Seerose

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Seerose vor 3 Monaten 18
8
Flakon
5
Sillage
9
Haltbarkeit
10
Duft
Herbe Unschuld - melancholische Sinnlichkeit
Als ich die erste O-Probe mit einer Bestellung von Guerlain erhielt, hatte ich Angelique Noire noch nie wahrgenommen und somit keine Vorstellung von diesem Duft. Ich bin grundsätzlich skeptisch, wenn ein Duft im Namen etwas Engelhaftes andeutet. Engel sind für mich keine niedlichen Amulette. Engel sind für mich die Projektion von furchterregenden mächtigen himmlischen Boten, mit denen wir Menschen keinen Kontakt haben dürfen, denn es heißt, dass sie gefährlich ja sogar tödlich für uns sein sollen.
Also habe ich Angelique Noire blind getestet und notiert dass es für mich ein rätselhafter kräutergrüner leicht bitterer Duft ist, mit einer eigenartigen Schärfe, die ich für Citral, (auch als Neral oder Litsea Cubeba bezeichnet) hielt. Vielleicht auch noch eine Spur Galbabum hatte ich dazu geschrieben. Darunter hatte ich eine nicht süße oder gar gourmandige Vanille wahrgenommen, sondern eine lieblich-cremige und vermutet, dass es Sandel sein könnte. Ein interessanter Duft, den ich mochte, der mich aber zunächst nicht anrührte. Die Vanille-Sandelnote beurteilte ich als sehr genialen Antagonisten zu der sonst nur harsch-grünen krautigen Hauptingredienz.
Nach einer Weile und nochmaligem Tragen merkte ich, dass Angelique Noire eine weiche Dufthülle um mich erzeugte mit einer leisen prickelnden Schärfe, wie für meine Haut gemacht.
Dann hatte ich die Probe geleert. Daher ich machte mir weiter keine Gedanken darum. Weil Angelique Noir ist für mich ein teurer Duft ist und kaum für mich in Frage käme, allenfalls eine Abfüllung aus dem Souk.
Dann erhielt ich noch einmal von Guerlain eine O-Probe, die ich zum weiteren Testen benutzte und auch das erste Mal hier aufrief.
Mich verblüfften die hier gelisteten Ingredienzen, ich konnte nichts damit anfangen im Vergleich mit dem, was ich von Angelique Noire wahrnahm.
Ich informierte mich und begriff, dass es sich bei diesem Duft nicht um Engel sondern um die Heil- und Giftpflanze Angelika handelte. Die ich noch nie in einem Parfüm wahrgenommen hatte, auch wenn sie gelistet war.
Ich las die Rezensionen und auch damit konnte ich meistens nichts anfangen, denn Angelique Noire ist für mich weder ein Vanilleduft noch ist es ein gourmandiger Duft. Es bleibt auch nach langer Zeit bei mir der grünprickelnde leicht scharf-bittere Duft mit sanftmütig cremiget Vanille-Sandelmischung ephemer durchzogen.
An meinen Shirt am Handgelenk war Angelique Noire noch nach 2 Tagen und erneutem Tragen noch wahrnehmbar. Ich konnte keinem anderen Duft dazu layern. Aber ich war nun ganz und gar von Angelique Noire verführt und meinte seufzend zu meinem Mann: "Schade, dass ich keinen Gönner habe, der mir diesen Duft verehrt?" und bekam ihn von meinem Mann als Ostergeschenk,
Nun stand Angelique Noire vor mir und ich wollte jetzt genau wissen, was die Inspiration von Daniela Andrier gewesen ist, wie die Ingredienzen bei Guerlain dargestellt werden.
Ich fand keine Ingredienzenliste oder Pyramide, nur die Ingredienzen die auf jeder Packung für Parfüms und Kosmetika gelistet sein müssen. Ja, ich fand auch Citral, und die üblichen mir bekannten Stoffe, die auch für andere Parfüms und Kosmetika gelistet werden. Ich las auch die anderen chemischen Ingredienzen, die mir wenig sagen und die ebenfalls in natürlichen Duftstoffen enthalten sein können.
