Norne von Slumberhouse
8.1 / 10     93 Bewertungen
Norne ist ein beliebtes Parfum von Slumberhouse für Herren und erschien im Jahr 2012. Der Duft ist harzig-holzig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.

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Parfümeur

Josh Lobb

Duftnoten

Kiefernnadel, Flechte, Farn, Moos, Schierling, Weihrauch

Bewertungen

Duft

8.1 (93 Bewertungen)

Haltbarkeit

8.9 (68 Bewertungen)

Sillage

7.5 (66 Bewertungen)

Flakon

7.7 (61 Bewertungen)
Eingetragen von Formicula, letzte Aktualisierung am 24.05.2016
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Kommentare

21.02.2016 19:31 Uhr
Flakon 7.5
Sillage 8.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 9.0
Erstklassiger Kommentar    27 Auszeichnungen
17   0
Trage Norne nie im Zorne
Weit im Osten, oder war es doch im Norden, hinter den verwunschenen Bergen befindet sich ein riesiger finsterer Wald, den die Einheimischen nicht zu betreten wagen.

Zu dunkel ist es im Inneren, auch an den grellsten und heißesten Sonnentagen dringt weder Licht noch Wärme hinein, zu dicht und zu üppig stehen die extrem hohen verharzten Kiefernbäume mit ihren fetten fast schwarzgrünen Nadeln zwischen dem fast staubtrockenen Moos beieinander.

Der kühle Forst gilt als unwirklich und unheimlich, zumal man sich schon seit Generationen erzählt, dass irgendwo tief im Inneren das seltsame Slumberhouse steht, in dem ein eigenartiges Wesen unerklärliche Dinge praktiziert.

Im Wald könnte man seine Spuren finden, wenn man an angekokeltes Gehölz und Gestrüpp vorbeikommt, die es bei seinen Streifzügen allein durch dessen Anwesenheit in dichtesten Rauch zu hüllen scheint.

Gerade in den vollkommen dunklen Neumondnächten sammelt das Wesen allerlei feuchte Flechte, Farne und etwas Moos sowie Unmengen von Kiefernadeln auf, verkocht es dann in einem stundenlangen mysteriösen Ritual im Dunste von massenhaft Weihrauch zu einem trüben Sud, der bis zum nächsten Vollmond in uralten Kiefernholzfässern mit einer vorsichtigen Prise Schierling reift und dann behutsam abgefüllt wird.

Danach werden die kleinen kunstvollen Fläschchen in einen Weidenkorb, die damit dann den flachen kristallklaren Bach bis tief runter ins Tal treiben. Einige Mutige sammeln die Flakons ein und verteilen sie an olfaktorisch Bedürftige.

Norne heißt dieses Konzentrat, von denen einige Nasenzeugen behaupten, dass es sie auf wundersame betört, auch wenn dessen Inhalt von Strenge und Dichte gekennzeichnet ist, sie aber im zweistelligen Stundenbereich in einen weit wahrnehmbaren Bann gezogen werden. Nur Eingeweihte kennen die raren Quellen um an Norne heran zu kommen, doch erfreut es sich einer immer größeren Beliebtheit und niemand weiß, was das eigenartige Wesen eigentlich damit im Schilde führt.
16 Antworten
19.02.2016 22:19 Uhr
Flakon 9.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 9.5
Erstklassiger Kommentar    16 Auszeichnungen
7   0
Walkürenritt, der
Die Norne kam in einem kleinen Testfläschchen zu mir (Puck1 sei Dank dafür).
Beim zugegebenermaßen ungeduldigen Öffnen des Deckelchens zeigte mir die Norne sofort, daß sie Geduld mehr schätzt und verteilte sich ein wenig auf meinem weißen T-Shirt. Mist! So konnte ich ihre Farbe – ein leicht giftiges Grün – sehen. Auf meinem Shirt!
Und sofort auch die Eigenwilligkeit der Norne riechen.
Zuerst dachte ich an einen alten, angeblichen Gesundheitstrunk, „Schwedenkräuter“ auch genannt.
Wilder Kräuterwald, stechend und für meine Nase ungewöhnlich. Folgendes
Gespräch entspann sich mit meiner (gedachten) Walküre.
„Verdammt nochmal! Schau mal wie ich jetzt aussehe...“
„ Ungeduldiger Troll. Mir will scheinen, dass Du außer Deiner Ungeduld zusätzlich
noch mit einer götterspottenden Ungeschicklichkeit geschlagen bist!“
„Du wirst doch zugeben, dass ich Dich unter erschwerenden Umständen an die Luft gelassen habe, oderrr?
„Erschwerende Umstände? Blanke Gier. Du willst Dich an meiner Unschuld vergehen!“
„Jetzt aber...“
„Keine Ausrede, Du nichtswürdiger Narr! Wisse jedoch, dass ich mich durchaus zu wehren weiß!“
„Unschuld! Phhh... Jeder weiß doch, dass Deinesgleichen schon mit Siegfried rumgemacht hat!“
„Der war wenigstens ein Held. Kraftvoll, athletisch, ansehnlich...“
„Na vielen Dank, Du Xanthippe!“
„Lass meine Verwandtschaft aus dem Spiel!“

Rasch zog ich mein T-Shirt aus und warf es sofort in die Kochwäsche, um weiteres Gezicke sofort zu unterbinden. Hat se jetzt davon.
Jedoch... der Duft zog mich, Siegfried in spe, in seinen Bann. Kräuterduft, herb und irgendwie ungebändigt. Im Spiegel sah ich plötzlich, dass sich meine Frisur verändert hatte. Eine Mähne!
Sackzement! Sowas hatte ich zuletzt vor 30 Jahren! Meine Falten... weg!
Wo ist das Zeug? Mehr … ich brauche MEHR!
Erneutes Öffnen des Fläschchens. Diesmal langsam und mit Hingabe. Ein Tropfen vorsichtig aufs Handgelenk.
„Äh...“
„Was brabbelst Du da?“
„Ich möchte Dir Frieden anbieten.“
„Ah. Kapitulation! Schwächling!“
„Moment. Guck mal: Haare, Faltenfrei, Athletisch...“
„Soso. Also ich seh hier spärlichen Haarwuchs, Ackergräben im Gesicht und...“
„Bist Du still!!!“

Etwas später. Die Lage hat sich beruhigt, ich hab nicht mehr in den Spiegel geschaut und die Norne ist milder geworden (leider nur etwas).

