Hach ja, hach ja. Man hat's nicht leicht. Dass die Lebensmittelpreise gestiegen sind ist ja kein Geheimnis. Wir alle leiden mehr oder weniger! Und auch ich musste natürlich einen angemessenen Umgang mit dieser Misere finden. Die Lösung kam mir dann Samstag im Halbschlaf...und hat mein Leben verändert. Ich werde Restauranttesterin! Zunächst halt erst mal auf selbstständiger Basis. Die "beruflichen Kosten" werde ich doch dann sicher von der Steuer absetzen können ?! Wie auch immer, gedacht ,getan. Heute ging's direkt ins neue, spanische Hipster- Restaurant "Bei Mischäll",geleitet von einem ebenso kreativen, wie berüchtigten Zutatenmischer. ( Michael, Matze, oder so...) Hier also meine erste Restaurantkritik : Aufgeregt und sehr hungrig betrete ich das angesagte Szenelokal.Hellbrauner Samt ziert die großzügigen Bänke. Und Fellkissen laden zum anlehnen ein. Wie originell. Doch es kommt noch besser : Kümmelfarbene Lampen verbreiten hier warm-würziges Licht im Raum und setzen die Tabakschüsseln perfekt in Szene, die hier auf Beistelltischen drapiert sind. Oh ja. Hier wird auch liebevoll an die Raucher gedacht, die sich hier mit recht kräftigem Kraut Zigaretten drehen, oder Pfeiffchen stopfen können. Anzünden ist allerdings untersagt, wie mir der Kellner, passend zum Ambiente gekleidet in Cumin-farbenen Samt, mitteilt. Er trägt gerade eine scharf- fruchtig duftende Paprikapfanne vorbei, die mir eventuell schmecken könnte. Oder hätte schmecken können. Auf meine Frage nach einem alkoholischen Aperitif teilt er mir mit, hier gäbe es überhaupt nur frischgepressten Orangensaft, und stellt direkt ein großes Glas desselben vor mir auf den Tisch. Überhaupt: Die Tischdekoration. Die Blumen auf dem Tisch kann man ja fast nicht riechen, ob die wohl echt sind ? Der Kellner verweigert mir hierzu die Auskunft. Tja, was ein professioneller Kellner ist, weiß einfach, wie man glaubhaftes Nicht-bemerken des Gastes vortäuscht. Respekt. Ich kuschle mich im sanften Kümmelschein in die Fellkissen und trinke brav meinen Orangensaft. Ein Paprikagericht schaffe ich nicht zu bestellen, rieche es nur von fern. Das muss einstweilen genügen. Dafür gibt es aber nach ein paar eher ereignislosen Stunden Nachtisch. Aber leider ist der nicht eben innovativ : "Zuckerwatte im bernsteinfarbenen Becher" heißt das einzige Dessert auf der Karte. Das gibt es dann immerhin"all you can eat" ,stundenlang. Erwähnenswert vielleicht, daß hier noch etwas Kümmel zur Deko aufgestreut wurde. Über die Höhe der ersten "Betriebsrechnung" meines neuen Jobs möchte ich hier keine genaue Auskunft geben. Nur soviel; Wir befinden uns jedenfalls bei " bei Mischäll" eher im oberen Preissegment. Ich kann auf jeden Fall sagen, ich habe mich in den Stunden hier durchaus wohlgefühlt und werde mich vermutlich noch zu mehreren Folgetests hier einfinden, um mir eine umfassende Meinung bilden zu können und zu erörtern, wie viel Sterne ich Mischäll denn jetzt gebe. Fortsetzung folgt... ************ Duft : Kreuzkümmel ohne Schwitzaroma, weich und samtig, direkt einlullend, aber auch irritierend appetitlich... Dazu würziger Tabakgeruch und Fellimpressionen. Süßsäuerlicher Orangenduft gibt dieser durchaus nicht unangenehmen essbar- animalischen Wärme Kontra. Ich schwanke ständig zwischen "Genial" und "Viel zu küchengewürzig" und fühle mich auch ein klitzekleines Bisschen an Santal Blush erinnert, mit dessen Kurkuma-Würzigkeit ich schon andere Menschen irritiert habe. Der süße Amber gegen Ende ist uns allen altbekannt und hier lang und intensiv neben diverser Rest-Animalik präsent.Ein spannender Duft ist das definitiv, der Spaß zu testen macht und den ich auf jeden Fall tragen werde, da er mir neben einer gewissen Irritation auch so ein warmes Wohlgefühl vermittelt...Fazit : Warum nicht einfach ab und zu mal Lecker Mädsche/ Bübsche sein ? Danke an alle ,die mitgeshared haben. Bin gespannt auf Eure Meinungen.
Ach, ich Penntüte - in diesem Restaurant hätt‘ ich vielleicht auch vorbeigeschaut… Matos finde ich spannend, ich kenne zwar nur wenige Düfte, aber wie Du schon schreibst, da ist was los und die machen interessantes Duftkino.
Das war doch mal ein Vergnügen, Dich bei Deinem spanisch-französischen Restauranttest zu begleiten. Die ockerfarbene Zuckerwatte macht mir Sorgen. Der Rest klingt doch ganz lecker.
Ja, da hab ich alles durcheinandergeschmissen. :-D Er hätte tatsächlich "Mikäll" heißen müssen.
Restaurants testen ist ein schönes Hobby. Die guten teste ich auch gerne mehrmals. Die ockerfarbene Zuckerwatte ist der etwas lahme Anschluss dieses Duftes, der leider nicht so gelungen ist. Der Rest lässt sich durchaus riechen...;-)
Das hat Spaß gemacht Dich als Restauranttesterin zu begleiten, auch wenn das Essen nicht ganz nach meinem Geschmack war! Probieren sollte man aber schon und so hoffe ich mal auf eine erneute Einladung!
Deine Restaurantkritik ist Dir sehr gelungen! Aber die Matos´sche Versuchsküche ist für mich Zimperliese dann doch meist etwas zu sehr drüber.
Also bei Mischäll lasse ich mal aus ;-)
Der Kellner von Mischäll würde auf jeden Fall auch in München einen Job bekommen, das gekonnte Ignorieren der Gäste ist ein großes Plus. Der Duft klingt zumindest interessant, wobei mich das Dessert jetzt nicht so anspricht...
Restaurants testen ist ein schönes Hobby. Die guten teste ich auch gerne mehrmals. Die ockerfarbene Zuckerwatte ist der etwas lahme Anschluss dieses Duftes, der leider nicht so gelungen ist. Der Rest lässt sich durchaus riechen...;-)
Schauen wir mal, wie meine Karriere sich entwickelt...
😉
Fange gerade erst an, mich mit diesem Parfumeur zu beschäftigen. Und finde es ganz witzig.
Also bei Mischäll lasse ich mal aus ;-)
Kreuzkümmel mag ich sehr, der Duft dürfte mir gefallen.
Stern von mir!