Mir fiel jedoch auf, dass auffallend wenige Ingredienzen auf der Packung gelistet sind, Sonst stehen auch bei Guerlain immer umfangreiche Listen und lange Begriffe, mir meist nichts sagender synthetischer Stoffe.
Dann aber fand ich einen Videoclip in der Website von Guerlain zu Angelique Noire mit Delphine Jelk und Thierry Wasser. Und in dem wurde erklärt, dass für Angelique Noire sowohl die über der Erde wachsenden Pflanzenteile (Stängel, Blätter, Blüten) als auch die Wurzeln der Angelikapflanze für das Parfüm verarbeitet werden. Das es sich um einen sehr herben grünen krautig-bitteren Duft handele, den man mit der Weichheit und Sanftheit der Vanille gezähmt hätte. Dass es sehr schwierig sei aus der Pflanze Angelika ein Parfüm zu machen, weil diese Pflanze zwei völlig unterschiedliche Essenzen freigäbe.
Sonst wurden keine anderen Duftstoffe bzw. Ingredienzen genannt und sie stehen auch nirgendwo in der Website von Guerlain.
Dann erklärte Thierry Wasser was die Inspiration für diesen zwiespältigen Duft gewesen sei, die Assoziationen, die er bei ihnen/ihm erzeugt.
Aber ich maße mir nicht an, das hier zu wiederholen. Es sind die Inspirationen und Assoziationen von Daniela Dandrier , zuerst erklärt von Delphine Jelk und von Thierry Wasser;
Sehr poetisch und voller Hingabe und Zärtlichkeit ausgedrückt. So dass es mich sehr berührt hat. Ich habe es mir dreimal angehört.
Ich habe stattdessen im Wikipedia die Pflanze Angelika genau angeschaut, alles darüber gelesen und ich weiß, dass ich zumindest als Kind diese Pflanze oft gesehen habe. Es ist ein großes Doldengewächs wie der giftige Schierling und vor allem wie der Riesenbärenklau, der sehr gefährlich für unsere menschliche Haut ist. In meiner Heimat gibt es viele Gewässer, Bäche, Gräben, Kanäle, sumpfige nasse Gegenden, dort wächst sie. Zumindest wuchs sie dort.
Auch die Angelika hat in leichter Form die photochemische die Haut verätzende Reaktion, wie sie der sehr gefährlich Riesenbärenklau hat. Zudem wird beschrieben, dass Angelika eine Heilpflanze ist, die früher für sehr viele Leiden, Schmerzen, Krankheiten verwendet wurde und dass sie auch leicht giftig ist.
Und dass ihr Auszug oder Destillat in Kräutermagenbittern wie Boonekamp oder dem berühmten französischen Chartreuse verwendet wird.
Zusammengefaßt: Es ist ein ambivalenter einmaliger und rarer Duft. Für mich ist es eine sinnliche, zärtliche, kostbare Dufthülle. Deren dunkelgrüne aromatische Bitternis mit der sanft-zärtlichen Vanille die Melancholie und Poesie solcher Gefühle und Momente ausdrückt.


18 Antworten
Seerose vor 3 Monaten 10
6
Sillage
9
Haltbarkeit
5
Duft
Wie ein vertrocknetes Orangenlaubbüschel
Heute räumte ich einen mit Zetteln gefüllten Sortierkasten auf und fand darin eine Abfüllung, die ich Anfang dieses Jahres gekauft hatte. Ich hatte sie zum Glück sofort in meinem Notizbuch vermerkt. Jedoch beim Schnuppern am Sprühkopf hatte ich entschieden, Orange Blossom von Organic Glam später zu testen. Weil es vermutlich kein Duft wäre, den ich mögen würde. -
Und hatte ihn bis heute vergessen. Also habe ich Orange Blossom sofort blind ohne mich hier zu informieren auf die Handgelenke gesprüht. Und fand meine vage Vermutung bestätigt.
