Puderperle
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Wenn der perfekte Duft auch nicht zaubern kann - eine Fehleranalyse
Niedergeschlagen stützte er seinen Kopf in die Hände. Vor ihm lag ein Berg von Briefen. Alles Absagen auf seine Bewerbungen für ein duales Studium.
„Ich verstehe es nicht, du hast Bestnoten in deinem Abiturszeugnis“ wunderte sich sein Vater mit gerunzelter Stirn. Die fürsorgliche Mama tischte Tee und Kekse auf, um gemeinsam beraten zu können. Jetzt ging es wirklich um den Feinschliff. Einen maßgeschneiderten Anzug hatte er schon, der beste Friseur in der Stadt schnitt die Haare im seriösen Stil, das blütenweiss gestärkte Hemd hing am Kleiderbügel. Ja sogar auf eine Maniküre ließ er sich ein. Irgendwie verstand es keiner, denn Intelligenz und rhetorische Fähigkeiten besaß er auch.
„Ich habs“ rief die Tante und bestand auf einen Duft, der zum sauberen Klima des gewünschten Arbeitgebers passen würde. Unaufdringlich, fein, leicht seifig sauber, pudrig und frisch. An dem könne niemand Anstoß nehmen. Ein Wohlgeruch auch für empfindliche Nasen sollte es sein.
Ok gesagt getan- ein Besuch in der nächsten Parfumerie und unter bewundernden „Aaahs“ und „Oohs“ waren sich alle einig. Prada L’Homme. Keine Störnote, nichts was aneckt oder Migräne herbeirufen könnte, sondern exakt dem Bild eines eleganten Mannes im beruflichen Umfeld entsprach. Extrem gepflegt, ohne einzelne Noten benennen zu können. Sogar einen Hauch von Süße brachte er mit. Ein Duft dem Frau auch gerne näher kommen würde… - ähm nach Feierabend natürlich. Aber schön der Reihe nach.
So saß der junge Mann mit aufrechtem Sitz, geduscht, gebügelt und vorbereitet, perfekt seitengescheitelt, manikürt und wohl beduftet vor dem Auswahlkomitee. Diesmal würde alles glatt laufen. Er war sich sicher. Die leichte Aufregung war von Vorteil, so konnte er aufmerksam folgen. Ihm waren zwar die verwirrten Blicke der Personalverantwortlichen wieder nicht entgangen, aber wie waren sie nur zu deuten? Chefs schienen seltsame Menschen zu sein. Auf jede Frage konnte er die richtige Antwort geben, ja sie waren sogar formvollendet in Grammatik und Inhalt.
Nun passierte etwas komisches: Der CEO stand auf, reichte ihm die Hand und erteilte ihm noch hier an Ort und Stelle die Absage. „Aber weshalb?“, fragte der junge Abiturient irritiert. „Habe ich das falsche Parfum gekauft?“
Der CEO trat noch einen Schritt näher, sodass er sich auf Höhe der jugendlichen Ohrmuschel befand. „Die Duftauswahl war perfekt. Ich hätte es nicht besser aussuchen können“, flüsterte er diskret, während sein Blick zu dem besetzten Platz neben der Tür wanderte. „Aber das nächste mal kommen Sie bitte nur in Begleitung von Prada L’Homme… und ohne ihre Mutter.“
Manchmal kann auch der perfekte Duft keine Wunder vollbringen. Jetzt muss ich spoilern: Er bekam nach dieser Fehleranalyse die zweite Chance und diesmal war Prada L’Homme sein Glücksbringer.
Der Duft ist toll. Keine Sorge Männer, den lasse ich euch. An mir wirkt er trotz der pudrigen Iris zu maskulin. Das weibliche Pendant dazu Prada Femme kommt nicht ganz an die Schönheit der Herrenversion ran. Sie hat einen ganz anderen, einen cremig süßen Charakter. Da bin ich etwas neidisch. Aber ein Trost bleibt mir: Prada Infusion Iris Cedre ist auch für mich tragbar und kann locker mit Prada L‘Homme und der Arbeitswelt mithalten, obwohl Prada L’Homme generell ein berühmter „Immergeher“ für alle Lebenslagen mit Signaturepotential ist. Für den Start in die Parfumwelt außerdem ein sicherer Begleiter.
Die L‘eau Version wirkt nochmal transparenter, leichter, frischer. Ein wenig schwächer auch von der Projektion. Prada L’Homme bleibt jedoch der schönere.
„Ich verstehe es nicht, du hast Bestnoten in deinem Abiturszeugnis“ wunderte sich sein Vater mit gerunzelter Stirn. Die fürsorgliche Mama tischte Tee und Kekse auf, um gemeinsam beraten zu können. Jetzt ging es wirklich um den Feinschliff. Einen maßgeschneiderten Anzug hatte er schon, der beste Friseur in der Stadt schnitt die Haare im seriösen Stil, das blütenweiss gestärkte Hemd hing am Kleiderbügel. Ja sogar auf eine Maniküre ließ er sich ein. Irgendwie verstand es keiner, denn Intelligenz und rhetorische Fähigkeiten besaß er auch.
„Ich habs“ rief die Tante und bestand auf einen Duft, der zum sauberen Klima des gewünschten Arbeitgebers passen würde. Unaufdringlich, fein, leicht seifig sauber, pudrig und frisch. An dem könne niemand Anstoß nehmen. Ein Wohlgeruch auch für empfindliche Nasen sollte es sein.
Ok gesagt getan- ein Besuch in der nächsten Parfumerie und unter bewundernden „Aaahs“ und „Oohs“ waren sich alle einig. Prada L’Homme. Keine Störnote, nichts was aneckt oder Migräne herbeirufen könnte, sondern exakt dem Bild eines eleganten Mannes im beruflichen Umfeld entsprach. Extrem gepflegt, ohne einzelne Noten benennen zu können. Sogar einen Hauch von Süße brachte er mit. Ein Duft dem Frau auch gerne näher kommen würde… - ähm nach Feierabend natürlich. Aber schön der Reihe nach.
