Jas0Ns Parfumblog

16.10.2020
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Die Vielfalt des Schreibens

Es ist Freitag Abend. 19:37. Nach getaner Arbeit sitze ich nun an meinem Rechner und versuche die richtigen oder besser treffenden Worte für meinen Blog zu finden. Obwohl - und ich erlaube mir zu sagen, dass ich ausreichend gebildet bin um Subjekt, Prädikat und Objekt aneinander zureihen - meistens die für mich treffenden Worte finde, grübelte ich noch lange nach den außergewöhnlichen Worten, die dieser Blog verdient. Nicht die Worte, die jetzt sofort und im nächsten Absatz folgen, aber später, am Ende des Blogs. Ihr werdet dann auch verstehen warum.

Nun, als ich mir meine Überschrift überlegt habe, wollte ich nicht auf das Schreiben an sich eingehen. Damit möchte ich nicht wieder eine Diskussion entfachen: Wie soll ein Kommentar aussehen, wie dezidiert muss der Duft beschrieben werden. Inwieweit soll/muss eine Beschreibung zur Haltbarkeit und Sillage erfolgen muss etc...

Aktuell ist es so, dass ich wieder deutlich mehr an den Ereignissen dieses Forums teilnehme. Meine Abstinenz begründete sich nicht aus fehlender Lust, mehr aus der fehlenden Freizeit, die mir zur Disposition stand. Und die Zeit, die ich dann letzendlich frei zur Verfügung hatte, habe ich außerhalb dieses Forums genutzt. Nun ist es wieder etwas ruhiger geworden, zumindest bis Januar, und da diese Community im Großen und Ganzen immer große Freude bereitete, wollte ich mich auch wieder mit Beiträgen einbringen. Diese Beiträge sind es letzendlich warum ich diesen Blog schreibe, zumindest ein großer Teil.

Als ich heute meinen Kommentar zu Tauers "Une Rose de Kandahar" verfasste, stellte ich mir seit langem die Frage, oder mal wieder: Warum schreibst du eigentlich Kommentare oder Statements? Welche Motivation steckt hinter deinem Geschriebenen. Ich wollte der Sache mal auf den Grund gehen und füge nachfolgend mal meine persönlichen Gedanken an. Ich bitte auch herzlichst die Leser um die bescheidene Bitte, meine Punkte mit ihren Motivationen zu ergänzen. Eventuell kann ich mich damit identifizieren und lerne nochmal eine ganz andere Perspekitive der Dinge kennen:

  1. Ich schreibe grundsätzlich immer dann, wenn ich Lust dazu habe und auch nur dann, wenn das Schreiben mir Lust bereitet. Dinge, die ich nicht gerne tue, vermeide ich tunlichst. Gut es geht nicht immer, beispielsweise auf der Arbeit oder im Studium. Da macht nicht immer alles Spaß :)
  2. Ich schreibe, weil ich eine persönliche Nachricht vermitteln möchte oder auf einen Umstand hinweisen möchte, der mir am Herzen liegt und ich gut mit einem Duft verknüpfen kann. Beispielsweise wie bei "Une Rose de Kandahar"
  3. Ich schreibe, weil ich meinen Lesern oder den Leute, die so freundlich sind ihre Zeit in mein Geschriebenes zu investieren, etwas näher bringen möchte. In diesem Fall skizziere ich einen Duft. Ich möchte den Lesern zeigen was ich empfinde, was er in mir oder meiner Umgebung auslöst und was ich rieche. Der Leser soll nachvollziehen können, ob der Duft seinem Beutescheme entspricht und ob sich ein Test für ihn lohnen würde.
  4. Ich schreibe der Diversität und der Vielfalt wegen, da ich der Auffassung bin, dass erst ein Pool aus verschiedensten Meinungen ein umfangreiches Bild abgeben und so dem Leser eine bessere Chance zur Einschätzung geben kann.
  5. Ich schreibe, weil es eine Herausforderung für mich ist. Die passenden Worte zu finden oder seine Gefühlslage konkret zu beschreiben kann mitunter sehr schwer sein. Das Schreiben hilft mir meine Gedanken zu Papier zu tragen. Schreiben kann unteranderem Kunst sein und befreit.
  6. Ich schreibe, weil ich mit den Leuten interagieren möchte, ich mich auf ihre Rückmeldung freue, ich mich durch Feedback verbessern möchte. UND ich freue mich, wenn meine Zeilen anklang finden und ich helfen konnte. Etwas nützliches zu tun oder nützlich gewesen zu sein, ist für mich schon immer die wertvollste Befriedung gewesen. Aber nicht nur deswegen, sondern auch, da ich denke, dass Hobbys verbinden und so neue Bekanntschaften entstehen. Wenn auch nur im Internet. Das hier ist ein soziales Netzwerk mit einer tollen Dynamik.
  7. Ich schreibe aus Inspiration heraus. Inspiration, die ich auch hier sehr oft finde. Wenn ich mich durch Kommentare lese und denke: Wahnsinn, meinen Respekt, für diese tollen Zeilen. Ich dieses als Anlass nehme, selber etwas zu verfassen.
  8. Und ich schreibe, weil ich es darf. Man sollte sich immer vor Augen führen, dass dies nicht in allen Teilen der Welt möglich ist. Nicht überall dürfen die Menschen ihre Meinung frei vortragen oder zu Papier bringen. Die Rechte und die Demokratie sind Grundsäulen unseres Miteinanders. Etwas das es zu schätzen gilt, und hier sehr gut gepflegt wird. Meinen Dank gilt den Adminstratoren und natürlich dem Betreiber und Eingetümer "Don".