Zuerst kam mir eine schwüles, bedrängendes Neroli entgegen. Ich war zunächst irritiert, es heißt doch "Orange Blossom"? Warum wollte mein Geruchssinn unbedingt auch Tuberose wahrnehmen? Ach ja, so fiel es mir ein, ich hatte auch schon den Tuberosenduft von Organic Glam getestet. Trotzdem, ich roch eine Weile partout auch Tuberose. Ich habe vorsichtshalber doch mit der Lupe noch einmal das Etikett auf der Abfüllung überprüft.
Und es blieb dann auch bis jetzt eine Art stumpfes trockenes Quasi-Cologne. Die Orangenblüten kamen mir vor, als seien sie vor längerer Zeit mit den Zweigen und dem Laub daran auf einem Dachboden zum Trocknen aufgehängt und vergessen worden. Dort waren sie müffig, zu bröseligen grauen Blättern verschrumpelt. Nur noch ein fader trockener, leicht staubig angeschimmelter Hauch der einstigen Frische stiegt noch mit dem Staub beim Entsorgen hoch. So roch ich das. Was ich wirklich störend finde bzw. fand, war ein ökomäßiger Geruch, den ich nach einigen Fehlinterpretationen vor Jahren für mich als Kamille identifiziert hatte. Das war seinerzeit - so meine damalige Information, ein Fixativ für ökologische Düfte. Aber ich kann Kamillenaroma in keiner Form ausstehen und auch nicht in Tees und ähnlichem vertragen.
Hinzu kommt bei Orange Blossom noch der spezifisch dumpfe Terpengeruch von echtem Rosenholzöl.
Nun sind fast 8 Stunden vergangen. Jetzt nehme ich von meinen Handgelenken fast hautnah noch einen zwar immer noch ökohaften aber doch lieblicheren, leicht süßen und geschmeidigeren Duft von Neroli und helleren Zitrusnoten wahr. Das Dumpfe, Staubige ist verschwunden. Aber mir fehlen belebende spritzige Zitrusnoten und eine mehr strahlende Orangenblütennote. Ohnehin gehören Colognes und überwiegend zitrische Düfte nicht zu meinen preferierten Parfüms. Organic Blossom wird daher niemals in meine Sammlung gelangen.
10 Antworten
Seerose vor 4 Monaten 23
9
Flakon
6
Sillage
10
Haltbarkeit
7.5
Duft
Gebt dem Duft Zeit
Da sich niemand die Mühe macht und es kaum positive Statements gibt, will ich das tun, was man für Florabloom und für eine Rezension braucht: Geduld und Zeit.
Ihn mal schnell aufzusprühen und nach relativ kurzer Zeit ad acta zu legen, dann ein kurzes mehr oder weniger vernichtendes Statement zu schreiben hätte ich beinahe auch gemacht. Ich wurde daran gehindert.
Jedoch als ich Rosabloom auftrug machte ich mir wie immer, zuerst handschriftliche Notizen. Dann wollte ich warten, ich hatte noch anderes vor. Um dann ein Statement zu schreiben. Ich hatte bis dahin noch nicht hier nach geschaut,habe also blind getestet und erst heute/nein gestern, hier geschaut und erst meine Arbeit im Menü erledigt und das Statement geschrieben.
Ich fand Rosabloom zunächst enttäuschend: Schon wieder so ein Allerweltsblumendüftchen, säuerlich und unangenehm herb, grün und - das bei Guerlain: synthetisch auf die Weise "mit der Tür ins Haus fallen" - ich fasste es nicht. Dann erhob sich eine gezähmte Tuberose und umrahmte den Duft. Die Synthetik verschwand. Diese gezähmte Tuberose blieb bis zum Ende wie ich viel später feststellte.
Allerdings gibt es einige Düfte, wie Do Son und einen von Organic Glam, die auch mit einer nur lieblichen Tuberose duften.
Vorab: Nein, Florabloom wird nie mein Duft. Ich mag die Tuberose so wie sie auch in natura duftet, das muss man allerdings mögen. Jedoch entwickelt Florabloom sich. Beim dritten Test, den ich auch aufs Decolletee erweiterte wurde alles noch einmal so, wie es mir zuerst damit ging. Nun wollte ich es genau wissen. Und siehe da: Jetzt voll aufgetragen war die mir für Guerlain geradezu peinliche Eröffnung nur ganz kurz, sogleich erschien die "artige" Tuberose.
