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Varanasi 2020

7.7 / 10 125 Bewertungen
Ein beliebtes Parfum von Meo Fusciuni für Damen und Herren, erschienen im Jahr 2020. Der Duft ist animalisch-würzig. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.
Vergleich
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Duftrichtung

Animalisch
Würzig
Rauchig
Holzig
Harzig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
WeihrauchWeihrauch MuskatMuskat SafranSafran KardamomKardamom
Herznote Herznote
AmbraAmbra CypriolCypriol JasminJasmin RoseRose AmbretteAmbrette
Basisnote Basisnote
animalische Notenanimalische Noten OudOud GurjunbalsamGurjunbalsam LederLeder Indische NardeIndische Narde VetiverVetiver

Parfümeur

Bewertungen
Duft
7.7125 Bewertungen
Haltbarkeit
8.3104 Bewertungen
Sillage
7.7102 Bewertungen
Flakon
7.893 Bewertungen
Preis-Leistung
7.165 Bewertungen
Eingetragen von M3000 · letzte Aktualisierung am 31.08.2026.
Quellenbasiert & geprüft

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Rezensionen

5 ausführliche Duftbeschreibungen
8Duft 8Haltbarkeit 8Sillage
Medianus76

32 Rezensionen
Medianus76
Medianus76
Top Rezension 25  
A Trip to India...
1999 - Zentralindien. Ich befinde mich in Hampi, genauer gesagt in Vijayanagar. Das war das letzte hinduistische Königreich, und ist heute eine uralte Ruinenstadt mit einer Unmenge an Tempeln. Die Landschaft rund um Hampi zieht jeden sofort in seinen Bann. Aus einer Laune der Natur entstand ein hügeliges Areal, welches mit einer Unzahl an aufeinandergetürmten Granitbrocken übersät ist. Es ranken sich viele Mythen und Geschichten um die Entstehung dieser skurrilen Landschaft. Eine besagt der Affengott Hanuman hat zur Demonstration seiner Macht die Steine herabregnen lassen...
Wie dem auch sei, Hampi und sein altes Königreich ist ein absolut magischer Platz, an dem es viel zu entdecken gibt. Streift man durch die alten Tempelanlagen, so kann man überall den Duft von Räucherstäbchen wahrnehmen. Fast schon so, als ob aus dem alten Mauerwerk jahrtausendealter Tempel diese Aromen hervordringen, um Geschichten von längst vergangenen Zeiten zu erzählen. Außerhalb der Tempel bieten alle möglichen Händler ihre Waren und Köstlichkeiten feil. Immer wieder schnappt man exotische Duftwolken auf, und in der sengenden Sonne Indiens lässt man sich gerne an einem schattigen Platz nieder, um die Seele baumeln zu lassen bei einem Glas Chai...

Südliche Westküste, Goa, Vagator Beach. Es ist der 31.12.1999. Der letzte Tag des alten Jahrtausends neigt sich der Abenddämmerung entgegen. Goa glich zu diesem Zeitraum einem Hexenkessel. Menschen von der ganzen Welt waren gekommen, um den Milleniumswechsel an einem zur damaligen Zeit ganz einzigartigen Ort zu zelebrieren. Die Luft war elektrisiert, und der grosse Milleniums Bash sollte im Disco Valley stattfinden. Eine Partylocation direkt am Meer unter einer Unmenge von Palmen. Das war ein ganz einmaliges Erlebnis zu einer ganz einmaligen Zeit. Bunte fluoreszierende Farben an den Palmen, ausgeleuchtet mit Schwarzlicht, erzeugten den nötigen visuellen Raum. Es lag der Geruch von staubigem Sand, und den dampfenden Chillums der feiernden Partycrowd in der Luft. Druckvolle, wabernde Bässe der peitschenden Trance Musik schoben sich durch die Masse, und man musste tatsächlich ein Stück weit aufpassen in diesem Getümmel nicht unterzugehen...

Nördliche Westküste, Bombay. Ein Großstadtmoloch der sicherlich seinesgleichen sucht. Noch nie habe ich einen Ort erlebt, der derartige Armut und Elend, als auch unglaublichen Reichtum und Wohlstand, direkt
nebeneinander offenbart. Für mich hatte Bombay eher wenig reizvolles. Aber mein Aufenthalt dort war nicht allzu lange, insofern sind mir sicherlich viele angenehme Momente entgangen. Was mir aber nicht entgangen ist, waren die unterschiedlichsten und mannigfaltigen Gerüche und Düfte die sich wahrnehmen lassen. Im positiven als auch im negativen. Egal ob Gewürze von an den Straßen verkaufenden Händlern, oder die von Abgasen geschwängerte Luft. Bombay hat da so einiges zu bieten...