„Können wir uns auf etwas Frieden einigen? Ich mag Dich nämlich...“
„Hah! Aber, nun gut. Du bist zwar kein Siegfried und wirst auch keiner mehr werden.
Aber ich gebe zu, trotz Deiner Ungeschicklichkeit und Einbildung, passt Du recht gut zu mir. Vielleicht so als Lakai!“
„Ächz! Ich gebs auf...“
Die Norne hat mich noch eine ganze Weile angegriffen und zugemeckert, aber -
ich will verdammt sein, wenn ich nicht irgendwo einen Flakon auftreibe.
Offensichtlich bin ich ein Masochist (Schluchz!)
7 Antworten
14.02.2016 19:29 Uhr
Flakon 7.5
Sillage 10.0
Haltbarkeit 10.0
Duft 9.5
Erstklassiger Kommentar    35 Auszeichnungen
18   1
Götterdämmerung, Kellergeschoss
Zu Beginn von Richard Wagners Oper ‚Götterdämmerung‘ führen die drei Nornen ein Gespräch, während Sie das Schicksals-Seil kreuz und quer durch die Gegend werfen und spannen. Bis es reißt. Das Wissen um das Schicksal endet, die drei flüchten zu Mama (sic!). „Hinab!“ heißt es übrigens. Vielleicht ist Mama gerade im Keller und macht die Wäsche.

Parallelen zu Klein-Fritzchen, der erschrocken nach Hause läuft, weil er irgendwo eine Scheibe zerdeppert hat, sind unübersehbar. Hier freilich geht es nicht um ein Stück Glas. Es geht um eine Weltordnung - die Götterdämmerung steht bevor. Da kann man erst recht einen Schrecken bekommen, zumal, wenn man nicht mit einem Stein, sondern mit dem Schicksal herumgeworfen hat.

Der ‚weihevolle Weltenklatsch‘ (Thomas Mann) der drei…äh…Frauen fand nicht, wie man meinen würde, in einem Café vor einem Schuhgeschäft statt. Nicht einmal in der eigenen Souterrain-Wohnung im - gemäß Original-Mythologie - Untergeschoss der Welt-Esche Yggdrasil. Es heißt als Ortsangabe vielmehr: „Auf dem Walkürenfelsen“. Wenig später singt die erste Norn: „…muss mir die Tanne taugen zu fesseln das Seil…“. Wohlgemerkt: Nadelholz! Bereits im „Siegfried“ gab es zum Bewuchs dort einen entsprechenden botanischen Hinweis: „…im schattigen Tann…“. Wer noch zweifelt, greife zu einer Portion „Norne“. Mehr Nadelholz geht nicht.

Und nun zum Rauch. Perspektiven-Wechsel. Wer schon immer wissen wollte, wie es angehen kann, dass ein paar Palast-Bedienstete des in wirklich jeder Hinsicht mittelmäßigen Königs Gunther in der Lage waren, einen Scheiterhaufen zu errichten, der am Schluss der ‚Götterdämmerung‘ zu einem lodernden Weltenbrand wird - die Antwort ist einfach: Sie waren es nicht.

Der oberste Gott Wotan hat in Anbetracht seines selbstverschuldeten Falls in die Bedeutungslosigkeit frustriert die welke Weltesche fällen lassen. Seine Belegschaft, bestehend aus lauter toten Helden, musste das Holz rund um die Burg Walhall aufschichten. Solche Brandlasten zu erzeugen, gibt normalerweise mächtig Ärger mit der Berufsgenossenschaft. Und in puncto Versicherungsschutz dürfen wir anstelle grober Fahrlässigkeit definitiv Vorsatz annehmen. Die Gesundheitsgefahren halten sich im vorliegenden Fall indes in Grenzen, schließlich sind die Helden ja alle schon tot.

Mit der Welt-Esche war allerdings ohnehin nicht mehr viel los gewesen, seit Wotan in jungen Jahren (sehr, sehr lange her) einen Ast davon abbrach, um sich einen Speer daraus zu schnitzen. Der Baum verdorrte, die Quelle an den Wurzeln versiegte und die Nornen mussten umziehen. In Richtung Nadelbaum. Doch das hatten wir weiter oben.

Und wenn die Gottestochter und Ex-Walküre Brünnhilde eine Fackel in den menschengemachten Scheiterhaufen wirft, so auch den göttlichen entzündet und damit den Weltenbrand entfacht, dann kracht und rummst und ballert es auf der Opernbühne und im Orchestergraben, wie es im Musiktheater einzigartig sein dürfte. Dies zu ver-duften, mag einem anderen Parfüm vom Kaliber Rundholz 03.Apr.1968 vorbehalten bleiben.

Aber die dichten, schwelenden Dämpfe, die einen leicht abgekühlten Geruch von Holz und Rauch durch den moosigen, mit Koniferen-Nadeln bedeckten Waldboden bis ins Kellergeschoss der Welt tragen - dafür ist Norne genau der passende Duft.