So saß der junge Mann mit aufrechtem Sitz, geduscht, gebügelt und vorbereitet, perfekt seitengescheitelt, manikürt und wohl beduftet vor dem Auswahlkomitee. Diesmal würde alles glatt laufen. Er war sich sicher. Die leichte Aufregung war von Vorteil, so konnte er aufmerksam folgen. Ihm waren zwar die verwirrten Blicke der Personalverantwortlichen wieder nicht entgangen, aber wie waren sie nur zu deuten? Chefs schienen seltsame Menschen zu sein. Auf jede Frage konnte er die richtige Antwort geben, ja sie waren sogar formvollendet in Grammatik und Inhalt.
Nun passierte etwas komisches: Der CEO stand auf, reichte ihm die Hand und erteilte ihm noch hier an Ort und Stelle die Absage. „Aber weshalb?“, fragte der junge Abiturient irritiert. „Habe ich das falsche Parfum gekauft?“
Der CEO trat noch einen Schritt näher, sodass er sich auf Höhe der jugendlichen Ohrmuschel befand. „Die Duftauswahl war perfekt. Ich hätte es nicht besser aussuchen können“, flüsterte er diskret, während sein Blick zu dem besetzten Platz neben der Tür wanderte. „Aber das nächste mal kommen Sie bitte nur in Begleitung von Prada L’Homme… und ohne ihre Mutter.“
Manchmal kann auch der perfekte Duft keine Wunder vollbringen. Jetzt muss ich spoilern: Er bekam nach dieser Fehleranalyse die zweite Chance und diesmal war Prada L’Homme sein Glücksbringer.
Der Duft ist toll. Keine Sorge Männer, den lasse ich euch. An mir wirkt er trotz der pudrigen Iris zu maskulin. Das weibliche Pendant dazu Prada Femme kommt nicht ganz an die Schönheit der Herrenversion ran. Sie hat einen ganz anderen, einen cremig süßen Charakter. Da bin ich etwas neidisch. Aber ein Trost bleibt mir: Prada Infusion Iris Cedre ist auch für mich tragbar und kann locker mit Prada L‘Homme und der Arbeitswelt mithalten, obwohl Prada L’Homme generell ein berühmter „Immergeher“ für alle Lebenslagen mit Signaturepotential ist. Für den Start in die Parfumwelt außerdem ein sicherer Begleiter.
Die L‘eau Version wirkt nochmal transparenter, leichter, frischer. Ein wenig schwächer auch von der Projektion. Prada L’Homme bleibt jedoch der schönere.
18 Antworten
Meine allerehrlichste Meinung von allen
Der erste Text wurde wegen unangemessener Sprache entfernt. Gerne gibt es beim nächsten mal wieder Poesie. Hier die entschärftere Version und Ironietriggerwarnung:
Erstmal das wichtigste: Banger! Klare Kaufempfehlung.
Hier ich fass mich kurz- ohne poetische Gedichte, weil Khamrah das nicht nötig hat:
Tiktokinfluencer hat mich neugierig gemacht. Hab das Teil bestellt. Kommt im stabilen Glasflakon. Mein Mann hey was is das? Es riecht brutal und sprüht sich das auf. 15 mal. Ok krasse Duftwolke, bin fast umgekippt. Aber gut! Wir gehn Kaufland. Ich zu Gurken, der zu Melonen. Da kommt eine Frau und spricht den drauf an. Ich (*Blümchensprache*) eifersüchtig etwas wild mit meiner Tasche rumgefuchtelt. Naja der Flakon war noch drin. Schwer wie Backstein trotz Plastikdeckel. Sorry nochma an der Stelle. Aber junge Dame, vergebene Männer nach dem Duft fragen- so is das mit Komplimentegetter! Überlegt euch vorher ob ihr das wollt.
Ok ja genug pallabert wie riecht der nun:
Weihnachtsmarkt! Dattelsirup mit Schuss. Gewürze und sehr süß, aber nich wie typische Schokolade, eher Vanillepraline. Nix Oud oder typischer Orient. Zimtstange stanzt dir ein drittes Nasenloch oder Auge. Kenn mich nicht aus mit Esoterik. Ja was soll ich sagen? Preis-Leistungs-Knaller.
Was noch besser is: Khamrah Quawah. Aber den heb ich für Fitnessstudio auf.
Ps: Der „Schnüfflerin“ ausm Kaufland gehts wieder gut. Hab ihr als Entschädigung den Onlinelink für den Parfumhändler weitergegeben. Ich sag doch- klare Kaufempfehlung.
Kaufland roch übrigens nach zwei Wochen immer noch danach. Soviel zu Beastmode, wens interessiert.
Und alles ohne KI geschrieben.
Und jetzt ganz ehrlich: Ja, der Duft ist wirklich schön, strahlt ordentlich ab und ist für die Herbst- und Wintermonate hervorragend geeignet.
Erstmal das wichtigste: Banger! Klare Kaufempfehlung.
Hier ich fass mich kurz- ohne poetische Gedichte, weil Khamrah das nicht nötig hat:
Tiktokinfluencer hat mich neugierig gemacht. Hab das Teil bestellt. Kommt im stabilen Glasflakon. Mein Mann hey was is das? Es riecht brutal und sprüht sich das auf. 15 mal. Ok krasse Duftwolke, bin fast umgekippt. Aber gut! Wir gehn Kaufland. Ich zu Gurken, der zu Melonen. Da kommt eine Frau und spricht den drauf an. Ich (*Blümchensprache*) eifersüchtig etwas wild mit meiner Tasche rumgefuchtelt. Naja der Flakon war noch drin. Schwer wie Backstein trotz Plastikdeckel. Sorry nochma an der Stelle. Aber junge Dame, vergebene Männer nach dem Duft fragen- so is das mit Komplimentegetter! Überlegt euch vorher ob ihr das wollt.