Wenn ich nun den wunderschönen Duft Meo Fusciuni - Varanasi rieche, dann habe ich augenblicklich mindestens eins der drei beschriebenen Erlebnisse vor Augen. Es kommt dem drücken einer Rewind Taste gleich, welche mich gut 20 Jahre in die Vergangenheit katapultiert. Man könnte auch sagen Varanasi ist konserviertes Indien in seiner reinsten Form.

Wie aber riecht denn nun Varanasi?
Die Duftpyramide hat ja so einiges zu bieten, aber ich bin der Meinung es macht wenig Sinn einzelne Aromen isoliert auszufiltern.
Varanasi ist rauchig, holzig, hat auch gewisse leicht muffig modrige Akkorde dabei. Diese wiederum verleihen dem Duft aber den nötigen Charakter. Blumige, leicht süßliche Tendenzen runden ab. Harzig-balsamische Facetten werten auf...von allem etwas eben.
Der Duft muss in seiner Gesamtheit wahrgenommen werden!
Platt ausgedrückt könnte man auch sagen er riecht wie ein Räucherstäbchen, ein sehr gutes wohlgemerkt. Elegant ausgedrückt ist es dem Label aber gelungen den Duft eines Subkontinents einzufangen, zu konservieren, zu extrahieren und zu filtrieren. Um daraus einen wahrlichen Nischenduft zu kreieren. Von meinem momentanen Dufthorizont ausgehend habe ich bislang nichts vergleichbares gerochen.

Die Intensität und Sillage erscheint mir ausreichend bis angemessen, und auch die Haltbarkeit ist mit gut zu bewerten. Allerdings ist das sicherlich kein Alltagsduft. Varanasi ist schon recht speziell, und auch wenn ich viele Erinnerungen damit verknüpfen kann, möchte ich nicht ständig danach riechen.

Nochmal auf die Westküste zurückkommend, möchte ich meine Erzählung mit ein paar Worten schließen, welche ich im kleinsten Bundesstaat Indiens immer wieder wahrnehmen konnte:

Goa is not a place - Goa is a state of mind!

Vielen Dank fürs lesen...

Ein großes Dankeschön für die Probe an Bloodxclat!!

Aktualisiert am 26.09.2020 - 15:29 Uhr
15 Antworten
8.5Duft 10Haltbarkeit 8Sillage
SebastianM

53 Rezensionen
SebastianM
SebastianM
Hilfreiche Rezension 19  
Flashback
Noch selten hat mich ein Parfum so bewegt wie dieses. Das ist konzentriertes Indien jenseits aller Prospekt-Romantik und Gewürz-Klischees. Den Kern der Sache bildet ein aquatisch-animalischer Akkord, den es wohl noch nie irgendwo gegeben hat. Sofort rieche ich das dreckige Wasser, den Staub, die Fruit-Wallahs, den Müll, den Smog, die verwelkenden Blumen. Ich höre den Lärm. Das ist wie ein Film. Das ist für mich so unmittelbar indisch, eine unglaubliche emotionale Zeitreise. Der totale Flashback. Nach ein paar Stunden, wenn sich alles beruhigt hat, wenn ich aus der Ebene raus bin und es nur noch von Ferne summt, dann kann ich Varanasi sogar als Parfum tragen. Vorher bin ich lieber damit alleine.

Nüchterner Nachtrag: Irgendwelche synthetischen Hölzer sind in letzter Zeit groß in Mode gekommen. Je länger es dauert, desto mehr nähert sich "Varanasi" z. B. "Lyric Woman" an, bis sie kaum noch zu unterscheiden sind. Auch eine große Ähnlichkeit zum Ende von "Au Coeur du Désert" (noch so ein Haltbarkeitsmonster) ist wahrnehmbar. Doch Varanasi ist großartiger als die genannten, und die warme Würzigkeit bleibt auch lebendiger.
8 Antworten
10Duft 7Haltbarkeit 6Sillage
FritzFantom

17 Rezensionen
FritzFantom
FritzFantom
Sehr hilfreiche Rezension 8  
Land des Schreckens
Einfach schnell einen erkennbaren Indische-Stadt-Duft zusammenzufixen ist jetzt keine große Kunst - bisschen Muh-Kuh-Oud, Gewürze, Nag Champa oder was Eisenholzartiges (was ich hier auch ganz subtil im Hintergrund rieche) und Staub, fertig ist der Subkonti-vibe.

