BeanBandit
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BeanBandit vor 6 Monaten
Underdog der zweiten TSoD-Generation
Ich hatte das Glück gleich sechs Düfte der zweiten ‚The Spirit of Dubai‘-Generation -
Aamal,
Abjar,
Baz,
Diwan,
Durra,
Haibah - zum Test bei mir zu haben. Mein Dank geht an dieser Stelle an DonVanVliet ,der dieses interessante Set als Wanderpaket auf die Reise geschickt hat.
Gleich vorneweg: Ich finde die Sechs allesamt sehr schön, den „Schlechtesten“ -
Haibah - bewerte ich immerhin noch mit einer 7.5.
Einzig das ambitionierte Preisniveau wird es schwer machen das einer der 4 Favoriten in Form eines der sehr gelungenen Flakons Einzug in meine Sammlung halten wird.
Beim Test der Kreationen ist mir der Unterschied der Duftentwicklung auf der Haut im Vergleich zu Papier so deutlich wie sonst nie aufgefallen, dies dürfte der Fülle der einzelnen enthaltenen Komponenten geschuldet sein.
Durra ist derjenige der sechs Probanden, welcher auf Grund seiner aquatischen Noten eigentlich nur der Vollständigkeit halber ganz zum Schluss den Weg auf mein Handgelenk fand.
Und tatsächlich bin ich sehr froh ihm diese Chance gegeben zu haben, entwickelte er sich doch für mich zu einem, wenn nicht sogar DEM Favoriten der Kollektion.
Die detaillierte Beschreibung fällt mir sehr schwer, zu komplex finde ich ihn um der Entwicklung des Duftes gerecht zu werden.
Eine gewisse Animalik ist durchgehend wahrnehmbar, aber niemals verstörend, da bin ich durchaus anderes gewohnt; daneben rieche ich im gesamten Verlauf des Orientalen würzige Noten und holziges Oud, im Mittelteil einige dezente Blümchen, zum Ende hin auch etwas unterschwelliges Leder.
Die aquatischen Noten sind - zu meinem Glück - nur anfangs zugegen und nach kurzer Zeit auch wieder verschwunden.
Markentypisch hält sich Durra sehr lange auf der Haut, selbst nach über 12 Stunden ist er noch nicht hautnah. Die Sillage ist nie überbordend oder raumfüllend, er ist zwar wahrnehmbar, wird aber zu keinem Zeitpunkt einen der im Raum Anwesenden belästigen.
In meinen Augen steht Durra zu Unrecht im Schatten seiner Brüder, ich kann nur jedem Empfehlen ihn selbst auf der Haut zu testen, sofern sich die Chance bietet!
Aamal,
Abjar,
Baz,
Diwan,
Durra,
Haibah - zum Test bei mir zu haben. Mein Dank geht an dieser Stelle an DonVanVliet ,der dieses interessante Set als Wanderpaket auf die Reise geschickt hat.Gleich vorneweg: Ich finde die Sechs allesamt sehr schön, den „Schlechtesten“ -
Haibah - bewerte ich immerhin noch mit einer 7.5.Einzig das ambitionierte Preisniveau wird es schwer machen das einer der 4 Favoriten in Form eines der sehr gelungenen Flakons Einzug in meine Sammlung halten wird.
Beim Test der Kreationen ist mir der Unterschied der Duftentwicklung auf der Haut im Vergleich zu Papier so deutlich wie sonst nie aufgefallen, dies dürfte der Fülle der einzelnen enthaltenen Komponenten geschuldet sein.
Durra ist derjenige der sechs Probanden, welcher auf Grund seiner aquatischen Noten eigentlich nur der Vollständigkeit halber ganz zum Schluss den Weg auf mein Handgelenk fand. Und tatsächlich bin ich sehr froh ihm diese Chance gegeben zu haben, entwickelte er sich doch für mich zu einem, wenn nicht sogar DEM Favoriten der Kollektion.
Die detaillierte Beschreibung fällt mir sehr schwer, zu komplex finde ich ihn um der Entwicklung des Duftes gerecht zu werden.
Eine gewisse Animalik ist durchgehend wahrnehmbar, aber niemals verstörend, da bin ich durchaus anderes gewohnt; daneben rieche ich im gesamten Verlauf des Orientalen würzige Noten und holziges Oud, im Mittelteil einige dezente Blümchen, zum Ende hin auch etwas unterschwelliges Leder.
