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WG1810

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Rezensionen
1 - 5 von 7
Roja Isola Snow — Ein frischer Wendepunkt?
TL;DR: Isola Snow überrascht positiv. Ein kühl-fruchtiger Birnenauftakt trifft auf eine gepflegte, pudrig-blumige Herzphase. Die synthetische Note ist zwar deutlich wahrnehmbar, aber gut eingebunden. Der holzige Drydown macht den Duft alltagstauglich und verleiht ihm mehr Charakter als seinen Vorgängern.

Mit einer Mischung aus Optimismus und einem Hauch von Zweifel sprühe ich den neuen Isola Snow auf mein Handgelenk — und bin angenehm überrascht! Der Duft hat einen starken, synthetischen Auftakt, der, anders als beim vorherigen Release Elysium Noir, wesentlich besser riecht. Die Birne verleiht dem Ganzen einen kühlen, leicht fruchtigen Unterton, während im Hintergrund eine blumige Pudrigkeit den Duft sanft abrundet. Isola Snow wirkt sauber und strahlt eine gewisse Kälte aus, wie man es vielleicht von Pegasus kennt. Der Duft hat eine eindeutige synthetische Note, die dieses Mal aber sorgsamer in die restliche Komposition verwoben ist.

In den ersten dreißig Minuten nimmt die Synthetik weiter ab, während die blumig-pudrigen Herznoten stärker zur Geltung kommen. Es ist genau diese pudrige Note, die dem Duft seine warme Wirkung verleiht. Man kann sich das bildlich wie eine kuschelige Pelzjacke in der kalten Winterluft vorstellen. Im Hintergrund kündigt sich außerdem die Rose an, die für ein gewisses süßes Aroma sorgt.

Isola Snow wird im späteren Verlauf weicher und blumiger, während die Birne manchmal stärker durchdringt. Obwohl die Synthetik deutlich zu spüren ist, empfinde ich sie nicht als abstoßend oder anstrengend, sondern lediglich als ungewöhnlich. Im Drydown kommen die holzigen Basisnoten hinzu, die für einen warmen, fast cremigen Ausklang sorgen.

Insgesamt ist Isola Snow kein typischer Roja-Duft und auch keine weltbewegende Kreation. Meiner Meinung nach ist er dennoch ein interessanter und angenehmer Duft, der mehr Tiefe und Charakter als seine Vorgänger hat. Er erinnert an das Ende des Winters, wenn der Frühling langsam einkehrt, und wirkt wie ein entspannter, alltäglicher Duft, der eine besondere Nuance erhält, sobald die Herznoten zum Vorschein kommen.
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Pierre de Velay No. 25 — Die würzig-zitrische, seifig-edle Alternative zu A Midsummer Dream
TL;DR: No. 25 erinnert deutlich an A Midsummer Dream, bietet aber durch reichere Herz- und Basisnoten eine würzig-zitrische, leicht seifig-pudrige Charakteristik, die ihn einzigartig macht. Er ist ideal für Männer und perfekt bei warmem Wetter von Mai bis September.

Wer A Midsummer Dream kennt, wird die DNA von No. 25 auf jeden Fall wiedererkennen. Ein Vergleich der beiden Duftpyramiden bestätigt, dass sich die beiden Düfte einen Großteil der Zutaten teilen. No. 25 zeichnet sich jedoch durch eine reichhaltigere Herz- und Basisnote aus, die Aromen wie Immortelle, Davana, Ingwer, Zedernnadeln und einige weitere beinhaltet. Und genau diese scheinbar kleinen Unterschiede verleihen No. 25 eine eigene Charakteristik und machen ihn trotz seiner Ähnlichkeit zu A Midsummer Dream zu einem interessanten und testwürdigen Duft.

Der Auftakt von No. 25 ist ausgesprochen zitrisch und erhält durch die Aldehyde in der Kopfnote eine edle, seifige Qualität. Im Hintergrund entfaltet sich eine leicht grüne Nuance mit holzigen Untertönen, die an einen Nadelwald erinnert. Ebenso lässt sich eine hauchdünne pudrige Note wahrnehmen, die dem Duft eine balsamische, warme Wirkung verleiht.

A Midsummer Dream ist im direkten Vergleich zu Beginn eindeutig weicher, blumiger und frischer als No. 25. Es ist nämlich genau diese Kombination aus zitrisch-holzigen Noten, die No. 25 von A Midsummer Dream unterscheiden.

Wie für Düfte aus dem Hause Roja typisch, können beim Riechen des Duftes mehrere Ebenen nacheinander wahrgenommen werden. Zunächst fällt die intensive Zitrusnote auf, die sich schnell zu einer seifig-blumigen und schließlich zu einer holzigen, tannenartigen Note weiterentwickelt. All diese Zutaten zusammengenommen erzeugen den angenehmen, balsamischen Effekt.