Meine Gründe zu schreiben, sind also per se sehr unterschiedlich. Dies war aber nicht die einzige Motivation, diesen Blog aufzusetzen. Vielmehr sind es aber auch gewisse Leute, die einen antreiben aktiv zu bleiben und mitzumischen. Und die Beiträge liefern, welche vollkommend ausreichend sind um weiterhin der Community erhalten zu bleiben. Diesen Personen möchte ich einfach mal aktiv auf dem Wege eines Blogs danken.

Yatagan:

Ich darf wohl mit Recht behaupten, dass Yatagan der Herbergsvater des Dufttesten ist. Noch heute wundere ich mich, was dieser Pfundskerl (ich hoffe, diese Bezeichnung ist in Ordnung für dich) für Düfte testet. Düfte, die ich immer noch nicht kenne und das obwohl ich mitlerweile auch ein paar Jahre auf dem Buckel habe.
Danke für deine stets amüsanten Kommentare/Statements, die historischen Hintergründe, die gute Duftbeschreibung. Bitte bleib uns noch lange erhalten.

FvSpee:

Ich habe selten eine Personen gesehen, die mich beim Lesen so in den Bann zieht. Es ist immer eine Freude deine Kommentare zu lesen und vor allem mit dir auf Duftreise durch die verschiedensten Städte zu gehen. Ich freue mich ungemein auf die nächsten Ausflüge und die tolle Recherchearbeiten.

FabianO:

Sprachlich gibt es kaum bessere Kommentare. Ich beneide dich zudem um deine geschulte Nase. Wenn ich mal so ein Riechorgan hätte, ich wäre der optimale Spürhund bei der Drogenfahndung. Die prägnanten Beschreibungen sind ein absolutes Lesevergnügen.

Can777:

Es gibt glaube ich niemanden, der eine Duftbeschreibung mit so viel Phantasie beleben kann wie du mein Lieber. Du schaffst es tatsächlich jeden Duft schmackhaft zu machen. Jedes mal aufs neue freue ich mich deine Kommentare zu lesen.

Nurmalso:

ich wünschte ich hätte deine Kreativität und deinen Witz. Deine Kommentare und Statements sind der Hammer und nur selten kann ich mir ein Grinsen verkneipfen. Danke dafür!

MariellaMhmm:

Aus der Versenkung zurückgekehrt. Schon hier gewesen, als es mich noch lange nicht gab. Und mit einem Schreibtalent augestattet, dass nur die wenigsten haben. Ich wünschte, ich könnte so schreiben. Bitte versorge uns mit weiteren Erlebnissen.

Es gibt hier noch zig weitere tolle Schreiber/in, die aber der der Menge wegen, nicht in einen Blog gepasst hätten. Jeder von euch hat sicherlich seine Favoriten. Ich habe in meiner Aufzählung bewusst auf Personen verzichtet, die nicht mehr aktiv sind oder keinen Account mehr haben. Nicht, dass ich dies nicht würdigen möchte, sondern einfach der Regeln halber.

Jetzt bleibt mit nur noch ein Dankeschön, für alle diejenigen, die sich diesen Blog bis zur letzten Zeile durchgelesen haben. Wie ich anfänglich erwähnt habe, bedarf es bei der Aufzählung besonderer Worte. Ich hoffe, dass mein Grübeln ausgreichet hat, die Personen anständig zu würdigen.

Bleibt alle Gesund!

Euer jas0N


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