Jedoch beim 1. Test wollte ich nach dem Auftragen und Notieren eine Rezension auf Französisch über meine Lieblingsinsel schreiben, wie es im Kurs erwartet wurde.
Nun, das fällt mir nicht so leicht. Ich hatte schon alles vorbereitet, Notizen, Ideen, das Übersetzungsprogramm in Reichweite auf dem Smart - für alle Fälle, und wollte das in die Website des Kurses schreiben. Aber mein Computer sagte: "Wegen einer zu schwachen Leistung haben wir die Internetverbindung unterbrochen, dazu dann, was man alles machen kann/könnte um wieder ins Netz zu kommen und : Möchten Sie spielen?
Umpf, nein! Alle Versuche waren vergeblich. OK, man hat auch anderes zu tun. Ich vergaß Florabloom und beschäftigte mich anderweitig. Dabei stieg von meinem Arm ein immer lieblicherer cremiger werdender Duft hoch. Dazu ganz leise das, was ich bei Mango schmecke und besonders vom milchig-cremig-gummiklebrigen Saft rieche, wenn ich von meinem Mangobäumchen ein Blatt abknicke und es zum Riechen etwas zerreiße : fruchtig-süß-sauer-lecker zwar und doch hat es etwas von Nadelholznadeln.
Das Netz ließ Stunden auf sich warten. Ich vergaß Florabloom erneut. Nach einigen Stunden war Florabloom immer noch da, genau so mittelintensiv wie von Anfang an. Aber nun roch ich einen Mix aus sahnig-grün-cremigem Sandel und - unabdingbar für Guerlain Vanille und einer Mandelnote. Irgendwie apart. Das war (vor)gestern.
Morgens roch ich diesen Geruch immer noch schwach an den Hautstellen, obwohl ich geduscht hatte.
Also nochmal das Prozedere. Aber jetzt nach einiger Zeit hatte ich den Eindruck, dass Florabloom sich zwar wieder so entwickelte, dass ich das recht angenehm fand und finde. Und doch, und doch, woran erinnerte Florabloom mich?
Heureka: Samsara EdP. Könnte das sein? Das ist verglichen mit Florabloom ein sehr starkes Parfüm.
Mein linker Arm war noch frei und ich setzte ein kleines Sprüherchen auf. Aber Samsara ist wirklich ein anderes Kaliber und übertönte Florabloom sofort.
Zu dumm, dachte ich, jetzt muss ich das abwarten. Ist das nun ähnlich oder ist es, weil Samsara so dominant ist. Obwohl ich nur einen Hauch Samsara auf der Haut hatte.
Aber ich habe die Zeit genutzt um mich mit der Beschreibung meiner deutschen Lieblingsinsel auf Französisch abzumühen. (Hat sich gelohnt, eine Herzchen habe ich schon bekommen, immerhin)
Jetzt, nach vielen Stunden kann ich sagen, es gibt Phasen in denen Florabloom ähnlich wie Samsara duftet und dann wieder nicht. Zur Zeit ist Florabloom wieder auf dem Weg mit seiner nadelholzig-fruchtigen Mangonote samt fügsamer Tuberose, sich zu einem fast salbigen sahnig-grünsandeligen Mandelduft zu entwickeln. Das klingt alles sehr nett. Ist es auch.
Trotzdem becirct mich Florabloom nicht. Weil Florabloom latent immer mit einer mir nicht angenehmen Note untermalt ist, die ich nicht mit Sicherheit identifizieren kann und möchte. Es ist die mir unangenehme Tuberosennote, die mir viele Düfte mit Tuberose untragbar machen.
Da die Haltbarkeit von Florabloom sehr gut ist, die Sillage jedoch nur mittelmäßig bis hautnah ist und keine unangenehme Abstrahlung hat, kann man es unbesorgt zu vielen Gelegenheiten tragen. Man selbst muss es allerdings an sich mögen. Wem Samsara zu heftig und altmodisch ist, wäre möglicherweise mit Florabloom glücklich.