Im weiteren Verlauf nehmen die zitrischen Kopfnoten etwas ab und der Duft wird von einer herben, blumigen Pudrigkeit abgerundet. Der Duft wirkt geschmeidiger und erinnert nach wie vor an eine edle Seife mit Zitrusfrüchten. Gleichzeitig entfaltet sich das Holz im Hintergrund langsam und verleiht dem Duft zusätzliche Wärme. Im Drydown von No. 25 dominieren schließlich leise zitrische und holzige Noten.

Meiner Meinung nach ist No. 25 aufgrund seiner würzig-zitrischen Note ein eher männlicher Duft, der direkt ein Sommergefühl auslöst. Er passt daher besonders gut bei schönem Wetter von Anfang Mai bis Ende September.

Wenn man sich nun zwischen No. 25 und A Midsummer Dream entscheiden muss, würde ich zu No. 25 raten, wenn man herbere, zitrische Düfte bevorzugt. Wenn man eher sanfte, blumige Düfte bevorzugt, ist man mit A Midsummer Dream gut aufgehoben. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Tatsache, dass No. 25 bei einem mehr als doppelt so hohen Preis keine drastische Steigerung des Dufterlebnisses und der Qualität bietet. Ob der stolze Preis gerechtfertigt ist, muss jeder selbst entscheiden.

Insgesamt ist No. 25 ein schöner Duft, den man bei Interesse auf jeden Fall testen sollte. Mir persönlich gefällt A Midsummer Dream aufgrund seiner blumigen Sanftheit und Frische jedoch ein wenig besser.
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Roja Elysium Noir — Zutiefst enttäuschend, aber nicht das Ende von Roja
TL;DR: Elysium Noir ist ein zutiefst enttäuschender, synthetischer Duft, der an günstige After Shaves erinnert und schnell an Sillage verliert.

Vorab die wenigen positiven Punkte: Elysium Noir ist tatsächlich ein „dunkel“ und männlich riechender Duft, der sich für die breite, unwissende Masse eignen würde. Wer die komplexen und einzigartigen Kompositionen von Roja Dove jedoch schätzt, wird hier leider auf eine unangenehme, stumpfe Synthetik treffen, die das Gehirn reizt. Von den feinen und edlen Inhaltsstoffen, für die Roja bekannt ist, ist hier leider nichts zu sehen.

Elysium Noir eröffnet mit einer starken, synthetischen Note, die sofort an günstiges After Shave aus der Drogerie erinnert. Der Duft hat nichts mit seinem Vorgänger Elysium pour Homme Eau de Parfum gemeinsam. Trotz des stechenden Auftakts verliert Elysium Noir schnell an Sillage und nähert sich der Haut. Neben der synthetischen Note, die, wie auch von anderen Nutzern festgestellt, an Düfte wie Invictus Eau de Toilette erinnert, ist eine leichte Ledernote wahrzunehmen.

Auch nach einer Stunde ist Elysium Noir immer noch synthetisch und nicht besonders spektakulär. Tatsächlich wirkt er zu diesem Zeitpunkt aber ein kleines bisschen abgerundeter und sogar etwas angenehmer, vielleicht weil sich die Nase daran gewöhnt hat. Die Rosennote sticht immer wieder äußerst leicht durch, bis der Duft nach etwa eineinhalb Stunden auf der Haut kaum noch wahrnehmbar ist.

Dass wir uns als zahlende Kunden zutiefst veralbert und enttäuscht fühlen, ist bei diesem Release vollkommen nachvollziehbar. Um es milde auszudrücken, zahlen wir bei Elysium Noir einen überdurchschnittlichen Preis für einen unbeschreiblich unterdurchschnittlichen Duft.

Auch wenn die letzten drei Düfte des neuen Parfümeurs viel Raum nach oben gelassen haben, möchte ich ihn nicht weiter kritisieren, sondern eine andere Seite beleuchten. Es braucht viel Mut, in die Fußstapfen von jemandem wie Roja Dove zu treten und es ist sicherlich nicht leicht, seinen einzigartigen Stil zu imitieren. Ich glaube gerne, dass Roja Dove etwas sieht, was wir noch nicht sehen, und dass wir bald schönere Düfte erwarten können.

Ohne diesen schwachen Release weiter rechtfertigen zu wollen, hoffe ich, dass Elysium Noir lediglich ein kleiner Fehlstart am Anfang der Karriere des neuen Parfümeurs ist. Alles in allem ist dieser Duft unter dem guten Namen von Roja Dove schockierend und weder eine Abfüllung noch einen vollen Flakon wert. Hoffen wir, dass es in Zukunft besser wird — die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt!
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Roja NüWa (2015) — Eine interpretatorische Meisterleistung voller Kontraste
TL;DR: NüWa (2015) ist ein äußerst komplexer Rosenduft, der durch seine Kontraste eine harmonische und anmutige Wirkung entfaltet und süß-würzige Facetten aufweist. Der Preis ist zwar wahnsinnig, aber es ist ein Meisterwerk, das man unbedingt einmal riechen sollte.