Das hier ist aber was anderes,

kein Schnappschuss einer Stadt,
das ist eine ganze Perspektive, von Religion, Einstellungen und Kulturen.

Und zwar eine fundamental europäische oder westliche.
Denn dieser Duft trägt diese monolithische Abscheu, Ehrfurcht und Neugier dem absolut Grotesk-Fremden gegenüber. Das ganze einfach nur als Straßenszene oder Stadtcharakter zu sehen tut dem Duft unrecht, das ist wirklich die Perspektive eines Menschen die hier drin liegt.

Der Fokus liegt hier auf dem Wasser, und zwar dreckigem, verseuchtem, braunen und versch**enem Stinkewasser, in dem ganze Massen dieser wilden sich suhlen, zu ihren hunderten, hundertarmigen, tierköpfigen Göttern beten und Opfer bringen.

Menschenasche und Leichenteile fließen hier neben Plastikmüll, Fäkalschaum, Gastronomischen Fettklumpen und toten Ratten.

Ein alter, dürrer, knorriger Sadhu steht hüft-tief in dieser scheußlichen Suppe und wäscht sich Augen und Mund damit, während er in Extase verfallen, Dinge murmelt die niemand hört.

Ein paar hundert Meter weit weg verbrennen sie Leichen. Die Schwaden davon verbinden sich mit der niedrig stehenden Wolkendecke zu schwülstigem, grau-goldenem Gequabbel.

Staubiger, verschwitzter Beton, dampfgebacken unter einer drückenden, schweren Sonne, welche oranger und fetter nicht am Horizont stehen könnte, wird gereinigt durch Sturzfluten an warmen Regentropfen, welche die schwüle Luft durchschlagen und beim Aufschlag am Boden den bitteren Staub und Ruß von Katalysator-losen Zweitaktmotoren aufwirbeln und sich damit zu einer dünnen, Paste vermischen, die auf der Haut brennt und die den gesamten Mist - all die Verkommenheit, Verwesung, Fäkalien und Pissrückstände in den Fluss spülen der ihr Allerheiligstes ist.

Ein alter Krüppel bei den Treppen zum Fluss, zieht eine angewiderte Fratze und packt klappernd und scheppernd seinen Reisekoffer mit aus Blechdosen gefertigten, billigen Kinkerlitzchen und Souvenirs, weil die Touristen bereits alle vor dem Regen geflohen sind.

Der Regen wäscht die Straßen,
Der Regen wäscht die Menschen.
Doch der Fluss wird nie sauber.

Der Europäer sieht diese Szene,

und die Grenze in seinem Kopf, die Mensch und Natur trennt, bekommt zarte Risse.

Statik wird zum Prozess, Wasser wird vom nackten Stoff zu einer spirituellen, reinigenden Kraft, all der Unrat, all die Verwesung und unsaubere Vergänglichkeit wird zu einem Beweis für Vitalität, ewigem Wandel und Leben, untrennbar verwoben, nicht gescheut, sondern Empfangen.

Eines der schönsten Dinge am Reisen ist die Erdung die es mit sich bringt. Aber Kulturen zu erleben die so fundamental anders sind als die Stammgesellschaft, wird immer einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen.

Der Duft ist ein Kunstwerk, nicht weil er das darstellt was er thematisiert, sondern weil er die Emotionen einfängt die bei der Betrachtung desselbigen entstehen.

10/10 tote Ratten!

Dieser Duft ist ein richtiges Erlebnis obwohl er sehr linear ist. Extrem bewegend! Sogar sehr tragbar, zartes, angenehm gewürztes animalisches Leder im drydown.

Generell haben Meo Fuiscuni Düfte alle so einen wunderbar introvertierten, interessanten und komplexen Charakter, ohne zu schwer oder kompliziert zu werden. Unbedingt ausprobieren!
Aktualisiert am 17.01.2026 - 06:46 Uhr
3 Antworten
9.5Duft 10Haltbarkeit 9Sillage
Dan93

55 Rezensionen
Dan93
Dan93
Hilfreiche Rezension 10  
Auf einer Reise eine Reise gemacht!
Ich schlendere durch die Straßen von Taormina und vorbei an dem ganzen Trubel und schönen Aussischten in die Bucht und auf Giardinni Naxos.

