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RoteNelke

RoteNelke

Rezensionen
1 - 5 von 86
Gelungener Start in die Welt der Nischenmarken
Der Fovere hat mich doch schon sehr interessiert, wenn Phil Julian selbst einen darum bittet, sich doch mit einer Probe seines ersten eigenen Duftes auseinanderzusetzen. Und auch wenn Christian Carbonnel mit im Boot sitzt, begegne ich solchen Anfragen zunächst einmal mit gesunder Skepsis. Diese war im Nachhinein jedoch definitiv unbegründet.

In der Kopfnote nehme ich die zunächst die Booziness des Rums wahr, ebenso wie ein wenig Lavendel. Diese Kombination ist meiner Meinung nach schon einmal sehr gelungen und erinnert tatsächlich entfernt an den Auftakt des XXI: Art Deco - Blonde Amber. Einen Emporio Armani - Stronger with You Intensely oder andere Flanker nehme ich persönlich weniger wahr als manch andere hier in den Statements und Rezensionen. Diese leichte Ähnlichkeit zum XXI: Art Deco - Blonde Amber erkläre ich mir mit dieser gärigen Süße der getrockneten Früchte, die fast etwas alkoholisches hat.
Nach und nach wird der Duft vielschichtiger. Gerade Jasmin und Amber nehme ich hier gut wahr. Den Patchouli herauszuriechen, hätte mich gereizt, da ich davon ein großer Fan bin und ich ihn einfach in diesem Zusammenspiel interessant empfunden hätte. Vielleicht liegt es aber auch an meiner Nase, dass er für mich nicht klar zu erriechen war.
Hin zur Basisnote wird der Duft, wie ich finde, ein wenig simpler. Das tut ihm zum Glück aber absolut keinen Abbruch. Die Süße nimmt hier noch einmal zu. Das genieße ich allerdings sehr. Besonders schön finde ich die durchgängig geborgene Wärme, die der Duft ausstrahlt.

Besonders passend empfinde ich diesen Duft in einem abendlichen Szenario, vielleicht bei einem Date oder einem entspannten Abend in einer Bar. In jedem Fall aber eher an kühleren Tagen. Auch in Sommernächten ist es aber möglich, dieses Parfum zu tragen.

Haltbarkeit und Sillage empfand ich nach mehrmaligem Testen als leicht überdurchschnittlich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist angesichts des doch eher hohen Preises eher durchschnittlich.

Zu der Wahrheit zählt allerdings auch, dass das hier eine sehr gelungene erste Duftkreation von Phil Julian ist, die de facto aber tendenziell massentauglich ist.
Gratulation zu diesem qualitativ hochwertigen ersten Release!
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Von fotorealistischem Lavendel und muffigem Moschus
Zu Beginn gleich die Offenbarung, die wohl auch an anderen nicht vorbeigegangen ist:
Der Bergamask ist kein typischer Freshie.

Die leichte Animalik ist zuerst zu riechen. Sie ist überraschend verhalten. So langsam kriege ich aber auch das Gefühl, dass ich persönlich die Animalik von Moschus, Zibet und Bibergeil einfach als weniger penetrant wahrnehme als die wirklich "dreckigen" Oudgerüche.
Als nächstes ist ein Hauch Zitrik zu riechen. Diese ist doch überraschend fruchtig und süß, so dass ich eher die Assoziation Zitrone als Bergamotte hatte. Wie dem auch sei, kommt jetzt eigentlich 1 bis 2 Minuten nach dem Aufsprühen der versteckte Hauptdarsteller zutage.
Es ist der Lavendel. Und dieser ist wirklich mit einer Kraft und Unverfälschtheit zu riechen, wie ich es sonst nur von den kleinen ätherischen Ölen à la Primavera oder ähnlichem kenne. Geradezu fotorealistisch. Die Zitrik lässt den Duft dann insgesamt schon irgendwie riechen wie einen frischen Duft. Er ist aber gar nicht so richtig frisch. Vor allem im Drydown nicht. Die Aromatik bleibt und die Animalik drängt sich nochmal mehr in den Vordergrund, ohne aber die Hauptrolle zu spielen. Ich bilde mir auch ein, Hölzer zu riechen. Wahrscheinlich Zeder.

Der Duft passt natürlich von seinem Profil her traditionell in die wärmeren Jahreszeiten. Ich würde allerdings behaupten, dass man ihn bei fast jeder Temperatur tragen kann, ohne anzuecken oder ganz daneben zu liegen. Im Winter sehe ich ihn am wenigsten.