NüWa (2015) ist meiner Meinung nach zurecht Teil der „Art Collection“: Es handelt sich um eine meisterhaft komplexe und einzigartige Interpretation der chinesischen Mythologie. Dieser Duft füllt mit seiner starken Sillage einen ganzen Raum, ohne überwältigend zu sein. Er entspricht genau der Vorstellung von der fesselnden Präsenz einer bildhübschen, göttlichen Gestalt. Auch wenn NüWa (2015) meiner Einschätzung nach in eine etwas femininere Richtung geht, ist er noch lange nicht nur den Damen vorbehalten. Den Leuten, denen ich diesen Duft vorgestellt habe, stockte im ersten Moment der Atem. Mir erging es nicht anders, als ich ihn zum ersten Mal aus dem „Women’s Discovery Set“ gerochen habe.

Was macht NüWa (2015) meiner Meinung nach so kontrastreich? Er ist unaufdringlich und dennoch mitreißend. Die einzelnen Noten konkurrieren miteinander und ergeben so ein berauschend harmonisches Duftprofil. Roja Dove beschreibt ihn selbst als „kraftvoll und doch zart, genau wie die Schutzgöttin“. Der Duft ist auf den ersten Eindruck hin leicht zu verstehen, aber seine Tiefe in Worte zu fassen, ist schwierig. Man muss ihn einfach selber riechen.

NüWa (2015) eröffnet mit einer starken Mairose und süß-würzigen Noten, die durch den klaren, zitrisch-fruchtigen Unterton der Grapefruit ergänzt werden. Es entsteht eine mysteriöse, würzige Süße, die einen sofort in ihren Bann zieht und die man unbedingt weiter riechen möchte. Innerhalb der ersten dreißig Minuten wird NüWa (2015) intensiver, wärmer und süßer. Durch die Kombination aus Grasse-Jasmin, Sandelholz und Vanille entfaltet sich im Hintergrund eine angenehme Cremigkeit, die den Duft sanft abrundet.

Mit der Zeit kommen einzelne Facetten stärker zur Geltung. Der Rosenduft wirkt mal blumiger, mal würziger. Es ist, als würden diese beiden Seiten miteinander ringen. Und wenn der Fokus den Tätigkeiten des Alltags gewidmet ist, kommt ab und zu ein Hauch aus dem Nichts und lässt die Pupillen bildlich gesprochen größer werden. Er zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und fesselt einen für wenige Momente komplett.

Nach etwa eineinhalb Stunden erinnert die Süße an feines Konfekt, ohne dabei übertrieben klebrig oder gourmandig zu wirken. Die Mairose ist nach wie vor deutlich wahrnehmbar und von der sanften, würzigen Süße umhüllt.

Nach ungefähr vier Stunden wird eine leichte Pudrigkeit im Hintergrund des Dufts erkennbar. NüWa (2015) hält stark und beginnt nach etwa fünf bis sechs Stunden, näher an die Haut zu kommen. Manchmal kann man ihn am nächsten Tag noch ganz leicht dort riechen, wo man ihn zuvor aufgesprüht hat. Im Drydown ist eine klare Vanillenote wahrzunehmen, die dem Duft seine schöne Süße verleiht.

Aus meiner Sicht gibt es nur einen Minuspunkt bei diesem Werk: den Preis. Mit einem UVP von 1.050 € für 100 ml ist NüWa (2015) nicht gerade ein sehr erschwingliches Produkt und wahrscheinlich auch nichts für den täglichen Gebrauch. Wer jedoch vom Duft fasziniert ist und über ein üppiges Einkommen verfügt oder einfach kein Gespür für Geld hat — oder vielleicht sogar beides —, wird mit dem Preis kein Problem haben. Zumal gibt es den NüWa (2015) für diejenigen, die an den richtigen Orten nach ihm suchen, meist für viel weniger.

Ich kann jedem nur empfehlen, diesen Duft mindestens einmal zu riechen und sich eine eigene Meinung darüber zu bilden, ob er den stolzen Preis rechtfertigt. Für mich ist NüWa (2015) ein absolutes Meisterwerk und ein lang ersehnter Teil meiner Kollektion. Wer „göttlich“ riechen möchte, muss eben tief in die Tasche greifen.
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Roja Elixir — Frisch, floral und fein
TL;DR: Elixir Eau de Parfum ist ein zarter, femininer Frühlings- und Sommerduft mit blumigen und fruchtigen Noten. Er beginnt frisch und entwickelt sich zu einem feinen Blumenbouquet. Er hält etwa vier Stunden lang an und ist weniger komplex als andere Düfte von Roja Dove.