Ich bedanke mich bei Duro und Puck 1. Beide hatten mich mit je einer Probe bedacht. Und angesichts der Ergiebigkeit des Stoffes bin ich vermutlich auf Jahre hinaus be-nornt.
27 Antworten
28.12.2015 20:05 Uhr
Flakon 7.5
Sillage 7.5
Haltbarkeit 7.5
Duft 9.0
Erstklassiger Kommentar    44 Auszeichnungen
23   0
Mastodon in dunkelgrünem Tannenwald.
Mastodon. Ausgestorben. Vor ca. 10.000 Jahren. Ungefähres Gewicht eines Elefanten. Höhe eines 3-Meter-Springturmes. Circa Länge eines VW-Busses. Rüssel- und eher Wald- als Steppentier.

„Norne“. Parfum. - Mastodon in dunkelgrünem Tannenwald.

Würzig, harzig, aromatisch. Wuchtige Schritte im Unterholz. Changierend weichdicht bemooste Stämme. Überall. Lichte Stellen ab und an. Schwergrün farnbewachsen. Gräser fein und süßlich stellenweise. Kräuter. Bitter herb und doch von zartem Wuchs. Rauchiger Nebel aus erdigem Grund. Wuchtige Schritte...... Und irgendwann ist alles warmweich würzig rauchig holzig harziger Atem. Im dunkelgrünen Tannenwald.

Danke, liebe Gerdi!
32 Antworten
15.10.2015 12:29 Uhr
Flakon 10.0
Sillage 10.0
Haltbarkeit 10.0
Duft 9.0
Erstklassiger Kommentar    35 Auszeichnungen
13   1
Dreamland
Norne, ein kräftiger Duft von der dunkelsten Farbe, die ich je bei einem Parfum gesehen habe, entführt in einen dichten, verregneten Wald, der in mir Assoziationen von düsteren Landschaften auslöst. Düster-schön, sozusagen Schauerromantik, mir eh die liebste.
Rauch liegt dabei überall in der Luft, aber auch klirrende, schwarze Kälte und mächtige Bäume, nasser Waldboden und harzige Aromen, Dickicht und Unterholz.
Abstrakte Landschaften wie bei H.R.Giger, Max Ernst, Giorgio de Chirico, surreale Traumlandschaften. Passagen und abgrundtiefe, undurchdringliche Schächte. Verzerrungen in der Symmetrie. Treppen ins Nirgendwo. Krypten, entzündete Kerzen. Rabenvögel fliegen in Scharen und krächzen, bilden ein marzialisches Echo mit kahlen Bergen.
Mächtige Bilder mit archaischen Motiven und unendlich tiefer Aussagekraft. So ist auch Norne, dunkel, rauchig, im Grunde das Unaussprechliche. Der Duft ist anziehend, aber man muss ihn tragen können.
Flechte, Farne und Moose- ja definitiv, blutvoll und herb, der giftige Schierling ist hier vielleicht die edgy Komponente (man muss ja nicht gleich wie Sokrates einen Becher exen), die sich zum erstklassigen Weihrauch gesellt und abrundet. Klebrige Harze fließen aus Kiefern, als würden sie weinen, als würden sie den tödlichen Verfall bedauern, der Tschernobyl zum Schicksal auferlegt wurde. Das Benzin geht aus, mitten in Silent Hill. Im dichtesten Nebel. Wie die Geysire in Kamtschatka. Wie der Knabe im Moor.
Das ist auch der Duft eines in irgendeiner Art und Weise belebten Sperrgebietes, also dort, wo die Natur sich alles zurückholt und ihr Territorium zurückerobert.

Am besten sagt es aber Edgar Allen Poe:

Auf Pfaden, dunkel, voller Grausen,
Wo nur böse Engel hausen,
Wo ein Dämon, Nacht genannt,
Auf schwarzem Thron die Flügel spannt,
Aus letztem düsterm Thule fand
Ich jüngst erst her in dieses Land –
Aus Zauberreich, so wild und weit,
Fern von Raum, fern von Zeit.

Ewig bodenlose Schlünde,
Klüfte, Schlüfte ohne Gründe,
Unbegrenzte Wassermassen,
Die sich nie in Ufer fassen,
Wälder, die kein Ende nehmen,
Die – titanenhafte Schemen –
Tropfend stehn in Nebeltau,
Endlos wuchtend, endlos grau!
Berge, endlos niederfallend,
Meere, in kein Ufer wallend,
Meere, die urewig fluten,
Himmel, die urewig gluten,
Weiher, die unendlich breiten
Stummer Wasser Einsamkeiten,
Die in Tod und Stille liegen
Und den Schnee der Lilie wiegen.
.....Aus jenem letzten Thule fand

Ich jüngst erst heim in dieses Land.

(Edgar Allen Poe, Dreamland, 1844)
30 Antworten
15.09.2015 08:49 Uhr
Flakon 10.0
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Erstklassiger Kommentar   
11   0
Kaskadien
Klarer Rauch.
Nicht mehr warm, noch nicht kalt.
Sauber, wie von trockenem Nadelholz.
Eindrücke eines Lagerfeuers im Wald.
In der Nase, in den Kleidern.
Frisches Harz und grüngraue Flechten mischen sich darunter.
Man möchte mythologisieren und von den namenspendenden Nornen erzählen.
Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft.
Möchte über das vergehende Feuer meditieren.
Den lebendigen Wald ringsumher.
Erwachend im ersten Licht eines neugeborenen Tages.
Mit Tautropfen im Moos.
Perlend.
Funkelnd.
Sonnenstrahlen schneiden durch dürre Rauchfähnchen.
Glut zerfällt zu Asche.
Nacht wird Tag.
Ewiger Transit.
Prallrunde Bedeutungsschwangerschaft.
Josh Lobb äußerte in einem Interview, zu den Namen seiner Düfte befragt:
They mean absolutely nothing!
Schade um die Nornen.

