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Top Rezension
Feuer an Bord
Stumm blickte er auf die Reste dessen, was einmal ein gutes und treues Schiff gewesen war. Nicht schnell, aber zuverlässig.
Sie hatten den Brand zu spät gerochen. Als die ersten Schwaden des beißenden Geruchs von brennendem Öl und verschmortem Gummi durch Sturm und Gischt gedrungen waren, hatte der Maschinenraum des kleinen Kutters schon in Flammen gestanden, die bald durch die Luken bis an Deck geschlagen waren. Feuer an Bord – einer der größten Schrecken des Seefahrers.
Bei ihren verzweifelten Lösch-Versuchen war sein Partner und Freund über Bord gegangen und rasch außer Sicht geraten. Keine Chance, ihn zu retten. Fast dreißig Jahre lang waren sie zusammen auf Fischfang gefahren und nun hatte ihn die See geholt. Dem eisigen Nass dürften wenige Minuten genügt haben. Ein Kälteschock, gefolgt von reflexhaft-hektischem Atmen, und das inmitten tosenden Wassers. Da musste niemand auf die Unterkühlung warten.
Mit knapper Not hatte er selbst ausharren können, bis das Schiff an ein Ufer getrieben war. Während es weiter gebrannt hatte, war er in der Nähe geblieben, in der Hoffnung, noch etwas Brauchbares bergen zu können. Doch jetzt war abzusehen, dass die Flammen nichts dergleichen würden hinterlassen haben. Schließlich hatte die hereinströmende Flut im Verein mit dem vom Orkan aufgepeitschten Wasser den Brand erstickt. Als hätten sie ein gemeinsames Werk vollendet, war der Sturm dann plötzlich zur Brise abgeflaut, die kühlen Rauch mit sich trug.
Die Suche würde nicht vor morgen Mittag beginnen. Ob sie ihn rechtzeitig finden würden, auf einer der zahlreichen unbewohnten Inseln? Nicht einmal er wusste genau, wo er war, geschweige denn würde es ihm gelingen, ein Feuer zu entfachen, um auf sich aufmerksam zu machen.
Endlich drehte er sich um und ging in Richtung des Insel-Inneren, um einen Unterschlupf für die Nacht zu suchen. Als letzten Gruß des erloschenen Schiffes sandte ihm der Wind eine seltsame, beinahe seifige Mischung von Öl, Plastik und Meeresluft nach.
Sie hatten den Brand zu spät gerochen. Als die ersten Schwaden des beißenden Geruchs von brennendem Öl und verschmortem Gummi durch Sturm und Gischt gedrungen waren, hatte der Maschinenraum des kleinen Kutters schon in Flammen gestanden, die bald durch die Luken bis an Deck geschlagen waren. Feuer an Bord – einer der größten Schrecken des Seefahrers.
Bei ihren verzweifelten Lösch-Versuchen war sein Partner und Freund über Bord gegangen und rasch außer Sicht geraten. Keine Chance, ihn zu retten. Fast dreißig Jahre lang waren sie zusammen auf Fischfang gefahren und nun hatte ihn die See geholt. Dem eisigen Nass dürften wenige Minuten genügt haben. Ein Kälteschock, gefolgt von reflexhaft-hektischem Atmen, und das inmitten tosenden Wassers. Da musste niemand auf die Unterkühlung warten.
Mit knapper Not hatte er selbst ausharren können, bis das Schiff an ein Ufer getrieben war. Während es weiter gebrannt hatte, war er in der Nähe geblieben, in der Hoffnung, noch etwas Brauchbares bergen zu können. Doch jetzt war abzusehen, dass die Flammen nichts dergleichen würden hinterlassen haben. Schließlich hatte die hereinströmende Flut im Verein mit dem vom Orkan aufgepeitschten Wasser den Brand erstickt. Als hätten sie ein gemeinsames Werk vollendet, war der Sturm dann plötzlich zur Brise abgeflaut, die kühlen Rauch mit sich trug.
Die Suche würde nicht vor morgen Mittag beginnen. Ob sie ihn rechtzeitig finden würden, auf einer der zahlreichen unbewohnten Inseln? Nicht einmal er wusste genau, wo er war, geschweige denn würde es ihm gelingen, ein Feuer zu entfachen, um auf sich aufmerksam zu machen.
Endlich drehte er sich um und ging in Richtung des Insel-Inneren, um einen Unterschlupf für die Nacht zu suchen. Als letzten Gruß des erloschenen Schiffes sandte ihm der Wind eine seltsame, beinahe seifige Mischung von Öl, Plastik und Meeresluft nach.
20 Antworten
Ttfortwo vor 7 Jahren
Oh, ganz so schlimm fand ich ihn nicht. Aber es ist mir bei allem Wohlwollen nicht gelungen, einen einzigen Lengling so zu mögen, daß ich ihn irgendwie hätte haben wollen.
Gerdi vor 9 Jahren
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Mit viel Wasser hat der Duft tatsächlich zu tun! Ich habe ihn entsetzt abgewaschen. Eine 7,5 finde ich großzügig!
Salander vor 9 Jahren
Großes (Kopf)Kino. : )
Ergoproxy vor 9 Jahren
Ja, der war nicht schlecht, aber nicht gut genug, um ihn dauerhaft zu besitzen.
Palonera vor 9 Jahren
Wie schön, der Geschichtenerzähler in Dir durfte wieder einmal ans Werk, :-)! Als ich im Dezember die Lengling-Düfte im Laden unter der Nase hatte, hat mich außer "Sekushi" keiner besonders beeindruckt - doch was sagt ein Ladentest schon aus...?!
Kleopatra vor 9 Jahren
Selbst im Wasser raucht's... :)) Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, dass dieser Duft mich nicht lockt ;)
Cravache vor 9 Jahren
Jaja, die Fischk... äh... Nordlichter und ihre Boote :) Der Duft wandert auf meine Binnenlandtestliste!
Felini vor 9 Jahren
Gummi-Pokal! Aber ganz sicher kein Duft für mich, Seife , öl und Plastik-danke nein.
Zora vor 9 Jahren
Und ich wollte nächstens auf ein Schiff.Da bricht ja beim Duft schon die Panik aus:).
Sweetsmell75 vor 9 Jahren
Danke für die Kurzgeschichte... das kannst du also auch... Storyteller:) Pokal für dich
Derailroaded vor 9 Jahren
Kommt der Wind aus Lee? Nee. - Was für eine Geschichte!
Gelis vor 9 Jahren
Danke für die Kurzgeschichte + einen rauchenden Pokal dafür. Nein danke in Richtung Duft.
ExUser vor 9 Jahren
Und wie bekomme ich nun diese Bilder wieder aus dem Kopf ??
Yatagan vor 9 Jahren
Och, das klingt klasse!!!
Seerose vor 9 Jahren
Wo sind die Hedion-Moleküle? Sie sollten auf der Insel sein. War da nur Strandhafer? Muss ja ein grauenvoller rauchiger Stinker sein, gelöschtes Verbranntes, puh!
Taurus vor 9 Jahren
Klingt, als würden Außenstehende beim Tragen dieses Duftes aus reinem Reflex die Feuerwehr rufen wollen ... ;-)
Kovex vor 9 Jahren
Das hört sich nach einem abenteuerlichen Duft an. Aber die Kälte.....brrr....
TIA1971 vor 9 Jahren
Um Himmels Willen! Welch ein Szenario für einen Duft...
MisterE vor 9 Jahren
Ahoi! Klingt nach einer etwas gewagt, abenteuerlichen Mischung.
Meggi vor 9 Jahren
Ich bedanke mich bei Gerdi für die Probe.