Haltbarkeit und Sillage sind wie fast alle Kreationen von Gualtieri im obersten Segment angesiedelt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich.

Der Bergamask ist ein interessanter Duft, nicht weil er so unheimlich komplex ist, sondern weil er mit ein paar "Zutaten" eine unglaubliche Qualität hat.
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Endlich! probiert
Der Joop! Homme Eau de Toilette ist ja einer dieser Düfte, die man auf jeden Fall kennt, mindestens vom Sehen. Nun konnte ich durch einen geschenkten Restflakon endlich mal in den Genuss dieses Evergreens kommen.

Den Beginn macht ein leicht zitrischer und fruchtiger Auftakt. Bereits hier dominiert die Süße, wie sie es auch im Rest des Duftverlaufs tut. Recht schnell geht der Duft dann in eine würzige Richtung durch eine Menge Zimt. Ein wenig blumig ist es durch das Heliotrop, dem Maiglöckchen und der Jasmin. Zuletzt wird er dann noch vanilliger. Durchweg ist allerdings auch eine gewisse Synthetik wahrzunehmen, die mich persönlich jedoch nicht allzu sehr stört.

Die Duftkomposition als Ganzes empfinde ich gar nicht mal als unmissverständlich maskulin. Die richtige Jahreszeit für den Joop! Homme Eau de Toilette ist für mich Herbst/Winter.

Die Haltbarkeit und Sillage sind sehr gut, vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Parfum doch ziemlich günstig ist. Daher ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis auf einem ausgezeichneten Level.

Ich würde den Joop! Homme Eau de Toilette vor einem Kauf zumindest einmal ausprobieren. Auch wenn der geringe Preis zu einem Blindkauf verleiten könnte, würde ich davon abraten. Diese DNA ist offensichtlich keine, die jedem gefällt.
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Babypuder als Parfum
Der Petits et Mamans ist, wie der Name bereits verrät, ein Duft, der für Mütter und ihre Kinder gedacht ist.

Das Thema hier ist offensichtlich, zumindest assoziativ, Babypuder. Der Duft ist in allererster Linie pudrig. Die Früchte lassen sich nicht herausriechen. Eher nimmt man eine dezente Blumigkeit wahr. Die Süße ist sehr dezent. Wirklich Verlauf hat der Duft auch nicht. Zum Ende hin wird es vielleicht ein ganz klein wenig süßer.

Den Duft kann eigentlich jeder tragen, denn er ist einfach nur pudrig, auch wenn die DNA natürlich feminin sein soll. Vor allem für Frühling oder Sommer ist er angemessen. Im Herbst und Winter würde ich ihn weniger nutzen, da er dafür zu flüchtig und leicht ist.

Die Haltbarkeit und Sillage sind nämlich wirklich schwach. 2-3 Stunden sind drin, dann nimmt eigentlich nichts mehr wahr. Einige Zeit davon ist er hautnah. Sein Preis-Leistungs-Verhältnis ist trotz alledem noch in Ordnung. Hochgerechnet ist er für seine Performance aber doch ziemlich teuer.

Der Petits et Mamans ist ein angenehmer, pudriger Duft, der allerdings auch seine Defizite hat. Gerade für Babys und Kleinkinder würde ich dann auch doch eher zum klassischen Babypuder greifen..
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Unaufgeregte Würze
Der Bohemian Soul ist er ein Duft vom gefassten Typ. Das macht ihn aber auch nicht langweilig.

Dominant ist vor allem die Würze. Eine sehr subtile Frische ist auch dabei. Selbst ein paar rauchige und harzige Akzente kann man wahrnehmen. Allgemein hat der Duft nicht wirklich Verlauf. Allerdings bringt er mit der Iris zwischendurch ein wenig pudrige Süße mit. Danach kommt nicht viel neues, wenn überhaupt etwas.

Ich sehe den Duft vor allem im Frühling und Herbst. Im Sommer vielleicht noch an einem eher kühlen Abend. Für den Winter fehlt es ihm meiner Meinung nach aber fast gänzlich an gehöriger Kraft. Er ist für Männer als Freizeitduft gut geeignet.

Die Haltbarkeit und Sillage sind aber doch ein wirkliches Manko. Nach ca. 4 Stunden nehme ich kaum bis gar nicht mehr wahr. Dadurch finde ich sein Preis-Leistungs-Verhältnis auch nicht mehr so gut.

Eine runde Sache ist das trotzdem. Ich kann mir jedenfalls durchaus vorstellen, dass manche diesen Duft sehr mögen. Vielleicht einfach mal probieren.
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