Die aquatischen Noten sind - zu meinem Glück - nur anfangs zugegen und nach kurzer Zeit auch wieder verschwunden.
Markentypisch hält sich Durra sehr lange auf der Haut, selbst nach über 12 Stunden ist er noch nicht hautnah. Die Sillage ist nie überbordend oder raumfüllend, er ist zwar wahrnehmbar, wird aber zu keinem Zeitpunkt einen der im Raum Anwesenden belästigen.
In meinen Augen steht Durra zu Unrecht im Schatten seiner Brüder, ich kann nur jedem Empfehlen ihn selbst auf der Haut zu testen, sofern sich die Chance bietet!
Eine Vanille-Hommage...
Gleich vier Parfums von Nectar Olfaktif durfte ich im Rahmen eines Wanderbriefs testen, Melipona hat mir am Besten gefallen.
Melipona ist der Name einer stachellosen Bienenart, welche in Mexiko schon zu Zeiten der Azteken für die Bestäubung der Blüten der Vanillepflanze - einer Orchideengattung - gesorgt hat.
Dieser Duft ist eine Hommage an die Melipona-Biene und dreht sich folgerichtig um die Note Vanille.
Direkt nach dem Aufsprühen riecht man schöne authentische Vanille mit einer leicht herben Note wie man sie bei Vanilleschoten wahrnehmen kann.
Nach ein paar Minuten gesellt sich leichte Würzigkeit von Amber dazu, und verhaltene holzige Noten lassen sich wahrnehmen. Der Duft wird jetzt auch ein bisschen süß, zum Glück hält sich die Süße aber in Grenzen.
Ich finde jetzt ähnelt Melipona tatsächlich dem Geruch einer geschlossenen Papiertüte mit Bourbon-Vanillezucker, ein Duft den ich gut aus meiner Kindheit kenne und immer gerne gerochen habe.
Melipona erfährt dann keine großartigen Wandlungen mehr, er bleibt bis zum Ende nach gut zehn Stunden ein würzig-warmer, leicht holziger Vanilleduft mit wohldosierter Süße.
Zu Beginn projiziert Melipona etwa eine Armlänge, wird aber nach etwa einer Stunde schwächer und bleibt bis zum Ende hautnah.
Fans von naturnaher Vanille, die etwas abseits der typischen übersüßen Vanilledüfte suchen, sei ein Test ans Herzen gelegt.
Melipona ist der Name einer stachellosen Bienenart, welche in Mexiko schon zu Zeiten der Azteken für die Bestäubung der Blüten der Vanillepflanze - einer Orchideengattung - gesorgt hat.
Dieser Duft ist eine Hommage an die Melipona-Biene und dreht sich folgerichtig um die Note Vanille.
Direkt nach dem Aufsprühen riecht man schöne authentische Vanille mit einer leicht herben Note wie man sie bei Vanilleschoten wahrnehmen kann.
Nach ein paar Minuten gesellt sich leichte Würzigkeit von Amber dazu, und verhaltene holzige Noten lassen sich wahrnehmen. Der Duft wird jetzt auch ein bisschen süß, zum Glück hält sich die Süße aber in Grenzen.
Ich finde jetzt ähnelt Melipona tatsächlich dem Geruch einer geschlossenen Papiertüte mit Bourbon-Vanillezucker, ein Duft den ich gut aus meiner Kindheit kenne und immer gerne gerochen habe.
Melipona erfährt dann keine großartigen Wandlungen mehr, er bleibt bis zum Ende nach gut zehn Stunden ein würzig-warmer, leicht holziger Vanilleduft mit wohldosierter Süße.
Zu Beginn projiziert Melipona etwa eine Armlänge, wird aber nach etwa einer Stunde schwächer und bleibt bis zum Ende hautnah.
Fans von naturnaher Vanille, die etwas abseits der typischen übersüßen Vanilledüfte suchen, sei ein Test ans Herzen gelegt.
Notizen eines erfolgreichen Hauttests
Wanderbrief: "Mystery" Christmas Special
Kandidat: Vallense – Source (uni)
Papierstreifentest: positiv (3.5/2.5/3.0 --> 7.0) --> Hauttest Donnerstag früh
Start würzig und leicht süßlich, definitiv maskuliner Duft. Wo ist die Mandarine???
gefällt soweit, eher dunkler Duft
wird holziger, leicht erdige Noten kommen hervor (--> Oud)
Duft passt bestimmt gut zu ‚feinem Zwirn‘, formelle / informelle Anlässe
Sillage mittel
nach 10 Minuten: zusätzlich leichte Weihrauchklänge, rieche ich hier Moschus?
