Haut) in einem guten Bereich ein. Gut, weil sie den Duft dadurch vielfältiger einsetzbar macht: Würde er die anfängliche Intensität über mehrere Stunden durchhalten, wäre er nur bei Veranstaltungen einsetzbar, bei denen man andere Düfte niederschreien will. So aber folgt auf ein anfängliches großes Hallo eine wahrnehmbare, aber angenehme Sillage, die niemandem zu sehr auf die Pelle rückt, es sei denn, diese Person sucht die unmittelbare Nähe zum Träger.
Kommen wir nun zur Präsentation, und spätestens hier zieht Fragrance World dann alle Register. Die Namenswahl mutet zwar etwas seltsam an, da sowohl "Spectre" als auch "Wraith“ Bezeichnungen für ein Gespenst sind. Sind Wraiths anders/bösartiger als Spectres oder Ghosts (was ja der Name für einen weiteren Vertreter der Serie ist)? Und wie heißt wohl der nächste Kandidat in der Reihe (Spectre Banshee hätte was)? Alle semantischen Spitzfindigkeiten ignorierend: Das grundlegende Design ist schon von den Vorgängern der Reihe bekannt, hat aber beim Wraith - passend zu Name und Duft - das Blackout-Treatment verpasst bekommen. Verpackung (seitlich aufslidender Schuber mit minimal zu eng bemessener Passform), Flakon, Kappe: Alles ist in tiefem Schwarz gehalten, der vertikale WRAITH-Schriftzug ist das Einzige, was einen farblichen Kontrast liefert. Dabei passt die Form deutlich besser zur Duft-DNA, als es beim Ghost der Fall ist: Kantig-aneckend, die in der Seite steckende Pistolenkugel (welche irritierenderweise inklusive Hülse dargestellt wird. Kleiner Hinweis an den Designer: So funktionieren Schusswaffen nicht), die Schockwelle, welche durch den "Einschlag" ausgelöst durch den Flakon geht in Kombination mit dem verformten Glas bzw. der Frontabdeckung. Das alles mag für manch einen zu kitschig und/oder übertrieben wirken. Zu gewollt maskulin. Ich gestehe: Ich bin die Zielgruppe, das Design holt mich komplett ab. Für alle, die anders empfinden, bleibt immerhin eine ordentlich fest sitzende Kappe und ein Sprüher, der in diesem Preissegment seinesgleichen sucht, da er unter Druck steht und so eine sehr präzise Dosierung ermöglicht. Nochmal: Für 30 €.
Spectre Wraith liefert eine DNA ab, die deutlich anders ist als vieles, was man sonst so riecht (insbesondere im Mainstream-Bereich), dazu mit einer Performance, welche ihn präsent, aber nicht zu offensiv macht. Wer einen Signature sucht, mit dem er aus der Masse heraussticht, sollte diesen Duft zumindest mal probegerochen haben, grade, weil die Haltbarkeit auf Kleidung ihn für einen täglichen Duft prädestiniert: So schnell kann man gar nicht waschen, wie er Shirts/Hemden in Beschlag nimmt. Als mein erstes French Avenue/Fragrance World-Parfüm hat er einen extrem guten Eindruck hinterlassen.
Black Phantom - Memento Mori ins Auge: Gewürzter Rum mit Kaffee, sollte eigentlich passen. Da sich der Preis für den (by) Kilian gerade für einen Blindbuy aber schon gewaschen hat, war der nächste logische Halt der Spectre Wraith von French Avenue/Fragrance World. Diesen hat er sich bestellt, war sehr begeistert und hat mir bei nächster Gelegenheit die Chance gegeben, ihn auch zu erschnüffeln. Und da ich ihn vor ein paar Tagen für 30€ gefunden habe, ist er nun auch ein Teil meiner Sammlung.Ein Blick in die Duftpyramide sagt einem grundsätzlich alles, was man zum Geruchsprofil wissen muss: Spiced Rum mit Kaffee und Zucker auf einer Sandelholzbasis. Patch spielt in meiner Nase keine sonderlich große Rolle, ebenso wenig Vetiver. Beide sind eher als Stützen des Sandelholzes am Werk, sie balancieren den Duft aus, ohne selbst im Vordergrund zu stehen. Da beide nicht gerade zu meinen bevorzugten Noten zählen, kann ich diesen Umstand vollumfänglich akzeptieren. Etwas, womit ich ebenfalls absolut nichts anfangen kann, ist Kaffee. Ich mag ihn in keiner Form, sei es mit oder ohne Milch, Zucker, Schaum und was es sonst noch alles gibt. Dementsprechend muss ich meine Nase in der ersten halben Stunde nach dem Aufsprühen auch von meiner Haut fernhalten, da der Kaffee in dieser Zeit wirklich sehr intensiv wahrnehmbar ist. Hautnah, wohlgemerkt! In der Luft deutet sich nach einigen Minuten schon das an, was spätestens nach einer Stunde auch direkt auf der Haut auftritt: Der Kaffee verwandelt sich in eine extrem dunkle, berauschende Schokolade. Dem Rum und den Gewürzen ist das ziemlich egal, sie harmonieren mit beidem hervorragend, wobei es in der Luft anfangs so wirkt, als hätte man etwas Kaffee in seinen Rum gegossen, nicht andersherum. Sobald sich der schokoladige Aspekt aber durchsetzt, hat der Rum sich einigermaßen beruhigt und harmoniert ab da perfekt mit diesem, unterstützt vom Zucker, damit die ganze Geschichte nicht ins Kellerig-Muffige abdriftet. Es handelt sich trotz der süßwürzig-gourmandigen Ausrichtung jedoch keinesfalls um einen Crowdpleaser! Dafür ist seine DNA zu speziell, zu dunkel, die Wahrscheinlichkeit, anzuecken oder zumindest keine Begeisterungsstürme hervorzurufen, liegt doch deutlich höher als bei anderen Vertretern dieser Gattung.
Die Performance des Wraith ist zu Beginn schon sehr stark, pendelt sich aber nach ca. einer Stunde (zumindest auf meiner Haut) in einem guten Bereich ein. Gut, weil sie den Duft dadurch vielfältiger einsetzbar macht: Würde er die anfängliche Intensität über mehrere Stunden durchhalten, wäre er nur bei Veranstaltungen einsetzbar, bei denen man andere Düfte niederschreien will. So aber folgt auf ein anfängliches großes Hallo eine wahrnehmbare, aber angenehme Sillage, die niemandem zu sehr auf die Pelle rückt, es sei denn, diese Person sucht die unmittelbare Nähe zum Träger.