Elixir Eau de Parfum war einer der Düfte aus dem offiziellen „Women’s Discovery Set”, der mir bisher unbekannt war und mich beeindruckt hat. Auch wenn es kein Meisterwerk ist, hat mich der Duft immer wieder dazu gebracht, zum Zerstäuber zurückzukehren und daran zu schnüffeln.

Um das Statement von BelleRuth hier aufzugreifen: Ich finde, dass „Feminin ohne Verführungsnot” es genau auf den Punkt bringt. Elixir Eau de Parfum ist ein eindeutig femininer Duft, der zarte, fruchtige und vor allem frische, blumige Noten mit sich bringt. Ähnlich wie bei Sakura, einem ebenfalls eher femininen, frisch-blumigen Duft, finde ich, dass sich dieser Duft von einem gepflegten Mann tragen lässt. Das wäre jedoch ohne Zweifel ungewöhnlich, vielleicht sogar ein wenig extravagant.

Zu Beginn entfaltet sich der Duft wunderbar frisch mit deutlichen floralen und süß-fruchtigen Noten. Begleitet wird er von einer angenehmen Cremigkeit, die etwas an Gesichtscreme erinnert. Es entsteht ein weicher, samtiger Duft, der kunstvoll an die zarte Textur von Tulpenblüten erinnert.

Nach dreißig Minuten nimmt die Cremigkeit ab und die blumigen Noten gewinnen an Stärke. Es kommt eine interessante, kaum wahrnehmbare grüne Note hinzu, die schön mit den Blumen harmoniert. Es lässt sich wie die Gesamtheit einer Blume beschreiben: vom sanft duftenden Blütenblatt bis hin zum pflanzlichen Aroma des Stiels. Zu diesem Zeitpunkt duftet Elixir Eau de Parfum wie ein feines Blumenbouquet mit einem fruchtigen Unterton, der von Himbeere und Pfirsich stammt. In der Luft schwebt eine angenehm frisch-blumige Wolke, die das Bild eines blühenden Frühlings hervorruft.

In der ersten Stunde bleibt Elixir Eau de Parfum unverändert, wobei einzelne Facetten des Dufts immer wieder stärker hervortreten. Auch nach eineinhalb Stunden ist der Duft immer noch schön floral, allerdings nehmen Frische und Fruchtigkeit langsam ab. Hinzu kommt außerdem ein äußerst leichter Hauch von Holz.

Nach zweieinhalb Stunden ist Elixir Eau de Parfum nach wie vor blumig, allerdings nur noch in unmittelbarer Nähe zur Haut wahrnehmbar. Die Basisnoten öffnen sich langsam, wodurch der Duft eine gewisse Wärme erhält. Im Vergleich zum frischen Opening wirkt der Duft nun etwas „abgestumpft”.

In der vierten und fünften Stunde ist der Duft schließlich ganz nah an der Haut und erinnert eher an ein paar Tage altes Blumenbouquet (lies: weniger frisch und fruchtig). Die Blüten verabschieden sich, sind aber noch wahrnehmbar. Hinzu kommt eine leichte Süße durch die Vanille, während das Holz etwas mehr zur Geltung kommt. Im Drydown ist Elixir Eau de Parfum jedoch keineswegs ein holziger oder typischer Vanilleduft.

Meiner Meinung nach ist eine Haltbarkeit von etwa vier Stunden für einen frischen Duft in Ordnung. An heißen Frühlings- und Sommertagen, für die sich Elixir Eau de Parfum bestens eignet, möchte man wahrscheinlich ohnehin einen leichteren Duft tragen.

Im Vergleich zu anderen Werken von Roja Dove wirkt dieser Duft weniger komplex und verläuft eher linear. Wer einen wirklich schönen, massentauglichen, aber dennoch einzigartigen floralen Duft sucht und bereit ist, den Preis zu zahlen, macht mit Elixir Eau de Parfum nichts falsch.

Wer im Übrigen darüber nachdenkt, andere Düfte aus dem „Women’s Discovery Set“ von Roja Dove auszuprobieren, dem kann ich Folgendes ans Herz legen: Wem die leichte Cremigkeit von Elixir Eau de Parfum gefällt, der sollte unbedingt Isola Sol testen. Dieser Duft erinnert an frische Urlaubstage im Sommer und die sanfte Brise von Sonnencreme. Wer es etwas komplexer und opulenter mag, sollte die süß-würzige Rose beim NüWa (2015) auf jeden Fall probieren — einer meiner absoluten Favoriten.
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