Im selben Interview gibt er Black Metal als Inspirationsquelle an.
Es wäre vermessen, zu behaupten, ich hätte diese Assoziation bereits gehabt; im Kontext dieser Äußerung kommen mir jedoch Melodien zum Duft in den Sinn.
Weniger der archetypische Black Metal erster Generation, der so oft voll Hass und Menschenverachtung steckt. In dessen Umfeld Kirchen brannten und Morde geschahen.
Nein, es ist die moderne Spielart einer ganz besonderen Band, die mir tatsächlich als Inspiration und Repräsentation dieses Duftes gelten kann - Wolves in the Throne Room.
Musiker, die in einer Kommune leben.
So autark wie möglich. Die mit, in, an der Natur arbeiten.
Die das Gewebe des Black Metal aufdröseln, es mit anderen Stilen verspinnen, um daraus einen meditativen Lärmteppich zu weben - Cascadian Black Metal.
Transzendent statt bloß satanisch.
Ja, so könnte Norne klingen.

Jenseits aller Bilder und Metaphern erschließt er sich mir jedoch als…

…ernsthaft.
Nicht jene Ernsthaftigkeit als Pose, die sich selbst ganz furchtbar wichtig nimmt und in dramatischem Schwarz daherkommt, sondern die zur Besinnung nötige.
…eigensinnig.
Es mögen sich nicht alle eingeladen fühlen, vielleicht ist auch nicht jeder willkommen, doch elitär ist das nicht.
…schlicht.
Eine Handvoll Zutaten, keine davon synthetisch. Ein träger, langanhaltender, satter Verlauf.
Mächtiger Duftstrom anstelle eines Duftnoten-Whirlpools.
…ätherisch.
Eichenmoosige Kiefernnadeligkeit. Den Kopf zu befreien, die Brust zu weiten.
Der Duft wird zum Ende hin ganz leicht.
Getragen vom Rauch, der in die Sphäre steigt…

~*~ ~*~ ~*~ ~*~ ~*~ ~*~ ~*~ ~*~ ~*~ ~*~ ~*~ ~*~
Hörbeispiele Wolves in the Throne Room:
- A looming resonance
http://www.youtube.com/watch?v=JrbdWEtQ2FY
- I will lay down my bones among the rocks and roots
http://www.youtube.com/watch?v=yTnfzWehaGg

Interview Josh Lobb:
http://notablescents.net/2012/04/27/interview-with-josh-lobb-slumberhouse/
5 Antworten
12.07.2015 23:14 Uhr
Flakon 7.5
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 9.0
Erstklassiger Kommentar    25 Auszeichnungen
16   1
Schwarzer Regen
.. der kräftig auf die Haut plätschert. Mittem im Wald, da stehe ich. Die Finsternis hat alles im Griff und frisst alle Schatten, die mich umgeben. Leichter Wind, der Kühle in mich bringt. Hauchfeiner Geruch von Holz und sattem Grün steigt mir in die Nase. Still halten. Nachdenken. Es hat etwas balsamisches an sich.

Ich sehe nach oben. Der Himmel wird von Blitzen und Donnern durchzogen. Es kracht mächtig und es ist sehr laut. Aber nur in meiner Umgebung. In mir ist es still. Das Holz windet sich fantastisch auf meiner Haut, lässt sachte Töne sprechen, wird dann doch immer dünkler, satter, reifer. Es ist so, als wäre ich verbunden. Mit dem Wald. Mit Mutter Natur.

Kühle steigt im Wald empor. So dass es mich schon fast friert. Und da kommt um die Ecke, ein Hauch von Harz, der sich dann so in mich einddickt, dass ich nicht mehr vom Fleck komme. Ich bin starr.

So stehe ich da. Umgeben von Wald. Den Wald in mir. Den Wald auf meiner Haut. Den Wald in meinem Kopf. Die Natur in meinem Herzen.

Es beginnt zu regnen. Es ist ein kühler, äußerst kräftiger Regen, der den Boden durchnässt und der sich klebrig an meine nackte Füße befestigt. Das Harz wird etwas dünner, lässt Weihrauch noch dazu. Es verbindet sich alles zu einem Hexenkessel. Grüne, satte Töne, gepackt in einem dichten Wald, der Harze in Menschen flößt, um sie zu erstarren. Dazu noch ein mächtiger Auftakt von Weihrauch, der sich schleichend in all das begibt und sich fast schon benommen zu den anderen gesellt. Meine Füße werden zu Wurzeln. Es zischt und knallt von allen Seiten.

Ich sehe nach Oben. Die Finsternis wird von Donnern durchrollt und zaubert mir eine wundervolle Galerie vor die Augen. Ich fühle den starken Regen. Der Himmel hat eine schwere Last abgeworfen. Alles wirkt so schaurig, doch so schön. Getaucht in grün, schwarze Töne. Lange bleibt es so. Lange ist Norne hier und da. Und überall. So verbunden kann man nur mit Norne sein. Der ist so mächtig, dass er einem vorgaukelt, ein Teil der Natur zu sein. Was gibt es mächtigeres als die Wucht der Natur? Dagegen kann keiner ankämpfen!

Ich bin im Rauschzustand. Es ist schaurig schön.

