
Scenturio277
14 Rezensionen

Scenturio277
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Der vollendete Kreis
Wer einen Dua-Duft tragen möchte, hat es in letzter Zeit in Deutschland nicht ganz leicht: Ruft man die Homepage der Amerikaner auf, so findet man zwar ein reichhaltiges (um nicht zu sagen erschlagendes) Angebot und auch regelmäßige Discount-Aktionen, sobald man sich jedoch zur virtuellen Landtheke begibt, folgt die Ernüchterung. Unter den auswählbaren Zielländern befinden sich unter anderem die Niederlande, Polen, Frankreich und sogar die Ukraine (!), Deutschland schaut allerdings in die Röhre. Doch selbst wenn man sich seine Bestellung an Freunde oder Bekannte im Ausland liefern lässt, kommen satte 30€ Versand sowie weitere mögliche Zollgebühren hinzu. Es gibt zwar einen deutschen Onlinestore, dieser hat aber zum einen "nur" 119 Düfte gelistet (wobei sich dieser hier nicht im Sortiment befindet), zum anderen sind dort aktuell (Stand: 09.05.2025) gerade einmal 12 davon auf Lager. Praktikabel ist das alles nicht wirklich, es sei denn, man ist ein kompletter Ultra von einem oder mehreren Düften dieses Hauses und muss sie unbedingt besitzen. Ich persönlich habe das Glück, dass ein gut situierter Freund seine Urlaube regelmäßig in den USA verbringt und mir daher das ein oder andere Schätzchen direkt von dort mitbringen kann. Der =3.14 war schon vor knapp 2 Jahren eines davon, jedoch wurde er erst vor kurzem in die Datenbank aufgenommen.
Dua besitzt mittlerweile zwar auch diverse eigenständige Düfte (auf der Homepage mit "A Dua Fragrances Original Blend" gekennzeichnet), Bekanntheit dürften sie allerdings bei den allermeisten durch ihre Klone oder Hybride/Tribride/x-bride bekannter Parfüms erlangt haben. Dabei gehen sie nicht wie beispielsweise Lattafa vor, deren Sortiment zwar auch aus sehr vielen Klonen besteht, welche allerdings häufig mit einem eigenen Twist daherkommen. Viele Dua-Düfte hingegen sind 1:1-Interpretationen und ich kann diejenigen verstehen, denen diese Vorgehensweise sauer aufstößt, gerade, wenn man dazu noch das in der Vergangenheit doch sehr aggressive Social-Media-Marketing betrachtet. Allerdings haben sie aus meiner Sicht ein ziemliches Ass im Ärmel, und diesen Umstand haben sich die betroffenen Marken, deren Düfte kopiert werden, häufig selbst zuzuschreiben. Es geht natürlich um das leidige Thema der Reformulierungen insbesondere erfolgreicher Designer-Düfte. Einer dieser Düfte, den dieses (mutmaßlich) von der BWL-Abteilung verhängte Schicksal ereilt hat, ist der Pi Eau de Toilette. Es ist nicht so, dass ich ihn zu seiner damaligen Hochphase besessen hätte, jedoch war er der Quasi-Signatur eines ehemaligen Bekannten, wodurch ich ihm regelmäßig ausgesetzt war. Wenn ich die aktuell erhältliche Version mit der aus meiner Erinnerung vergleiche, fallen mir zwei Dinge auf: Zum einen erscheint mir der aktuelle Pi grundsätzlich dumpfer, als hätte man ihn wie eine Audiodatei so stark komprimiert, dass viele Nuancen einfach abgeschnitten wurden. Zum anderen ist die Performance zwar kein Trauerspiel, aber mehr als Durchschnitt möchte ich ihm nicht attestieren und selbst das nur mit 1 1/2 zugedrückten Augen. Da mir das alles nicht wirklich zugesagt hat, bat ich besagten Bekannten, mir einen der Dua-Flakons zu besorgen.