Ok ja genug pallabert wie riecht der nun:
Weihnachtsmarkt! Dattelsirup mit Schuss. Gewürze und sehr süß, aber nich wie typische Schokolade, eher Vanillepraline. Nix Oud oder typischer Orient. Zimtstange stanzt dir ein drittes Nasenloch oder Auge. Kenn mich nicht aus mit Esoterik. Ja was soll ich sagen? Preis-Leistungs-Knaller.
Was noch besser is: Khamrah Quawah. Aber den heb ich für Fitnessstudio auf.
Ps: Der „Schnüfflerin“ ausm Kaufland gehts wieder gut. Hab ihr als Entschädigung den Onlinelink für den Parfumhändler weitergegeben. Ich sag doch- klare Kaufempfehlung.
Kaufland roch übrigens nach zwei Wochen immer noch danach. Soviel zu Beastmode, wens interessiert.
Und alles ohne KI geschrieben.
Und jetzt ganz ehrlich: Ja, der Duft ist wirklich schön, strahlt ordentlich ab und ist für die Herbst- und Wintermonate hervorragend geeignet.
20 Antworten
Briefe einer ungestümen Seele
Lieber Hubert,
ich schreibe dir meine Gedanken nieder, während ich dem Knistern des Kamins lausche. Gewiss ist es ungebührlich für eine Dame, einem vornehmen Herrn ihre innigsten Empfindungen zu offenbaren. Jegliche Form von Emotionalität scheint einzig Begräbnissen vorbehalten zu sein. Doch wie überdrüssig bin ich dieses schwarzen Kleides. Genug der Trauer! Die liebe Großtante hat mit 98 Jahren das Leben aus Gottes Gnaden genossen und wohl kaum gewünscht, dass ich mein Dasein nun in fortwährender Schwermut vergeude. Jeder weitere Monat gespielter Trübsal beraubt mich jener Stunden, die ich lieber dem Duft der Frühlingsknospen und süßen Launen der Inspiration widmen würde. Oh möge doch die frische Luft all den Staub hinfortwehen und mit ihm die letzten Schatten meiner auferlegten Trauer…
Lieber Hubert,
ich habe Unvorstellbares gewagt. Ergriffen vom inbrünstigen Verlangen, dem Erwachen der Erde nach ihrem Winterschlaf Einlass zu gewähren, öffnete ich alle Fenster des Anwesens, um sie willkommen zu heißen. Vielleicht geschah dies in allzu überschwänglicher Manier, was man mir als Rebellion ausgelegte. Doch wie hätte ich meine Euphorie verbergen sollen? Unschicklich, ja ungestüm für eine Dame meines Standes.
Das unsägliche Kleid legte ich zuvor ab und nahm ein Bad. Es fühlte sich an, als löse die französische Seife irdische Bürden sanft von meiner Haut. Wie wohlig die Umarmung von Irispuder auf meinem Porzellanteint. Bislang verweilte er in dem Zustand des ungeküsst seins. Doch ich konnte der Sonne kaum verdenken, dass sie‘s versuchen wollte.
Den weißen Spitzenkragen sorgfältig unter dem Kinn verschlossen, Maiglöckchen in den romantisch hochsteckten Locken, zierte eine Rose das Knopfloch meines grünen Kleides. Die Beine trugen mich flink wie ein Reh durch den Garten, in das erwachende Leben. Durch die offenen Fenster tanzten Eloises Töne auf dem Pianoforte heraus, hell und fröhlich, als flögen sie auf Schwingen der Erleichterung. Ja, auch die Musik darf sich wieder der Freude hingeben, in pulsierender Erwartung das Trennende zu verbinden…
Liebster Hubert,
der März ist noch erfüllt von kühler Luft, begleitet vom Zwitschern unserer gefiederten Freunde. Lass mich ein Täubchen senden, welches dir ein seifiges Sträußlein als Einladung für einen Besuch überbringt. Deine Strähne trage ich noch immer im goldenen Medaillon an meiner Brust. Jeder Herzschlag vereint uns, obgleich die Meilen mit der Kutsche unendlich scheinen.
Erlaube mir noch deine womöglich aufkeimenden Bedenken zu zerstreuen: Die Fassung einer Dame bleibt mir eigen. Jedoch beseelt von Entzückung, schwebend zwischen Sehnsucht und Seligkeit, dir die Blütenpracht meines Zaubergartens zu zeigen. Noch liegt der Morgentau darauf, aber ich erahne, dass ein Hauch deines Atems genügt, um es zum Schmelzen zu bringen…
In freudiger Hoffnung verbleibend,
deine liebste L. Arpège
Glückskind Hubert wird sich freuen, seiner eigenwilligen Herzdame mit rosigen Wangen die Aufwartung machen zu dürfen. Schwarz steht ihr nicht. Wie gut, dass sie rechtzeitig vor seinem Eintreffen ein passendes Kleid gewählt hat, das ihren anmutig kraftvollen Charakter widerspiegelt.
Ich erwartete einen Vintageduft, der bereits aus der Zeit gefallen war. Den Aldehyden in der Kopfnote geschuldet, war dem nur kurz so. Er erinnert vom Stil her an Chanels No 5, aber von Beginn an für mein Empfinden unkomplizierter und tragbarer. Auch weniger pudrig. Wer mit Chanel nicht so gut kann, sollte Arpège testen. Arpège ist klassisch, kennt aber keine Zurückhaltung. Zu Beginn sehr laut. Ein blumiger Chypre mit erwachsener Würzigkeit. Ylang Ylang und Maiglöckchen zeigen sich deutlich, Iris und Rose etwas verdeckter. Der Rest ist gut verblendet. Maiglöckchen bleibt präsent. Die Früchte in der Kopfnote nehme ich nicht wahr. Erfrischend unsüß, nur leicht pudrig im Verlauf. Die Seifigkeit nimmt zu, er wird sauber und gepflegt, edel und qualitativ.