Es fällt ein schwarzer Regen. Auf mich und in mich. Direkt auf den erdigen Boden meiner Seele.
15 Antworten
04.06.2015 11:10 Uhr
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7   1
Es führt kein Weg zurück
Tiefer Kiefer- und Tannenwald, die Astansätze beginnen in etwa 40 Zentimetern Höhe. Ich krieche durch das weiche Nadelbett. Immer wieder leichtes Stechen an Handballen und Fingern. Harz, klebrig und konzentriert. Von oben sinkt ein horizontaler, dunkelgrüner Vorhang mächtig herab. Deckt mich zu. Einheimische in braunen Mönchsroben kochen in verbeulten und angelaufenen Kupferkesseln eine Jahrhunderte alte Rezeptur gegen Erkältungskrankheiten. Einen medizinischen Sud. Alle tragen Kapuzen. Daneben Köhlerfeuer. Grauer Rauch kräuselt in Spiralen empor ins grüne Gewölbe. Grüne Glut. Eine Kathedrale der Natur. Von irgendwoher tönt der tiefe Bass eines Chors von Obertonsängern. Kehliges Brummen in ferner Sprache, fremd. Alaska. Sibirien. Backwoods. Der Wald hat mich absorbiert. Ich bin nicht länger Besucher. Ich bin Teil der Kulisse geworden.
8 Antworten
18.03.2015 18:00 Uhr
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7   0
The Lumberjack Song
"I... I wanted to be... A LUMBERJACK!
Leaping from tree to tree! As they float down the mighty rivers of British Columbia! [...]
The Larch!
The Pine!
The Giant Redwood tree!
The Sequoia!
The Little Whopping Rule Tree!
We'd sing! Sing! Sing!"
(Monty Python)

Norne wurde von meinen Vorkommentatoren als Waldduft beschrieben. Das ist er auch, aber ich würde meinen Kommentar zu den vorhandenen, hevorragenden Beschreibungen nicht hinzufügen, würde Norne nicht einen bestimmten Wald evozieren:

Nicht den grünen, stillen, von Farnen und Moosen durchwucherten Laubwald.
Nicht den Wald, in dem Rot- und Schwarzwild durchs knackende Unterholz bricht.
Den Duft von Pilzen, Beeren wird man hier vergeblich suchen.

Die dunkle, ölige Flüssigkeit erschnuppernd taucht in der Phantasie eine Nadelwaldlichtung auf und - sofern die Phantasie lebhaft ist - das monoton-durchdringende Geräusch von Motorsägen: Holzfäller! Der durchdringende, etwas säuerlich-stechende, leicht medizinische Geruch frisch gefällten Nadelholzes dringt überwältigend in die Nase, ebenso das tropfende Harz aus den zersägten Baumscheiben. Kiefern... Kiefern, würde ich sagen. Oder doch Fichten?

Man schließt die Augen: Wo zum Teufel ist der Wald?

Ist man nicht doch mitten in einem Sägewerk?

Und die klar wahrnehmbare rauchige Note, was wird da verbrannt?

Ganz fein zieht sich eine Süße durch den Duft, auch sie wirkt eher krautig, holzig, wie verblühende Erika auf den großen Heideflächen meiner Kindheit.

Es ist nicht der Zauberwaldduft von Peter Pan oder der Greensleeves-Duft Robin Hoods.

Es ist ein harziger, schwerer, rauer und wie ich finde schöner Duft, sehr maskulin, sehr: Ich mache mir die Erde Untertan. Der Mensch an der Maschine. Mitten im uralten Wald.
4 Antworten
30.09.2014 20:58 Uhr
Flakon 7.5
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 9.0
Erstklassiger Kommentar    8 Auszeichnungen
7   1
Pancakes mit Sirup im schottischen Moor
An die Fans des Duftes, wie auch an alle Interessenten: ich weiß, die Überschrift ist übertrieben & der Duft ist alles andere als süß. Aber ich hatte einfach mit einem noch viel dunkleren, böseren Wald-Duft gerechnet. Gerade der Beginn ist doch sehr zähflüssig, harzig & wie ich finde auch leicht süß.

Wenn man schon die grün-schwarze Flüssigkeit auf dem Handrücken nur halb so langsam einziehen sieht, wie bei einem durchschnittlichen EdP, weiß man eigentlich was die Kuckucksuhr geschlagen hat. Ein Duft wie ein Stilleben eines Waldes. Aber trotzdem voller Energie, klebrigen Säften & Baumharzen. Die würde ich mir zwar nicht aufs Brot oder einen Pfannkuchen schmieren, aber selbst nach einigen Minuten, fast Stunden, erinnert mich das mutige, extrovertierte und trotzdem beruhigende Hexengebräu an Ahorn-Sirup, nur irgendwie wurde diesem die Süße fast gänzlich entzogen. Ich habe oft mit Absolues so meine Probleme, zB mit Lavendel-Absolue im gar nicht so unähnlichen Amber von Aftelier, aber diese schottische Nebel- & Moorlandschaft zieht mich von Stunde zu Stunde mehr in sich, wie ein guter Horror-Klassiker ala An American Werewolf...

Flakon: schade, dass unten noch keine Bilder hochgeladen wurden.
Sillage: sehr schwer, zäh, wie Baumharz. Die Absolues merkt man an jeder Ecke.
Haltbarkeit: nicht ganz beim nahen Verwandten Arso, aber trotzdem locker zweistellig.

Eine Macht von Duft.

Durch & durch grün, waldig, harzig & heftig. Das wird einem aber erst nach 2-3 Stunden so richtig klar. Dann nimmt der Duft einen gefangen im Zauberwald, macht aber ansonsten keine Gefangenen!
3 Antworten
17.06.2014 05:38 Uhr
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 8.0
Erstklassiger Kommentar    13 Auszeichnungen
7   1
Der Albtraum des Forstaufsehers
"Norne" ist der Außenseiter unter meinen Duftproben. Niemals muss ich mir Sorgen machen, meine kleine Phiole unter den unzähligen anderen Pröbchen nicht zu finden, denn unter den transparenten, champagnerfarbenen und tiefgoldenen Gesellen sticht "Norne" hervor wie ein Goth unter einer Ansammlung von Balletttänzerinnen: Schwarz wie Tinte sinniert er über den Weltenschmerz in seiner Phiole, und ich achte immer ganz streng darauf, ihn ja nicht neben die rosa getönte "Narcotic Venus" zu legen, ich will hier immer keinen Zank in meiner Probenbox. "Norne" soll ausschließlich aus natürlichen Absolues komponiert sein, worauf ich die dunkle Farbe zurückführe. Entweder das, oder der Schöpfer empfindet eine perfide Freude daran, an den Trägern seines Parfums olivgrüne Flecken zu hinterlassen. Beware!