Augen zu: ich im frischen (weißen?) Hemd mit dunkler Jeans
Finde ihn nicht mehr süßlich.
nach 30 Minuten: bleibt schön würzig mit erdig-holzigen Noten, Weihrauch im Hintergrund, dezentes Oud
etwas Saubermoschus, wie bereits zuvor
Sillage mittel
nach 4h: würzig und harzig, etwas holzig, etwas Weihrauch
Sillage abgenommen, geht Richtung hautnah
nach 6h: warm, würzig, harzig-ambriert, leicht weihrauchig
nach 8h: würzig-warm-ambriert und wieder etwas süßlich
Sillage hautnah
Fazit: Duft mit klassischem Charakter, für Männer über 35
Frühling / Herbst / nicht zu warme Sommertage
3.5/3.5/3.5 --> 8.0 --> AF besorgen
Kandidat: Vallense – Source (uni)
Papierstreifentest: positiv (3.5/2.5/3.0 --> 7.0) --> Hauttest Donnerstag früh
Start würzig und leicht süßlich, definitiv maskuliner Duft. Wo ist die Mandarine???
gefällt soweit, eher dunkler Duft
wird holziger, leicht erdige Noten kommen hervor (--> Oud)
Duft passt bestimmt gut zu ‚feinem Zwirn‘, formelle / informelle Anlässe
Sillage mittel
nach 10 Minuten: zusätzlich leichte Weihrauchklänge, rieche ich hier Moschus?
Augen zu: ich im frischen (weißen?) Hemd mit dunkler Jeans
Finde ihn nicht mehr süßlich.
nach 30 Minuten: bleibt schön würzig mit erdig-holzigen Noten, Weihrauch im Hintergrund, dezentes Oud
etwas Saubermoschus, wie bereits zuvor
Sillage mittel
nach 4h: würzig und harzig, etwas holzig, etwas Weihrauch
Sillage abgenommen, geht Richtung hautnah
nach 6h: warm, würzig, harzig-ambriert, leicht weihrauchig
nach 8h: würzig-warm-ambriert und wieder etwas süßlich
Sillage hautnah
Fazit: Duft mit klassischem Charakter, für Männer über 35
Frühling / Herbst / nicht zu warme Sommertage
3.5/3.5/3.5 --> 8.0 --> AF besorgen
2 Antworten
Es hätte so schön sein können...
Mismar erreichte mich im Rahmen eines Wanderbriefs, die Pyramide ließ mich sofort hellhörig werden. Alle angegebenen Duftnoten rieche ich gerne, daher war für mich die Wahrscheinlichkeit groß das die Kombination derselben einen schönen Duft ergeben.
Beste Voraussetzungen um einen Test auf der Haut folgen zu lassen.
Also schnell morgens zwei Sprüher auf den Handrücken und mal schauen was mich auf mich zukommt…
Wie erwartet startet Mismar frisch und holzig mit einer leichten Ginnote; auch etwas Synthetik und eine unterschwellige Aquatik schwingen mit, welche für mich aber noch erträglich ist. So weit so gut.
Leider nimmt die Frische sehr bald ab und die Synthetik rückt in den Vordergrund; die holzigen Noten sind weiterhin präsent und die Aquatik zieht sich zurück, das Ganze bei moderater Sillage.
Nach 20 Minuten setzen erste Ingwernoten ein, die Synthetik ist weiterhin deutlich vorhanden. In dieser Phase erinnert mich Mismar an Moleküldüfte (
Molecule 01 + Ginger), auch wegen der leichten Holzigkeit im Hintergrund; die Sillage hat etwas abgenommen.
Etwa vier Stunden später verbleibt hauptsächlich die synthetische Holznote mit leichter Würze und schwachen Weihrauchklängen; die Sillage hat weiter abgenommen und der Duft ist fast hautnah geworden.
Weitere vier Stunden danach lassen sich auf der Haut nur noch holzig-synthetische Noten mit etwas Würze wahrnehmen, bis der Duft einige Zeit darauf schließlich ganz verschwindet.
Leider konnte Mismar meiner Erwartungen nicht erfüllen.