Ein etwas kühlerer Wind, der den Duft der kräftigen Frühlingsblumen in das Badezimmer bis zur Gewürzseife trägt und sich erst durch Huberts Amberhauch langsam erwärmt wie die Sonnenstrahlen der Frühlingssonne. Naturverbunden. Unbeschreiblich schön, aber hochgeschlossen und dennoch zum Ende hin patchouli-harzige Sehnsüchte der weiblichen Seele offenbarend. Der schwarze Flakon mit goldenem Deckel ist ganz hübsch, verrät aber nichts von der eigentlichen Persönlichkeit.
Eine 20-Jährige hatte ihn an mir gerochen, für ihre Mutter bestellt und dann doch selbst behalten. Ich freute mich über ihre herrliche Sillage, denn der Duft stand ihr fabelhaft. Wie ein wohlerzogenes Mädel im Internat, das aber voller Leidenschaft brennt. Keiner der Gleichaltrigen kam auf die Idee, dass es sich um diesen Vintageklassiker handeln könnte. Wir ließen sie zwinkernd im Ungewissen. Man muss nicht alles entzaubern. Er duftet einfach wohlhabend und vornehm, den Kaschmirpullover um die Schultern geworfen, passend zu geerbten Goldohrringen. Haltbarkeit und Sillage sind stark und lang anhaltend, der Preis ein himmlisches Geschenk für alle die ihn nahe am Herzen tragen möchten.
ich schreibe dir meine Gedanken nieder, während ich dem Knistern des Kamins lausche. Gewiss ist es ungebührlich für eine Dame, einem vornehmen Herrn ihre innigsten Empfindungen zu offenbaren. Jegliche Form von Emotionalität scheint einzig Begräbnissen vorbehalten zu sein. Doch wie überdrüssig bin ich dieses schwarzen Kleides. Genug der Trauer! Die liebe Großtante hat mit 98 Jahren das Leben aus Gottes Gnaden genossen und wohl kaum gewünscht, dass ich mein Dasein nun in fortwährender Schwermut vergeude. Jeder weitere Monat gespielter Trübsal beraubt mich jener Stunden, die ich lieber dem Duft der Frühlingsknospen und süßen Launen der Inspiration widmen würde. Oh möge doch die frische Luft all den Staub hinfortwehen und mit ihm die letzten Schatten meiner auferlegten Trauer…
Lieber Hubert,
ich habe Unvorstellbares gewagt. Ergriffen vom inbrünstigen Verlangen, dem Erwachen der Erde nach ihrem Winterschlaf Einlass zu gewähren, öffnete ich alle Fenster des Anwesens, um sie willkommen zu heißen. Vielleicht geschah dies in allzu überschwänglicher Manier, was man mir als Rebellion ausgelegte. Doch wie hätte ich meine Euphorie verbergen sollen? Unschicklich, ja ungestüm für eine Dame meines Standes.
Das unsägliche Kleid legte ich zuvor ab und nahm ein Bad. Es fühlte sich an, als löse die französische Seife irdische Bürden sanft von meiner Haut. Wie wohlig die Umarmung von Irispuder auf meinem Porzellanteint. Bislang verweilte er in dem Zustand des ungeküsst seins. Doch ich konnte der Sonne kaum verdenken, dass sie‘s versuchen wollte.
Den weißen Spitzenkragen sorgfältig unter dem Kinn verschlossen, Maiglöckchen in den romantisch hochsteckten Locken, zierte eine Rose das Knopfloch meines grünen Kleides. Die Beine trugen mich flink wie ein Reh durch den Garten, in das erwachende Leben. Durch die offenen Fenster tanzten Eloises Töne auf dem Pianoforte heraus, hell und fröhlich, als flögen sie auf Schwingen der Erleichterung. Ja, auch die Musik darf sich wieder der Freude hingeben, in pulsierender Erwartung das Trennende zu verbinden…
Liebster Hubert,
der März ist noch erfüllt von kühler Luft, begleitet vom Zwitschern unserer gefiederten Freunde. Lass mich ein Täubchen senden, welches dir ein seifiges Sträußlein als Einladung für einen Besuch überbringt. Deine Strähne trage ich noch immer im goldenen Medaillon an meiner Brust. Jeder Herzschlag vereint uns, obgleich die Meilen mit der Kutsche unendlich scheinen.
Erlaube mir noch deine womöglich aufkeimenden Bedenken zu zerstreuen: Die Fassung einer Dame bleibt mir eigen. Jedoch beseelt von Entzückung, schwebend zwischen Sehnsucht und Seligkeit, dir die Blütenpracht meines Zaubergartens zu zeigen. Noch liegt der Morgentau darauf, aber ich erahne, dass ein Hauch deines Atems genügt, um es zum Schmelzen zu bringen…
In freudiger Hoffnung verbleibend,
deine liebste L. Arpège
Glückskind Hubert wird sich freuen, seiner eigenwilligen Herzdame mit rosigen Wangen die Aufwartung machen zu dürfen. Schwarz steht ihr nicht. Wie gut, dass sie rechtzeitig vor seinem Eintreffen ein passendes Kleid gewählt hat, das ihren anmutig kraftvollen Charakter widerspiegelt.