23 Antworten
Seerose vor 5 Monaten 18
8
Flakon
5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
9.5
Duft
Florale Ornamente
Als ich vor einigen Jahren "Objet Céleste" das erste Mal testete war ich von allen Düften des Samplersets angetan. Besonders von "Brume d' Hiver", von dem ich bereits den 2. Flakon nachgekauft habe. "Objet Céleste" gefiel mir auch sehr, jedoch hatte ich seinerzeit - wie auch jetzt, etliche schöne Blütendüfte. So blieb es bis jetzt auf meiner Wunschliste. Ich schrieb 2013 eine Rezension, die ich längst gelöscht habe. Den damaligen Grund lasse ich beiseite. Jedoch habe ich die Rezension in meinen Dateien gespeichert und erkenne, dass das Löschen richtig war. Damals hatte ich einiges einerseits genau so wahrgenommen wie jetzt. Andererseits aus Unerfahrenheit und mangelnden Kenntnissen einige Duftnoten falsch zugeordnet, weil ich es noch nicht besser wußte, anderes nicht differenzieren konnte. Außerdem ist die Pyramide mittlerweile geändert worden.
Ich testete auch noch nicht blind und wagte nicht, mich außerhalb der gelisteten Pyramide zu bewegen.
Nun steht er hier, der neue Flakon, zu einem Schnäppchenpreis von ParfumMaria, NL erworben. Seinerzeit gab es die Volnay-Düfte bei ALzD, jedoch ist das bereits Geschichte. Sie ordneten "Objet Céleste" den femininen Blütenchypres zu.
Wie auch in ALzD informiert wurde, haben alle Volnay-Duft eine Basismischung, diesfalls die Base 4092, eine Mischung aus Rose, nicht süßer Vanille und Gewürznelke.
Der Name? "Objet Céleste" ist nach meinen 2 Übersetzungsprogrammen entweder als Himmelsobjekt oder Himmelskörper übersetzt.
Was mich an "Objet Céleste" immer wieder hinreißt ist einerseits seine zarte sanfte ephemere, ja filigrane Blumigkeit , es hat etwa Schwebendes und gleichzeitig eine von Beginn an wahrnehmbare gut gelungene deutlich und doch zurückhaltende edle dunkle aromatische Palisander-/Rosenholzigkeit, dessen Bitterkeit ich hier mittlerweile als Grapefruit gelistet sehe.
Objet Céleste startet einige Sekunden etwas schroff, fast citralig, dann entfaltet sich eine zarte Zitrusnote die sich unter die sich gleichzeitig geerdete dunkel-bittere Holznote ordnet.
So ist das mit den für uns strahlenden und gleißenden Himmelskörpern. Sie sehen im Teleskop aus, als sei der Himmel um uns nur aus unendlich vielen zarten kleinen glitzernden Ornamenten in ein unsichtbares Netz eingearbeitet. Und doch sind die Himmelskörper Masse, Materie. Diese Holznote(n) erden das "Objet Céleste".
Daraus ergibt sich ein m. e. sehr harmonischer Duft.
Denn nach der kurzen Startphase erscheint ein lieblicher, zarter Blütenmix. Ich nehme eine Süße wie von Geißblatt wahr, ein Spur honigsüß wie der Nektar von Geißblattblütenkelchen.
Ob dafür Benzoe oder/und Labdanum verantwortlich sein könnten?
Dieser filigrane, stets ephemere Blütenduft wird jedoch durch das Holz sowie von dem nicht wahrnehmbarem Gerwürznelkenduft als Antagonisten eingehegt.
Selbst die Vanille und auch zitrischen Akzente zu Beginn sind für mich nicht mehr wahrnehmbar.
Es entsteht ein cremiger, warm-heiterer Blütenduft, der einen in eine sonnig-beschwingte Stimmung versetzen kann. Und bleibt dennoch ein holzig-harzig geerdeter Duft.