Plötzlich sehe ich eine kleine Profumeria, die schon auf den ersten Blick sehr gut bestückt war (viel Niche)!

Eine kompetente Verkäuferin führt mich durch holzig, rauchige und auch frische italo Düfte a la Sorcinelli, die man entweder schon kennt oder aber auch überrascht wahrnimmt. Umgehauen hatte mich nichts.

Plötzlich ein Lichtblick! Ich sage ihr, dass ich „incenso“ Sammler bin und erhalte (neben Sorcinelli Düften) die komplette Palette von Fusciuni gezeigt.

Ein Sizilianer, der sich stark mit sehr uniquen und potenten Düften beschäftigt hat!

In diesem Fall malt Varanasi ein Bild. Die animalischen und rauchigen Noten geben die ersten Formen ab. Es ist ein Sonnenuntergang in einer Stadt voller Lärm und Trubel. Mensch und Tier atmet die versmogte Luft und der Geruch von Abgasen, Zigaretten und Feuertonnen verbindet sich.

Klar zielt man hier auf Indien, aber ich bin der Meinung, dass es diese Duftsymphonie generell in Asien gibt. Auch hier in Taormina an einem heißen Augusttag spielen ähnliche Noten in meiner Nase mit dem Duft auf meinem Arm. Klar ist, dass selbst ein 10 minütiges Bad im ionischen Meer an der Isola Bella dem Duft nichts anhaben konnte. Ein absolut starker Performer, der Spaß macht. Tendenziell absolut kein crowd pleaser, aber für die geschulte Nase eine aufregende Reise!
Aktualisiert am 17.08.2022 - 15:36 Uhr
7 Antworten
8.5Duft 8Haltbarkeit 8Sillage
GolDBurak

108 Rezensionen
GolDBurak
GolDBurak
1  
Die Schwarze Rose aus Halfeti
Kleiner Ortswechsel …

Wir switchen mal von Indien aus der Stadt Varanasi in den Kreis Halfeti nach Şanlıurfa in die Türkei.

So stelle Ich mir den Geruch der schwarzen Rose vor die nirgends auf der Welt wächst, auch nicht wachsen kann bis an diesem Ort vor. Er erweckt nicht in mir das Gefühl von Indien, Gewürze, viel Radau und Chaos .. Eher trauer, düster und pechschwarze Schönheit.

Giuseppe Imprezzabile hat mit Meo Fusciuni eine Brand ins Leben gerufen die für sehr faire Preise Geistes kranke Düfte kreiert. Natürlich wurde hier nicht das Rad neu erfunden, aber die Machart seiner Düfte sind einzigartig weil die eine Melancholische Handschrift tragen. Wenn Ich den Duft in einen Kuchen Diagramm aufteilen würde, wäre für mich die Prominenteste Note Rose, und alles andere wurde drum herum bebaut. Es hat Anklänge von gegorenem was vermutlich durch das Cypriol stammt was Ich von Musiqa Oud kenne, einen spicy ätherischen Teil, ein Hauch feine animalik die ihm bissl Dornen verleihen.

Ich muss ihn noch länger einstudieren vllt könnte er die 10 ansteuern.

Testet auf jedenfall das Lable, das sind Düfte mit Seele und Charakter. Traut euch auch mal Düfte an Düfte die Infuencer sich nicht trauen würden in den Mund zu nehmen.
0 Antworten

Statements

30 kurze Meinungen zum Parfum
36
24
Totenstadt
Warmer Weihrauch
Am Gangesufer
Auf Holzbarken brennen
Die Lederkadaver
Blüten treiben in Balsambetten
Ich rauche Nelkenzigaretten
24 Antworten
26
25
Sie frisst Namen
spuckt Asche
fault süßlich
Fluss schleppt Das bist Du fort
Feuer atmen fettig
nagen bis nichts bleibt
Leben&Ende eins
25 Antworten
24
19
Ein Duft, dunkel und ein bisschen schmuddelig. Gleichzeitig rauchig holzig, süß harzig und - keine Ahnung. Irgendwas hat der.
19 Antworten
25
22
Startet für mich schwierig, wird dann immer interessanter. Vom schweißfüßigen Tier über Rauch und Motoröl zu wachsüberzogenem Leder. Schräg.
22 Antworten
26
28
Ein Biber sitzt weinend am Ganges
Rosenblätter schon sauer
Leder verdorben
Die Stadt brennt
Treibt Gewürz rauchend im Fluss aus Balsamik.
28 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
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