Sofia Bardelli hat hier zwar einen soliden Allrounder für Frühling und Sommer kreiert, setzt aber keine eigenständigen Akzente. Zudem dürfte die Sillage für meinen Geschmack etwas stärker sein, und für das Gebotene finde ich den aufgerufenen Preis mit 150€ für 50ml doch etwas zu hoch.
Beste Voraussetzungen um einen Test auf der Haut folgen zu lassen.
Also schnell morgens zwei Sprüher auf den Handrücken und mal schauen was mich auf mich zukommt…
Wie erwartet startet Mismar frisch und holzig mit einer leichten Ginnote; auch etwas Synthetik und eine unterschwellige Aquatik schwingen mit, welche für mich aber noch erträglich ist. So weit so gut.
Leider nimmt die Frische sehr bald ab und die Synthetik rückt in den Vordergrund; die holzigen Noten sind weiterhin präsent und die Aquatik zieht sich zurück, das Ganze bei moderater Sillage.
Nach 20 Minuten setzen erste Ingwernoten ein, die Synthetik ist weiterhin deutlich vorhanden. In dieser Phase erinnert mich Mismar an Moleküldüfte (
Molecule 01 + Ginger), auch wegen der leichten Holzigkeit im Hintergrund; die Sillage hat etwas abgenommen.Etwa vier Stunden später verbleibt hauptsächlich die synthetische Holznote mit leichter Würze und schwachen Weihrauchklängen; die Sillage hat weiter abgenommen und der Duft ist fast hautnah geworden.
Weitere vier Stunden danach lassen sich auf der Haut nur noch holzig-synthetische Noten mit etwas Würze wahrnehmen, bis der Duft einige Zeit darauf schließlich ganz verschwindet.
Leider konnte Mismar meiner Erwartungen nicht erfüllen.
Sofia Bardelli hat hier zwar einen soliden Allrounder für Frühling und Sommer kreiert, setzt aber keine eigenständigen Akzente. Zudem dürfte die Sillage für meinen Geschmack etwas stärker sein, und für das Gebotene finde ich den aufgerufenen Preis mit 150€ für 50ml doch etwas zu hoch.
Ein Erlebnis der besonderen Art ?!?
Wie schon so viele andere Düfte zuvor kreuzte "Crimson Desire | The Misk Company" als Teil eines spannenden Wanderbriefs meinen Weg.
Gewarnt durch die Beiträge der Vortester im Thread wie "...nicht an einem Ort testen, an dem ihr euch danach noch aufhalten wollt..." oder "...kommt zu den Top Ten meiner Gruselliste!..." war ich leicht verunsichert ob ich wirklich einen Test - noch dazu auf meiner wertvollen Haut - riskieren sollte.
Todesmutig flüsterte ich schließlich 'Who dares wins!' vor mich hin, drückte entschlossen den Sprühkopf des kleinen Taschenzerstäubers mit der unscheinbaren Flüssigkeit im Inneren gleich zwei mal kräftig nieder und ließ das sichere Unheil seinen Lauf nehmen.
Was jetzt folgte hatte ich so noch nicht erlebt. Tatsächlich war das der erste Duft - und ich würde mich wahrlich nicht als zimperlich bezeichnen - bei welchem ich nach dem Aufsprühen schlagartig zum Fenster rennen und es weit aufreissen musste!
In der Luft lag eine unerwartet starke animalisch-pissige Note, die mich unweigerlich dazu brachte Stoßgebete an alle mir bekannten und unbekannten Götter des Universums zu schicken das die nächsten 30 oder besser 60 Minuten keiner der Kollegen meine Arbeitsräume aufsuchen möge. Was hatte ich mir auch gedacht gerade DIESEN Duft nicht zu Hause, wo ich maximal den Unmut meiner Holden auf mich ziehen konnte, sondern im Amt testen zu müssen...! Was musste der Duft auch so raumfüllend projezieren...! Wie könnte ich meinen Kollegen erklären woher diese sonderliche Duftnote in der Luft stammte...?
Nach einigen Minuten in heller Panik ergab ich mich schließlich meinem Schicksal und näherte vorsichtig den linken Handrücken meiner Nase. Wie erstaunt war ich als ich feststellte, das der penetrante Geruch, welcher die Luft um mich herum rigoros einnahm, zu keiner Zeit auf meiner Haut wahrzunehmen war... 'Sehr schön, muss ich mir die linke Hand doch nicht abhacken' kam mir erleichert in den Sinn.
