08.09.2024 - 07:08 Uhr

Chnokfir
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Chnokfir
Top Rezension
14
Ich rieche nicht 'Nichts'
Ich trage Düfte nicht, um anderen Menschen zu gefallen. Nein, das kann man so nicht sagen. Ich trage Düfte für mich, weil sie mir gefallen und weil sie mir an mir gefallen. Wenn Sie jemand anderes dann auch an mir leiden mag, dann gut. Wenn nicht, dann eben nicht. Ich trage aber auch Düfte, um andere Menschen in den Wahnsinn zu treiben. Primär, wenn ich mit manchen Kollegen in einem Büro oder einem Meeting sitzen muss: Dann trage ich einen ausgewählten Duft, um meine Dominanz gegenüber meinem Gegenüber ganz subtil auszuspielen. Er/Sie kann mich sowieso schon nicht riechen und dann haue ich ihm/ihr auch noch einen ihm/ihr maximal unangenehmen Duft leicht überdosiert um die Nase und versaue ihm/ihr so ganz gepflegt den Tag. Bei den meisten Moleküldüften ist es dann genau andersrum: Ich selber rieche an mir so gut wie kaum etwas und mein Umfeld nimmt ganz subtil etwas nicht unangenehmes wahr. Nein, sowas kann ich nun wirklich nicht brauchen, das hat doch keinen Wert.
C₁₆H₂₆O kommt ganz ohne Karton daher. Das ist vielleicht ein wenig traurig. Andererseits, in Zeiten, in denen Parfums der Trendmarken scheinbar nur noch in Schuhkartons verkauft werden, nimmt hier nichts unnötig Platz weg und was nichts kostet, kann den Preis des Parfums auch nicht sinnlos in die Höhe treiben. Der Flakon ist ein schlichter Standard-Vierkant aus dem Grosshandelsregal. Dunkle Rückwand, minimal gestalteter einfacher Aufkleber und ein nichts wiegender schnörkelloser Weissblechstöpsel. Der reichlich billige Zerstäuber verteilt keinen Nebel, sondern einen eher ärgerlichen Nieselregen.
Ich kann beim besten Willen nicht sagen, was ich bei dem Parfum rieche. Es ist aber auf jeden Fall nicht "Nichts!", wie es manch andere Parfumos attestieren. Es ist etwas süsslich muffiges. Eine ganz wässrige helle Fruchtschorle, die vielleicht ein paar Tage im Sommer vergessen wurde. Ein synthetischer Einschlag eines bereits gut ausgegasten Lösungsmittels, wie man es von günstigen Kleinmöbeln kennt, die man gerade mit Hilfe einer auf usbekisch, arabisch oder albanisch gehaltenen Bauanleitung zusammenschustern darf. Vielleicht sind es aber auch leicht angegilbte Umzugskartons, die schon leicht mürbe werden und auf deren Stabilität ich keinen Cent mehr wetten würde.
Moleküldüfte sollen ja angeblich vom sozialen Umfeld stärker wahrgenommen werden als vom Träger selber. Weit gefehlt: Meine schwebende Pfirsichblüte ist mir entgegen den bei uns allgemein herrschenden Gepflogenheiten weder freudestrahlend um den Hals gefallen (2%), noch hat sie mich mit einem freundlichen Fingerzeig für eine allumfassenden Körperpflege ins Bad geschickt (97%). Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass Sie mich in etwa 1% der Fälle am liebsten im Garten vor feixenden Nachbarn mit einem C-Strahlrohr abspritzen möchte (Kopfkino: Pulp Fiction). Bei diesem Duft verzog sie nur leicht die Schnute und wandte sich gelangweilt ab. Immerhin.
Ich bewerte ja nur ungern Düfte mit einem einzelnen Sternchen, aber dieser Duft ist für mich ziemlich substanzlos und das Wenige ist dann auch noch nicht mal ansatzweise so etwas wie "nett."
Wenn man die Wahl hat, dann investiere man/frau doch lieber zwei Minuten vor einem beliebigen Drogerieregal wähle das am wenigsten schlimme Deo-Spray für 2,99. Da hat man selber und die Umwelt mehr von. Wesentlich mehr sogar.
C₁₆H₂₆O kommt ganz ohne Karton daher. Das ist vielleicht ein wenig traurig. Andererseits, in Zeiten, in denen Parfums der Trendmarken scheinbar nur noch in Schuhkartons verkauft werden, nimmt hier nichts unnötig Platz weg und was nichts kostet, kann den Preis des Parfums auch nicht sinnlos in die Höhe treiben. Der Flakon ist ein schlichter Standard-Vierkant aus dem Grosshandelsregal. Dunkle Rückwand, minimal gestalteter einfacher Aufkleber und ein nichts wiegender schnörkelloser Weissblechstöpsel. Der reichlich billige Zerstäuber verteilt keinen Nebel, sondern einen eher ärgerlichen Nieselregen.
Ich kann beim besten Willen nicht sagen, was ich bei dem Parfum rieche. Es ist aber auf jeden Fall nicht "Nichts!", wie es manch andere Parfumos attestieren. Es ist etwas süsslich muffiges. Eine ganz wässrige helle Fruchtschorle, die vielleicht ein paar Tage im Sommer vergessen wurde. Ein synthetischer Einschlag eines bereits gut ausgegasten Lösungsmittels, wie man es von günstigen Kleinmöbeln kennt, die man gerade mit Hilfe einer auf usbekisch, arabisch oder albanisch gehaltenen Bauanleitung zusammenschustern darf. Vielleicht sind es aber auch leicht angegilbte Umzugskartons, die schon leicht mürbe werden und auf deren Stabilität ich keinen Cent mehr wetten würde.
Moleküldüfte sollen ja angeblich vom sozialen Umfeld stärker wahrgenommen werden als vom Träger selber. Weit gefehlt: Meine schwebende Pfirsichblüte ist mir entgegen den bei uns allgemein herrschenden Gepflogenheiten weder freudestrahlend um den Hals gefallen (2%), noch hat sie mich mit einem freundlichen Fingerzeig für eine allumfassenden Körperpflege ins Bad geschickt (97%). Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass Sie mich in etwa 1% der Fälle am liebsten im Garten vor feixenden Nachbarn mit einem C-Strahlrohr abspritzen möchte (Kopfkino: Pulp Fiction). Bei diesem Duft verzog sie nur leicht die Schnute und wandte sich gelangweilt ab. Immerhin.
Ich bewerte ja nur ungern Düfte mit einem einzelnen Sternchen, aber dieser Duft ist für mich ziemlich substanzlos und das Wenige ist dann auch noch nicht mal ansatzweise so etwas wie "nett."
Wenn man die Wahl hat, dann investiere man/frau doch lieber zwei Minuten vor einem beliebigen Drogerieregal wähle das am wenigsten schlimme Deo-Spray für 2,99. Da hat man selber und die Umwelt mehr von. Wesentlich mehr sogar.
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