Und nachdem ich mich zurückgelehnt und ihn erstmalig aufgesprüht hatte, entwickelte sich das Grinsen in meinem Gesicht von ganz alleine. Da ist er wieder, der Pi von früher. Der spritzige Start mit Mandarine, welche grade zu Beginn durch die aromatisch-grünen Komponenten eine Weichspühler-artige Frische erhält, die dabei jedoch zu keiner Zeit moschusartig erscheint. Und darunter dieser absolute Endgegner von Basis, das Zusammenspiel von Zeder und Benzoe, gestützt von der Süße aus Tonka und Vanille. Es sticht oder übersteuert nichts, alles ist da, wo es hingehört. Der Verlauf gestaltet sich linear, lediglich der frische Aspekt tritt nach ca. einer Stunde in den Hintergrund, ohne jedoch ganz zu verschwinden. Damit bildet er einen durchgehenden Kontrast zur Basis und gibt dieser die Möglichkeit, ihre ganze Stärke auszuspielen. Diese kommt auf Grund der verwendeten Noten natürlich sehr süß daher, gleitet aber dank der besagten aromatischen Frische und der Zeder nie ins Klebrige ab. Selbst der Mandarinen-Aspekt lässt sich nach einiger Zeit noch leicht wahrnehmen. Es ist einfach ein herrlicher Duft, sexy, verspielt, aber edel genug, um ihn auch mit über 30 noch zu tragen. Stichwort sexy: Ladies, keine Angst vor der Zeder, probiert ihn bei Gelegenheit ruhig mal aus!
Noch einige Sätze zum Preis. 34ml des Duas liegen bei 33 Dollar. Da 100ml des Givenchy inklusive Versand schon ab 50€ zu bekommen sind, ist dessen Klon also doppelt so teuer und das ohne Versand und Zollgebühren. Dass dies auf Ablehnung stößt, ist erstmal nachvollziehbar, jedoch muss beachtet werden, dass es sich im Gegensatz zum EdT um ein Extrait handelt. Dadurch ist die Haltbarkeit Dua-typisch hervorragend, die Sillage ist auf die Dauer des Duftverlaufs bezogen hingegen zwar gut, füllt jedoch auch zu Beginn keine Räume aus. Der zweite und für mich entscheidendere Punkt ist aber, dass der Pi in dieser Formulierung schlicht nicht mehr zu bekommen ist. Givenchy hat offensichtlich der Gentleman-Serie das Vertrauen als Zugpferd geschenkt (auch wenn man mit dem Society meines Erachtens nach die komplett falsche Ausfahrt genommen hat... gruselig), möchte den Pi anscheinend aber nicht einstellen und lässt ihn stattdessen am langen Arm verhungern. Aufgrund dieser Entscheidung kann ich nur zum Schluss „selbst schuld" kommen, denn die DNA ist keineswegs veraltet oder aus der Mode gekommen. Dass Dua Fans wie mir hier die Möglichkeit bietet, in den Genuss der ursprünglichen Version (oder zumindest verflucht nah heran) zu kommen, legitimiert den Klon für mich zu 100%. Besser als mit folgendem feststehenden englischen Ausdruck lässt sich der =3.14 meiner Meinung nach nicht beschreiben: We've come full circle.
Dua besitzt mittlerweile zwar auch diverse eigenständige Düfte (auf der Homepage mit "A Dua Fragrances Original Blend" gekennzeichnet), Bekanntheit dürften sie allerdings bei den allermeisten durch ihre Klone oder Hybride/Tribride/x-bride bekannter Parfüms erlangt haben. Dabei gehen sie nicht wie beispielsweise Lattafa vor, deren Sortiment zwar auch aus sehr vielen Klonen besteht, welche allerdings häufig mit einem eigenen Twist daherkommen. Viele Dua-Düfte hingegen sind 1:1-Interpretationen und ich kann diejenigen verstehen, denen diese Vorgehensweise sauer aufstößt, gerade, wenn man dazu noch das in der Vergangenheit doch sehr aggressive Social-Media-Marketing betrachtet. Allerdings haben sie aus meiner Sicht ein ziemliches Ass im Ärmel, und diesen Umstand haben sich die betroffenen Marken, deren Düfte kopiert werden, häufig selbst zuzuschreiben. Es geht natürlich um das leidige Thema der Reformulierungen insbesondere erfolgreicher Designer-Düfte. Einer dieser Düfte, den dieses (mutmaßlich) von der BWL-Abteilung verhängte Schicksal ereilt hat, ist der Pi Eau de Toilette. Es ist nicht so, dass ich ihn zu seiner damaligen Hochphase besessen hätte, jedoch war er der Quasi-Signatur eines ehemaligen Bekannten, wodurch ich ihm regelmäßig ausgesetzt war. Wenn ich die aktuell erhältliche Version mit der aus meiner Erinnerung vergleiche, fallen mir zwei Dinge auf: Zum einen erscheint mir der aktuelle Pi grundsätzlich dumpfer, als hätte man ihn wie eine Audiodatei so stark komprimiert, dass viele Nuancen einfach abgeschnitten wurden. Zum anderen ist die Performance zwar kein Trauerspiel, aber mehr als Durchschnitt möchte ich ihm nicht attestieren und selbst das nur mit 1 1/2 zugedrückten Augen. Da mir das alles nicht wirklich zugesagt hat, bat ich besagten Bekannten, mir einen der Dua-Flakons zu besorgen.