Kommen wir nun zur Präsentation, und spätestens hier zieht Fragrance World dann alle Register. Die Namenswahl mutet zwar etwas seltsam an, da sowohl "Spectre" als auch "Wraith“ Bezeichnungen für ein Gespenst sind. Sind Wraiths anders/bösartiger als Spectres oder Ghosts (was ja der Name für einen weiteren Vertreter der Serie ist)? Und wie heißt wohl der nächste Kandidat in der Reihe (Spectre Banshee hätte was)? Alle semantischen Spitzfindigkeiten ignorierend: Das grundlegende Design ist schon von den Vorgängern der Reihe bekannt, hat aber beim Wraith - passend zu Name und Duft - das Blackout-Treatment verpasst bekommen. Verpackung (seitlich aufslidender Schuber mit minimal zu eng bemessener Passform), Flakon, Kappe: Alles ist in tiefem Schwarz gehalten, der vertikale WRAITH-Schriftzug ist das Einzige, was einen farblichen Kontrast liefert. Dabei passt die Form deutlich besser zur Duft-DNA, als es beim Ghost der Fall ist: Kantig-aneckend, die in der Seite steckende Pistolenkugel (welche irritierenderweise inklusive Hülse dargestellt wird. Kleiner Hinweis an den Designer: So funktionieren Schusswaffen nicht), die Schockwelle, welche durch den "Einschlag" ausgelöst durch den Flakon geht in Kombination mit dem verformten Glas bzw. der Frontabdeckung. Das alles mag für manch einen zu kitschig und/oder übertrieben wirken. Zu gewollt maskulin. Ich gestehe: Ich bin die Zielgruppe, das Design holt mich komplett ab. Für alle, die anders empfinden, bleibt immerhin eine ordentlich fest sitzende Kappe und ein Sprüher, der in diesem Preissegment seinesgleichen sucht, da er unter Druck steht und so eine sehr präzise Dosierung ermöglicht. Nochmal: Für 30 €.
Spectre Wraith liefert eine DNA ab, die deutlich anders ist als vieles, was man sonst so riecht (insbesondere im Mainstream-Bereich), dazu mit einer Performance, welche ihn präsent, aber nicht zu offensiv macht. Wer einen Signature sucht, mit dem er aus der Masse heraussticht, sollte diesen Duft zumindest mal probegerochen haben, grade, weil die Haltbarkeit auf Kleidung ihn für einen täglichen Duft prädestiniert: So schnell kann man gar nicht waschen, wie er Shirts/Hemden in Beschlag nimmt. Als mein erstes French Avenue/Fragrance World-Parfüm hat er einen extrem guten Eindruck hinterlassen.
Der vollendete Kreis
Wer einen Dua-Duft tragen möchte, hat es in letzter Zeit in Deutschland nicht ganz leicht: Ruft man die Homepage der Amerikaner auf, so findet man zwar ein reichhaltiges (um nicht zu sagen erschlagendes) Angebot und auch regelmäßige Discount-Aktionen, sobald man sich jedoch zur virtuellen Landtheke begibt, folgt die Ernüchterung. Unter den auswählbaren Zielländern befinden sich unter anderem die Niederlande, Polen, Frankreich und sogar die Ukraine (!), Deutschland schaut allerdings in die Röhre. Doch selbst wenn man sich seine Bestellung an Freunde oder Bekannte im Ausland liefern lässt, kommen satte 30€ Versand sowie weitere mögliche Zollgebühren hinzu. Es gibt zwar einen deutschen Onlinestore, dieser hat aber zum einen "nur" 119 Düfte gelistet (wobei sich dieser hier nicht im Sortiment befindet), zum anderen sind dort aktuell (Stand: 09.05.2025) gerade einmal 12 davon auf Lager. Praktikabel ist das alles nicht wirklich, es sei denn, man ist ein kompletter Ultra von einem oder mehreren Düften dieses Hauses und muss sie unbedingt besitzen. Ich persönlich habe das Glück, dass ein gut situierter Freund seine Urlaube regelmäßig in den USA verbringt und mir daher das ein oder andere Schätzchen direkt von dort mitbringen kann. Der =3.14 war schon vor knapp 2 Jahren eines davon, jedoch wurde er erst vor kurzem in die Datenbank aufgenommen.
Dua besitzt mittlerweile zwar auch diverse eigenständige Düfte (auf der Homepage mit "A Dua Fragrances Original Blend" gekennzeichnet), Bekanntheit dürften sie allerdings bei den allermeisten durch ihre Klone oder Hybride/Tribride/x-bride bekannter Parfüms erlangt haben. Dabei gehen sie nicht wie beispielsweise Lattafa vor, deren Sortiment zwar auch aus sehr vielen Klonen besteht, welche allerdings häufig mit einem eigenen Twist daherkommen. Viele Dua-Düfte hingegen sind 1:1-Interpretationen und ich kann diejenigen verstehen, denen diese Vorgehensweise sauer aufstößt, gerade, wenn man dazu noch das in der Vergangenheit doch sehr aggressive Social-Media-Marketing betrachtet. Allerdings haben sie aus meiner Sicht ein ziemliches Ass im Ärmel, und diesen Umstand haben sich die betroffenen Marken, deren Düfte kopiert werden, häufig selbst zuzuschreiben. Es geht natürlich um das leidige Thema der Reformulierungen insbesondere erfolgreicher Designer-Düfte. Einer dieser Düfte, den dieses (mutmaßlich) von der BWL-Abteilung verhängte Schicksal ereilt hat, ist der
Pi Eau de Toilette. Es ist nicht so, dass ich ihn zu seiner damaligen Hochphase besessen hätte, jedoch war er der Quasi-Signatur eines ehemaligen Bekannten, wodurch ich ihm regelmäßig ausgesetzt war. Wenn ich die aktuell erhältliche Version mit der aus meiner Erinnerung vergleiche, fallen mir zwei Dinge auf: Zum einen erscheint mir der aktuelle Pi grundsätzlich dumpfer, als hätte man ihn wie eine Audiodatei so stark komprimiert, dass viele Nuancen einfach abgeschnitten wurden. Zum anderen ist die Performance zwar kein Trauerspiel, aber mehr als Durchschnitt möchte ich ihm nicht attestieren und selbst das nur mit 1 1/2 zugedrückten Augen. Da mir das alles nicht wirklich zugesagt hat, bat ich besagten Bekannten, mir einen der Dua-Flakons zu besorgen.