Nachdem nun also mein Arm erst einmal aussieht, als hätte man mich misshandelt, führt mich "Norne" geradewegs in meine Kindheitstage zurück, die ersten paar Minuten unglücklicherweise ausgerechnet zu jenen Tagen, an denen der Geruch von Wick Vaporub von meiner Brust aufstieg. Vermutlich wäre der medizinische, kampferartige Geruch nicht halb so schlimm, würde ich ihn nicht ausgerechnet mit Triefnasen und Hustenanfällen verbinden, und das sind naturgemäß keine besonders glanzvollen Erinnerungen.

Glücklicherweise ist der medizinische Auftakt nicht besonders beharrlich und weicht schon bald dem Eindruck eines Nadelwaldes. Trotz der dunklen Farbe und des düsteren Marketingsprechs erscheint mir "Norne" nicht als finsterer Spukwald, was vielleicht daran liegen mag, dass als Kind der Wald mein liebster Spielplatz war, in endlos erscheinenden Sommern. Die Sonnenstrahlen erwärmen die Nadelbäume und lassen ihren aromatischen Geruch zwischen den harzigen Stämmen schweben, während man über den schattigen, federnden Waldboden schreitet, den weder Sonne noch Regen so richtig erreichen können. Denn dies ist ein reiner Nadelwald und wie bei seinem realen Vorbild hat dieser duftige Wald kaum saftig-grünes Unterholz zu bieten. Der Boden ist trocken und von abgestorbenen Nadeln bedeckt, und bietet so nur wenig Anreiz für feuchtes Moos und dichtes Gestrüpp zu den Füßen der Nadelbäume, höchstens ein wenig genügsamer Efeu klammert sich an. Das ist "Norne" für mich: Holz, klebriges, duftendes Harz, warme Kiefernadeln und gefiltertes Sonnenlicht.

Zumindest ein Teil davon. Der andere Teil ist Rauch, und wenn dieser Rauch von Weihrauch gestellt wird, so ist es der erste deutlich wahrnehmbare Weihrauch, der mich nicht schreiend in die entgegengesetzte Richtung laufen lässt. Mein Vater hatte die Angewohnheit, Totholz und abgeschnittene Äste in einer Grube auf der Wiese zu verbrennen, und dieser Geruch begegnet mir nun wieder, nicht der frische Rauch, sondern der Geruch angekokelten Holzes. Das Feuer ist niedergebrannt und ein erster Regen hat die versengten Holzteile bereits von den größten Brandrückständen reingewaschen und lässt nur den Geruch nach leicht angebranntem Holz zurück. Jemand hat also in diesem trockenen Nadelwald ein Lagerfeuer entzündet, und während der Forstaufseher unseres olfaktorischen Waldes gerade eine ernsthafte Panikattacke erleidet, genieße ich immer wieder tief einatmend dieses Zusammenspiel. Kommt man näher, dominieren die rauchigen Noten, aus der Entfernung umweht einen ein Kiefernwald. "Norne" riecht nicht wie ein Parfum, sondern wie ein Ort, und erst nach einigen Stunden erhält man mehr als diesen rohen, aber bestechenden Dufteindruck.

Der Duft wird ein wenig rauchiger, die Harze balsamischer und ein klein wenig süßer. Zum ersten Mal bemerkt man, dass man hier doch nicht im Wald steht, sondern etwas Menschgemachtes unter der Nase hat. "Norne" wird runder, weicher und harmonischer und verbleibt auf diese Art wiederum einige Stunden als Begleiter auf der Haut, ehe sich am Ende des Tages schließlich eine Gewürznote einmischt, mit der ich nicht so recht warm werden will. Für mich riecht sie nach Galgant, ein Gewürz, dessen Geruch ich am ehesten als scharf, bitter und ein wenig säuerlich beschreiben würde. Es ist nur ein Hauch davon und kurz darauf muss der olivgrüne Fleck auf meinem Arm auch wieder nach einem langen Tag der Dusche weichen.

Übrigens erschnuppere ich hier nicht die geringste Spur des angegebenen Schierlings, welcher für mich einen ziemlich einprägsamen Geruch besitzt, recht beißend, ähnlich wie, nun, gewisse Unterführungen. Vielleicht war hier vielmehr ursprünglich die Hemlocktanne gemeint, vielleicht soll die Duftpyramide "Norne" aber auch nur einen gefährlichen Anstrich verleihen. Vollkommen gleichgültig, dieser Duft ist reinste Aromatherapie. Und genau da ist auch ein wenig mein Problem: "Norne" ist außergewöhnlich und zugleich ein Wohlgeruch, aber es ist sicherlich nicht das, was man klassisch als Parfum betrachten würde. Zu welchen Gelegenheiten trägt man Kiefernwald und Lagerfeuer? Nach viel Gehadere mit mir verringere ich meine ursprüngliche Bewertung daher um zehn Prozent, da ich "Norne" eher als Duftreise betrachte und mir nicht vorstellen kann, ihn regelmäßig als Parfum zu tragen, dazu beschwört er für mich einen zu realistisch riechenden Ort herauf. Ohne schimpfenden Forstaufseher, zugegebenermaßen, aber wie die riechen, das weiß ich auch gar nicht so genau.
8 Antworten
30.09.2013 13:53 Uhr
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Erstklassiger Kommentar    18 Auszeichnungen
11   1
Der Alte Wald
Die selbstlose Palonera hat auch für mich die Schicksalsgöttin gespielt - und heute bin ich ihr gefolgt, mitten hinein in den dunklen Wald meiner Albträume.