Da "Objet Céleste" eine zurückhaltende Sillage hat, ich ihn an mir und als eine Duftaura um mich wahrnehme, kann man ihn unbesorgt zu allen Gelegenheiten und Jahreszeiten tragen. Wenn man mehr davon präsentieren möchte, muss man 2x und nicht sparsam sprühen. Die Haltbarkeit ist nach Wahrnehmung eher mittelmäßig, auf der Haut und im Raum nehme ich ihn sehr lange wahr.
Der runde mondförmige, flache Flakon ist auf einer Seite mit leicht erhabenen Blütenmuster verziert, das sich auch auf der Verschlußkappe befindet.
Ich habe keine kleinen Hände, jedoch wie bei vielen großen Flakons, drehe ich die Sprühöffnung zur Seite, damit ich den Flakon sicher beim Sprühen mit einer Hand halten kann.
Ich habe einen Punkt Abzug für den Flakon gegeben, weil die Verschlußkappe zwar sehr schwer ist und leicht magnetisch auf der Sprühumrandung fest aufliegt. So dass ein Verdunsten verhindert wird. Aber man darf niemals den Flakon an der Kappe hoch heben, sie ist nicht so magnetisch, dass sie den Glasflakon halten könnte. Im Bruchteil einer Sekunde kann einem der Flakon wegfallen.
Wer gerne unkomplizierte und nicht bedrängende Blütendüfte mag, und die einen gewissen Twist ins Geerdete mögen, sei "Objet Céleste" empfohlen. Man wird auch von keinen schweren Blütendüften wie etwa Jasmin, Maiglöckchen, Orangenblüten, Flieder, Lilie, Gardenie, Tuberose bedrängt.


18 Antworten
Seerose vor 5 Monaten 23
8
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
3
Duft
1000 x gerochen
so kam mir das 1. Aufsprühen von Tiffany & Co Rose Gold Intense vor. Dabei habe ich bereits vor Längerem einen Tiffany-Duft getestet, der an sich recht angenehm war. Aber dieser roch mir gleich nach Ambroxan und einem synthetischen Blumenduft entgegen, der von einer synthetischen Rose dominiert wurde. Zudem roch ich süße Gummifrüchte. Ich dachte: So etwas gibt es doch so oft und viel preiswerter als dieser Duft. Dann kam zu meiner Überraschung eine pudrige nicht süße Iris darüber gestäubt. Ich hoffte, dass Rose Gold Intense nun "über den Berg" sei. Sonst hätte ich ihn gleich abgewaschen.
Aber so war es erträglich. Jedoch mit der Zeit wurde Rose Gold Intense immer intensiver, penetranter, schärfer. Irgendwann wusch ihn ab. So etwas würde ich nicht mal als Waschmittel benutzen, dachte ich. Das Abwaschen war sehr mühsam, nur mit Wäschefrischer, Abwaschen, Cremen und dann mit neutralem Deoroller und wieder Abwaschen, Trocknen, Cremen hatte ich es von der Haut entfernt. Aber es roch unentwegt weiter so aufdringlich süß, künstlich, scharf. Der Duft hatte sich in Stunden verstärkt, dabei hatte ich nur 3 Spritzer benutzt um vor dem Bewerten ein 2. x testen zu können.
Aber das kann ich nicht noch einmal ertragen.
Ich stellte fest, das der Rand meines frischen Pullovers noch sehr danach roch.
Also wechselte ich den Pullover und legte ihn in den Behälter zum Waschen von Feinwäsche. Soeben, nach ca. 8 Stunden kam ich ins Badezimmer: Das ganze Badezimmer roch danach. Und hier am PC wo ich ihn aufsprühte riecht es noch danach.
OK, wenn es dann ein preiswerter Duft wäre, würde ich ihn nicht so in der Bewertung runter drücken. Aber bei einem relativ teuren Duft wie Rose Gold Intense kann ich das nicht. Ich habe eine O-Probe von einem Verkäufer als free-gift zum Testen bekommen.
Und das zu dem himmlischen Duft: "L'Heure Bleue" - Was für ein Kontrast.
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