Und nachdem ich mich zurückgelehnt und ihn erstmalig aufgesprüht hatte, entwickelte sich das Grinsen in meinem Gesicht von ganz alleine. Da ist er wieder, der Pi von früher. Der spritzige Start mit Mandarine, welche grade zu Beginn durch die aromatisch-grünen Komponenten eine Weichspühler-artige Frische erhält, die dabei jedoch zu keiner Zeit moschusartig erscheint. Und darunter dieser absolute Endgegner von Basis, das Zusammenspiel von Zeder und Benzoe, gestützt von der Süße aus Tonka und Vanille. Es sticht oder übersteuert nichts, alles ist da, wo es hingehört. Der Verlauf gestaltet sich linear, lediglich der frische Aspekt tritt nach ca. einer Stunde in den Hintergrund, ohne jedoch ganz zu verschwinden. Damit bildet er einen durchgehenden Kontrast zur Basis und gibt dieser die Möglichkeit, ihre ganze Stärke auszuspielen. Diese kommt auf Grund der verwendeten Noten natürlich sehr süß daher, gleitet aber dank der besagten aromatischen Frische und der Zeder nie ins Klebrige ab. Selbst der Mandarinen-Aspekt lässt sich nach einiger Zeit noch leicht wahrnehmen. Es ist einfach ein herrlicher Duft, sexy, verspielt, aber edel genug, um ihn auch mit über 30 noch zu tragen. Stichwort sexy: Ladies, keine Angst vor der Zeder, probiert ihn bei Gelegenheit ruhig mal aus!
Noch einige Sätze zum Preis. 34ml des Duas liegen bei 33 Dollar. Da 100ml des Givenchy inklusive Versand schon ab 50€ zu bekommen sind, ist dessen Klon also doppelt so teuer und das ohne Versand und Zollgebühren. Dass dies auf Ablehnung stößt, ist erstmal nachvollziehbar, jedoch muss beachtet werden, dass es sich im Gegensatz zum EdT um ein Extrait handelt. Dadurch ist die Haltbarkeit Dua-typisch hervorragend, die Sillage ist auf die Dauer des Duftverlaufs bezogen hingegen zwar gut, füllt jedoch auch zu Beginn keine Räume aus. Der zweite und für mich entscheidendere Punkt ist aber, dass der Pi in dieser Formulierung schlicht nicht mehr zu bekommen ist. Givenchy hat offensichtlich der Gentleman-Serie das Vertrauen als Zugpferd geschenkt (auch wenn man mit dem Society meines Erachtens nach die komplett falsche Ausfahrt genommen hat... gruselig), möchte den Pi anscheinend aber nicht einstellen und lässt ihn stattdessen am langen Arm verhungern. Aufgrund dieser Entscheidung kann ich nur zum Schluss „selbst schuld" kommen, denn die DNA ist keineswegs veraltet oder aus der Mode gekommen. Dass Dua Fans wie mir hier die Möglichkeit bietet, in den Genuss der ursprünglichen Version (oder zumindest verflucht nah heran) zu kommen, legitimiert den Klon für mich zu 100%. Besser als mit folgendem feststehenden englischen Ausdruck lässt sich der =3.14 meiner Meinung nach nicht beschreiben: We've come full circle.
Dua besitzt mittlerweile zwar auch diverse eigenständige Düfte (auf der Homepage mit "A Dua Fragrances Original Blend" gekennzeichnet), Bekanntheit dürften sie allerdings bei den allermeisten durch ihre Klone oder Hybride/Tribride/x-bride bekannter Parfüms erlangt haben. Dabei gehen sie nicht wie beispielsweise Lattafa vor, deren Sortiment zwar auch aus sehr vielen Klonen besteht, welche allerdings häufig mit einem eigenen Twist daherkommen. Viele Dua-Düfte hingegen sind 1:1-Interpretationen und ich kann diejenigen verstehen, denen diese Vorgehensweise sauer aufstößt, gerade, wenn man dazu noch das in der Vergangenheit doch sehr aggressive Social-Media-Marketing betrachtet. Allerdings haben sie aus meiner Sicht ein ziemliches Ass im Ärmel, und diesen Umstand haben sich die betroffenen Marken, deren Düfte kopiert werden, häufig selbst zuzuschreiben. Es geht natürlich um das leidige Thema der Reformulierungen insbesondere erfolgreicher Designer-Düfte. Einer dieser Düfte, den dieses (mutmaßlich) von der BWL-Abteilung verhängte Schicksal ereilt hat, ist der
Pi Eau de Toilette. Es ist nicht so, dass ich ihn zu seiner damaligen Hochphase besessen hätte, jedoch war er der Quasi-Signatur eines ehemaligen Bekannten, wodurch ich ihm regelmäßig ausgesetzt war. Wenn ich die aktuell erhältliche Version mit der aus meiner Erinnerung vergleiche, fallen mir zwei Dinge auf: Zum einen erscheint mir der aktuelle Pi grundsätzlich dumpfer, als hätte man ihn wie eine Audiodatei so stark komprimiert, dass viele Nuancen einfach abgeschnitten wurden. Zum anderen ist die Performance zwar kein Trauerspiel, aber mehr als Durchschnitt möchte ich ihm nicht attestieren und selbst das nur mit 1 1/2 zugedrückten Augen. Da mir das alles nicht wirklich zugesagt hat, bat ich besagten Bekannten, mir einen der Dua-Flakons zu besorgen.Und nachdem ich mich zurückgelehnt und ihn erstmalig aufgesprüht hatte, entwickelte sich das Grinsen in meinem Gesicht von ganz alleine. Da ist er wieder, der Pi von früher. Der spritzige Start mit Mandarine, welche grade zu Beginn durch die aromatisch-grünen Komponenten eine Weichspühler-artige Frische erhält, die dabei jedoch zu keiner Zeit moschusartig erscheint. Und darunter dieser absolute Endgegner von Basis, das Zusammenspiel von Zeder und Benzoe, gestützt von der Süße aus Tonka und Vanille. Es sticht oder übersteuert nichts, alles ist da, wo es hingehört. Der Verlauf gestaltet sich linear, lediglich der frische Aspekt tritt nach ca. einer Stunde in den Hintergrund, ohne jedoch ganz zu verschwinden. Damit bildet er einen durchgehenden Kontrast zur Basis und gibt dieser die Möglichkeit, ihre ganze Stärke auszuspielen. Diese kommt auf Grund der verwendeten Noten natürlich sehr süß daher, gleitet aber dank der besagten aromatischen Frische und der Zeder nie ins Klebrige ab. Selbst der Mandarinen-Aspekt lässt sich nach einiger Zeit noch leicht wahrnehmen. Es ist einfach ein herrlicher Duft, sexy, verspielt, aber edel genug, um ihn auch mit über 30 noch zu tragen. Stichwort sexy: Ladies, keine Angst vor der Zeder, probiert ihn bei Gelegenheit ruhig mal aus!