Das hat so wunderbar gepasst im kalten Morgengrauen, an einem Tag, an dem ich mir selbst vorkomme wie eine der Nornen. Skuld vermutlich, die Schicksalsgöttin der Zukunft.

Eine Esche weiß ich,
heißt Yggdrasil,
Den hohen Baum
netzt weißer Nebel;
Davon kommt der Tau,
der in die Täler fällt.
Immergrün steht er
über Urds Brunnen.

Und so riecht Norne auch, wie ein uralter immergrüner Baum, zu seinen knorrigen Wurzeln heiliges Wasser und in seinen Zweigen die Flechten der Jahrtausende. Dunkel, mystisch, unheimlich. Lichtungen und tanzende Sonnenstrahlen, summende Bienen oder raschelndes Laub gibt es hier nicht. Dies ist ein anderer Wald.

Dies ist der Alte Wald. Erinnert ihr euch? Der im Herzen verdorbene Alte Wald, der die Hobbits auf dem Weg ins Abenteuer beinahe erdrückt. Er flüstert, er nimmt ihnen die Luft. Sein bösartiger Zauber ergreift sie und will das Leben aus ihnen herauspressen. Hilfe! Rettet sie!

Und dann kommt Hilfe. Tom Bombadil mit seinen lächelnden Augen und den gelben Stiefeln? Nein. Die Erinnerung an einen freundlicheren Duft, die noch in meinem Schal hängt. Ein Hauch von Sonnenschein. Das tut gut, das wärmt mich und befreit.

"Norne" ist faszinierend, und er ist schwer und unheimlich und dunkel. Erdrückend. Und eben weil es deshalb gleichzeitig untragbar und so authentisch sagenhaft ist, verzichte ich auf jede weitere Art von Bewertung.
9 Antworten
15.03.2013 15:49 Uhr
Duft 10.0
Sehr hilfreicher Kommentar    11 Auszeichnungen
6   1
Im Hochwald
"Norne" ist ein ganz erstaunlicher Duft, so wie Slumberhouse ein erstaunliches Haus und Josh ein aussergewöhnlicher Parfumeur ist.

Das Bild das "Norne" beschwört ist eines von "vom Nebel verklebten Nadeln, Flechten, Farnen und Moosen, von der nächtlichen Luft im weiten Raum unter dem hohen ehrfurchteinflößenden Baldachin des Tannenwaldes". Ja, hier regieren die ganz hohen Ziele, der größtmögliche Anspruch, der vollste Einsatz in jeder Hinsicht. Mittlerweile sind alle Slumberhouse-Düfte ausschließlich als Extraits zu bekommen, sowohl bei der Konzeption der Düfte als auch bei der Auswahl der Rohstoffe und Zutaten legt Josh höchste Maßstäbe an. Sagt er zumindest, und ich für meinen Teil empfinde das in jedem Molekül.

Wie Ergoproxy zutreffend anmerkt findet sich hier mindestens ein gesamter Wald geradezu Stifterschen Ausmaßes samt Farben und Gerüchen und Erde in jedem Tropfen. Ich habe in meiner Jugend viele wundervolle Stunden im Wald verbracht, in weiten Forsten wie auch in Bergwäldern, mit meinem Großvater sowie mit Freunden, tue dies auch jetzt gelegentlich noch - und ja, diesen Geruch der Nadeln, des Holzes, der Rinde, der Säfte und Harze, am Baum und am Boden wie auch in der Luft, all das erkenne ich wieder und verliere mich gern in Erinnerung und Empfindung, all das ist hier in seiner immensen Fülle bis zum Anschlag konzentriert enthalten, und auch Weihrauch begegnet uns nicht zu knapp. Es ist in essence dieser dunkle, dunkelgrün-nadlig-holzige Ton den ich ganz prototypisch sofort mit geschnittenem Holz und hohem dichtem Wald in Verbindung bringe.

Angeblich wurde kein isoliertes einzelnes ätherisches Öl verwendet, erst recht keine Synthetik, sondern eben nur die angesprochenen "100% pure forest absolutes", und ich bilde mir ein diese Qualität und Dichte, in Intensität und Fülle des Duftes mühelos erkennen zu können.

Ein eindrucksvoller, hervorragend runder und kompletter komplexer Duft von dem ich kaum die Nase lassen kann, immer wieder daran schnuppere und in mir Bilder und Empfindungen aufstehen lasse und den Duft mit vielen Facetten genieße. Andererseits: mir ist noch nicht klar, nicht benennbar, nicht erklärbar was für mich genau den Unterschied ausmacht ob ich NACH einem Duft riechen möchte oder lieber nur AN ihm, ob ich ihn also trage oer quasi als Duftöl nutze - ich weiß es zumeist ziemlich genau, kann es aber nicht wirklich exakt erklären und definieren. "Norne" genieße ich als wunderbaren Duft den zu tragen ich nicht auf die Idee käme. Bei diesem Duft ist der Grund hierfür wenigstens klar - mir fehlt eindeutig die Inspiration zur "Katharsis durch Selbstanbetung" die Slumberhouse als Motivation anruft. Meine Interessen zumindest liegen klar anderswo ;-)
4 Antworten
30.10.2012 21:13 Uhr
Sillage 5.0
Haltbarkeit 10.0
Duft 10.0
Sehr hilfreicher Kommentar   
5   0
Come closer and see...
..see into the trees.