Und nachdem ich mich zurückgelehnt und ihn erstmalig aufgesprüht hatte, entwickelte sich das Grinsen in meinem Gesicht von ganz alleine. Da ist er wieder, der Pi von früher. Der spritzige Start mit Mandarine, welche grade zu Beginn durch die aromatisch-grünen Komponenten eine Weichspühler-artige Frische erhält, die dabei jedoch zu keiner Zeit moschusartig erscheint. Und darunter dieser absolute Endgegner von Basis, das Zusammenspiel von Zeder und Benzoe, gestützt von der Süße aus Tonka und Vanille. Es sticht oder übersteuert nichts, alles ist da, wo es hingehört. Der Verlauf gestaltet sich linear, lediglich der frische Aspekt tritt nach ca. einer Stunde in den Hintergrund, ohne jedoch ganz zu verschwinden. Damit bildet er einen durchgehenden Kontrast zur Basis und gibt dieser die Möglichkeit, ihre ganze Stärke auszuspielen. Diese kommt auf Grund der verwendeten Noten natürlich sehr süß daher, gleitet aber dank der besagten aromatischen Frische und der Zeder nie ins Klebrige ab. Selbst der Mandarinen-Aspekt lässt sich nach einiger Zeit noch leicht wahrnehmen. Es ist einfach ein herrlicher Duft, sexy, verspielt, aber edel genug, um ihn auch mit über 30 noch zu tragen. Stichwort sexy: Ladies, keine Angst vor der Zeder, probiert ihn bei Gelegenheit ruhig mal aus!
Noch einige Sätze zum Preis. 34ml des Duas liegen bei 33 Dollar. Da 100ml des Givenchy inklusive Versand schon ab 50€ zu bekommen sind, ist dessen Klon also doppelt so teuer und das ohne Versand und Zollgebühren. Dass dies auf Ablehnung stößt, ist erstmal nachvollziehbar, jedoch muss beachtet werden, dass es sich im Gegensatz zum EdT um ein Extrait handelt. Dadurch ist die Haltbarkeit Dua-typisch hervorragend, die Sillage ist auf die Dauer des Duftverlaufs bezogen hingegen zwar gut, füllt jedoch auch zu Beginn keine Räume aus. Der zweite und für mich entscheidendere Punkt ist aber, dass der Pi in dieser Formulierung schlicht nicht mehr zu bekommen ist. Givenchy hat offensichtlich der Gentleman-Serie das Vertrauen als Zugpferd geschenkt (auch wenn man mit dem Society meines Erachtens nach die komplett falsche Ausfahrt genommen hat... gruselig), möchte den Pi anscheinend aber nicht einstellen und lässt ihn stattdessen am langen Arm verhungern. Aufgrund dieser Entscheidung kann ich nur zum Schluss „selbst schuld" kommen, denn die DNA ist keineswegs veraltet oder aus der Mode gekommen. Dass Dua Fans wie mir hier die Möglichkeit bietet, in den Genuss der ursprünglichen Version (oder zumindest verflucht nah heran) zu kommen, legitimiert den Klon für mich zu 100%. Besser als mit folgendem feststehenden englischen Ausdruck lässt sich der =3.14 meiner Meinung nach nicht beschreiben: We've come full circle.



Anis
Basilikum
Benzoe
Estragon
Maiglöckchen
Mandarine
Mandel
Neroli
Rosengeranie
Rosmarin
Tonkabohne
Vanille
Zedernholz