Noch einige Sätze zum Preis. 34ml des Duas liegen bei 33 Dollar. Da 100ml des Givenchy inklusive Versand schon ab 50€ zu bekommen sind, ist dessen Klon also doppelt so teuer und das ohne Versand und Zollgebühren. Dass dies auf Ablehnung stößt, ist erstmal nachvollziehbar, jedoch muss beachtet werden, dass es sich im Gegensatz zum EdT um ein Extrait handelt. Dadurch ist die Haltbarkeit Dua-typisch hervorragend, die Sillage ist auf die Dauer des Duftverlaufs bezogen hingegen zwar gut, füllt jedoch auch zu Beginn keine Räume aus. Der zweite und für mich entscheidendere Punkt ist aber, dass der Pi in dieser Formulierung schlicht nicht mehr zu bekommen ist. Givenchy hat offensichtlich der Gentleman-Serie das Vertrauen als Zugpferd geschenkt (auch wenn man mit dem Society meines Erachtens nach die komplett falsche Ausfahrt genommen hat... gruselig), möchte den Pi anscheinend aber nicht einstellen und lässt ihn stattdessen am langen Arm verhungern. Aufgrund dieser Entscheidung kann ich nur zum Schluss „selbst schuld" kommen, denn die DNA ist keineswegs veraltet oder aus der Mode gekommen. Dass Dua Fans wie mir hier die Möglichkeit bietet, in den Genuss der ursprünglichen Version (oder zumindest verflucht nah heran) zu kommen, legitimiert den Klon für mich zu 100%. Besser als mit folgendem feststehenden englischen Ausdruck lässt sich der =3.14 meiner Meinung nach nicht beschreiben: We've come full circle.
Hält der jetzt oder nicht?
Nach meiner doch sehr ernüchternden Erfahrung mit dem
For Him Red Edition Intense im Bezug auf BR540-Klone will ich mir es nicht nehmen lassen, dem Ana Abiyedh Rouge hier auch eine Rezension zu widmen. Dufttechnisch lassen sich im Vergleich mit dem erwähnten Zara-Dupe zwei hauptsächliche Unterschiede feststellen: Der Moschus hält sich deutlich stärker zurück und sticht nicht. Und die generelle DNA wurde mittels Birne um eine fruchtige Komponente erweitert. Der Rest entspricht dem bekannten Konstrukt: Zahnarzt gönnt sich in seiner Praxis eine extra große Portion Zuckerwatte. Die Fruchtigkeit erinnert an eine süße Williams-Birne, ihr wisst schon, die, bei denen einem der Saft über das Kinn läuft, wenn man hineinbeißt. Dass sie den Duft dadurch mehr ins Feminine rückt, mag stimmen, aber seien wir mal ehrlich: Wer etwas Maskulines sucht, greift sicher nicht zu BR540 oder artverwandtem. Den Twist empfinde ich jedenfalls als sehr gelungen, die Kombination passt einfach.
Spannender ist für mich eher die Frage nach der Performance. Teilweise wird sie in den Himmel gelobt, teilweise als unterirdisch bezeichnet. Nun scheint die BR540-DNA grundsätzlich anfällig für Duftblindheit zu sein, ähnliches liest/hört man jedenfalls auch von anderen Vertretern dieser Art, mit Ausnahme der Zara-Version, welche sich die permanent-penetrante Wahrnehmbarkeit leider durch den fürchterlichen Synthi-Moschus erkauft. Der AAR hat sich mir tatsächlich auch mit zwei Gesichtern präsentiert: Als ich ihn das erste Mal aufgesprüht habe, war ich zu Besuch bei meinen Eltern. Aufgetragen habe ich zwei Sprüher auf den Unterarm, abends, im Gästezimmer, welches ca. 12m² groß ist. Nach anfänglicher Freude (nah am Original, guter Twist mit der Birne) folgte aber zunächst Ernüchterung: Eine Stunde und ich musste mit der Nase direkt an den Arm, um überhaupt noch etwas wahrzunehmen. Also wurde noch einmal nachgesprüht, aber auch da: 60 Minuten und die Show war scheinbar zu Ende. Enttäuschend, aber hey, 15€, das tut nicht großartig weh. Also ab ins Bett und am nächsten Tag ging es auf ein Festival. Black Metal, Bier, Schweiß, dazu mit dem Leather Oudh von Orientica so ziemlich das Gegenteil vom AAR. Nichts für Feingeister eben, klotzen statt kleckern. Der Knalleffekt trat dann aber bei der Rückkehr in besagtes Gästezimmer auf: Über 24 Stunden, nachdem ich drei (!) Sprüher auf meinem Arm verteilt hatte und die sich vermutlich an die Bettdecke geheftet hatten, öffnete ich die Tür und BAM! Die volle Breitseite BR540 schlug mir entgegen. Das, was ich am Tag zuvor noch mit der Nase gesucht hatte, hatte sich im gesamten Raum festgesetzt und ließ sich nur durch das aufgerissene Fenster bei geöffneter Zimmertür dazu bewegen, ihn wieder zu verlassen. Wer also Sorgen hat, dass man mit diesem Duft nicht wahrgenommen wird: Sprüht ihn auf Kleidung, hängt das Kleidungsstück mal in einen kleineren, nur leicht belüfteten Raum und kommt nach einem Tag wieder. Der performt, und zwar nicht zu knapp!
Bleibt noch die Präsentation: Sie ist Lattafa-typisch over-the-top, zumal in diesem Preisbereich. Das Glas des Flakons ist mit nichts anderem als "massiv" zu beschreiben, ich habe gerade nachgemessen, der Boden ist 3,2 cm dick! Mit seinem kantigen Design ist er im Notfall auch als Wurfgeschoss zur Home-Defense geeignet. Der Deckel, welcher wie die CdN-Düfte von Armaf diese kitschigen "Edelsteine" enthält, hält die Flasche dennoch sicher, keine Gefahr eines durch Fall zerbrochenen Flakons, sehr gut. Der Rest entspricht ebenfalls der (grausigen) Ursprungs-Version, die aber als Erba-Pura-Dupe mit dieser hier nur die Birne gemeinsam hat. Die Verpackung ist mit ihrem Schuber ebenso aufwändig, die Farbgebung ist an den Namen angepasst, den man besser anders gewählt hätte ("Ich bin weiß-rot" weckt dann doch eher Assoziationen mit Pommes-Schranke oder Regionalliga-Fußball als mit Parfüm), aber sei's drum. Man bekommt etwas für sein Geld, was an sich gar nicht notwendig gewesen wäre, da der Duft selbst schon überzeugt. Ob das nun Kundennähe oder eine Kampfansage an die Konkurrenz ist, sollte jeder für sich beurteilen.