Mit diesen Zeilen beginnt der Song "A Forest" von der britischen Gothikband The Cure. Wer das Lied kennt, weiß, dass es nicht gerade gute Laune verbreitet, obwohl es ein eher schnelles Stück ist.

Laut Website von Sündhaft, beinhaltet Norne nur Wald Absolutes aus verschiedenen Baumharzen. Nun ja, diese Information nehme ich mit einem "Aha" zur Kenntnis genommen, aber so richtig was anfangen, kann ich damit nicht.

Norne wartet nicht mit einer komplexen Komposition, oder einem überraschenden Duftverlauf auf und ist trotzdem alles Andere als Langweilig.

Wer sich mit der dunkelgrünen, im Flakon eher schwarz anmutenden Flüssigkeit beschäftigen möchte, sollte holzigen und harzigen Noten nicht abgeneigt sein, denn Norne riecht, als hätte man den gesamten Schwarzwald in eine Phiole gepresst.

Ich rieche harziges Holz, saftige Tannennadeln und frisch geknickte Tannenzweige, mit einem, an Weihrauch anmutenden Unterton.

Dieser Geruch wirkt auf mich beruhigend und anregend zugleich.

Bleibt natürlich die Frage, ist solch ein Duftkonzept tragbar?

Für Krethi und Plethi kommt Norne als Duft bestimmt nicht in Frage, dazu ist der Geruch zu speziell und als Alltagsparfum scheidet er ebenfalls aus.

Ich sehe Norne eher als Wohlfühlduft für eine ganz bestimmte Stimmung und weniger als Eventparfum.

Liebe Palonera, mit Norne hast Du bei mir ins (fast)Schwarze getroffen und er wandert natürlich auf meine Wunschliste, auch wenn ich nicht weiß, zu welchem Anlass ich den tragen könnte.
8 Antworten

Statements

DieselWiesel vor 7 Monaten
Grüner Tarnkappenbomber: Kaum aufgesprüht, schon bist du eine Konifere!+15
Flakon 7.5
Duft 9.0
1 Antwort
Verbena vor 92 Tagen
Dunkler borealer Nadelwald, in den noch kein Mensch vorgedrungen ist. Solltest du je Zutritt erlangen, wirst du verwandelt wiederkehren...+14
Flakon 10.0
Sillage 9.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 10.0
2 Antworten
Boss429 vor 87 Tagen
Drauß vom Wald, da kommt es her
Missen möcht ich es nimmermehr.

Ungewöhnlich. Mystisch. Voll mein Geschmack. :)+11
Flakon 8.0
Sillage 7.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 9.5
1 Antwort
JoHannes vor 7 Monaten
Die Waldkirche - der Kirchenwald ... ein grün-intensiver Traum.+11
Puck1 vor 10 Monaten
Der Wald steht schwarz und schweiget und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel* wunderbar. (M.Claudius)
*dunkler Weihrauch+10
Haltbarkeit 10.0
Duft 10.0
Chrisone vor 7 Monaten
"Wald-origineller" geht es gar nicht. Wer gerne im tiefsten Nadelwald spazieren geht und an jeder Tanne riecht, sollte mal probieren.+9
Duft 8.0
2 Antworten
Gerdi vor 8 Monaten
Erkältet?? Da gibt’s doch was von Slumberhouse!!
Ätherisch-schöner Waldrausch... Alltagstauglich!+9
Flakon 7.5
Sillage 5.0
Haltbarkeit 7.5
Duft 10.0
Cinemoenti vor 7 Monaten
Selten eine solche Verbindung aus Dunkelheit, Natürlichkeit und Anmut erlebt. Ergebnis: Demut!+8
Duft 10.0
NiKaSi vor 31 Tagen
Schwelende Tannennadeln,Weihrauch,dezente Süße. Kenne nichts nadelwaldig-weihrauchigeres. Extrem faszinierend. Da muss ne Pulle her.+7
Serafina vor 105 Tagen
Wenn man Tannenzweige ankokelt...habe ich als Kind gerne gemacht! Duft mag ich auch heute noch! Wer gibt mir 5ml?+6
Duft 9.0
Hermesh vor 168 Tagen
Düsteres balsamisch-harziges Nadelholz-Urwald. Finsterer geht's kaum!+6
Flakon 7.5
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 7.0
MrWhite vor 7 Monaten
Man kippe Hustensaft auf glühende Holzkohle. Oder Hänsel und Gretel nachts alleine im Wald...beeindruckend, untragbar und angsteinflößend.+6
Duft 6.0
1 Antwort
DaveGahan101 vor 7 Monaten
Unfruchtige Variante von Fille en Aiguilles..nur noch herber, grüner, harziger..für mich nicht tragbar!+5
Flakon 7.5
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 6.0
2 Antworten
Ergreifend vor 11 Monaten
Norne - der Inbegriff für die Verbindung zwischen Mensch und Natur. Tief im dunklen Wald entsteht eine Verbindung, die einem erstarren läs+5
Flakon 7.5
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 9.0
Yatagan vor 112 Tagen
Waldwurzelweibchen im finsteren Tann! Kenne kaum einen, der waldharzigtanniger und wurzelerdiger ist als der. Alternativ: CB I Hate Perfume!+4
Flakon 9.0
Sillage 8.0
Haltbarkeit 9.0
Duft 9.0
Schücha vor 5 Tagen
In 7. Monaten ist Weihnachten - thank you for the Reminder Norne, aber wer will bitte wie ein Baum riechen? Ich jedenfalls nicht ;)+3
Ichbins vor 148 Tagen
Erinnert tatsächlich an Fille en Aiguilles.Der Serge ist ein Hauch süßlicher,Norne ist richtig tief im Tannenwald.Entspannend & authentisch !+1
Flakon 7.5
Sillage 7.5
Haltbarkeit 10.0
Duft 9.0

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