Ich erwartete einen Vintageduft, der bereits aus der Zeit gefallen war. Den Aldehyden in der Kopfnote geschuldet, war dem nur kurz so. Er erinnert vom Stil her an Chanels No 5, aber von Beginn an für mein Empfinden unkomplizierter und tragbarer. Auch weniger pudrig. Wer mit Chanel nicht so gut kann, sollte Arpège testen. Arpège ist klassisch, kennt aber keine Zurückhaltung. Zu Beginn sehr laut. Ein blumiger Chypre mit erwachsener Würzigkeit. Ylang Ylang und Maiglöckchen zeigen sich deutlich, Iris und Rose etwas verdeckter. Der Rest ist gut verblendet. Maiglöckchen bleibt präsent. Die Früchte in der Kopfnote nehme ich nicht wahr. Erfrischend unsüß, nur leicht pudrig im Verlauf. Die Seifigkeit nimmt zu, er wird sauber und gepflegt, edel und qualitativ.
Ein etwas kühlerer Wind, der den Duft der kräftigen Frühlingsblumen in das Badezimmer bis zur Gewürzseife trägt und sich erst durch Huberts Amberhauch langsam erwärmt wie die Sonnenstrahlen der Frühlingssonne. Naturverbunden. Unbeschreiblich schön, aber hochgeschlossen und dennoch zum Ende hin patchouli-harzige Sehnsüchte der weiblichen Seele offenbarend. Der schwarze Flakon mit goldenem Deckel ist ganz hübsch, verrät aber nichts von der eigentlichen Persönlichkeit.
Eine 20-Jährige hatte ihn an mir gerochen, für ihre Mutter bestellt und dann doch selbst behalten. Ich freute mich über ihre herrliche Sillage, denn der Duft stand ihr fabelhaft. Wie ein wohlerzogenes Mädel im Internat, das aber voller Leidenschaft brennt. Keiner der Gleichaltrigen kam auf die Idee, dass es sich um diesen Vintageklassiker handeln könnte. Wir ließen sie zwinkernd im Ungewissen. Man muss nicht alles entzaubern. Er duftet einfach wohlhabend und vornehm, den Kaschmirpullover um die Schultern geworfen, passend zu geerbten Goldohrringen. Haltbarkeit und Sillage sind stark und lang anhaltend, der Preis ein himmlisches Geschenk für alle die ihn nahe am Herzen tragen möchten.
20 Antworten
Liebe auf Umwegen
Der Titel klingt wie ein schlechter Kitschroman.
Manchmal ist das Leben aber genau so:
„Boa was ist das?“ Ich blieb stehen und versuchte mit meiner Nase die Spur in der warmen Sommerluft zu finden. Eine süße, blumige Duftwolke, die schon strahlend sexy war, dass es mich fast verrückt machte. Aber ich konnte sie nicht zuordnen. Mein damaliger Begleiter interessierte sich nicht besonders für meine Fährte, er habe „nühüx“ gerochen.
Er zog mich mit dem unbefriedigenden Gefühl weiter, nicht zu wissen was das für eine angenehme Geruchsquelle war. Sie war etwas vertraut, aber doch besonders und feminin. Irgendetwas in meinem Duftgedächtnis arbeitete, aber es war noch zu flüchtig um es verknüpfen zu können.
Abgelenkt durch die Abende am Hotelbuffet vergaß ich den Moment schnell wieder. Wir genoßen das gute türkische Essen, die Abendlichter reflektierten in unseren Weingläsern, die Hüften der Bauchtänzerin bewegten sich zu orientalischen Klängen.
Da! Plötzlich wieder diese Wolke! Wie von der Tarantel gestochen richtete ich mich auf, um dieses mal schneller ermitteln zu können woher der schöne Duft kam. Und dieses mal sogar noch viel intensiver, mit einer leichten Frische. War eine Bubblegum Note dabei? Wie gut dieser anziehende Duft zur Stimmung und der schönen Location am Meer passte!
Fast schon hysterisch rief ich dem plötzlich geruchserblindeten Begleiter zu, ob er es denn jetzt riechen würde? Es war unmöglich, diese Sillage nicht bemerkt zu haben. Man konnte sie fast mit den Händen greifen. Es musste frisch aufgesprüht worden sein. Ich weiß nicht, ob er mir nur ein gutes Gefühl geben wollte, indem er jegliche Signale anderer weiblicher Wesen leugnete oder ihm der Duft einfach nicht gefiel. Jedenfalls war er keine große Hilfe, sein Interesse galt den Schalentieren.
In der Nähe unseres Tisches nahmen zwei junge Frauen Platz. Eine davon war die Hotelanimateurin.
Ich probierte mein Glück und fragte die beiden nach ihren Düften. Die Animateurin trug einen Duft aus einem türkischen Geschäft, das sie in Manavgat gekauft habe. Den Namen wisse sie nicht, sie würde mir ein Foto davon schicken.
Am nächsten Tag erhielt ich tatsächlich das Bild eines 0815 Glasflakons mit einer Nummer auf dem Deckel. Immerhin war das Logo dieser kleinen Parfumerie zu erkennen.
Es ist unschwer zu erraten, welches Opfer der Begleiter am nächsten Tag auf sich nehmen musste. Klar- eine Tagesreise mit dem Dolmus in die Stadt, um diesen Duft zu finden.
Dort endlich angekommen zeigte ich das Foto und die Verkäuferin erklärte mir mit Hand, Fuß und einem elektronischen Translator die Duftnoten. Neroli, Tiaré und Palisanderholz. Eine schnelle Recherche ergab, dass es sich um einen fast identischen Duft zum
Just Cavalli Her (2013) handelte.
Jetzt fiel der Groschen! DER Duft ist das?
Ich musste lachen, denn das originale Parfum hatte ich doch schon ewig in OvP zuhause im Regal schlummern. Warum hatte ich ihn nie getragen? Keine Ahnung. Vermutlich stand er neben dem auch gerne vergessenen
Hugo Deep Red …
Der Urlaub neigte sich dem Ende zu, aber ich hatte eine riesige Vorfreude auf meine „alte“ Neuentdeckung.