Im weiteren Verlauf wurde der Duft schließlich glücklicherweise weniger fordernd. Würzige und fruchtige Noten übernahmen jetzt das Kommando, und im Vergleich zum stürmischen Auftakt wurde es jetzt einigermaßen unspektakulär.
Im Drydown schließlich verstand es der Duft doch mich zu überzeugen; Moschus, Amber und dezente Animalik erinnerten mich entfernt an geliebte Düfte wie
Atlantic Ambergris II und
War and Peace II.
Tja, wie lautet nun das Fazit meines selbstlosen Einsatzes beim Testen von "Crimson Desire | The Misk Company"?
Hat man selbst - sowie natürlich auch das eigene Umfeld - das Opening dieser Komposition unbeschadet überstanden, und konnte man noch dazu dem starken Drang, den Duft abzuschrubben zu müssen, widerstehen, wird man nach einer etwas gewöhnlich geratenen fruchtig-würzigen Phase mit einem wunderbaren Drydown belohnt.
Aber ehrlich gesagt möchte ich nicht 8 Stunden warten müssen bis mir ein Duft richtig gefällt...
Gewarnt durch die Beiträge der Vortester im Thread wie "...nicht an einem Ort testen, an dem ihr euch danach noch aufhalten wollt..." oder "...kommt zu den Top Ten meiner Gruselliste!..." war ich leicht verunsichert ob ich wirklich einen Test - noch dazu auf meiner wertvollen Haut - riskieren sollte.
Todesmutig flüsterte ich schließlich 'Who dares wins!' vor mich hin, drückte entschlossen den Sprühkopf des kleinen Taschenzerstäubers mit der unscheinbaren Flüssigkeit im Inneren gleich zwei mal kräftig nieder und ließ das sichere Unheil seinen Lauf nehmen.
Was jetzt folgte hatte ich so noch nicht erlebt. Tatsächlich war das der erste Duft - und ich würde mich wahrlich nicht als zimperlich bezeichnen - bei welchem ich nach dem Aufsprühen schlagartig zum Fenster rennen und es weit aufreissen musste!
In der Luft lag eine unerwartet starke animalisch-pissige Note, die mich unweigerlich dazu brachte Stoßgebete an alle mir bekannten und unbekannten Götter des Universums zu schicken das die nächsten 30 oder besser 60 Minuten keiner der Kollegen meine Arbeitsräume aufsuchen möge. Was hatte ich mir auch gedacht gerade DIESEN Duft nicht zu Hause, wo ich maximal den Unmut meiner Holden auf mich ziehen konnte, sondern im Amt testen zu müssen...! Was musste der Duft auch so raumfüllend projezieren...! Wie könnte ich meinen Kollegen erklären woher diese sonderliche Duftnote in der Luft stammte...?
Nach einigen Minuten in heller Panik ergab ich mich schließlich meinem Schicksal und näherte vorsichtig den linken Handrücken meiner Nase. Wie erstaunt war ich als ich feststellte, das der penetrante Geruch, welcher die Luft um mich herum rigoros einnahm, zu keiner Zeit auf meiner Haut wahrzunehmen war... 'Sehr schön, muss ich mir die linke Hand doch nicht abhacken' kam mir erleichert in den Sinn.
Im weiteren Verlauf wurde der Duft schließlich glücklicherweise weniger fordernd. Würzige und fruchtige Noten übernahmen jetzt das Kommando, und im Vergleich zum stürmischen Auftakt wurde es jetzt einigermaßen unspektakulär.
Im Drydown schließlich verstand es der Duft doch mich zu überzeugen; Moschus, Amber und dezente Animalik erinnerten mich entfernt an geliebte Düfte wie
Atlantic Ambergris II und
War and Peace II. Tja, wie lautet nun das Fazit meines selbstlosen Einsatzes beim Testen von "Crimson Desire | The Misk Company"?
Hat man selbst - sowie natürlich auch das eigene Umfeld - das Opening dieser Komposition unbeschadet überstanden, und konnte man noch dazu dem starken Drang, den Duft abzuschrubben zu müssen, widerstehen, wird man nach einer etwas gewöhnlich geratenen fruchtig-würzigen Phase mit einem wunderbaren Drydown belohnt.
Aber ehrlich gesagt möchte ich nicht 8 Stunden warten müssen bis mir ein Duft richtig gefällt...