Muss man den AAR also unbedingt haben? Meiner Meinung nach nicht, genauso wenig, wie man das Original haben "muss". Wer Gefallen an der DNA hat, sollte ihn sich aber zumindest mal angeschaut haben. Feine Nasen werden vermutlich qualitative Unterschiede zum
Baccarat Rouge 540 Extrait de Parfum (350€ / 70ml) feststellen, aber ganz ehrlich: 60 ml vom AAR kosten mit 15€ gerade einmal 4% vom Original. Und 96% minderwertiger riecht er nicht mal im Ansatz. BR540-Ultras bleiben sowieso bei ihrem Duft, was absolut in Ordnung geht. Alle anderen Interessierten: Nicht von Berichten über schlechte Performance irritieren lassen und Ana Abiyedh Rouge testen!
For Him Red Edition Intense im Bezug auf BR540-Klone will ich mir es nicht nehmen lassen, dem Ana Abiyedh Rouge hier auch eine Rezension zu widmen. Dufttechnisch lassen sich im Vergleich mit dem erwähnten Zara-Dupe zwei hauptsächliche Unterschiede feststellen: Der Moschus hält sich deutlich stärker zurück und sticht nicht. Und die generelle DNA wurde mittels Birne um eine fruchtige Komponente erweitert. Der Rest entspricht dem bekannten Konstrukt: Zahnarzt gönnt sich in seiner Praxis eine extra große Portion Zuckerwatte. Die Fruchtigkeit erinnert an eine süße Williams-Birne, ihr wisst schon, die, bei denen einem der Saft über das Kinn läuft, wenn man hineinbeißt. Dass sie den Duft dadurch mehr ins Feminine rückt, mag stimmen, aber seien wir mal ehrlich: Wer etwas Maskulines sucht, greift sicher nicht zu BR540 oder artverwandtem. Den Twist empfinde ich jedenfalls als sehr gelungen, die Kombination passt einfach.Spannender ist für mich eher die Frage nach der Performance. Teilweise wird sie in den Himmel gelobt, teilweise als unterirdisch bezeichnet. Nun scheint die BR540-DNA grundsätzlich anfällig für Duftblindheit zu sein, ähnliches liest/hört man jedenfalls auch von anderen Vertretern dieser Art, mit Ausnahme der Zara-Version, welche sich die permanent-penetrante Wahrnehmbarkeit leider durch den fürchterlichen Synthi-Moschus erkauft. Der AAR hat sich mir tatsächlich auch mit zwei Gesichtern präsentiert: Als ich ihn das erste Mal aufgesprüht habe, war ich zu Besuch bei meinen Eltern. Aufgetragen habe ich zwei Sprüher auf den Unterarm, abends, im Gästezimmer, welches ca. 12m² groß ist. Nach anfänglicher Freude (nah am Original, guter Twist mit der Birne) folgte aber zunächst Ernüchterung: Eine Stunde und ich musste mit der Nase direkt an den Arm, um überhaupt noch etwas wahrzunehmen. Also wurde noch einmal nachgesprüht, aber auch da: 60 Minuten und die Show war scheinbar zu Ende. Enttäuschend, aber hey, 15€, das tut nicht großartig weh. Also ab ins Bett und am nächsten Tag ging es auf ein Festival. Black Metal, Bier, Schweiß, dazu mit dem Leather Oudh von Orientica so ziemlich das Gegenteil vom AAR. Nichts für Feingeister eben, klotzen statt kleckern. Der Knalleffekt trat dann aber bei der Rückkehr in besagtes Gästezimmer auf: Über 24 Stunden, nachdem ich drei (!) Sprüher auf meinem Arm verteilt hatte und die sich vermutlich an die Bettdecke geheftet hatten, öffnete ich die Tür und BAM! Die volle Breitseite BR540 schlug mir entgegen. Das, was ich am Tag zuvor noch mit der Nase gesucht hatte, hatte sich im gesamten Raum festgesetzt und ließ sich nur durch das aufgerissene Fenster bei geöffneter Zimmertür dazu bewegen, ihn wieder zu verlassen. Wer also Sorgen hat, dass man mit diesem Duft nicht wahrgenommen wird: Sprüht ihn auf Kleidung, hängt das Kleidungsstück mal in einen kleineren, nur leicht belüfteten Raum und kommt nach einem Tag wieder. Der performt, und zwar nicht zu knapp!
Bleibt noch die Präsentation: Sie ist Lattafa-typisch over-the-top, zumal in diesem Preisbereich. Das Glas des Flakons ist mit nichts anderem als "massiv" zu beschreiben, ich habe gerade nachgemessen, der Boden ist 3,2 cm dick! Mit seinem kantigen Design ist er im Notfall auch als Wurfgeschoss zur Home-Defense geeignet. Der Deckel, welcher wie die CdN-Düfte von Armaf diese kitschigen "Edelsteine" enthält, hält die Flasche dennoch sicher, keine Gefahr eines durch Fall zerbrochenen Flakons, sehr gut. Der Rest entspricht ebenfalls der (grausigen) Ursprungs-Version, die aber als Erba-Pura-Dupe mit dieser hier nur die Birne gemeinsam hat. Die Verpackung ist mit ihrem Schuber ebenso aufwändig, die Farbgebung ist an den Namen angepasst, den man besser anders gewählt hätte ("Ich bin weiß-rot" weckt dann doch eher Assoziationen mit Pommes-Schranke oder Regionalliga-Fußball als mit Parfüm), aber sei's drum. Man bekommt etwas für sein Geld, was an sich gar nicht notwendig gewesen wäre, da der Duft selbst schon überzeugt. Ob das nun Kundennähe oder eine Kampfansage an die Konkurrenz ist, sollte jeder für sich beurteilen.
Muss man den AAR also unbedingt haben? Meiner Meinung nach nicht, genauso wenig, wie man das Original haben "muss". Wer Gefallen an der DNA hat, sollte ihn sich aber zumindest mal angeschaut haben. Feine Nasen werden vermutlich qualitative Unterschiede zum
Baccarat Rouge 540 Extrait de Parfum (350€ / 70ml) feststellen, aber ganz ehrlich: 60 ml vom AAR kosten mit 15€ gerade einmal 4% vom Original. Und 96% minderwertiger riecht er nicht mal im Ansatz. BR540-Ultras bleiben sowieso bei ihrem Duft, was absolut in Ordnung geht. Alle anderen Interessierten: Nicht von Berichten über schlechte Performance irritieren lassen und Ana Abiyedh Rouge testen!Partycrasher
Heute war ein schöner Frühlingstag, mit angenehm warmen Temperaturen und Sonnenschein. Eine gute Gelegenheit, um in die Stadt zu fahren und meine Zara-Reise weitergehen zu lassen. Red Intense ist es dieses Mal geworden. Den Duft, aus dem Tester sowohl auf Papier als auch auf die Haut aufgetragen, kann man dann beim Spaziergang zurück nach Hause in Ruhe genießen. Soweit die Theorie.