Kaum den Koffer abgestellt, riss ich den Schrank auf. „Komm an mein Herz du wunderschöner Schatz du!“ Wir lagen uns mit geröteten Augen in den Armen und er belohnte mich mit der schönsten Kaugummi-Tiaré, gehüllt in Frische und fröhlicher Sexyness, ganz ohne Schwülstigkeit oder Sonnencreme- und Kokosvibes. Er war natürlich noch feiner und schöner verblendet als die Kopie. Das Original ist immer am Besten. Vor allem preislich so erschwinglich, dass es keinen Dupe braucht. Nichts stört, nichts sticht, keine Synthetik, einfach nur ein herrlicher Sommerduft mit Wiedererkennung. (Höhö jetzt schon)
Mit einem Nischenduft wird man ihn nicht verwechseln, dafür ist er zu gefällig, zu unkompliziert. Haltbarkeit ist okay, Sillage angenehm ohne zu nerven. Neroli fängt die Süße gut auf, es ist weder Sirup noch Zuckerwürfel sondern eine blumige Süße. Holz hält sich sehr dezent im Hintergrund.
Ich entschuldigte mich, dass ich ihn vergessen hatte. Ein Glück war er nicht nachtragend. Ich tauschte den geruchsblinden Begleiter gegen den tropischen Bubblegum aus, der mir seitdem sehr nahe sein darf.
Zu seinem Designeroutfit möchte ich am liebsten kein Wort verlieren, denn es sind die inneren Werte, die zählen. Manche Trends kommen aus der Mode, pinke Schlangenmuster aus 2013 gehören eben nicht unbedingt der Zeitlosigkeit an. Dennoch alles andere als langweilig. Nostalgie und Metalldeckel bekommen immer Pluspunkte.
Um ihn zu finden musste ich fast um die halbe Welt reisen, dabei war er immer in Reichweite gewesen. Selbst wenn er nicht in meinem Regal auf meine Gnade gewartet hätte, wäre er in jeder Drogerie im Umkreis zu lachhaften Preisen zu haben gewesen.
Aber was ich daraus gelernt habe: Manchmal werden Düfte noch attraktiver, wenn man sie an anderen Personen auf eine neue Art und Weise wahrnimmt, ohne die Verknüpfung zum bekannten Parfum herstellen zu können.
Manchmal ist das Leben aber genau so:
„Boa was ist das?“ Ich blieb stehen und versuchte mit meiner Nase die Spur in der warmen Sommerluft zu finden. Eine süße, blumige Duftwolke, die schon strahlend sexy war, dass es mich fast verrückt machte. Aber ich konnte sie nicht zuordnen. Mein damaliger Begleiter interessierte sich nicht besonders für meine Fährte, er habe „nühüx“ gerochen.
Er zog mich mit dem unbefriedigenden Gefühl weiter, nicht zu wissen was das für eine angenehme Geruchsquelle war. Sie war etwas vertraut, aber doch besonders und feminin. Irgendetwas in meinem Duftgedächtnis arbeitete, aber es war noch zu flüchtig um es verknüpfen zu können.
Abgelenkt durch die Abende am Hotelbuffet vergaß ich den Moment schnell wieder. Wir genoßen das gute türkische Essen, die Abendlichter reflektierten in unseren Weingläsern, die Hüften der Bauchtänzerin bewegten sich zu orientalischen Klängen.
Da! Plötzlich wieder diese Wolke! Wie von der Tarantel gestochen richtete ich mich auf, um dieses mal schneller ermitteln zu können woher der schöne Duft kam. Und dieses mal sogar noch viel intensiver, mit einer leichten Frische. War eine Bubblegum Note dabei? Wie gut dieser anziehende Duft zur Stimmung und der schönen Location am Meer passte!
Fast schon hysterisch rief ich dem plötzlich geruchserblindeten Begleiter zu, ob er es denn jetzt riechen würde? Es war unmöglich, diese Sillage nicht bemerkt zu haben. Man konnte sie fast mit den Händen greifen. Es musste frisch aufgesprüht worden sein. Ich weiß nicht, ob er mir nur ein gutes Gefühl geben wollte, indem er jegliche Signale anderer weiblicher Wesen leugnete oder ihm der Duft einfach nicht gefiel. Jedenfalls war er keine große Hilfe, sein Interesse galt den Schalentieren.
In der Nähe unseres Tisches nahmen zwei junge Frauen Platz. Eine davon war die Hotelanimateurin.
Ich probierte mein Glück und fragte die beiden nach ihren Düften. Die Animateurin trug einen Duft aus einem türkischen Geschäft, das sie in Manavgat gekauft habe. Den Namen wisse sie nicht, sie würde mir ein Foto davon schicken.
Am nächsten Tag erhielt ich tatsächlich das Bild eines 0815 Glasflakons mit einer Nummer auf dem Deckel. Immerhin war das Logo dieser kleinen Parfumerie zu erkennen.
Es ist unschwer zu erraten, welches Opfer der Begleiter am nächsten Tag auf sich nehmen musste. Klar- eine Tagesreise mit dem Dolmus in die Stadt, um diesen Duft zu finden.
Dort endlich angekommen zeigte ich das Foto und die Verkäuferin erklärte mir mit Hand, Fuß und einem elektronischen Translator die Duftnoten. Neroli, Tiaré und Palisanderholz. Eine schnelle Recherche ergab, dass es sich um einen fast identischen Duft zum
Just Cavalli Her (2013) handelte. Jetzt fiel der Groschen! DER Duft ist das?
Ich musste lachen, denn das originale Parfum hatte ich doch schon ewig in OvP zuhause im Regal schlummern. Warum hatte ich ihn nie getragen? Keine Ahnung. Vermutlich stand er neben dem auch gerne vergessenen
Hugo Deep Red …Der Urlaub neigte sich dem Ende zu, aber ich hatte eine riesige Vorfreude auf meine „alte“ Neuentdeckung.
