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Top Rezension
...eine Frau zu sein
Jene Düfte gibt es, denen ein Ruf vorauseilt, so groß und prunkvoll und ehrfurchtgebietend, daß er mich bereits vor der ersten Begegnung erschauernd in die Knie zwingt und um mein Seelenheil fürchten läßt.
Jene Düfte gibt es, die – bespöttelt, belächelt von Kennern, von Eingeweihten – nicht würdig scheinen, ihnen auch nur einen Blick, einen Augenblick seiner kostbaren Zeit zu widmen.
Und es gibt jene, die – unbelastet durch große, durch geschmähte Namen - unbeachtet, unbehelligt einfach da sind, still, bescheiden, ruhig abwartend in ihren Regalen, ihren Flacons, bis eine Hand nach ihnen greift, bis der Sprühkopf ohne große Erwartung, ohne schlimme Befürchtung betätigt wird und die Symbiose aus Haut und Duft beginnt.
Und man sich plötzlich wiederfindet, die Augen geschlossen, die Nase am Handgelenk, atmend, langsam, ganz langsam, ganz ruhig, und sich Zug um Zug um Zug Erstaunen, Freude und Wohlbefinden ausbreiten, weiter und immer weiter, bis nur noch eine Frage bleibt: "Wo warst du so lange, warum habe ich dich erst jetzt gefunden?"
Einer dieser Düfte, die so wenig versprechen und so vieles halten, ist "Natsumi".
Sehr kühl, sehr klar, sehr frisch eröffnet "Natsumi" mit einer deutlich erkennbaren, sehr gemäßigt süßen Melone, die sich alsbald mit Mandarine und Pfirsich zu einem zurückhaltend fruchtigen, in seiner Kühle fast schon edel wirkenden Eindruck eines Frühsommermorgens verbindet.
Feine, zarte Blüten ergänzen, veredeln, ohne dem Duft eine der so häufig anzutreffenden fruity-floralen Richtungen zu geben – nichts ist hier zuckrig, klebrig, übersaftig, nichts dominiert, drängt sich vor, wird laut und lästig.
Sehr sanft, sehr behutsam ziehen sich die fruchtigen Noten zurück und mit ihnen jede Süße, Raum gebend einem feinen, elegant ausbalancierten Strauß kühl-dezenter Blüten, nicht schwer, nicht schwülstig, kein opulentes Orchester.
Noch immer ist es früh am Morgen, noch immer sind die Blüten der Rosen, der Pfingstrosen jung, gerade im Erblühen begriffen, schmeichelnd, einschmeichelnd, geschaffen für eine Frau, die das Leise liebt, das Feine, Feminine, die es liebt, eine Frau zu sein, jung oder nicht mehr ganz so jung, die frühmorgens mit nackten Füßen im feuchten Gras steht, ganz still, ganz bei sich, die Augen geschlossen, die Düfte des jungen Tages in sich aufnehmend, in sich bewahrend und tragend durch seine Stunden, auf ihrer Haut, in ihren Haaren, in ihren Kleidern aus Leinen und wilder Seide.
Eine Frau, die die Blumen in ihrem Garten läßt, anstatt sie in eine Vase zu stellen, die Blumen und Früchte im Aquarell liebt, doch nicht in Öl, und deren Anmut und Schönheit kein Alter kennt.
Eine Frau, die man im Büro trifft und auf der Straße, im Kindergarten und in der Oper, die Sneakers trägt und High Heels, wenn es sein muß - und deren Lächeln immer die Augen erreicht.
Jene Düfte gibt es, die – bespöttelt, belächelt von Kennern, von Eingeweihten – nicht würdig scheinen, ihnen auch nur einen Blick, einen Augenblick seiner kostbaren Zeit zu widmen.
Und es gibt jene, die – unbelastet durch große, durch geschmähte Namen - unbeachtet, unbehelligt einfach da sind, still, bescheiden, ruhig abwartend in ihren Regalen, ihren Flacons, bis eine Hand nach ihnen greift, bis der Sprühkopf ohne große Erwartung, ohne schlimme Befürchtung betätigt wird und die Symbiose aus Haut und Duft beginnt.
Und man sich plötzlich wiederfindet, die Augen geschlossen, die Nase am Handgelenk, atmend, langsam, ganz langsam, ganz ruhig, und sich Zug um Zug um Zug Erstaunen, Freude und Wohlbefinden ausbreiten, weiter und immer weiter, bis nur noch eine Frage bleibt: "Wo warst du so lange, warum habe ich dich erst jetzt gefunden?"
Einer dieser Düfte, die so wenig versprechen und so vieles halten, ist "Natsumi".
Sehr kühl, sehr klar, sehr frisch eröffnet "Natsumi" mit einer deutlich erkennbaren, sehr gemäßigt süßen Melone, die sich alsbald mit Mandarine und Pfirsich zu einem zurückhaltend fruchtigen, in seiner Kühle fast schon edel wirkenden Eindruck eines Frühsommermorgens verbindet.
Feine, zarte Blüten ergänzen, veredeln, ohne dem Duft eine der so häufig anzutreffenden fruity-floralen Richtungen zu geben – nichts ist hier zuckrig, klebrig, übersaftig, nichts dominiert, drängt sich vor, wird laut und lästig.
Sehr sanft, sehr behutsam ziehen sich die fruchtigen Noten zurück und mit ihnen jede Süße, Raum gebend einem feinen, elegant ausbalancierten Strauß kühl-dezenter Blüten, nicht schwer, nicht schwülstig, kein opulentes Orchester.
Noch immer ist es früh am Morgen, noch immer sind die Blüten der Rosen, der Pfingstrosen jung, gerade im Erblühen begriffen, schmeichelnd, einschmeichelnd, geschaffen für eine Frau, die das Leise liebt, das Feine, Feminine, die es liebt, eine Frau zu sein, jung oder nicht mehr ganz so jung, die frühmorgens mit nackten Füßen im feuchten Gras steht, ganz still, ganz bei sich, die Augen geschlossen, die Düfte des jungen Tages in sich aufnehmend, in sich bewahrend und tragend durch seine Stunden, auf ihrer Haut, in ihren Haaren, in ihren Kleidern aus Leinen und wilder Seide.
Eine Frau, die die Blumen in ihrem Garten läßt, anstatt sie in eine Vase zu stellen, die Blumen und Früchte im Aquarell liebt, doch nicht in Öl, und deren Anmut und Schönheit kein Alter kennt.
Eine Frau, die man im Büro trifft und auf der Straße, im Kindergarten und in der Oper, die Sneakers trägt und High Heels, wenn es sein muß - und deren Lächeln immer die Augen erreicht.
16 Antworten


Auch ich habe Natsumi spät entdeckt, so ein Juvel! Kühl und blumig, aber nicht erdrückend, elegant und zart, wunderschön.