Es tut mir leid, hier die Stimmung vermiesen zu müssen, aber nach der absolut positiven Überraschung, die der
Sand Desert at Sunset Intense für mich dargestellt hat, liefert Zara direkt die nächste Enttäuschung hinterher. Der Reihe nach.
Red Intense kopiert
Baccarat Rouge 540 Eau de Parfum, einen Duft, der auf Grund seiner überbordenden Süße und der generellen DNA die Gemüter zu spalten weiß und trotzdem (oder grade deshalb?) so ziemlich jedem bekannt ist. Vermutlich mit ein Grund dafür, dass es dermaßen viele Klone bzw. Twists von ihm gibt. Er zählt nicht zu meinen Favoriten, ich bin ihm aber auch nicht abgeneigt. Der Red Intense zeigt direkt, wie man die Eröffnung nicht machen sollte, denn in den ersten zwei-drei Minuten gibt es stechenden Alkohol, wie man ihn von qualitativ schlechten Dupes von vor ca. 10 Jahren kannte. Der verfliegt natürlich schnell, mein erster Gedanke war aber "ich dachte, sowas haben wir hinter uns". Sei's drum, mal schauen, wie er sich entwickelt. Und tatsächlich, da ist sie ja, die allgemein bekannte BR540-DNA: Zuckerwatte-Süße, Zahnarzt-Synthetik, so weit so gut (oder schlecht, je nach Perspektive). Leider ist man bei Zara auf die Idee gekommen, dass der Duft maskuliner sein soll, als das Original. Und das wurde durch eine Riesenportion Moschus versucht zu erreichen, die in der Pyramide nicht gelistet ist, die ich aber sofort wiedererkenne: Es ist derselbe (oder zumindest verflucht ähnliche) Synthi-Moschus, der mir schon den "Ana Abiyedh / آنا أبيض (Eau de Parfum) | Lattafa / لطافة" verleidet hat. Dieser ist für mich in den ersten Stunden sogar dominanter als die BR540-Komponente, welche zwar durchgehend wahrnehmbar, aber eben nicht der Hauptakteur ist. Nach einigen Stunden beruhigt sich der Moschus etwas, bleibt aber weiterhin präsent. Achso, zitrischen Komponenten sind ja auch noch gelistet. Ein Wort: Irrelevant. Kopf- und Basisnoten existieren nicht, BR und Moschus, das war's. Der Fokus verschieben nur mit der Zeit leicht.
Ein abschließendes Statement zur Performance fällt mir schwer, da ich ihn erst seit einigen Stunden trage und versucht habe, ihn vom Handrücken abzuwaschen (funktioniert so gut wie nicht), daher orientiere ich mich an den bisherigen Bewertungen und sage: Überdurchschnittlich passt, sowohl allgemein als auch speziell auf Zara bezogen. Der Namenszusatz "Intense" scheint in Ordnung zu gehen.
Fazit, abweichend zu denen der erstaunlich vielen Begeisterten hier: Der ist gar nichts. Ich komme mit diesem In-your-Face-Moschus einfach nicht zurecht. Selbst, wenn dieses sich etwas legt und der Amber etwas präsenter wird, ist mir dieser zu überwürzt, um gefällig zu sein. Synthetik gehört nun mal zur BR540-DNA, hier ist sie aber schon sehr stark wahrnehmbar. Der Kommentar meiner Freundin, die beim Aufsprühen neben mir stand, war ein so einfaches wie aussagekräftiges "Urgh". Von mir gibt es eine dringende Blind-Buy-Warnung, nach Möglichkeit sollte man den vor dem Kauf geschnüffelt haben. Als Alternative, wenn auch etwas femininer, bleibt "Ana Abiyedh Rouge | Lattafa / لطافة" in meiner Sammlung: Stärkere BR-Süße plus Birne, weniger und vorallem nicht stechender Moschus und (bei meinem Batch) starke Performance. Alternativen gibt es jedenfalls genug, so dass man auf den Red Intense nicht angewiesen ist, wenn er einen nur so halb bis gar nicht überzeugt. Und jetzt geht's direkt wieder ins Bad, weiter den Handrücken schrubben.
Es tut mir leid, hier die Stimmung vermiesen zu müssen, aber nach der absolut positiven Überraschung, die der
Sand Desert at Sunset Intense für mich dargestellt hat, liefert Zara direkt die nächste Enttäuschung hinterher. Der Reihe nach.Red Intense kopiert
Baccarat Rouge 540 Eau de Parfum, einen Duft, der auf Grund seiner überbordenden Süße und der generellen DNA die Gemüter zu spalten weiß und trotzdem (oder grade deshalb?) so ziemlich jedem bekannt ist. Vermutlich mit ein Grund dafür, dass es dermaßen viele Klone bzw. Twists von ihm gibt. Er zählt nicht zu meinen Favoriten, ich bin ihm aber auch nicht abgeneigt. Der Red Intense zeigt direkt, wie man die Eröffnung nicht machen sollte, denn in den ersten zwei-drei Minuten gibt es stechenden Alkohol, wie man ihn von qualitativ schlechten Dupes von vor ca. 10 Jahren kannte. Der verfliegt natürlich schnell, mein erster Gedanke war aber "ich dachte, sowas haben wir hinter uns". Sei's drum, mal schauen, wie er sich entwickelt. Und tatsächlich, da ist sie ja, die allgemein bekannte BR540-DNA: Zuckerwatte-Süße, Zahnarzt-Synthetik, so weit so gut (oder schlecht, je nach Perspektive). Leider ist man bei Zara auf die Idee gekommen, dass der Duft maskuliner sein soll, als das Original. Und das wurde durch eine Riesenportion Moschus versucht zu erreichen, die in der Pyramide nicht gelistet ist, die ich aber sofort wiedererkenne: Es ist derselbe (oder zumindest verflucht ähnliche) Synthi-Moschus, der mir schon den "Ana Abiyedh / آنا أبيض (Eau de Parfum) | Lattafa / لطافة" verleidet hat. Dieser ist für mich in den ersten Stunden sogar dominanter als die BR540-Komponente, welche zwar durchgehend wahrnehmbar, aber eben nicht der Hauptakteur ist. Nach einigen Stunden beruhigt sich der Moschus etwas, bleibt aber weiterhin präsent. Achso, zitrischen Komponenten sind ja auch noch gelistet. Ein Wort: Irrelevant. Kopf- und Basisnoten existieren nicht, BR und Moschus, das war's. Der Fokus verschieben nur mit der Zeit leicht.Ein abschließendes Statement zur Performance fällt mir schwer, da ich ihn erst seit einigen Stunden trage und versucht habe, ihn vom Handrücken abzuwaschen (funktioniert so gut wie nicht), daher orientiere ich mich an den bisherigen Bewertungen und sage: Überdurchschnittlich passt, sowohl allgemein als auch speziell auf Zara bezogen. Der Namenszusatz "Intense" scheint in Ordnung zu gehen.