Kaum den Koffer abgestellt, riss ich den Schrank auf. „Komm an mein Herz du wunderschöner Schatz du!“ Wir lagen uns mit geröteten Augen in den Armen und er belohnte mich mit der schönsten Kaugummi-Tiaré, gehüllt in Frische und fröhlicher Sexyness, ganz ohne Schwülstigkeit oder Sonnencreme- und Kokosvibes. Er war natürlich noch feiner und schöner verblendet als die Kopie. Das Original ist immer am Besten. Vor allem preislich so erschwinglich, dass es keinen Dupe braucht. Nichts stört, nichts sticht, keine Synthetik, einfach nur ein herrlicher Sommerduft mit Wiedererkennung. (Höhö jetzt schon)
Mit einem Nischenduft wird man ihn nicht verwechseln, dafür ist er zu gefällig, zu unkompliziert. Haltbarkeit ist okay, Sillage angenehm ohne zu nerven. Neroli fängt die Süße gut auf, es ist weder Sirup noch Zuckerwürfel sondern eine blumige Süße. Holz hält sich sehr dezent im Hintergrund.
Ich entschuldigte mich, dass ich ihn vergessen hatte. Ein Glück war er nicht nachtragend. Ich tauschte den geruchsblinden Begleiter gegen den tropischen Bubblegum aus, der mir seitdem sehr nahe sein darf.
Zu seinem Designeroutfit möchte ich am liebsten kein Wort verlieren, denn es sind die inneren Werte, die zählen. Manche Trends kommen aus der Mode, pinke Schlangenmuster aus 2013 gehören eben nicht unbedingt der Zeitlosigkeit an. Dennoch alles andere als langweilig. Nostalgie und Metalldeckel bekommen immer Pluspunkte.
Um ihn zu finden musste ich fast um die halbe Welt reisen, dabei war er immer in Reichweite gewesen. Selbst wenn er nicht in meinem Regal auf meine Gnade gewartet hätte, wäre er in jeder Drogerie im Umkreis zu lachhaften Preisen zu haben gewesen.
Aber was ich daraus gelernt habe: Manchmal werden Düfte noch attraktiver, wenn man sie an anderen Personen auf eine neue Art und Weise wahrnimmt, ohne die Verknüpfung zum bekannten Parfum herstellen zu können.
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Lieb gekorbt.
„Doch, du bist schön.“
„Aber was ist es dann?“ fragte sie mit weit aufgerissenen Augen und einem Hauch von Verzweiflung. Wir drehten uns im Kreis und ehrlich gesagt tat es mir weh, zu direkt zu sein. Mein Verantwortungsgefühl ließ es nicht zu, so ein junges Seelchen begleitet von scharfen Worten wie Messerspitzen in die Tiefe der indischen Gruft abstürzen zu sehen.
Mit tränenerstickter Stimme versuchte sie es ein letztes mal „Bitte sag es mir.“
Ich zog die Luft geräuschvoll durch meine Zähne. Sie versprach, nicht gekränkt zu sein, aber was hieß das schon. Sie wusste ja nicht was sie erwartete.
„Du weißt, dass ich dich grundsätzlich mag“, setzte ich an.
Sie nickte ein wenig zu eifrig. Ihre Augen flehten mich an, das zu sagen was sie zu hören hoffte.
„Wenn du den Raum betrittst, bist du ab Sekunde eins in der Lage, die Köpfe der Menschen zu verdrehen. Frauen bewundern deine Schönheit und Männer fühlen sich von dir angezogen. Jedenfalls nur die Menschen die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Deine Ausstrahlung ist nicht die stärkste…“
Sie hörte immer noch aufmerksam zu, ihr Ausdruck war unverändert.
„… und jeder weiß, dass du vor der Tür geraucht hast.“
Röte kroch ihre Wangen hoch, verschämt senkte sie den Blick. „Erzähls nicht meinen Eltern“ flüsterte sie.
Nein, das würde ich nicht tun. Sie kam aus einer Raucherfamilie, da war es nur eine Frage der Zeit, bis sie es selbst ausprobieren würde. Und ehrlich gesagt verlieh es ihr etwas Geheimnisvolles. Es stand ihr.
Sie hatte sich so bemüht, mir zu gefallen. Ich lobte den Haarkranz aus Bergamotten und dass ihre zarte Haut von Kopf bis Fuß den Duft eines weichen Körperpuders trug.
Kopf- das war mein Stichpunkt. Hierfür hatte ich nichts als Bewunderung übrig. Nun kam das große Aber.
„Du kannst nichts dafür...“
„Wofür?“ Sie wirkte angespannt, die Finger zitterten.
Ich räusperte mich ausgiebig bis ich nicht mehr davonlaufen konnte. „Weißt du, es ist ein Schönheitsideal, lange Schoten zu haben. Die Nachfrage nach kilometerlangen Vanillebeinen ist enorm. Nur leider überragen sie mein körperliches Wohlbefinden und ich fühle mich erdrückt. Deine sind länger als der Rest des Körpers und …“ ich stockte kurz „deshalb befinden wir uns nicht auf Augenhöhe. Du wächst mir über den Kopf.“
Enttäuschung legte sich um ihre hängenden Schultern. Ich meinte ein subtiles Nicken wahrgenommen zu haben.
Jetzt aber war der Moment gekommen, vor dem ich mich am meisten fürchtete. Behutsam drückte ich ihre Hand. Mein Herz klopfte bis zum Hals. Sag es einfach. Sag es!
„Ich bin in deine Mutter verliebt.“ Jetzt war es raus.