Fazit, abweichend zu denen der erstaunlich vielen Begeisterten hier: Der ist gar nichts. Ich komme mit diesem In-your-Face-Moschus einfach nicht zurecht. Selbst, wenn dieses sich etwas legt und der Amber etwas präsenter wird, ist mir dieser zu überwürzt, um gefällig zu sein. Synthetik gehört nun mal zur BR540-DNA, hier ist sie aber schon sehr stark wahrnehmbar. Der Kommentar meiner Freundin, die beim Aufsprühen neben mir stand, war ein so einfaches wie aussagekräftiges "Urgh". Von mir gibt es eine dringende Blind-Buy-Warnung, nach Möglichkeit sollte man den vor dem Kauf geschnüffelt haben. Als Alternative, wenn auch etwas femininer, bleibt "Ana Abiyedh Rouge | Lattafa / لطافة" in meiner Sammlung: Stärkere BR-Süße plus Birne, weniger und vorallem nicht stechender Moschus und (bei meinem Batch) starke Performance. Alternativen gibt es jedenfalls genug, so dass man auf den Red Intense nicht angewiesen ist, wenn er einen nur so halb bis gar nicht überzeugt. Und jetzt geht's direkt wieder ins Bad, weiter den Handrücken schrubben.
2 Antworten
Das Gegenteil von „gut“ ist nicht „böse“, sondern „gut gemeint“
Ach, Louis! Möchtest wohl auch einmal für Aufmerksamkeit sorgen, was? Orientalisch soll es heute zugehen, dafür schielst du in Richtung
Arabians Tonka. Und weil wir heute besonders gewagt sind, gibt's obendrein noch eine Note, die niemand anders bisher verwendet hat, sowie Zibet für einen animalischen Touch? Du hast dir ja richtig was vorgenommen!
Und dafür wurde auch (zumindest laut Pyramide) so einiges aufgefahren, um hier mal so richtig auf den Putz zu hauen! Allein: Wahrnehmbar ist davon nicht allzu viel. Bergamotte, Zitrone und Orange lassen einen explosiv-zitrischen Start vermuten, davon kommt allerdings maximal ein kleiner Hauch an. Zypresse, Patch, Rosmarin und Hammerstrauch (der erste und einzige Duft auf Parfumo, der diese Note verwendet! Endlich!) wecken Erwartungen an einen grünen Duft mit Einschlag ins Würzige, doch auch da: Fehlanzeige, zumindest was die grünen Noten betrifft. Würze ist tatsächlich vorhanden, aber ähnlich den zitrischen Elementen nur unterschwellig, zu keiner Zeit als Hauptattraktion. So gezähmten Kardamom findet man dann doch eher selten. Was gibt dann also den Ton an? Ein Blick in die Basisnoten verrät es teilweise: Vanille-Amber sorgt vom Start weg für eine durchgehend präsente, warme Süße. Nicht aufgelistet, aber von Anfang bis zum Ende der Star in der Manage, ist: Haarspray… Denn das scheint Louis' Definition eines Orientalen zu sein: Süßes Haarspray mit Minimalwürze. Holzig wird es, wenn überhaupt, nur so weit, dass ich mich frage, ob ich es mir nur einbilde oder ob da tatsächlich etwas in der Richtung vorhanden ist (vielleicht doch die Zypresse?). Und sonderlich gewagt ist das Ganze in seiner Ausführung dann auch nicht, dafür ist das Zibetkätzchen viel zu artig und gepflegt, um aufzufallen oder gar anzuecken. Es begnügt sich mit zurückhaltender Anwesenheit.
Zurückhaltend ist auch die Performance. Während die Haltbarkeit noch in Ordnung geht, ist die Sillage ein Trauerspiel, zumindest bei meinem Flakon: Vier Sprüher auf den Hals, 5 Minuten später vor die Haustür und trotz Wind lässt er sich mehr erahnen als wirklich riechen. Jetzt gerade liegt er auf einem Teststreifen (vor 10 Minuten aufgesprüht) ca. 50cm vor mir auf dem Tisch und ich rieche... Nichts. Die Bewertungen hier kann ich absolut nicht nachvollziehen und an meiner Haut scheint es auch nicht zu liegen, bleibt wohl nur ein extrem schwacher Batch als Erklärung. Die Performance ist in keinster Weise mit dem
Extreme Amber aus demselben Haus zu vergleichen, welcher wie ein Wahnsinniger performt (der Schal meiner Freundin verbreitet den Duft auch nach Tagen noch im Raum). Eine ähnliche Leistung hätte dem Extreme Oriental auch gut zu Gesicht gestanden, alleine, um seinem Namen gerecht zu werden. Denn schlecht riecht er tatsächlich nicht, solange man mit der süß-haarsprayigen DNA etwas anfangen kann. Mit der vorliegenden Performance wirkt er allerdings wie jemand, der mal so richtig einen draufmachen will und zur Feier des Tages ein zweites Bier trinkt und sogar eine Zigarette raucht. Extreme ist hier mal gar nichts.
Der Flakon hingegen hinterlässt deutlich mehr Eindruck: Kantig, schwarz, mit goldenem Sprüher und goldener Schrift, dazu eine schwarze Kappe in Holzoptik. Die ist natürlich aus Plastik, allerdings kann man den Flakon daran problemlos und sicher anheben. Für mich ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Der Sprüher hat einen etwas arg kurzen Hub, gerade in Kombination mit dem nicht sonderlich potenten Inhalt ist hier mehrfaches Pumpen angesagt, gerne auch 3-6 Mal zu viel als zu wenig. Nichtsdestotrotz eine gelungene Präsentation, Schwarz-Gold macht als Farbkombination nun mal was her.