Verdutzt schaute sie mich an, bis sich ein warmes Lächeln über ihr Gesicht legte. Das überraschte sie nicht, denn ihr Bauchgefühl hatte bereits verraten, dass die etwas herbere Mama besser zu mir passe. Schließlich sei sie erwachsener, charakterstärker und würde mir nicht so schnell von der Seite weichen wie sie selbst. Denn als Tochter besaß sie immer noch eine jugendliche Flüchtigkeit. Probleme mit der Augenhöhe würden auch nicht auftreten. Auch wenn die Ähnlichkeit der Beiden nicht von der Hand zu weisen war.
Sie gab mir ihren Segen mit
Shalimar Eau de Parfum glücklich zu werden, nachdem ich für ihr Verständnis dankte.
Wie süss sie war. Viel süßer als sie eigentlich sein sollte, dachte ich.
Ein Glück hatte ich die für mein Empfinden unpassende, goldene Druckschrift auf ihrem hübschen Glaskleid nicht erwähnt. Denn nachher erfuhr ich, dass die Art Déco Schrift symbolisch ihrem Geburtsjahr zuzuordnen war. Eine Personalisierung sozusagen, die ihren inneren Werten nicht im Wege steht.
Danke liebes @Guerlinchen, dass du mir das Glasdruck Geheimnis anvertraut hast.
Liebe @NurPixie danke für die Testmöglichkeit durch dein Sharing.
„Aber was ist es dann?“ fragte sie mit weit aufgerissenen Augen und einem Hauch von Verzweiflung. Wir drehten uns im Kreis und ehrlich gesagt tat es mir weh, zu direkt zu sein. Mein Verantwortungsgefühl ließ es nicht zu, so ein junges Seelchen begleitet von scharfen Worten wie Messerspitzen in die Tiefe der indischen Gruft abstürzen zu sehen.
Mit tränenerstickter Stimme versuchte sie es ein letztes mal „Bitte sag es mir.“
Ich zog die Luft geräuschvoll durch meine Zähne. Sie versprach, nicht gekränkt zu sein, aber was hieß das schon. Sie wusste ja nicht was sie erwartete.
„Du weißt, dass ich dich grundsätzlich mag“, setzte ich an.
Sie nickte ein wenig zu eifrig. Ihre Augen flehten mich an, das zu sagen was sie zu hören hoffte.
„Wenn du den Raum betrittst, bist du ab Sekunde eins in der Lage, die Köpfe der Menschen zu verdrehen. Frauen bewundern deine Schönheit und Männer fühlen sich von dir angezogen. Jedenfalls nur die Menschen die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Deine Ausstrahlung ist nicht die stärkste…“
Sie hörte immer noch aufmerksam zu, ihr Ausdruck war unverändert.
„… und jeder weiß, dass du vor der Tür geraucht hast.“
Röte kroch ihre Wangen hoch, verschämt senkte sie den Blick. „Erzähls nicht meinen Eltern“ flüsterte sie.
Nein, das würde ich nicht tun. Sie kam aus einer Raucherfamilie, da war es nur eine Frage der Zeit, bis sie es selbst ausprobieren würde. Und ehrlich gesagt verlieh es ihr etwas Geheimnisvolles. Es stand ihr.
Sie hatte sich so bemüht, mir zu gefallen. Ich lobte den Haarkranz aus Bergamotten und dass ihre zarte Haut von Kopf bis Fuß den Duft eines weichen Körperpuders trug.
Kopf- das war mein Stichpunkt. Hierfür hatte ich nichts als Bewunderung übrig. Nun kam das große Aber.
„Du kannst nichts dafür...“
„Wofür?“ Sie wirkte angespannt, die Finger zitterten.
Ich räusperte mich ausgiebig bis ich nicht mehr davonlaufen konnte. „Weißt du, es ist ein Schönheitsideal, lange Schoten zu haben. Die Nachfrage nach kilometerlangen Vanillebeinen ist enorm. Nur leider überragen sie mein körperliches Wohlbefinden und ich fühle mich erdrückt. Deine sind länger als der Rest des Körpers und …“ ich stockte kurz „deshalb befinden wir uns nicht auf Augenhöhe. Du wächst mir über den Kopf.“
Enttäuschung legte sich um ihre hängenden Schultern. Ich meinte ein subtiles Nicken wahrgenommen zu haben.
Jetzt aber war der Moment gekommen, vor dem ich mich am meisten fürchtete. Behutsam drückte ich ihre Hand. Mein Herz klopfte bis zum Hals. Sag es einfach. Sag es!
„Ich bin in deine Mutter verliebt.“ Jetzt war es raus.
Verdutzt schaute sie mich an, bis sich ein warmes Lächeln über ihr Gesicht legte. Das überraschte sie nicht, denn ihr Bauchgefühl hatte bereits verraten, dass die etwas herbere Mama besser zu mir passe. Schließlich sei sie erwachsener, charakterstärker und würde mir nicht so schnell von der Seite weichen wie sie selbst. Denn als Tochter besaß sie immer noch eine jugendliche Flüchtigkeit. Probleme mit der Augenhöhe würden auch nicht auftreten. Auch wenn die Ähnlichkeit der Beiden nicht von der Hand zu weisen war.
Sie gab mir ihren Segen mit
Shalimar Eau de Parfum glücklich zu werden, nachdem ich für ihr Verständnis dankte. Wie süss sie war. Viel süßer als sie eigentlich sein sollte, dachte ich.
Ein Glück hatte ich die für mein Empfinden unpassende, goldene Druckschrift auf ihrem hübschen Glaskleid nicht erwähnt. Denn nachher erfuhr ich, dass die Art Déco Schrift symbolisch ihrem Geburtsjahr zuzuordnen war. Eine Personalisierung sozusagen, die ihren inneren Werten nicht im Wege steht.
Danke liebes @Guerlinchen, dass du mir das Glasdruck Geheimnis anvertraut hast.
Liebe @NurPixie danke für die Testmöglichkeit durch dein Sharing.
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