Fazit: Ist der Extreme Oriental empfehlenswert? Jein. Wer einen ersten, zaghaften Schritt in Richtung orientalisch-nischig (der Schritt ist wirklich sehr klein) machen möchte, kann ihn durchaus als Orientierung nutzen. Zumal er mit 20€ auch kein allzu großes Loch in die Tasche reißt. Leider ist er bei DM seit geraumer Zeit nicht mehr erhältlich, genau wie die anderen Düfte der Marke, was ein vorheriges Testschnuppern unmöglich macht. Als Blindbuy-Alternative empfehle ich den
Taraf (black), welcher deutlich stärker in Richtung Arabians Tonka geht, allerdings auch ohne ihn genau wiederzugeben. Er ist eher ein „inspired by“ als eine exakte Kopie. Performen tut er jedoch stärker als der Varel und kostet mit 15€ sogar nochmal weniger. Ernsthafte Orient-Kandidaten sind beide nicht. Zumindest bleibt dem Varel der Titel "Einziges Hammerstrauch-Parfüm auf Parfumo". Na dann.
Update: Nachdem ich spaßeshalber in der erweiterteren Suchfunktion die Duftnote "Hammerstrauch" eingegeben habe, habe ich festgestellt, dass es noch drei weitere Parfüms gibt, die diese Note verwenden. Somit wird dem EO der vorher verliehene Titel direkt wieder entzogen. Ach, Louis...
Arabians Tonka. Und weil wir heute besonders gewagt sind, gibt's obendrein noch eine Note, die niemand anders bisher verwendet hat, sowie Zibet für einen animalischen Touch? Du hast dir ja richtig was vorgenommen!Und dafür wurde auch (zumindest laut Pyramide) so einiges aufgefahren, um hier mal so richtig auf den Putz zu hauen! Allein: Wahrnehmbar ist davon nicht allzu viel. Bergamotte, Zitrone und Orange lassen einen explosiv-zitrischen Start vermuten, davon kommt allerdings maximal ein kleiner Hauch an. Zypresse, Patch, Rosmarin und Hammerstrauch (der erste und einzige Duft auf Parfumo, der diese Note verwendet! Endlich!) wecken Erwartungen an einen grünen Duft mit Einschlag ins Würzige, doch auch da: Fehlanzeige, zumindest was die grünen Noten betrifft. Würze ist tatsächlich vorhanden, aber ähnlich den zitrischen Elementen nur unterschwellig, zu keiner Zeit als Hauptattraktion. So gezähmten Kardamom findet man dann doch eher selten. Was gibt dann also den Ton an? Ein Blick in die Basisnoten verrät es teilweise: Vanille-Amber sorgt vom Start weg für eine durchgehend präsente, warme Süße. Nicht aufgelistet, aber von Anfang bis zum Ende der Star in der Manage, ist: Haarspray… Denn das scheint Louis' Definition eines Orientalen zu sein: Süßes Haarspray mit Minimalwürze. Holzig wird es, wenn überhaupt, nur so weit, dass ich mich frage, ob ich es mir nur einbilde oder ob da tatsächlich etwas in der Richtung vorhanden ist (vielleicht doch die Zypresse?). Und sonderlich gewagt ist das Ganze in seiner Ausführung dann auch nicht, dafür ist das Zibetkätzchen viel zu artig und gepflegt, um aufzufallen oder gar anzuecken. Es begnügt sich mit zurückhaltender Anwesenheit.
Zurückhaltend ist auch die Performance. Während die Haltbarkeit noch in Ordnung geht, ist die Sillage ein Trauerspiel, zumindest bei meinem Flakon: Vier Sprüher auf den Hals, 5 Minuten später vor die Haustür und trotz Wind lässt er sich mehr erahnen als wirklich riechen. Jetzt gerade liegt er auf einem Teststreifen (vor 10 Minuten aufgesprüht) ca. 50cm vor mir auf dem Tisch und ich rieche... Nichts. Die Bewertungen hier kann ich absolut nicht nachvollziehen und an meiner Haut scheint es auch nicht zu liegen, bleibt wohl nur ein extrem schwacher Batch als Erklärung. Die Performance ist in keinster Weise mit dem
Extreme Amber aus demselben Haus zu vergleichen, welcher wie ein Wahnsinniger performt (der Schal meiner Freundin verbreitet den Duft auch nach Tagen noch im Raum). Eine ähnliche Leistung hätte dem Extreme Oriental auch gut zu Gesicht gestanden, alleine, um seinem Namen gerecht zu werden. Denn schlecht riecht er tatsächlich nicht, solange man mit der süß-haarsprayigen DNA etwas anfangen kann. Mit der vorliegenden Performance wirkt er allerdings wie jemand, der mal so richtig einen draufmachen will und zur Feier des Tages ein zweites Bier trinkt und sogar eine Zigarette raucht. Extreme ist hier mal gar nichts.Der Flakon hingegen hinterlässt deutlich mehr Eindruck: Kantig, schwarz, mit goldenem Sprüher und goldener Schrift, dazu eine schwarze Kappe in Holzoptik. Die ist natürlich aus Plastik, allerdings kann man den Flakon daran problemlos und sicher anheben. Für mich ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Der Sprüher hat einen etwas arg kurzen Hub, gerade in Kombination mit dem nicht sonderlich potenten Inhalt ist hier mehrfaches Pumpen angesagt, gerne auch 3-6 Mal zu viel als zu wenig. Nichtsdestotrotz eine gelungene Präsentation, Schwarz-Gold macht als Farbkombination nun mal was her.
Fazit: Ist der Extreme Oriental empfehlenswert? Jein. Wer einen ersten, zaghaften Schritt in Richtung orientalisch-nischig (der Schritt ist wirklich sehr klein) machen möchte, kann ihn durchaus als Orientierung nutzen. Zumal er mit 20€ auch kein allzu großes Loch in die Tasche reißt. Leider ist er bei DM seit geraumer Zeit nicht mehr erhältlich, genau wie die anderen Düfte der Marke, was ein vorheriges Testschnuppern unmöglich macht. Als Blindbuy-Alternative empfehle ich den
Taraf (black), welcher deutlich stärker in Richtung Arabians Tonka geht, allerdings auch ohne ihn genau wiederzugeben. Er ist eher ein „inspired by“ als eine exakte Kopie. Performen tut er jedoch stärker als der Varel und kostet mit 15€ sogar nochmal weniger. Ernsthafte Orient-Kandidaten sind beide nicht. Zumindest bleibt dem Varel der Titel "Einziges Hammerstrauch-Parfüm auf Parfumo". Na dann.Update: Nachdem ich spaßeshalber in der erweiterteren Suchfunktion die Duftnote "Hammerstrauch" eingegeben habe, habe ich festgestellt, dass es noch drei weitere Parfüms gibt, die diese Note verwenden. Somit wird dem EO der vorher verliehene Titel direkt wieder entzogen. Ach, Louis...




